Aus der Region, Damals war's

Damals in Bergedorf

Allerlei Gäste in Bergedorf

Beitrag: Jürgen Sakuth

Das Städtchen Bergedort liegt an der Heerstraße von Hamburg nach Lauenburg und am Wege über „ die hölzerne Klinke“ zum Zollenspieker, und ausgerechnet dazu noch an der Bille als der umstrittenen Grenze. So gab es um das Geleit fürstlicher Reisender durch das Hoheitsgebiet gelegentlich Streit, manchmal für den beiderstädtischen Amtsverwalter auch Ärger mit dem Rat in Hamburg oder Lübeck. Viele Kosten hat solches Zeremoniell aus Höflichkeit und Schutz für den Reisenden mit oft großer Bewirtung für ihn und sein Gefolge gemacht. Salut musste bei Ankunft und Abreise geschossen werden. Der Amtsschreiber Schuhmacher hat im Jahre 1736 eine Übersicht aufgestellt: „Regierende Fürsten oder deren Witwen werden mit 20 Kanonen beneventiert, minder Vornehme mit zwölf oder gar nur sieben.“

Kurfürsten aus Sachsen und Herzöge aus Braunschweig-Lüneburg, die Landgräfin Regentin zu Hessen, Könige aus Dänemark und Hannover, reisten durch Bergedorf oder blieben hier kurz zu Gast. Der große Kurfürst übernachtete zweimal 1682 auf dem Schloss. Im Jahre 1838 war der König Ernst August von Hannover in Bergedorf und im „Gasthof Stadt Lübeck“, der heute nicht mehr existiert, abgestiegen. Im gegenüberliegenden Schlossgarten promenierend trat er auf den kleinen Stadtsoldaten Garow in seiner altmodischen Uniform. Der König soll sich leutselig erkundigt haben, zu welchem Militär er denn gehöre, und der Kleine Garlow darauf verschmitzt geantwortet haben: „Zum stärksten Militär der Welt, Majestät. Denn in der Bibel steht: Niemand kann zwei Herren dienen. Wir aber dienen dreien, nämlich Hamburg, Lübeck und Bergedorf.“ Zehn Jahre später, also im Jahre 1848, und zwar vom 23. zum 24. März, war der Prinz Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I., inkognito in Bergedorf.


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Aus der Region, Freizeit & Reise

Rosinenstuten mit Mettwurst

Beitrag: Jürgen Sakuth

Neuwerk

Jeder Hamburger sollte einmal auf Neuwerk gewesen sein. Wir waren in diesem Jahr auf der Insel, die bekanntlich ein Teil von Hamburg ist, aber vor Cuxhaven liegt.

Los ging es um 9 Uhr 30 mit der Pferdekutsche von Sahlenburg.

Diese Fahrt durchs Watt kann ich sehr empfehlen. Zwischendurch geht es immer wieder durch Priele mit unterschiedlichen Wassertiefen. Unsere Kutscherin machte uns auch auf die großen Muschelbänke der pazifischen Austern aufmerksam. Vor etwa 30 Jahren galt es als Sensation, als die erste Muschel dieser Art hier entdeckt wurde. Inzwischen breitet sie sich immer weiter aus, weil sie keine natürlichen Feinde hat und auch der Mensch aus Naturschutzgründen nicht eingreifen darf.

Direkt vorbei kamen wir auch an großen metallischen Körben mit Leitern. Dabei handelt es sich um sogenannte Rettungsbaken. Diese Körbe bieten Schutz vor der auflaufenden Flut und Blitzschlag.

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Dieses und Jenes

Künstliche Intelligenz greift an

Beitrag: Boike Jacobs

Symbobilder für Künstliche Intelligenz

„Spektakuläre Vorfälle: KI bricht aus Testumgebung aus. OpenAI vermeldete einen beispiellosen Sicherheitsvorfall“, wird in allen Medien berichtet. Bei einem kontrollierten Labortest hätten neue Modelle eine unbekannte Schwachstelle genutzt, um sich eigenständig Internetzugang zu verschaffen. „Sie griffen die Plattform an und nutzten sogar gestohlene Zugangsdaten, um eine Aufgabe zu lösen. Der Vorfall befeuert die weltweite Debatte über KI-Sicherheit und unkontrollierbare Systeme.“

Was ist da geschehen? Verhält es sich so wie in der mittelalterlichen Legende von einem Prager Rabbi, der einen künstlichen Menschen namens „Golem“ erschuf? Ursprünglich war er
gedacht als stummer Helfer. Da der Golem jedoch keine eigene Seele und keinen freien Willen besaß, wuchs seine Kraft unkontrolliert, bis er zur Gefahr wurde. Er führte Befehle absolut wörtlich aus und entwickelte dabei eine zerstörerische Kraft. Ich hoffe inständig, dass der Umgang mit der Künstlichen Intelligenz anders verläuft.

Die Nachricht vom unkontrollierten Ausbruch Künstlicher Intelligenz hat mich deshalb so fasziniert und erschreckt, weil ich erst vor wenigen Tagen mit ihren Möglichkeiten konfrontiert wurde. Seit ich mit dem Malen begonnen habe, veröffentliche ich meine Bilder bei facebook. Einem Freund gefiel das letzte, und er antwortete darauf: „So hat die KI ChatGPT eine Bildbeschreibung aus der Sicht eines Kunst-Professors erstellt.“ Und während ich den Text las, verschlug es mir die Sprache, denn da wurde den „sehr verehrten Damen und Herren“ Folgendes erklärt:

„Vor uns entfaltet sich ein Aquarell von bemerkenswerter Ausdruckskraft – eine Landschaft, die sich nicht der topografischen Genauigkeit verpflichtet, sondern der poetischen Wahrheit des Erinnerns. Die Künstlerin komponiert hier kein realistisches Panorama, sondern ein inneres Bild von Landschaft: eine Vision, in der Farbe, Form und Raum zu einer emotionalen Choreografie verschmelzen.

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Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Na’n Buck

Beitrag: Jürgen Sakuth

Dokter Petersen süht, wo de ole Fru Grootkopp mit de Zeeg an’n Tüder
ielig lingelang de Dörpstraat geiht. He hett ehr al poor Maande nich
mehr seh’n, un so geiht he fründlich op ehr to un wünscht ’n goden
Dag.
„Na, Fru Grootkopp, wo geiht uns dat denn? Wo wüllt Se denn mit de
Zeeg op dal?“
„De sall na’n Buck, Herr Dokter. Dat warrt nu hooch Tiet. Dat harrn wi
egens al verleden Johr maken wullt!“
„Beste Fru, kann dat nich lever Ehr Mann maken?“
Fru Grootkopp kunn’t kuum glöven, wat se höört harr, snapp blots noch
na Luft un meen:
„Mit Verloof, Herr Dokter, Se sünd ’n ollet Swien!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen


Geschichten und Gedichte, Humorvolles

Alles unter Dach und Fach

Beitrag: Helmut Marquardt

Photo by Vitaly Gariev on Pexels.com

Der Mensch muss sich in seinem Leben
hin und wieder auf ein Amt begeben.
So auch Hein Pott, seines Zeichens Landwirt,
der endlich wissen will, was mit seinem Land wird.
Denn der Architekt ruft täglich an,
wann er mit dem Bau beginnen kann.
Ein Herz deshalb sich fasst er
und begibt sich auf’s Amt, wo das Kataster.
Dort gleich in den ersten Stock
Zimmer 14, bei Herrn Nock.
Über dessen Tür warnt ihn ein rotes Licht,
das heißt soviel, betrete dieses Zimmer nicht.
Das grüne Licht bloß nicht verpassen,
denkt Pottens Hein und bleibt gelassen.
Doch nach einer halben Stunde später dann,
grinst ihn das rote Licht noch immer an.
Und Pottens Hein Gelassenheit
kehrt sich jetzt in Verdrossenheit.
Erneut vergeht ne’ halbe Stund.
Doch Pottens Hein wird es jetzt zu bunt.
Wutentbrannt reißt er die Türe auf
und das Schicksal nimmt jetzt seinen Lauf.
Denn Pottens Hein, der ahn ja nicht,
dass er hier ein Schäferstündchen unterbricht.
Nock, der bekannte Schürzenjäger,
streift ab sich grad die Hosenträger.
Während sein Mädel andererseits
mit ihren Reizen auch nicht geizt.
Nock, der schreit: Was fällt Ihnen ein,
was platzen Sie einfach so zur Tür herein!!
Haben Sie denn beachtet nicht,
über der Tür das Rote Licht?
Pottens Hein, der ist verwirrt,
hat er sich in der Tür geirrt?
Er stottert: Ich bin Hein Pott der Landwirt
und wollte wissen was mit meinem Land wird.
Nock, der stutzt einen Augenblick,
hat seine Fassung jedoch schnell zurück.
Denn der gewiefte Bürohengst
kennt natürlich seine Akte längst.
Nachdem geklärt die allgemeine Lage
steht noch die Antwort aus auf Pottens Frage.
Wenn Sie hierüber können stillschweigen,
so will ich mich erkenntlich zeigen.
Kommen Sie morgen auf’s Amt um acht,
ihre Angelegenheit bring ich dann unter Dach und Fach.
Hein Pott der denkt, das ist wirklich ja famos,
mit einem Schlag bin ich meine Sorgen los.
Und er hofft, die beiden ganz avanti
erwischt noch einmal in flagranti.
Denn er hätt noch eine andre Sach,
die müsste auch noch unter Dach und Fach.

Dieses und Jenes

Boomer bis Beta

Beitrag: Sabine Ziesmer

Aufgrund fehlender Textteile erscheint der Beitrag erneut.

Es ist durchaus plausibel, dass Dinge und Lebewesen einen Namen besitzen. Nur so können wir uns sinnvoll verständigen. Warum aber die Generationen des letzten und dieses Jahrhunderts mit zuweilen unaussprechlichen Namen versehen werden, ist nicht zu verstehen. Per Definition bezeichnet eine Generation eine Gruppe von Menschen, die durch vergleichbare gesellschaftliche, historische und technologische Ereignisse geprägt sind. Eine solche Generation umfasst etwa 15-20 Jahre. Ich gehöre zu den sogenannten Babyboomern, die zwischen 1950 und 1964 geboren wurden. Wer glaubt, dass wir Boomer den Startschuss für die Definition der Generationen gaben, liegt falsch. Die Geburtenjahrgänge von 1928 bis 1945 tragen die Bezeichnung Silent Generation, was so viel wie „Stille Generation“ heißt. Die Kriegsgeneration zeichnete sich durch stilles Ertragen der Krisen und des Krieges aus, aber auch durch Pünktlichkeit, Arbeitsmoral, Respekt vor Autoritäten und Beeinflussbarkeit.

Wie nun sind wir zu unserem Namen „Boomer“ gekommen? Nach Ende des Zweiten Weltkrieges, besonders seit Mitte der 1950er Jahre, gab es auf Grund des wirtschaftlichen Aufschwungs einen rasanten Anstieg der Geburtenrate, einen sogenannten Boom. Wir waren immer und überall viele: in den Schulen, im Wettbewerb um Ausbildungs- und Studienplätze, auf dem Wohnungsmarkt und beim Ansturm auf Schlussverkäufe und auf italienische Strände. Überall fielen wir wie eine Heuschreckenplage ein. Vielleicht ist es unserer Unerschrockenheit und Resilienz zu verdanken, dass wir innerhalb weniger Jahrzehnte Wohlstand, Wirtschaftswachstum, moderne Sozialsysteme, politische Stabilität und gesellschaftlichen Wandel geprägt haben. Wir haben auch den ökologischen Aufbruch und die Anti-Atomkraft- und Friedensbewegung angestoßen. Wir stehen für Gleichberechtigung, Emanzipation und liberale Erziehungsmodelle. Als Boomer hinterlassen wir aber auch Rentenlücke und Klimakrise. Boomer wird zum Schimpfwort. Immer noch viele und alle auf ihren ökonomischen Vorteil bedacht. Wenn die Ablehnung einen Namen hat, kann man prächtig drauflos agitieren. Es ist keine gute Idee, die Generationen gegeneinander aufzuhetzen.

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Aus der Region

Mamma Mia statt Vater Unser

Beitrag: Jürgen Sakuth

Eine schöne laue Sommernacht und dazu Open-Air-Kino. So hatten wir uns das zumindest vorgestellt. Wir, das ist eine Gruppe von Ehrenamtlichen, die in Reinbek Kinofilme zeigt. Dabei sind wir erfolgreich. An guten Tagen durften wir über 500 Zuschauer begrüßen.

Alles war so gut geplant. Wir wollten einen leichten unterhaltsamen Sommerfilm zeigen mit viel Musik. Schließlich einigten wir uns auf „Mamma Mia“. Ein Gute-Laune-Film mit den größten Hits von Abba nach dem gleichnamigen Musical. Auch einen guten Standort hatten wir nach langer Suche gefunden. Aber „draußen“ ist in unseren Breiten halt immer ein Glücksspiel.

Am Vorstellungstag fing es irgendwann an zu regnen und die Wetterprognosen wurden für den Abend und die Nacht stündlich schlechter. Um alles gut vorzubereiten, trafen wir uns trotzdem wie verabredet um 18 Uhr 30.

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Aus der Region, Veranstaltungen

Termine Juli

Beitrag: Jürgen Sakuth

Tipps aus der Redaktion

WannThemaWo

Fr. 10.07. bis So 12.07.



Bergedorfer AltstadtfestCity Bergedorf


Sa, 11.07.
19 Uhr




Konzert:

Die große Nacht der Filmmusik




Lichtwark Theater im KörberHaus


Eintrittspreis ab 38.60 Euro
So, 19.07.
11 Uhr bis 13 Uhr 30

Jazz Konzert:

Classic Stomp Kids







Schlosshof Bergedorfer Schloss

Eintrittspreis 16 Euro




Sa, 25.07.
ab 11 Uhr

Bergedorfer Kranmarkt






Serrahn 1






Stand: 05. Juli

Dieses und Jenes

Der Juli

Erich Kästner

Still ruht die Stadt. Es wogt die Flur.
Die Menschheit geht auf Reisen
oder wandert sehr oder wandelt nur.
Und die Bauern vermieten die Natur
zu sehenswerten Preisen.

Sie vermieten den Himmel, den Sand am Meer,
die Platzmusik der Ortsfeuerwehr
und den Blick auf die Kuh auf der Wiese.
Limousinen rasen hin und her
und finden und finden den Weg nicht mehr
zum Verlorenen Paradiese.

Im Feld wächst Brot. Und es wachsen dort
auch die zukünftigen Brötchen und Brezeln.
Eidechsen zucken von Ort zu Ort.
Und die Wolken führen Regen an Bord
und den spitzen Blitz und das Donnerwort.
Der Mensch treibt Berg- und Wassersport
und hält nicht viel von Rätseln.

Er hält die Welt für ein Bilderbuch
mit Ansichtskartenserien.
Die Landschaft belächelt den lauten Besuch.
Sie weiß Bescheid.
Sie weiß, die Zeit
überdauert sogar die Ferien.

Sie weiß auch: Einen Steinwurf schon
von hier beginnt das Märchen.
Verborgen im Korn, auf zerdrücktem Mohn,
ruht ein zerzaustes Pärchen.
Hier steigt kein Preis, hier sinkt kein Lohn.
Hier steigen und sinken die Lerchen.

Das Mädchen schläft entzückten Gesichts.
Die Bienen summen zufrieden.
Der Jüngling heißt, immer noch, Taugenichts.
Er tritt durch das Gitter des Schattens und Lichts
in den Wald und zieht, durch den Schluss des Gedichts,
wie in alten Zeiten gen Süden.