Ach, dieser Monat trägt den Trauerflor… Der Sturm ritt johlend durch das Land der Farben. Die Wälder weinten. Und die Farben starben. Nun sind die Tage grau wie nie zuvor. Und der November trägt den Trauerflor.
Der Friedhof öffnete sein dunkles Tor. Die letzten Kränze werden feilgeboten. Die Lebenden besuchen ihre Toten. In der Kapelle klagt ein Männerchor. Und der November trägt den Trauerflor.
Was man besaß, weiß man, wenn man’s verlor. Der Winter sitzt schon auf den kahlen Zweigen. Es regnet, Freunde. Und der Rest ist Schweigen. Wer noch nicht starb, dem steht es noch bevor. Und der November trägt den Trauerflor.
Egal welches Alter, wir nutzen fast alle die mobilen Endgeräte wie Smartphones, Tablets, Laptops und Smartwatches. Wenn ich mein Smartphone einmal vergessen habe, verspüre ich recht schnell eine leichte Unruhe. Das Kopfkino setzt ein. und ich durchlebe verschiedenste widrige Situationen. Was ist, wenn ich mit meinem Auto liegen bleibe, ich mich verfahren habe oder einer meiner Lieben nach mir ruft? Habe ich mir diese Gedanken auch gemacht, als ich keines dieser Geräte besaß? Natürlich nicht. Ich bin sehr kommunikativ, also habe ich um Hilfe gebeten oder nach dem Weg gefragt. Die Probleme meiner Freunde ließen sich auch am Abend regeln, und der Puls war nicht ständig erhöht.
Als meine Freundin ihren Enkel einhütete, sah sie immer mal wieder auf ihre Smartwatch, welche eingehende Whatsapp das Hervorholen ihres Smartphones erforderte. Das clevere Kerlchen bemerkte das sehr schnell und stellte die berechtigte Frage: „Hast du auch Bildschirmzeit, Oma?“ In seiner Familie gab es feste Regeln für die Nutzung mobiler Endgeräte. Meine Freundin lachte laut auf. So selten wie sie das Smartphone benutze, bräuchte sie keine Begrenzung.
Ein normaler Sommertag in Bergedorf, das Thermometer zeigte wieder einmal 30 Grad und vor der Eisdiele „Eisige Liebe“ im Sachsentor steppte der Bär. Die lange Schlange motivierte mich eigentlich nicht, sich da einzureihen. Aber die zufriedenen Gesichter der Menschen und die Möglichkeit, gleich eine Kugel Stracciatella und Vanille in der Hand zu halten, ließen mich umdrehen, um mich am Ende der Schlange anzustellen.
Endlich wieder draußen hörte ich neben mir einen kleinen Jungen mit einem Eis in der Hand seinen Vater fragen: „Papa, was ist das“ und zeigte mit seinem bereits leicht tropfenden Eis auf die gegenüber der Eisdiele stehende, mit unzähligen Stickern auf der Rückseite versehene Telefonsäule der Telekom. „Das ist ein Telefon, mit dem konnte man früher telefonieren, zum Beispiel zu Hause bei uns anrufen“, war die Antwort. In der Hoffnung, das Thema sei erledigt, widmete er sich wieder entspannt seinem Eis. „Aber wenn du Mama anrufst, nimmst du doch dein Handy.“ Der Vater merkte, seine Antwort hatte den Wissensdurst seines Sohnes noch nicht gestillt. „Früher gab es noch keine Handys, da hatte man einen Telefonapparat zuhause und konnte damit telefonieren. Und wenn man unterwegs war, wie wir beide heute, konnte man Mama zuhause von solch einer Telefonsäule anrufen und ihr erzählen, dass wir gerade Eis essen.“
Jedes Jahr freue ich mich auf den Ernteumzug in den Vierlanden. Ich kann mich dem eigentlich auch gar nicht entziehen, weil ich fast mittendrin wohne. Bin ich am ersten Oktoberwochenende einmal nicht vor Ort, vermisse ich den beeindruckenden Ernteumzug, der seit 1976 mit einem Gottesdienst in der St.-Severini-Kirche und einem abschließenden Festplatzbesuch verbunden ist. In diesem Jahr wollte ich auch unbedingt am Gottesdienst teilnehmen. Ich fuhr mit dem Rad durch die herbstliche Landschaft, vorbei an Feldern und Gräben bis zum alten Gotteshaus, das in Teilen als Feldsteinkirche im 13.Jahrhundert errichtet wurde. Auf dem Friedhof hielt ich einen Moment inne, hier findet man den umfangreichsten Bestand an wertvollen Grabplatten ab dem 16. Jahrhundert. Innen erstrahlte unsere St.-Severini-Kirche in hellem Kerzenschein, vor dem Altar waren neben der Erntekrone die Erntegaben zu bestaunen.
Wir Ehrenamtlichen des KörberHauses wurden zu einem Besuch der Bergedorfer Sternwarte eingeladen. Gekommen waren etwa 50 Engagierte, die in zwei Gruppen an Führungen durch die Sternwarte teilnahmen.
Den Standort in Bergedorf auf dem Gojenberg gibt es seit 1909. Sie wurde vom Millerntor nach Bergedorf verlegt, weil der alte Platz durch zunehmende „Lichtverschmutzung“ zu Problemen für die Astronomen führte. Das kann ich mir durch die direkte Nähe zur Reeperbahn gut vorstellen. Uns wurden die Funktionen der verschiedenen Teleskope erklärt. In den Gebäuden gibt es jeweils eine zweite Uhr, die eine andere Uhrzeit anzeigt. Diese Uhrzeit bezieht sich auf den sogenannten Sternentag. Der Sternentag dauert 23 Stunden, 56 Minuten und 4 Sekunden. Dies ist die Zeit, die die Erde relativ zu den Fixsternen für eine Umdrehung braucht.
Die schöne Bibliothek, die ich von Konzerten kenne, war an diesem Tag leider besetzt und durfte von uns nicht betreten werden, damit wir nicht stören. Die Sternwarte ist Teil der Universität Hamburg. Dort arbeiten etwa 70 Personen, unter anderem Professoren, Studenten und Doktoranden.
Fast 400 Jahre ist die „Stadtschule“ alt. Sie hat prächtige Lehrer gehabt: Unter ihnen blieb einer ganz besonders in Erinnerung. Das war der Rektor und Kantor Georg Friedrich Ritter, auch Kandidat der Theologie. Zu seinem 100. Geburtstag wurde eine Gedenktafel angebracht, und ehemalige Schüler stifteten ein Erinnerungsblatt mit seinem Bild und dem von zwei anderen Lehrern. Rektor Ritter gründete die Bergedorfer Liedertafel im Jahre 1838, zog mit ihr auf das Norddeutsche Sängerfest in Lübeck. Zum ersten Mal und in aller Öffentlichkeit erklang hier das Deutschlandlied. Hoffmann von Fallersleben, der es dichtete, war ein Jugendfreund Ritters. Er besuchte den Bergedorfer Freund, als er sich im Kurheim „Bellevue“ zur Erholung aufhielt.
Wo einst dieses Kurheim stand, am Rande des Bergedorfer Gehölzes, wurde 1931 das neue Gebäude der Luisenschule, von Professor Schumacher geplant, in seiner Gegenwart eingeweiht. Der Bronzegruß von Rex, ein Vierländer Tanzpaar, 1931 aufgestellt, könnte die jungen Leute, die hier nicht gerade in ein Kurheim, aber in eine Schule gehen, beschwingen.
Die private Initiative, aus der dieses Lyzeum entstand, liegt viele Jahre zurück. Im Jahre 1888 gründeten Erna Martens und Mathilde Hipp eine höhere Mädchenschule. Die Lehrpläne waren für damalige Zeiten fortschrittlich, und „beim Turnen durfte kein Korsett getragen werden. “ Bei aller Ordnung also keine Enge.
Heute gehen Mädchen und Jungen in dieses frühere Mädchenlyzeum. Auch in der Hansaschule, humanistischem Gymnasium und Oberrealschule, ist es nicht anders. Als die Doppelanstalt das neue Schulgebäude in der Hermann-Distel-Straße bezog, war Professor Dr. Ferdinand Ohly der Direktor – ein hochangesehener Mann, von seinen alten Schülern nicht vergessen. Die Brandstiftung, die im Jahre 1969 die Aula zerstörte, hätte in seine Vorstellung von Disziplin und Respekt nicht gepasst.-
Neue Schulen entstanden, besonders im Stadtteil Lohbrügge. Alte Gebäude wurden modernisiert. Das imponierende Gebäude der Ingenieur-Schule in Lohbrügge ist ein Beispiel für neues Bauen.
Buer Odje Hansen ut Marxdörp geiht na de olen Landarzt Petersen ut Groot Slamien, un de seggt: „Kiek an, Odje Hansen! Wi hebbt uns jo al ’n lütt Ewigkeit nich mehr sehn. Wat is denn los, knippt dat enerwegens?“ Hansen kiekt den Dokter so’n beten swiensplietsch an un meent denn: „Na, so lang is dat jo ok nich her, wat ik hier in’n Töövruum seten heff!“ Nu, wenn Dr. Petersen ok nich mehr to de ganz Jungen höör, man sein Landpraxis weer hoochmodern utstaffeert un op’n niegsten Stand. He tipp blots en poormal op de Tasten vun sien lesern Bregen, un denn see he: „Söven Johr, fief Maande un twee Weken is dat her, wat se bi mi weern!“ „Dunnerslag!“, see Odje Hansen dor, „weet se dat allens ut den verdrei- ten Kassen dor? Dat is jo nich to glöven, wat dat vundaag allens gifft!“ Un denn fraagt de Dokter: „Na los, Hansen, nu man rut mit de Spraak! Wat is los, woneem deit dat weh, wat hebbt se op’n Harten, wat wüllt se weten or wat kann ik för se doon?“ Na, eerst druckst Odje Hansen jo noch so’n lütt beten rüm. Man denn kümmt he dormit rut:„Herr Dokter, ik wull egens blots weten, wo oolt kann ik wull noch warrn?“ De Dokter kiekt em in’e Ogen, un denn fraagt he:„Smöökt se egens, Hansen?“ „Nee, miendaag nich!“ „Un wo is dat mit Kööm un Beer? Nu mal ehrlich, suupt se mal so’n Lütten un af un an villicht ok mal een mehr?“ „Nee, dat kann een nu ganz un gor nich segg’n, Herr Dokter. Bi Familienfiern mal ’n Glas Rootwien, man sünst afsluuts gor nix, nich een Drüppen!“ „Un wo is dat mit Sex?“ „Nee, hal’n se mi blots op mit den Kraam. Dör bin ik mit dörch, dat is al lang vörbi!“ Dor kann de ole Landarzt Petersen nu nich mehr an sik holen un platz dormit rut: „Verdammi noch mal to, Hansen, worüm to’n Düvel, wüllt se denn egens oolt warr’n?“
Quelle: Heinrich Evers „Fleitjepiepen, Utbüxen hölpt nix!“ (Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Seit 1993 findet der Tag des Denkmals bundesweit statt. Viele normalerweise nicht zugängliche Denkmale können jedes Jahr am zweiten Sonntag im September besucht werden. Mehrere Millionen Menschen nutzen diesen Aktionstag, der als deutscher Beitrag zu den europaweit stattfindenden „European Heritage Days“ gilt. Auch in den Vier- und Marschlanden konnten Baudenkmale besichtigt werden. Das Zollenspieker Fährhaus öffnete nach längerer Pause seine Türen für Rundgänge, in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme fanden Führungen statt, aber auch private Eigentümer ließen Besucher in ihre Häuser. So auch meine Freunde Andrea und Tom. Auf ihrem Mohrmannshof am Kirchwerder Elbdeich bekamen die Besucher nicht nur leckeren selbstgebackenen Kuchen, sondern auch viele interessante Einblicke in die Sanierung des Fachwerks.
Das um 1750 erbaute Wirtschaftsgebäude mit Scheune wird seit nunmehr fast fünf Jahren liebevoll instandgesetzt. Der eigentliche Mohrmannshof war ein großes Hufnerhaus direkt am Deich, das noch 1945 zerstört wurde. Obwohl das Wirtschaftsgebäude bereits 1951 für unbewohnbar erklärt worden war, war es dennoch durchgängig belebt. Die Bergedorfer Zeitung berichtete 1972 von „Verrückten“, die dort unerlaubt als Kommune wohnten. Sie schafften es tatsächlich, noch nachträglich Baugenehmigungen für den Erhalt des Hofes zu erhalten. Über die Jahrzehnte fanden sich immer wieder neue mutige Leute, die den Mohrmannshof mehr schlecht als recht am Leben hielten. In den 70er Jahren wurden viele schöne historische Gebäude abgerissen und durch die Architektur dieser Jahre ersetzt. Das Landgebiet ist voll davon.
Mi dröömt eens vun een Land, jichtenswo up düsse Welt. Wo Krieg kummt nich tostann un de Minsch as Minsch noch tellt. Wo de Haat keen Bodden finnt un de Gier sik sülvst wegneiht. Wo all dat Leed up’n Stutz verswinnt un de Freeheit to all Minschen geiht. Wo man nich een Nieder finnt un de Minschen strieden för n’rechte Saak. Wo de Grips sik mit Vernunft verbinnt un de Minschen finnen dat rechte Maat. Wo sik Woot mit Hisseree nich poort un Twiefel, de is nich bekannt. Hier wöör ik geern an düssen Oort, hier wöör ik geern in düssen Land. Aver een Land mit so een Leven, warrt dat hier up Ier nich geven. Denn düsse Tostänn, dat is wiss, geev dat domals blots, in’n Paradies.
Die fällt aber auf, wenn man da lang läuft. Ich wusste sofort wo Du warst. Mir sagt der Eisladen weniger…