So habe ich noch keine Bücherei erlebt. Es ist Dienstagnachmittag, und ich staune, denn die Stille täuscht: Die Bücherhalle im KörberHaus ist heute ein echter Generationentreff. Gleich vorne rechts sitzen zwei ältere Herren und lesen konzentriert die „Süddeutsche“ und die „FAZ“, die hier neben weiteren Zeitungen und Zeitschriften ausliegen. Am Fenster arbeitet ein junger Mann an seinem Laptop – vielleicht ein Student, der seine Hausarbeit schreibt. Zwischen den vielen Regalen gehen langsam jüngere und ältere Interessierte, schauen aufmerksam auf die Buchtitel, ziehen sich schließlich ein Buch heraus, beginnen zu lesen.
Beim Spazierengehen auf dem Altonaer Grünstreifen zwischen Holstenstraße und Fischmarkt findet man, etwas ab vom Weg, in der Ecke von Pepermöhlenbek und Breite Straße einen Anker mit Gedenktafel.
Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“ (Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH) Illustration: Elke Grotelüschen
Elk Johrstiet hett jo wat an sik. Man ik meen, de schönste Tiet vun’t Johr is för mi de, wenn na den griesgrauen, dakigen Harvst un na de iesige Winterweken de Daag bilütten weller länger wart un de Sünn al ollig wat höger an’n Heven steiht. Wat‘ Freid un Vergnögen, wen een in’n Goorn faststellt, wat sik al de Sneekieker, Märzenbeker, Pasterkra- gen, Saffraan un Zittlööschen dörch de faken noch froren Eerd quält hebbt, un wenn een bi apen Finster de Vagels weller ehr Leevswarven tirilieren hör’n kann. Fröhjohr. Vörfreid op de Summertiet. In’t Fröhjohr geiht mi dat elk Johr so, as in de Kinntertiet mit dat smach- ten Lengen op Wiehnachten. Woken seggt: „De Vörfreid is doch jümmers noch dat Schönste an de Freid!“ Ik mutt togeven, de hett unbedingt Recht. As ik noch mien Ladengeschäft harr un as Quekenpuker un Blomenhö- ker arbeidt heff, weern de Weken vör Wiehnachten bit to’n Ooltjohrs- avend un Niejohr alltiets böös hektisch un randvull mit Schufteree un Schinneree. Dat is för mi al jümmers so west, denn as Kinner hebbt wi dat bi uns Öllern ok blots so beleevt. Man, vuntjohr weer dat mal ’n ganz annern Snack. Allens mal heel an- ners. Beter. In‘ Januarmaand, as ik sünst jümmers an’t Inventur opschrieven un utreken weer, bün ik nu mal in’n Süden utneiht, un heff de düüster Joh- restiet ollig körter maakt. Dat scheelt doch wat, dat niege Johr mit blau- en Heven un Sünnenschien to beginn’n un bi 25 Graad in’e Baadbüx an’n Pool to liggen un blots dat to maken, wat een sülvst will. Sowat heff ik noch ni nich hatt un maakt. Aver ik will ju dat liekut segg’n: Ik kunn mi dor an gewöhn’n! Mien Leevste, de ok mien dree Hörböker illustreert hett, hett bannig veel tekent un ik findt, se hett ehr Studien vun övergewichtige Touristen an’n Pool den richtigen Naam geven: Triglyceride-Sammeln – Düütsche Elite an‘ Pool.
Zu diesem kleinen Bericht muss ich ein kleines Vorwort schreiben. Es begreift sonst kein Mensch. Also, ich sammle Scherben. Warum? Ich weiß es doch auch nicht. Das war jetzt alles. Es gibt so eine Erinnerung an Erzählungen meiner Mutter, die den schrecklichen Angriff auf Hamburg im Juli 1943 miterleben musste. Wie so viele Menschen nahm sie einen kleinen Koffer mit den wichtigsten und liebsten Dingen in den Keller ihres Wohnhauses. Meine Oma hatte wohl an diesem Tag eine Ahnung. Sie wollte nicht den Keller aufsuchen. Sie flüchteten zum Bunker am Berliner Tor. Die Ahnung erwies sich als folgerichtig. Das Haus, in dem sie gelebt hatten, war nur noch ein Trümmerhaufen.
Zu diesem fürchterlichen Ereignis gibt es noch viel zu erzählen. Aber, wie Erich Kästner oft gesagt hat, das gehört hier nicht her.
Nur, dass ich später die geretteten Fotos aus dem kleinen Koffer, immer mal wieder ansah. Eines zeigt die Puppenstube meiner Mutter. Und von da an bat ich meine Mutter, doch mal mit mir nach Borgfelde zu fahren. „Vielleicht finden wir ja noch etwas in den Trümmern.“ Nein, sie wollte es nicht. Damals verstand ich ihre Reaktion nicht. Heute, ja heute kann ich es nachvollziehen. So blieb es dabei.
Wir wohnten in der Wendenstraße in Hammerbrook, in der Nähe der Hamburger Innenstadt. Meine Eltern hatten einen „Seifenladen“ – so nannte man damals eine Art von Drogerie. Unsere Wohnung war zwar klein, aber in meinen Erinnerungen erlebte ich eine kurze glückliche Kindheit, trotz der vielen Luftangriffe. In einem großen Hof hinter den vielen Wohnblocks traf ich mich täglich mit vielen Kindern zum Spielen. Dann kam der Tag, der mein und das Leben meiner Eltern von nun an total verändern sollte.
Nachmittags beschloss meine Mutter, mit mir auf dem Fahrrad zu meinen Großeltern zu fahren – mein Vater musste im Geschäft bleiben, versprach uns aber, später nachzukommen. Auf dem Weg zu den Großeltern stürzte ich mit dem Rad, mein Knie blutete, und meine Mutter wollte wieder nach Hause fahren. Ich weinte aber, wollte unbedingt zur Oma, und meine Mutter gab nach. Wie sich später herausstellte, rettete diese Entscheidung unser Leben.
Im Juni waren sie zu einem ersten Generationentreffen ins KörberHaus gekommen und hatten sich zu sechs Gruppen zusammengetan, die sich jeweils auf ein Thema konzentrieren und es gemeinsam ausarbeiten wollten. Am 30. August trafen sich 38 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zwischen 83 und 19 Jahren nun einen Nachmittag lang zu einer ersten Zwischenbilanz.
Es gab viel zu diskutieren, zu erläutern und umzustellen.
Als wir dieses Jahr vom unserem Sylturlaub nach Hamburg fuhren, erlebten wir – das pure Chaos… Unser Zug fuhr laut Plan 13:07 ab Westerland Gleis 3. Wir fanden uns rechtzeitig auf dem Bahnsteig ein. Immer mehr Reisende kamen hinzu. Kurz vor Einfahrt des Zuges: „Der von Westerland nach Hamburg Altona fährt abweichend auf Gleis 2.“ Alle rannten und hetzten zum nächsten Gleis.
Im August habe ich an einem Stadtrundgang durch Bergedorf teilgenommen. Eine freie Mitarbeiterin der „Bergedorfer Museumslandschaft“ erzählte uns bei einem abendlichen Spaziergang an sehr anschaulichen und eindrucksvollen Beispielen interessante Begebenheiten aus der Geschichte Bergedorfs. Ich kann nur allen empfehlen, selbst an diesem Rundgang teilzunehmen. Es lohnt sich.
Als Zugezogener konnte ich dabei viel Neues über die Bergedorfer Geschichte erfahren. Einiges habe ich behalten und möchte dies in einem kleinen Quiz hier wiedergeben.
Viele erfahrene Bergedorfer werden die Fragen sofort beantworten können. Los geht’s.
Die mächtigen Städte Lübeck und Hamburg wollten schon im Mittelalter über Bergedorf herrschen. Offizielle Begründung: „In Bergedorf gibt es viel Gesindel. Wir müssen wieder für Ordnung sorgen, damit unser Handel nicht gestört wird.“ Was war der wahre Grund?
An den Baustil welcher berühmten Hamburger Gebäude erinnert das Bergedorfer Schloss?
Warum wollte Hamburg damals nicht, dass um das Bergedorfer Schloss herum ein Park angelegt wird: Offizielle Begründung:“ Tagsüber würde ein solcher Park nur von Kindermädchen besucht und nachts verführt ein Park mit teilweise dunklen Ecken nur zu unzüchtigem Verhalten.“ Was war der wahre Grund?
Aus welchen Gründen wurde eine Frau aus den Marschlanden als Hexe verbrannt?
Ich mag das Gedicht, aber ich musste es mal auswendig lernen, da ich das so gar nicht kann ging das…