Beitrag: Philipp Sakuth
Autor: Jürgen Sakuth
Damals in Bergedorf
Eine Tafel erzählt
Beitrag: Jürgen Sakuth

Neben der St. Petri-und Pauli-Kirche hängt am jetzigen Küsterhaus mit dem runden Turm eine alte, ein wenig verwitterte, aber noch gut lesbare Tafel.
In diesem Hause, das damals nicht den runden Turm als Anbau hatte, wohnte einst mit seiner Frau Abel Christine der Organist Peter Hasse, Sonntag um Sonntag sitzt er an der Orgel, die sich einst die Bergedorfer im Jahre 1593 für gar nicht billiges Geld hatten aufnötigen lassen. Schon Paul Harders, sein Vorgänger, hatte das alte Positiv aus der Klosterkirche St. Johannes Hamburg nicht gut beurteilt: „dass sie in allen Stimmen falsch war und sonderlich von den Bälgen keinen beständigen Wind geben konnte und dass sie in den siebzehn Jahren nicht durchgestimmt und gebessert war, deretwegen die besten und stärksten Stimmen stille stünden und nicht mehr gebraucht werden könnten“.

Aber die 104 Hausbesitzer, 36 Budenbesitzer und 56 Mietsleute, die das alte Positiv voller Stolz gekauft hatten, waren froh, aus der berühmten Johanneskirche in der großen Stadt das Instrument zu besitzen.
Weiterlesen „Damals in Bergedorf“Mööschen-Bowle (Maibowle)
Beitrag: Jürgen Sakuth

Vun’e Mitt vun’n Oostermaand bit to’n Enn vun’n Maimaand kann een bi uns in’t Holt Mööschen oornen. En Dag vör dat Serveern frischen Möösch, de noch keen Blöten hett, plücken, an’e Steelennen tohoopknütten un över Nacht to’n Drögen ophangen. Mööschbläder entwickelt dat best Aroma wenn se welk sünd. Een kann dat ok torechtkriegen, wenn een den Möösch kort in dat lesschapp to’n Infreren packt.

Illustration: Elke Grotelüschen
Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Aussichten
Beitrag: Helmut Marquardt

Junior-Wurm sich durch den Apfel fraß,
denn ein Apfel, der tat köstlich schmecken.
Sein Vorteil war, dass er im Innern saß,
kein Vogel konnt‘ ihn so entdecken.
Doch weil auf Dauer er’s langweilig fand,
im Dunkeln stets zu kauen,
fraß Junior-Wurm sich durch die Apfelwand,
die weite Welt zu schauen.
Nun birgt ja diese weite Welt
so allerhand Gefahren,
und niemand hat dem Wurm erzählt,
wie er sich sollt’ davor bewahren.
Während er arglos aus dem Apfel schaute,
das Unheil sich über ihm zusammenbraute.
Es entdeckte eine Meise
den Wurm für sich als Speise.
Man glaubt, dies ist jetzt des Wurmes Ende,
es gibt für ihn auch kein Entrinnen,
da bahnt sich plötzlich an die Wende,
denn die Rettung selbst, sie kommt von Innen.
Junior-Wurm der hatte wirklich Glück,
die Meise zwar kräftig an ihm zerrte
sein Hinterteil war vom Fressen viel zu dick,
ihm so nach außen hin den Weg versperrte.
Termine Mai
Beitrag: Jürgen Sakuth
Tipps aus der Redaktion
| Wann | Thema | Wo |
Mo, 04.05 19 Uhr 30 | Filmvorführung : Die Ältern Deutscher Spielfilm von Sönke Wortmann | Sachsenwald-Forum Hamburger Straße 8 Reinbek Eintrittspreis 8 Euro Online-Vorverkauf: http://www.kultur-reinbek.de |
| Mi, 06.05. 19 Uhr | Vortrag: Bürgermeister informiert über Olympia-Konzept Peter Tschentscher vor Ort | KörberHaus Raum 213/214 |
| Sa, 23.05. 19 bis 21 Uhr 30 | Konzert: Bergedorfer Musiktage Mozart-Abend im Schloss | Bergedorfer Schloss Eintritt: 30 Euro |
| Do, 28.05. 19 bis 21 Uhr 30 | Gespräch: Länger gesund leben Was hilft wirklich? | KörberHaus Anmeldung ab 14. Mai |
Stand: 30. April
Damals in Bergedorf
Bergedorfer Briefmarken
Beitrag: Jürgen Sakuth

Es gab einmal eine „Beiderstädtische Schiffspost“. Allerdings nur kurze Zeit im Sommer 1865. „Flora“ hieß der Dampfer mit Schaufelrad. Mit Schaufelrad, damit die Dove Elbe, wenn er in ihr entlangschipperte, durch Wellengang nicht überlief.
Morgens ging es mit dem Kondukteur an Bord von Curslack nach Hamburg und abends zurück, immer nach der jeweiligen Tide sich richtend. Für die weitere Beförderung sorgten dann die Landpostboten. Seit 1846 gab es die „Bergedorfer Landpost“,deren Einrichtung wohl auf den aktiven Bergedorfer Stadtschreibergehilfen Johann Heinrich Reppenhagen zurückgeht. Vorher hatten Bierfahrer und Brotkutscher gelegentlich die Post mitgenommen.
Für die offizielle „Bergedorfer Amtspost“ war der Königliche Postverwalter Franz Wilhelm Ludwig Paalzour zuständig. Durch diese „Bergedorfer Amtspost“ wurde die Privatpost zwischen Bergedorf und Hamburg befördert.
Vom 1. November 1861 bis 31. Dezember 1867 hatte Bergedorf eigene Briefmarken. Es gab hellblaue und dunkelbaue 1/2 Schilling-, weiße 1 Schilling-, gelbe 1 1/2 Schiling-,blau auf rosafarbene 3 Schilling- und braune 4 Schillingmarken.
Sie unterschieden sich nicht nur in der Farbe, sondern auch in der Größe und hatten alle, eben als beiderstädtische Marken, als Motiv einen halben Lubischen Adler und ein halbes Hamburger Tor – je die Hälfte von den beiden Hansestädten. Darum standen, über die vier inneren Ecken verteilt, die Buchstaben eingraviert LH PA. Das hieß Lübeck-Hamburger Postamt.
Übertrieben
Beitrag: Helmut Marquardt

Es gibt Geschöpfe hier auf Erden,
die sind wirklich eine Plage.
Schwierig ist es, ihrer habhaft werden,
oft ist man nicht Herr der Lage.
Eins davon ist wohl bekannt,
Flinkbuddler auch genannt.
Beim Menschen ist er recht verhasst,
denn dieses schwarze Individuum,
hat es im Garten erst mal Fuß gefasst,
gräbt dann mit Chance die ganzen Beete um.
Auch Herr B. aus Wurmelingen
wußt ein Lied davon zu singen.
Als er morgens in den Garten schaute,
seinen Augen er kaum traute.
Denn im Rasen, welcher gestern noch schön eben,
acht schwarze Hügel taten sich erheben.
Sein Gesicht, das wurde kreidebleich,
doch einen Plan hatte er sogleich.
Ihm fiel ein der Rat vom Nachbarn Klopp
nimm vom alten Fisch den Kopp,
steck ihn in die Gänge rein
und alsbald wird er verschwunden sein.
Der Buddler jedoch sich nicht drum scherte
sondern seine Haufen noch vermehrte.
Schwager Willi war mit Rat zur Stell,
füll saure Milch in seine Gänge.
Du wirst sehen blitzeschnell,
flieht er aus seiner dunklen Enge.
Man ahnt, der Buddler hat sich nicht verzogen,
die schwarze Erde hat’s ihm angetan,
er schlug sogar noch einen Bogen
und kam dann bei den Rosen an.
Herrn B.’s Geduld war jetzt am Ende,
er schnaubt, das mach ich nicht mehr mit.
Er denkt, dies Mittel bringt bestimmt die Wende.
Das Zauberwort heißt Dynamit.
Es dauert dann auch gar nicht lange
und er versenkt das Zeug im Buddlergange.
In Schapptüüch
Beitrag: Jürgen Sakuth

Fiete Matzen dröppt sien’n olen Fründ Hannes Mallmöhl op’n Markt vun Niestadt in Holsteen.
Hannes is in sien best Schapptüüch un hett ’n Rükelbusch in’e Hannen.
„Wo wullt du denn in dien Verkleden op af?“ fraagt Fiete nielig. „Dat is doch noch keen Karnevalstiet!“
„Ik tööv op’n Taxi. Ik will na Olenkremp fohren un Wilma Bruhse
fragen, wat se mien Frau warrn will!“
„Wat wullt du, Hannes? Du wisst Wilma frieg’n?
Du büst jo wull mall in’n Kopp.
Weetst du nich, wat se al wat mit all de Keerls ut Kremp hatt hett?
Dor laat blots de Finger vun. Gah man lever mit mi ’n poor Kööm un Beer drinken. Denn geiht di dat morgen villicht nich so goot, man de annern Daag aver veel beter!“
Na, Hannes lött sik flink wat vörsnacken, un se gaht tosamen to Kroog. Na veer Weken draapt sik de Twee tofällig weller. Düttmal hett aver Fiete Matzen sien’n Sünndagsantog an un ’n Blomenstruusch in de Hannen.
„Wat hett dat denn nu op sik? Du mit Blomen un in best Schapptüüch?“ fraagt Hannes.
„Dat bedüüdt, wat ik nu mit de Taxe na Kremp for un Wilma heiraden will. Ik bün bit Amt Niestadt Land west un heff mi klook maakt. So veel Mannslüüd gifft dat gor nich in Olenkremp!“
Illustration: Elke Grotelüschen
Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Termine April
Beitrag: Jürgen Sakuth
Tipps aus der Redaktion
| Wann | Thema | Wo |
| Fr, 10. April 19 Uhr 30 | Swingkonzert: S‘Wonderful – Celebrating George Gershwin | Bergedorfer Schloss Eintritt 16 Euro Karten im Vorverkauf am Schloss, online oder an der Abendkasse |
| Mo, 13. April 19 Uhr 30 | Filmvorführung : Ein Kuchen für den Präsidenten Spielfilm aus dem Irak | Sachsenwald-Forum Hamburger Straße 8 Reinbek Eintrittspreis 8 Euro Online-Vorverkauf: http://www.kultur-reinbek.de |
| Di, 14. April 19 Uhr | Diskussion: Zu alt oder unersetzlich? Berufstätige Frauen 50+ | KörberHaus Anmeldung ab 31. März |
| Di, 28. April 19 Uhr | Gespräch: Alt genug, um jung zu bleiben mit Dieter Bednarz | KörberHaus Anmeldung ab 14.April |
| Mi, 29. April 19 Uhr | Gespräch: Die Vertrauensfrage: Wenn Politik die Menschen verliert | KörberHaus |
Stand: 29. März
Bettler im öffentlichen Nahverkehr
Beitrag: Jürgen Sakuth

Wir hatten den ganzen Tag auf unsere kleinen Enkelinnen aufgepasst. Das war schön, aber auch sehr anstrengend. Am Abend wollten wir nur nach Hause, um uns auszuruhen.
Auf dem Bahnsteig Stadthausbrücke waren wir fast allein, als wir von einem aus unserer Sicht jungen Bettler (25 bis 30 Jahre) angesprochen wurden. Er bräuchte dringend Geld, weil er in einer Notlage ist. Er war sehr schmutzig und stank.
Meine Frau sagte ihm, dass wir ihm nichts geben. Daraufhin wurde er aggressiv: Wir sollten ihm das laut und deutlich ins Gesicht sagen und nicht so leise und verschämt. Sowas erlebt er immer wieder und „das gehe ihm auf den Senkel“. Er sprach weiter auf uns ein.
Wir fühlten uns stark belästigt und wussten nicht, wie wir mit der Situation umgehen sollten.
Ich bin über 40 Jahre täglich meist mit der Linie S3 aus dem Süden Hamburgs zur Arbeit gefahren, die als problematische Strecke gilt und habe während dieser Zeit nie Bettler erlebt außer zweifelhaften Musikdarbietungen mit anschließenden Geldwünschen.
Nach meinem persönlichen Empfinden nimmt die Zahl der Bettler im Moment stark zu. Ich gebe nichts, damit es nicht noch mehr werden, und ich glaube auch, dass man diesen Menschen mit ihren Drogenproblemen mittel- und langfristig durch monetäre Zuwendungen nicht hilft.
Mich würde interessieren, ob unsere Leser solche Situationen auch schon erlebt haben. Vielleicht haben Sie Tipps, wie man damit umgeht.
Wie schön! Vieles davon erkenne ich wieder.