Dieses und Jenes

Viel Applaus für die kleinen Akteure

Beitrag: Boike Jacobs

Immer wieder im Frühjahr lädt die Hamburgische Kulturstiftung zur Überraschungsgala ins Hansa Theater am Steindamm ein. In einem vielseitigen Programm präsentieren sich ausgewählte Förderprojekte der Stiftung. Gezeigt werden sowohl Ausschnitte aus Projekten junger Künstlerinnen und Künstler als auch der Kinder- und Jugendkultur. Vom Poetry Slam und musikalischen Acts, von Breakdance-Einlagen bis zum Kurzfim – das Programm macht die Bandbreite der Förderung durch die Hamburgische Kulturstiftung anschaulich. Und ist jedes Jahr voller Überraschungen.

Umfangreiche Vorbereitungen mit großartigem Ergebnis

Auch diesmal war Bergedorf wieder mit einem Kurzfilm vertreten, und so gehörten an diesem Abend auch Regine Uhlig, Ute Klapschuweit und Sabine Erler zu den Gästen. Unter ihrer Anleitung hatten die Kinder aus der Unterkunft für Geflüchtete in der Brookkehre in wochenlanger Arbeit gebastelt, angemalt, geklebt. Und auch die Texte, von Regisseur und Filmemacher Paul Uhlig geschrieben, präsentierten sie mit Charme, Witz und viel schauspielerischem Talent. Bei der Vorführung wurde jedenfalls viel gelacht und applaudiert.

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Aus der Region, Veranstaltungen

Termine März

Beitrag: Jürgen Sakuth

Tipps aus der Redaktion

WannThemaWo
Mo, 2. März
19 Uhr 30





Filmvorführung :
Extrawurst

Deutscher Spielfilm
mit Hape Kerkeling, Christoph Maria Herbst und Fahri Yardim
Sachsenwald-Forum

Hamburger Straße 8
Reinbek
Eintrittspreis 8 Euro
Online- Vorverkauf:
http://www.kultur-reinbek.de
Fr, 13. März
17 Uhr

Kochen:

Interkultureller Kochabend



KörberHaus




Fr, 20. März
18 Uhr 30

Tanzen:

Faltenrock

Ü60 Tanzabend
KörberHaus
Mi, 25. März
19 Uhr 30

Lesung:

Henrik Szántó
Treppe aus Papier


SerrahnEins, Serrahnstraße1

Karten zu 15 Euro in der Sachsentor Buchhandlung
So, 29. März
19 Uhr

Konzert:

Elbe Saiten Quartett


Bergedorfer Schloss

Eintritt 15 Euro

Karten im Vorverkauf im Schloss oder online oder an der Abendkasse

Stand: 24. Februar

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Orchesterprobe

Beitrag: Helmut Marquardt

                                                                                                                                                       
Den musikalischen Reigen
eröffnen heute die Geigen.
Wehe, wenn eine falsch klingt,
der Ton bis zum Dirigenten gar dringt,
lässt das dessen Blutdruck ansteigen.

Der Besitzer vom Cello
hat einen Hund namens Bello
Wenn der lässt sich kraulen,
beginnt er zu jaulen,
natürlich nur a ca bello.

Es klang die Trompete
wie wenn ein Hahn krähte.
Das kann ich viel besser
rief der Trompeter kesser
und die Trompete umdrehte.

Wo bleibt denn nur die Klarinette,
sie doch schon längst ihren Einsatz hätte.
Ein wildes Gerücht die Runde macht,
dass der Klarinettist nach durchzechter Nacht
liegt noch immer betrunken im fremden Bette.

Frau B. an der Harfe,
das war 'ne ganz Scharfe.
Wann immer sie spielte,
der Hornist nach ihr schielte.
Leider entsprach der nicht ihrem Bedarfe.

Ein falscher Ton der Querflöte
trieb dem Flötisten ins Gesicht tiefdunkle Röte.
So sehr er sich auch plagte,
die Flöte das Spiel ihm versagte
mit der Luft bekam er dann ganz arge Nöte.
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Der Tisch ist gedeckt

Seit 1997 gibt es die Bergedorfer Tafel und den Suppentopf

Wer hat sie nicht schon gesehen, die langen Schlangen von Menschen in der Schlossstraße am Gemeindehaus von St. Petri und Pauli? Manche stehen dort schon Stunden, bevor die Bergedorfer Tafel öffnet und Nummern verteilt werden, damit alle der Reihenfolge nach gespendete Lebensmittel in Empfang nehmen können – Brot, Brötchen, Kuchen, Joghurt, Obst und Gemüse und je nach Tagesangebot manches andere liegen dann zum kostenlosen Abholen bereit. Das alles ist in unserem Land reichlich vorhanden, aber 20 Prozent aller Lebensmittel werden weggeworfen. Dabei gibt es in Hamburg viele Menschen, die nicht genug zu essen haben, ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche.

Allerdings muss auch sichergestellt werden, dass dies Angebot nicht missbraucht wird, und daher gibt es eine Voraussetzung: „Bringen Sie uns eine Kopie Ihres Ausweises, ein Passfoto und ein amtliches Schriftstück, aus dem hervorgeht, dass Sie bedürftig sind. Erhalten Sie ALG II, ist das der Bescheid des Jobcenters. Haben Sie ein anderes geringes Einkommen (z.B. Rente, Lohn, Gehalt, Leistungen der Grundsicherung), bringen Sie bitte auch darüber einen Bescheid mit. Danach erhalten Sie von uns einen Abholausweis.“

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Gedächtnisstütze

Beitrag: Edith Kalisch

Lesestunde vorm Einschlafen. Ich sitze vorsichtig in einer Ecke des Hochbettes, das vor lauter Gewühle von Janosch hin und her geruckelt wird. Es werden Kissen drapiert, Kuscheltiere verteilt. Es dauert. Schließlich will er es ja gemütlich haben. Es knarzt und knackt. Meine Bedenken, dass irgendwann das Bett bestimmt zusammenkracht, werden mit einer empörten Bemerkung weggewischt. „Das hat Papa gebaut!“ Ja, wenn Papa es gebaut hat, können wir wühlen. Ich bin aber weiterhin vorsichtig. Schrauben könnten sich lösen zum Beispiel. Ich sag´ nichts mehr.

Endlich kann ich mit dem Vorlesen beginnen. Es wird die Lesezeit ausgehandelt. Da wird um Minuten gefeilscht.

Ich lese vor. Janosch gibt Kommentare zu einzelnen Szenen. Daran merke ich, dass er aufmerksam zuhört, obwohl er weiterhin das eine Kissen hierhin verlegt oder fast unter der Bettdecke verschwindet. Es ist schon ein ziemliches „Gewoddel“ hier oben.

Aber solange er zuhört …

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Es muss nicht immer Kaviar sein

Beitrag: Tom Schmidt

Sie essen gerne Fisch und möchten einmal etwas Neues ausprobieren? Bei uns quasi vor der Haustür aus der Elbe kommend? In geschrotetem Roggenmehl gewendet und mit Butter und Speck in der Pfanne goldbraun gebraten, serviert mit Bratkartoffeln oder warmen Kartoffelsalat und Gurkensalat? Dann dürften die Monate Februar und März etwas für Sie bereithalten, was für viele Fischliebhaber mittlerweile eine Delikatesse ist: Stint. Und auch für den Stint gilt, wie bei anderen Dingen des täglichen Lebens, entweder man mag ihn oder man mag ihn nicht.

Meine erste Berührung mit Stint war vor Jahren die gutgemeinte Frage an meinen Schwiegervater, ein alteingesessener Vierländer, ob wir mit der Familie einmal Stint essen gehen wollen. Wurde ja in fast allen Restaurants in der Region angepriesen. Den Blick und die Antwort werde ich nicht vergessen. „Dat kann man neet eten, dat smeckt nich. Dat hebbt wi froher de Schwene und Hühner zum fodern geven“, war seine lapidare Antwort. Der muss ja lecker schmecken, dachte ich mir. Meine Frau hingegen bekam leuchtende Augen und sagte: Stint ist eine Delikatesse, den musst du unbedingt probieren. Jetzt wollte ich es natürlich genauer wissen, bevor ich als vermeintlicher Testesser vor einem Überraschungsteller saß und letztendlich von einer Currywurst träumte.

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Ermüdungsbruch

Beitrag: Boike Jacobs

Katastrophe. Desaster. Drama epischen Ausmaßes. Riesenschock, so die deutschen Medien. Was ist geschehen? Wo bebt die Erde? Ist ein Vulkan ausgebrochen, reißt ein Tsunami alles nieder? Nichts dergleichen. Es geht lediglich um den Eiskunstlauf der Herren: Bei den Olympischen Spielen in Mailand zeigte der haushohe Favorit Ilia Malinin „eine Kür zum Vergessen“, bei der keiner seiner legendären Vierfach-Sprünge gelang. Im Internet hieß es: „ARD-Reporter entsetzt.“ Und die BILD-Zeitung titelte: „Der junge Gott ist abgestürzt.“

Man mag es kaum glauben, welche Ansprüche da an eine Sportart gestellt werden. Und was für ein Druck sich aufbaut in einem ehrgeizigen, talentierten 21-Jährigen, der am Ende vor den Augen der ganzen Welt sein Ziel weit verfehlte. Ein selbst gewähltes Ziel? Ein von der Gesellschaft herbei gejubeltes Ziel? Ein von den Eltern über viele Jahre gefordertes Ziel? In der wohl bislang größten Niederlage seines Sohnes wandte sich Ilia Malinins Vater demonstrativ ab – kein Trost, kein Mitgefühl.

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Valentinstag – mehr als ein Frühlingsgefühl

Beitrag: Sabine Ziesmer

Wer interessiert sich schon für den Valentinstag? Blumenhändler, Frauen, oder alle, die gerne schenken und sich beschenken lassen? Frau bin ich auch und zudem am Valentinstag geboren. Ich erinnere mich an Geburtstage, an denen nicht eine einzige kleine Blume meinen Gabentisch schmückte. Auch Süßigkeiten waren selten. Alle meine Lieben vertrösteten mich auf die Tage nach dem 14. Februar, da sollte es Blumen und Schokolade regnen, weil man dann garantiert ein Schnäppchen ergattern konnte. Natürlich geriet nach ausschweifender Geburtstagsparty der gute Vorsatz in Vergessenheit. Als wir alle begannen, kritisch über importierte Blumen und ungesunde Süßigkeiten nachzudenken, bekam ich Bücher und Gutscheine geschenkt. Ich kaufe mir die Blumen ohnehin am liebsten selbst, denn nur ich weiß, zu welcher Stimmung die richtige Blume passt. Für Rosen habe ich bis heute keine passende Stimmung ausmachen können, und laut Statistik liegt die Rose bei Frauen deutlich hinter der Tulpe. Wenn es Vierländer Tulpen zu kaufen gibt, steht immer ein frischer Strauß auf meinem Esstisch. Zwei Wochen vor meinem Geburtstag kaufe ich aber keine Tulpen mehr, denn seit einigen Jahren werde ich am 14. Februar mit Tulpen überhäuft. Mein Mann, meine Tochter, Freunde und Verwandte stehen strahlend mit üppigen Sträußen vor der Tür, denn nach dem schmalen Studentenbudget können wir uns den kleinen Luxus des Blumengeschenks am Valentinstag nun auch alle leisten. Die Zeiten von Mon Cherie sind sowieso längst vorbei, und ich liebe Tulpen.

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Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Emmas letzte Breef

Beitrag: Jürgen Sakuth

Fernand weer Matroos bi de Marine un to Tiet op’n Utlandinsatz vör de libaneesche Küst. Gottsleider kunn he vuntjohr ok över de Wiehnachtsdaag nich na Düütschland torüch. Wat harr doch sien hamborger Kaptein to em seggt:
„Deenst is Deenst, un Snaps is Snaps!“
Man as all de annern Suldoten kreeg ok Fernand to Wiehnachten n Breef vun sien Leefste. Se schreev:

Fernand is jo nu total trecht mit de Nerven. Mit allens harr he jo rekent, man doch mit sowat nich. He baller sik nu eerstmal ollich een. De Weh-daag mutt jo jichtenswenn ok mal weller nalaten. Un as sien Verstand an’n tokamen Dag bilütten wellerkeem, harr he ’n plietschen Infall. He güng to all sien Kameraden un sammel all Biller in, de se över harrn. Biller vun Fründinnen, Süstern, Pin-Up-Girls, even allens, wat ’n beten na wat utseeg. Tosamen mit dat Bild vun Emma steek he nu all de Fotos vun de smucken Fruenslüüd in en Ümslag. Summa summarum 57 Stück harr he tohooosammelt.
Dorto schreev he:

Quelle: Heinrich Evers „Fleitjepiepen, Utbüxen hölpt nix!“
Illustration: Elke Grotelüschen
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)

Aus der Region, Damals war's

Bergedorf vor 50 Jahren

Urkunden

Beitrag: Jürgen Sakuth

An der alten Durchgangsstraße von Hamburg nach Lauenburg, an der Billefurt, lag Bergedorf, klein und unscheinbar, aber nicht ohne Bedeutung, nachdem Schloss, Kirche und Mühle, dazu ein Gasthaus entstanden waren. Für die Abdämmung der Bille, den Bau der Kornwassermühle und die Gründung eines Klosters, das bald wieder einging, sorgte als Statthalter seines Onkels, des Dänenkönigs Waldemar II., Graf Albrecht von Orlamünde. Zwei Jahrzehnte dauerte die dänische Herrschaft. In dieser Zeit soll Graf Albrecht auch das Schloss, oft „das Haus“ genannt, gebaut haben. Jedenfalls hat er 1224 eine Urkunde ausgestellt.
Am Maria-Magdalenen-Tag, dem 22. Juli 1227, fand die Schlacht bei Bornhöved statt. Mit dem Sieg der deutschen Fürsten, Holsteins Adeligen und Bauern, Lübecker und Hamburger Bürgern, mit Adolf IV. von Schauenburg und den von den Dänen abgefallenen Dithmarscher Bauern über Dänemarks König Waldemar II. ging dessen Herrschaft zu Ende.
Damit begann auch für Bergedorf ein neuer Abschnitt seiner Geschichte. Jetzt übernahmen hier die sächsischen Herzöge die Macht. Im Jahre 1275 verlieh Johann I. Bergedorf, das nun „das Städtchen“ wurde, Möllner Stadtrecht. Damit galt auch in Bergedorf Lübisches Recht. Ein kleines Quartheft von nur 12 Blättern aus Pergament enthält Eintragungen aus den Fahren 1437 – 1495. Dieses älteste Bergedorfer Stadtbuch hat Professor Hans Kellinghusen schon in seiner Studentenzeit bearbeitet.
Interessant ist Kellinghusens Beschreibung des Ortes Bergedorf im 15. Jahrhundert: „Das Stadtbuch lässt in dem Bergedorf des 15. Jahrhunderts eine kleine Stadt mit ärmlichen Verhältnissen erkennen, wie dies auch sonst bezeugt ist. Nur drei Straßen waren vorhanden. Von der Hauptstraße mit dem Markt gingen die beiden anderen „Up dem Koberghe“ und „By dem Graven“ ab. Der Blickgraben schloss damals das ganze „Blek“ (Flecken) ein. Die Hude, die 1477 vom Rat angekauft wurde, sollte für ewige Zeiten ein freier Weideplatz sein.


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