Horch, hörst Du den Frühling nicht, er naht auf leisen Schwingen. Wenn in der Früh beim ersten Tageslicht die Vögel ihm ein Ständchen bringen. Dann ist erfüllt die Luft mit froh Gesang, im Frühling jetzt, da sucht er seinesgleichen. Es ist dies ein besonderer Klang den nur im Frühjahr sie erreichen. Die Lebensfreude ist ihnen anzuhören, sie singen, trällern um die Wette und streiten sich, ich könnte schwören wer von ihnen denn die schönste Stimme hätte.
Den musikalischen Reigen eröffnen heute die Geigen. Wehe, wenn eine falsch klingt, der Ton bis zum Dirigenten gar dringt, lässt das dessen Blutdruck ansteigen.
Der Besitzer vom Cello hat einen Hund namens Bello Wenn der lässt sich kraulen, beginnt er zu jaulen, natürlich nur a ca bello.
Es klang die Trompete wie wenn ein Hahn krähte. Das kann ich viel besser rief der Trompeter kesser und die Trompete umdrehte.
Wo bleibt denn nur die Klarinette, sie doch schon längst ihren Einsatz hätte. Ein wildes Gerücht die Runde macht, dass der Klarinettist nach durchzechter Nacht liegt noch immer betrunken im fremden Bette.
Frau B. an der Harfe, das war 'ne ganz Scharfe. Wann immer sie spielte, der Hornist nach ihr schielte. Leider entsprach der nicht ihrem Bedarfe.
Ein falscher Ton der Querflöte trieb dem Flötisten ins Gesicht tiefdunkle Röte. So sehr er sich auch plagte, die Flöte das Spiel ihm versagte mit der Luft bekam er dann ganz arge Nöte.
Herr und Frau F. aus Altenahr waren ein gut betuchtes Ehepaar. Weil sie konnten es sich leisten, taten sie meist eines nur, sie reisten. Beinah schon um die ganze Welt, es mangelte ihnen ja nicht an Geld. Von dieser Reise sie noch träumten, weil sie die bisher versäumten. Eine Kreuzfahrt auf der Hurtigruten, wollten sie sich noch zumuten. Zum Nordkap sollt‘ die Reise geh’n, denn das hatten sie noch nicht geseh’n. In Hamburg dann, ganz unbefangen, sind die beiden hier an Bord gegangen. Wenig später hieß es Leinen los, ihre Erwartungen waren groß. Entlang an Bergen und an Fjorden gings ab Richtung Kap im Norden. Es kam die Zeit, sich zu bequemen, im Salon die Speisen einzunehmen. Daraufhin begannen die beiden, sich dementsprechend einzukleiden und ihre Garderobe bitte sehr gab doch wirklich schon was her. Das Buffet war reich und haltig und die Auswahl ganz gewaltig. Frau F., ihr Name war Beate, probierte zunächst mal die Salate. Danach die Suppe mit der Zwiebel, das Rezept, das stand schon in der Bibel. Dazu vier leckre Taubenbrüstchen, gehüllt in leckre Mandelkrüstchen. Alwin, ihr Gatte, das Buffet erstürmt, Fleisch sich auf seinem Teller türmt. Dann, er konnt’s einfach nicht lassen, als würd‘ er irgendwas verpassen, kamen noch hinzu, statt nacheinander, drei Filets vom leckren Zander. Derweil ist hier im hohen Norden, die See etwas rauher schon geworden.
Denk ik an mien Kinnertiet, is de so leeg nich wäsen. Un güng dat up de Wintertiet, wörr Freid in mien Gesicht tau läsen. Wenn ick vun Dag dat vör mi seh, ward mi so egen üm dat Hatt, denn ok de Wintertiet mit Ies un Snee harr männicheen Vergnögen praat. Ick rüüsch dann buckligen Barg hendal up mien olen Iesensläden. Dat wörr’n Geföhl, ick segg dat mal, as op’n willen Peerd büst reden.
Sie werden Weihnachten mit Freunden oder Verwandten, Kindern und Erwachsenen feiern? Das ist schön, und Sie freuen sicherlich darauf. Aber manchmal, so nach dem Essen und dem Kaffee, hat man das Wichtigste schon gesagt, es drohen Langeweile oder gar ein bisschen Zwist aufzukommen. Die alten Spiele sind reizlos geworden, und ein neues lag nicht unterm Tannenbaum. Wie wäre es da mit Dichten? Ja – Sie machen einzeln, paarweise oder alle zusammen Gedichte. Und zwar Haikus. Ein Haiku ist ein japanisches Kurzgedicht mit 17 Silben, verteilt auf 3 Zeilen. Die erste Zeile hat 5, die zweite 7 und die dritte wieder 5 Silben. Auch mit der deutschen Sprache kann man so dichten. Ich habe es mal versucht:
Roter Fensterstern jetzt wieder im Dezember öffnet mir das Herz.
Een Dag noch, dann is’t so wiet, dann is vörbi de lange Tiet. Dann is dat wohrhaftig wohr, dann is Hillig Avend dor. Hillig Avend, dat’s Tratschoon, kriggt he sien Kleed, de Dannenboom. De Kinner hölpt bi’n Utstaffeern, dat makt se vun Harten geern. Mudder dreiht noch mal een Runn, dörch dat Huus un hett wat funn’n. In de Stuuv dor geiht ehr Blick un ehr Hals ward täämlich dick. Mudder bölkt: Hier fählt doch wat !!! Vadder fragt: Wat is denn dat? Mudder in’n Kommandoton: Wo steiht denn hier de Dannenboom !!!! Vadder suust dann af geswind dat he noch’n Dannenboom find. Kummt tau’n Markt un hett noch Glück, dor steiht noch een, dat letzte Stück. De Macker seggt noch tau em lies: Den gifft dat hüüt tau’n halven Pries. De Boom kummt rin in’t Zimmer Vadder harr so’n blassen Schimmer. As he annern Morgen vör den Dannenboom steiht, de Anblick em sien Puust versleit. Sien Gesicht ward bannig lang, denn all de Twiegen sünd blitzblank. Un blangenbi de Wiehnachtskripp, steiht blots ’n Dannenboomgeripp. Mit n‘ Mal ward em de Pries ok kloor, dat wörr’n Boom vun letztet Johr.
Zunächst wussten wir gar nichts voneinander, doch irgendwann fanden wir zueinander. Weil wir spürten, wir sind bestimmt füreinander, waren wir auch richtig verliebt ineinander. Wir kuschelten ganz eng beieinander, und streichelten uns zärtlich nacheinander. Doch dann gerieten wir plötzlich aneinander und wegen dem ganzen Durcheinander waren wir fürchterlich sauer aufeinander. Wir beschimpften uns gegeneinander und das anfangs so zärtliche Miteinander brach dann plötzlich auseinander. In der Wohnung lag alles übereinander. Wir kümmerten uns noch kurz umeinander, und verließen das Haus dann hintereinander. Vor der Tür standen wir noch kurz nebeneinander, wir zeigten aber auch Respekt voreinander verständigten uns dann untereinander, vielleicht finden wir ja irgendwann wieder zueinander. So viel zu menschlichem Zwischeneinander.
Im Herbst der Baum vom Laube sich befreit, bald ragen kahl gen Himmel alle Äste. Die Blätter, wie immer nur ein Schmuck auf Zeit, man könnte sagen, waren seine Gäste. Dem Ende neigt sich zwischen Baum und Blatt die Bindung hin zum Leben. Weshalb sie jetzt, inzwischen welk und matt, einer anderen Bestimmung sich ergeben. Vom Baum herab entfernen sie sich leise, fast schwerelos zur Erde gleiten, um letztendlich auf diese Art und Weise neuem Leben den Boden zu bereiten. Für den Baum beginnt jetzt eine harte Zeit, gilt es, den Winter zu überbrücken. Um im Frühling sich erneut mit grünen Blättern dann zu schmücken.
Es ist nicht wichtig, ob man gut malen oder zeichnen kann. Wichtig ist nur der Spaß an der Sache.
Ja, Spaß haben wir, Janosch und ich. Wir haben es uns angewöhnt, neben vielen anderen Spielen einen Malwettbewerb zu veranstalten. Jedes Mal, wenn wir uns treffen. Und das ist nicht gerade selten.
Janosch malt für sein Leben gern. Viele Erlebnisse werden „auf Papier“ nachgearbeitet. Die Bilder kleben dann an Kacheln in der Küche und bei mir im Flur am Einbauschrank. Für alle gut sichtbar. Der Platz wird geringer. Wir müssen uns etwas einfallen lassen. Die Freude am Malen bleibt.
Auch jetzt wird Papier, werden Buntstifte auf dem Tisch verteilt. Es ist also wieder so weit. Das Thema oder „die Kategorie“ (wie Janosch sagt) wird ausgehandelt. Während er das Weltall bevorzugt oder die Unterwasserwelt, Dinos, Schiffe auf der Elbe, liegen diese Themen mir nicht so. Vor allem, weil wir die … na ja, hatten wir schon. So habe ich eine Chance, meinen Vorschlag einzubringen. Janosch ist immer begeistert. Kommentiert ihn mit „Gute Idee!“ Bin ich froh. Heute: Albrecht Dürers Eichhörnchen. Das sind Janoschs Lieblingstiere. Konnte ja nichts schiefgehen.
Könnt ihr euch noch an Oskar, den fleißigen Maulwurf, erinnern? Lange Zeit sah ich nichts mehr von ihm. Bis heute. Ich traute meinen Augen nicht, als ich ein winziges Häuflein auf dem Rasen entdeckte. Inzwischen gibt es einen etwas größeren Haufen daneben.
Oskar der Maulwurf Bild: Thorsten Werner (KI-generiert)
Habt ihr auch einen Maulwurf? Schreibt uns gerne einen Kommentar.
Dankeschön, das werden wir beim nächsten Mal so machen.