Beitrag: Sabine Ziesmer

Nach längerer Pause bot sich mir wieder die Möglichkeit, einen interessanten Vortrag im KörberHaus zu besuchen. Der Sozialphilosoph und Kulturhistoriker Roman Krznaric konfrontierte seine Zuschauer mit der Frage, welche unerwarteten Anregungen wir aus der Geschichte der letzten tausend Jahre ziehen können, um einige der größten Herausforderungen unserer Zeit anzugehen. Der Saal war bis auf den letzten Platz belegt. Der Vortrag mit dem Titel “Die Geschichte als radikale Hoffnung“ sollte in englischer Sprache gehalten werden, und ich freute mich über den Übersetzungskopfhörer. Das Publikum war im Durchschnitt deutlich unter 30 Jahre alt, da diese Veranstaltung in den Rahmen eines EU-Festivals eingebunden war.
Anhand von Beispielen aus aller Welt argumentierte Roman Krznaric, dass die Vergangenheit eine Quelle für unsere zukunftsorientierten Handlungen sein kann. Wir sind nicht nur in der Lage, aus der Vergangenheit zu lernen, wir können, darauf aufbauend, Demokratie ganz neu denken, den Toleranzbegriff erweitern und soziale Bewegungen stärken. Menschliche Zivilisationen haben uns bereits vorgelebt, wie sie wichtige Herausforderungen des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens lösen konnten. Dieses Potential der Geschichte nicht zu nutzen ist fahrlässig und gefährlich in Hinblick auf die Gestaltung unserer Zukunft.
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Herrlich!