Veranstaltungen

Busy Talking

Beitrag: Sabine Ziesmer

„Ältere besuchen eine Kunstausstellung“ – ©HGZstudioDE

Am 28. April bot sich wieder ein Besuch des KörberHauses an. Der ehemalige SPIEGEL-Journalist Dieter Bednarz hatte ein neues Buch mit dem Titel „Alt genug, um jung zu bleiben“ veröffentlicht, das in einer Gesprächsrunde vorgestellt werden sollte. Der Saal war gut gefüllt und die Stimmung dank der geistreichen und humorvollen Einlassungen der drei Diskutanten sehr ausgelassen. In den ersten Reihen saßen einige junge Leute, die vielleicht für sich oder ihre alternden Eltern Anregungen erhofften. Der Anteil der Besucher, die offenkundig kurz vor der Beendigung ihres aktiven Berufslebens standen, war erheblich. Wir sogenannten Best-Ager mit fundiertem Wissen zu Fragen, wie man das Älterwerden aktiv, gesund und selbstbestimmt gestalten kann, nickten zustimmend die Standpunkte der Gesprächsrunde ab.

Weiterlesen „Busy Talking“
Geschichten und Gedichte, Humorvolles

Aussichten

Beitrag: Helmut Marquardt

Photo by u0412u043eu043bu043eu0434u0438u043cu0438u0440 u041eu043bu0435u0439u043du0456u043au043eu0432 on Pexels.com


Junior-Wurm sich durch den Apfel fraß,
denn ein Apfel, der tat köstlich schmecken.
Sein Vorteil war, dass er im Innern saß,
kein Vogel konnt‘ ihn so entdecken.
Doch weil auf Dauer er’s langweilig fand,
im Dunkeln stets zu kauen,
fraß Junior-Wurm sich durch die Apfelwand,
die weite Welt zu schauen.
Nun birgt ja diese weite Welt
so allerhand Gefahren,
und niemand hat dem Wurm erzählt,
wie er sich sollt’ davor bewahren.
Während er arglos aus dem Apfel schaute,
das Unheil sich über ihm zusammenbraute.
Es entdeckte eine Meise
den Wurm für sich als Speise.
Man glaubt, dies ist jetzt des Wurmes Ende,
es gibt für ihn auch kein Entrinnen,
da bahnt sich plötzlich an die Wende,
denn die Rettung selbst, sie kommt von Innen.  
Junior-Wurm der hatte wirklich Glück,
die Meise zwar kräftig an ihm zerrte
sein Hinterteil war vom Fressen viel zu dick,
ihm so nach außen hin den Weg versperrte.

Aus der Region, Veranstaltungen

Termine Mai

Beitrag: Jürgen Sakuth

Tipps aus der Redaktion

WannThemaWo


Mo, 04.05
19 Uhr 30




Filmvorführung :
Die Ältern

Deutscher Spielfilm von
Sönke Wortmann

Sachsenwald-Forum

Hamburger Straße 8
Reinbek
Eintrittspreis 8 Euro
Online-Vorverkauf:
http://www.kultur-reinbek.de
Mi, 06.05.
19 Uhr

Vortrag:
Bürgermeister informiert über Olympia-Konzept

Peter Tschentscher vor Ort



KörberHaus

Raum 213/214




Sa, 23.05.
19 bis 21 Uhr 30
Konzert:
Bergedorfer Musiktage

Mozart-Abend im Schloss




Bergedorfer Schloss





Eintritt: 30 Euro
Do, 28.05.
19 bis 21 Uhr 30
Gespräch:
Länger gesund leben

Was hilft wirklich?




KörberHaus

Anmeldung ab 14. Mai

Stand: 30. April

Geschichten und Gedichte

Der Mai

Erich Kästner

Fotos: pexels
Im Galarock des heiteren Verschwenders,
ein Blumenzepter in der schmalen Hand,
fährt nun der Mai, der Mozart des Kalenders,
aus seiner Kutsche grüßend, über Land.

Es überblüht sich, er braucht nur zu winken.
Er winkt! Und rollt durch einen Farbenhain.
Blaumeisen flattern ihm voraus und Finken.
Und Pfauenaugen flügeln hinterdrein.
Die Apfelbäume hinterm Zaun erröten.
Die Birken machen einen grünen Knicks.
Die Drosseln spielen, auf ganz kleinen Flöten,
das Scherzo aus der Symphonie des Glücks.

Die Kutsche rollt durch atmende Pastelle.
Wir ziehn den Hut. Die Kutsche rollt vorbei.
Die Zeit versinkt in einer Fliederwelle.
O, gäb es doch ein Jahr aus lauter Mai!
Melancholie und Freude sind wohl Schwestern.
Und aus den Zweigen fällt verblühter Schnee.
Mit jedem Pulsschlag wird aus Heute Gestern.
Auch Glück kann weh tun. Auch der Mai tut weh.

Er nickt uns zu und ruft: "Ich komm ja wieder!"
Aus Himmelblau wird langsam Abendgold.
Er grüßt die Hügel, und er winkt dem Flieder.
Er lächelt. Lächelt. Und die Kutsche rollt.

Aus der Region

Jesus aus den Vier- und Marschlanden

Beitrag: Boike Jacobs

Da hängt er am Kreuz, bleich und abgemagert, wie wir Jesus aus unzähligen Darstellungen kennen. Aber siehe da, schon ein Bild weiter steigt er aus dem Grab in ganz anderer Gestalt: ein Heiland, stämmig und tatkräftig, als sei er nicht als Gottessohn in Bethlehem, sondern als Bauernsohn in Kirchwerder zur Welt gekommen. Das hat mich bei meinem ersten Gang durch die Bergedorfer Kirche St. Petri und Pauli gleich für ihn eingenommen. Und dann erst die geschnitzte Himmelfahrt an der Kanzel. Fast ist er schon verschwunden in den dicht geballten Haufenwolken, der Glanz seines Mantelsaumes lässt auch die Gewänder der acht staunenden Jünger in goldenem Licht erstrahlen. Aber was ist das Schönste an dieser Darstellung? Natürlich, es sind die nackten rosa Füße des Erlösers, die sichtbar machen, dass er nicht nur als wahrer Gott, sondern auch als wahrer Mensch in diese Welt kam.

Weiterlesen „Jesus aus den Vier- und Marschlanden“
Aus der Region, Damals war's

Damals in Bergedorf

Bergedorfer Briefmarken

Beitrag: Jürgen Sakuth

Es gab einmal eine „Beiderstädtische Schiffspost“. Allerdings nur kurze Zeit im Sommer 1865. „Flora“ hieß der Dampfer mit Schaufelrad. Mit Schaufelrad, damit die Dove Elbe, wenn er in ihr entlangschipperte, durch Wellengang nicht überlief.

Morgens ging es mit dem Kondukteur an Bord von Curslack nach Hamburg und abends zurück, immer nach der jeweiligen Tide sich richtend. Für die weitere Beförderung sorgten dann die Landpostboten. Seit 1846 gab es die „Bergedorfer Landpost“,deren Einrichtung wohl auf den aktiven Bergedorfer Stadtschreibergehilfen Johann Heinrich Reppenhagen zurückgeht. Vorher hatten Bierfahrer und Brotkutscher gelegentlich die Post mitgenommen.

Für die offizielle „Bergedorfer Amtspost“ war der Königliche Postverwalter Franz Wilhelm Ludwig Paalzour zuständig. Durch diese „Bergedorfer Amtspost“ wurde die Privatpost zwischen Bergedorf und Hamburg befördert.

Vom 1. November 1861 bis 31. Dezember 1867 hatte Bergedorf eigene Briefmarken. Es gab hellblaue und dunkelbaue 1/2 Schilling-, weiße 1 Schilling-, gelbe 1 1/2 Schiling-,blau auf rosafarbene 3 Schilling- und braune 4 Schillingmarken.

Sie unterschieden sich nicht nur in der Farbe, sondern auch in der Größe und hatten alle, eben als beiderstädtische Marken, als Motiv einen halben Lubischen Adler und ein halbes Hamburger Tor – je die Hälfte von den beiden Hansestädten. Darum standen, über die vier inneren Ecken verteilt, die Buchstaben eingraviert LH PA. Das hieß Lübeck-Hamburger Postamt.

Weiterlesen „Damals in Bergedorf“
Geschichten und Gedichte, Humorvolles

Übertrieben

Beitrag: Helmut Marquardt

Photo by Thirdman on Pexels.com


Es gibt Geschöpfe hier auf Erden,
die sind wirklich eine Plage.
Schwierig ist es, ihrer habhaft werden,
oft ist man nicht Herr der Lage.
Eins davon ist wohl bekannt,
Flinkbuddler auch genannt.
Beim Menschen ist er recht verhasst,
denn dieses schwarze Individuum,
hat es im Garten erst mal Fuß gefasst,
gräbt dann mit Chance die ganzen Beete um.
Auch Herr B. aus Wurmelingen
wußt ein Lied davon zu singen.
Als er morgens in den Garten schaute,
seinen Augen er kaum traute.
Denn im Rasen, welcher gestern noch schön eben,
acht schwarze Hügel taten sich erheben.
Sein Gesicht, das wurde kreidebleich,
doch einen Plan hatte er sogleich.
Ihm fiel ein der Rat vom Nachbarn Klopp
nimm vom alten Fisch den Kopp,
steck ihn in die Gänge rein
und alsbald wird er verschwunden sein.
Der Buddler jedoch sich nicht drum scherte
sondern seine Haufen noch vermehrte.
Schwager Willi war mit Rat zur Stell,
füll saure Milch in seine Gänge.
Du wirst sehen blitzeschnell,
flieht er aus seiner dunklen Enge.
Man ahnt, der Buddler hat sich nicht verzogen,
die schwarze Erde hat’s ihm angetan,
er schlug sogar noch einen Bogen
und kam dann bei den Rosen an.
Herrn B.’s Geduld war jetzt am Ende,
er schnaubt, das mach ich nicht mehr mit.
Er denkt, dies Mittel bringt bestimmt die Wende.
Das Zauberwort heißt Dynamit.
Es dauert dann auch gar nicht lange
und er versenkt das Zeug im Buddlergange.

Weiterlesen „Übertrieben“
Aus der Region

Der Rest vom Fest

Beitrag: Sabine Ziesmer

Ich bin mitten in der Stadt aufgewachsen. Mit Ostern verbinde ich ganz eigene Rituale, die auch großstädtisch geprägt waren. Ostereier habe ich in unserer großen Altbauwohnung und auf dem Balkon gesucht. Der Osterspaziergang führte uns durch „Planten un Blomen“. Das Essen war gut und reichlich, die Oma kam zu Besuch und es gab Hefezopf und Kaffee am Nachmittag. Dass ich völlig unabhängig vom Wetter Ostern noch keine Kniestrümpfe anziehen durfte, fällt mir beim Nachdenken über Rituale immer zuerst ein. So lief ich in manchen Jahren in kratzender Strumpfhose durch den sommerlichen Park und sehnte Pfingsten herbei, den Tag, an dem die Strumpfhosen in der Kommode bleiben durften. Kirchgang war bei uns unüblich, ein Osterfeuer gab es in der Stadt natürlich nicht.

Als ich in die Vier- und Marschlande zog, passte ich die Osterrituale schnell an. Ich erklärte meiner Tochter die Bedeutung des Festes und der Fastenzeit. Ich verzichtete auf Alkohol, und gemeinsam stellten wir das Naschen ein. Wir blätterten in der Kinderbibel und forschten zu Hase, Osterei und Osterfeuer. Wir suchten die Ostereier nun im großen Garten, meistens bei norddeutschem Nieselregen. Genau dieses Schmuddelwetter schmälerte nicht selten die Freude am großen Osterfeuer an der Elbe oder im eigenen Garten. Unerschütterlich bereiteten wir uns dennoch rechtzeitig vor, im Kleinen wie im Großen. Es ist ja allgemein bekannt, dass Osterfeuer eine lange Tradition haben. Die alten Ägypter versuchten mit großen Feuern die Sonne auf die Erde zu locken, um den Winter zu vertreiben. Die Christen nutzten das Feuer, um daran die Osterkerze zu entzünden, die in die dunkle Kirche getragen wurde. Sie symbolisiert Christus als Licht der Welt.

Weiterlesen „Der Rest vom Fest“
Humorvolles, Plattdeutsche Texte

In Schapptüüch

Beitrag: Jürgen Sakuth


Fiete Matzen dröppt sien’n olen Fründ Hannes Mallmöhl op’n Markt vun Niestadt in Holsteen.
Hannes is in sien best Schapptüüch un hett ’n Rükelbusch in’e Hannen.

„Wo wullt du denn in dien Verkleden op af?“ fraagt Fiete nielig. „Dat is doch noch keen Karnevalstiet!“

„Ik tööv op’n Taxi. Ik will na Olenkremp fohren un Wilma Bruhse
fragen, wat se mien Frau warrn will!“

„Wat wullt du, Hannes? Du wisst Wilma frieg’n?
Du büst jo wull mall in’n Kopp.
Weetst du nich, wat se al wat mit all de Keerls ut Kremp hatt hett?

Dor laat blots de Finger vun. Gah man lever mit mi ’n poor Kööm un Beer drinken. Denn geiht di dat morgen villicht nich so goot, man de annern Daag aver veel beter!“

Na, Hannes lött sik flink wat vörsnacken, un se gaht tosamen to Kroog. Na veer Weken draapt sik de Twee tofällig weller. Düttmal hett aver Fiete Matzen sien’n Sünndagsantog an un ’n Blomenstruusch in de Hannen.

„Wat hett dat denn nu op sik? Du mit Blomen un in best Schapptüüch?“ fraagt Hannes.

„Dat bedüüdt, wat ik nu mit de Taxe na Kremp for un Wilma heiraden will. Ik bün bit Amt Niestadt Land west un heff mi klook maakt. So veel Mannslüüd gifft dat gor nich in Olenkremp!“

Illustration: Elke Grotelüschen

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)

Dieses und Jenes

LiteraTürchen

Beitrag: Sabine Ziesmer

Bücher finden ihren Weg in die Herzen ihrer Leserinnen und Leser. Wie durch eine unsichtbare Tür gelangen wir in unbekannte Welten. Manche Geschichten sind wie große Schlosstüren, beeindruckend und imposant. Andere hingegen sind die unscheinbaren Türchen für die kleine, aber feine Freude am geschriebenen Wort. Seit ich erste Sätze erlesen kann, begleiten mich Bücher durch mein Leben. Sie haben mir Mut gemacht, mir neue Wege aufgezeigt, meine Gefühle umschrieben, mich zu Tränen gerührt, mir die Welt erklärt und Ruhe in meinen Tag getragen. Nicht alle Bücher werden zu Wegbegleitern, die es aber schaffen, bleiben für immer.

Weiterlesen „LiteraTürchen“