Beitrag: Sabine Ziesmer

Ich schlage die Zeitung auf und stoße auf einen Artikel über Hahnöfersand. Da war doch mal was mit dieser Gefängnisinsel und meinem Start in ein Berufsleben als Lehrkraft. Nach dem zweiten Staatsexamen wollte man uns gut ausgebildete Lehrer und Lehrerinnen einfach nicht einstellen. Lehrerschwemme. Von Flensburg bis Nürnberg hagelte es nur Absagen. Wir hatten unsere Existenz auf ein wackeliges Fundament gestellt, das nun unter uns zusammenbrach – wir hatten „auf Sand gebaut“. Ich war deshalb auch sehr erstaunt, als sich die Schulbehörde Hamburg sehr zeitnah bei mir meldete, um mir ein Angebot zu machen, das ich einfach nicht ablehnen könne. Fröhlich verkündete die Sachbearbeiterin, dass ich zum nächsten Monat eine Anstellung bekäme. Ich dürfte gern eine ehemalige Kommilitonin anwerben. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Wo sollte ich mich melden?
Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße. Wir beiden Lehrerinnen sollten künftig auf Hahnöfersand unterrichten. Davon hatte ich noch nie gehört. Wo sollte das sein? Googeln konnten wir noch nicht, aber Informationen fanden wir schon recht schnell. Es handelte sich um eine Gefängnisinsel, wo seit 1920 Hamburgs minderjährige Häftlinge untergebracht wurden. Es war eine Art Reformprojekt, da sich die Jugendlichen dort bei frischer Luft und Arbeit im Freien relativ frei bewegen konnten.
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Ich mag das Gedicht, aber ich musste es mal auswendig lernen, da ich das so gar nicht kann ging das…