Beitrag: Sabine Ziesmer

Wieder einmal zogen die Kinder am Dienstag und Mittwoch nach Rosenmontag durch die Straßen in Ochsenwerder und Kirchwerder. Manche in originellen Faschingskostümen, andere lieber unauffällig, alle aber ausgestattet mit Leinenbeutel, Holzhammer oder Holzlöffel, um an die Türen der Häuser zu klopfen. An manchen Schulen wurden die Löffel im Werkunterricht selbst hergestellt. Dieser traditionelle Fastnachtsbrauch folgt alljährlich einer festen Choreographie. Geklopft wird nur an Haustüren, vor denen Holzkisten oder Bretter auf die kleinen Klopfer warten. Nur hier können die Kinder ganz sicher sein, dass sich hinter diesen Türen Menschen auf sie freuen und nette Naschereien für sie bereithalten. Bereits während des Klopfens singen sie das traditionelle Lied: „Hammer, Hammer-Hü, giff mi`n lütje Klü! Lot mi nich to lange stahn, ick mutt noch een Hus wieder gahn! Een Hus wieder, wohnt de Snieder, een Hus achter wohnt de Slachter, een Hus in de Mitt, wohnt de (olle) Smitt. Een Hus am Enn, dor giiff dat`nen Pinn!“
Bis in die 1960er-Jahren gingen die Kinder ohne Klopfgerät von Haus zu Haus. Damals traf man in den meisten Häusern jemanden an. Wenn sich die Leute trotz lustigem Gesang nicht blicken ließen, gab es eine erboste letzte Zeile: „Witten, Tweern, swatten Tweern, disse Olsch, de gifft nich geern!“ Der Hausherr kam ungeschoren davon, er war ja bei der Arbeit.
Bis in die 1990er Jahre galt als krönender Abschluss am Donnerstagnachmittag die „Hammer-Hü-Party“ in Rieges Gasthof in Ochsenwerder, veranstaltet vom Gesangsverein Edelweiß.
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Das mache ich gerne, wird ergänzt.