Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Bi’n Dokter

Beitrag: Jürgen Sakuth

Photo by Vitaly Gariev on Pexels.com

Buer Odje Hansen ut Marxdörp geiht na de olen Landarzt Petersen ut
Groot Slamien, un de seggt: „Kiek an, Odje Hansen! Wi hebbt uns jo
al ’n lütt Ewigkeit nich mehr sehn. Wat is denn los, knippt dat enerwegens?“
Hansen kiekt den Dokter so’n beten swiensplietsch an un meent denn:
„Na, so lang is dat jo ok nich her, wat ik hier in’n Töövruum seten heff!“
Nu, wenn Dr. Petersen ok nich mehr to de ganz Jungen höör, man sein
Landpraxis weer hoochmodern utstaffeert un op’n niegsten Stand. He
tipp blots en poormal op de Tasten vun sien lesern Bregen, un denn
see he: „Söven Johr, fief Maande un twee Weken is dat her, wat se bi mi
weern!“
„Dunnerslag!“, see Odje Hansen dor, „weet se dat allens ut den verdrei-
ten Kassen dor? Dat is jo nich to glöven, wat dat vundaag allens gifft!“
Un denn fraagt de Dokter:
„Na los, Hansen, nu man rut mit de Spraak! Wat is los, woneem deit
dat weh, wat hebbt se op’n Harten, wat wüllt se weten or wat kann ik
för se doon?“
Na, eerst druckst Odje Hansen jo noch so’n lütt beten rüm. Man denn
kümmt he dormit rut:„Herr Dokter, ik wull egens blots weten,
wo oolt kann ik wull noch warrn?“
De Dokter kiekt em in’e Ogen, un denn fraagt he:„Smöökt se egens,
Hansen?“
„Nee, miendaag nich!“
„Un wo is dat mit Kööm un Beer? Nu mal ehrlich, suupt se mal so’n
Lütten un af un an villicht ok mal een mehr?“
„Nee, dat kann een nu ganz un gor nich segg’n, Herr Dokter.
Bi Familienfiern mal ’n Glas Rootwien, man sünst afsluuts gor nix, nich
een Drüppen!“
„Un wo is dat mit Sex?“
„Nee, hal’n  se mi blots op mit den Kraam. Dör bin ik mit dörch, dat is
al lang vörbi!“
Dor kann de ole Landarzt Petersen nu nich mehr an sik holen un platz
dormit rut:
„Verdammi noch mal to, Hansen, worüm to’n Düvel, wüllt se denn
egens oolt warr’n?“

Quelle: Heinrich Evers „Fleitjepiepen, Utbüxen hölpt nix!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)

Geschichten und Gedichte, Plattdeutsche Texte

Droom

Beitrag: Helmut Marquardt

Photo by Kevin Malik on Pexels.com




Mi dröömt eens vun een Land,
jichtenswo up düsse Welt.
Wo Krieg kummt nich tostann
un de Minsch as Minsch noch tellt.
Wo de Haat keen Bodden finnt
un de Gier sik sülvst wegneiht.
Wo all dat Leed up’n Stutz verswinnt
un de Freeheit to all Minschen geiht.
Wo man nich een Nieder finnt
un de Minschen strieden för n’rechte Saak.
Wo de Grips sik mit Vernunft verbinnt
un de Minschen finnen dat rechte Maat.
Wo sik Woot mit Hisseree nich poort
un Twiefel, de is nich bekannt.
Hier wöör ik geern an düssen Oort,
hier wöör ik geern in düssen Land.
Aver een Land mit so een Leven,
warrt dat hier up Ier nich geven.
Denn düsse Tostänn, dat is wiss,
geev dat domals blots, in’n Paradies.

Aus der Region, Veranstaltungen

Termine Oktober

Beitrag: Jürgen Sakuth

Tipps aus der Redaktion

WannThemaWo

So, 04.10.
17 Uhr


Konzert:

A Mekhaye

Klezmertänze und Jiddische Lieder
SerrahnEins

Mo, 05.10
19 Uhr 30








Programmkino :

So klingt das Leben

Spanische Tragikkomödie
Sachsenwald-Forum

Hamburger Straße 8
Reinbek
Eintrittspreis 8 Euro
Online-Vorverkauf:
http://www.kultur-reinbek.de
Sa, 10.10.
19 Uhr 30

Konzert:

Heaven Can Wait Chor

Lichtwark Theater

Eintritt 30 Euro


So, 11.10.
19 bis 21 Uhr
Konzert:

Guitarras A Dos
Bergedorfer Schloss

Eintritt 15 Euro
Mi, 14.10.
19 Uhr 30 Uhr
Theater:

Last Call – Letzte Runde

Bernstein und Karajan nehmen einen Drink
Lichtwark Theater

Eintritt 25 – 45 Euro
9 Uhr

Stand: 5. September

Aus der Region

Steckerlfischfiasko oder Chérie, ich komme

Beitrag: Jürgen Sakuth

Photo by cottonbro studio on Pexels.com

Popcorn stand schon auf den Tischen. Dazu ein leckerer Sommersalat. Am Montagabend war es wieder so weit. Filmauswahl für das kommende Quartal.

Wir sind Ehrenamtliche vom Filmring-Reinbek. Vorher hatte jeder Filmring-Teamer je drei Vorschläge eingereicht. Dazu kamen die Zuschauerwünsche. 38 Filme für drei Filmabende standen zur Auswahl.

Der gemeinsame Abend begann aber mit einem überraschenden Anruf vom Augustinum Aumühle. „Wo bleibt ihr denn? Wir hatten doch vereinbart, dass ihr bei uns Maria Callas zeigt.“ Zu diesem Termin gab es bei uns eine abweichende Erinnerung. Trotzdem fuhr ein Filmring-Teammitglied sofort nach Aumühle, um den Film dort vorzuführen.

Weiter zur Filmauswahl für das Sachsenwald-Forum. Zunächst wurden die Filme aussortiert, die nicht unseren Kriterien entsprechen: Gesamtlänge höchstens zwei Stunden, FSK-Altersbegrenzung nicht höher als 12 Jahre und zum Zeitpunkt unserer Vorführung noch kein DVD-Verkauf bzw. Streaming. Jetzt blieben noch 30 Film übrig, deren Trailer wir uns gemeinsam ansehen wollten. In diesem Quartal waren viele Filme so gut, dass uns die Auswahl sehr schwer fiel. Wir sind im Moment 16 Mitglieder im Filmring. Natürlich treffen hier unterschiedliche Meinungen aufeinander, aber eine einvernehmliche Einigung gab es bisher immer. Ich erinnere mich an folgende Aussagen an diesem Abend:
„Charly Hübner geht immer“
„Adams Acht spielt in unserer Region in Ratzeburg, der Film ist eigentlich gesetzt“
„Jede gute Komödie enthält auch einen Schuss Tragik.“
„Die Eberhofer-Krimis sind eine Klasse für sich.“
„Nicht schon wieder eine romantische Komödie mit schönen Bildern aus Italien.“

Weiterlesen „Steckerlfischfiasko oder Chérie, ich komme“ →
Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Rechtschrieven

Beitrag: Jürgen Sakuth

As ik in’e Mitt vun de föfftiger Johren op de Middelschool vun Niestadt in Holsteen to School güng, wörr uns anbaden, friewillig Kortschrift to lehren.

Nu wull ik jo keen Stenotypist warrn, man ik heff domals al dacht, veel weten un doon künnen, dat kann seker nich schaden.

Ünnerrichten dee uns en Schoolmeester Nissen, de vörher in Merkendörp in’e Dörpsschool sien Deenst maakt harr. Vun de Kortschrift heff ik schier gor nix behol’n. Vergeten heff ik aver nich en Geschicht vun sien Dörpsschool, de Herr Nissen uns vertellt hett:

De lütte Hannes weer blots mit de plattdüütsche Spraak opwussen. Hoochdüütsch harr he eerst, as ok vele anner Kinner ut dat Dörp, in’e School lehrt. Dorum stünn he mit de hoochdüütsche Grammatik jümmers noch so’n beten op Kriegsfoot. To’n Bispill schreev he jümmers „Ich habe geschreibt“ staats „Ich habe geschrieben“.

Herr Nissen harr em dat nu al so faken Mal to verkloren versöcht, man Hannes wull un wull dat nich begriepen. Nu weer bi den Schoolmeester dat Maat bilütten vull, un Hannes müss nasitten. He sull to Straaf hunnert Mal opschrieven: „Ich habe geschrieben“.

Meist twee Stünnen weern vergahn, as den Lehrer infull, dat de lütt Hannes jo noch in de Schoolklass nasitten dee. Flink leep he in den Klassenruum, man wokeen nich dor weer, dat weer Hannes.

Aver op dat Pult leeg en Zeddel. Dor harr Hannes ropschreven: „Ich habe hundertmal ‚Ich habe geschrieben‘ geschreibt, un denn bün ik tohuus gahn!“

Quelle: Heinrich Evers „Fleitjepiepen, Utbüxen hölpt nix!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Geschichten und Gedichte, Humorvolles

Nicht gesund

Beitrag: Helmut Marquardt

Photo by Lakhinandan Borah on Pexels.com

Der Mensch verspürt in seinem Gesicht,
links unten einen Schmerz, der sticht.
Da ist etwas, was nicht gesund,
deshalb geht er der Sache auf den Grund.
Und nach der vorläufigen Prognose,
stellt er dann folgende Diagnose:
Der ihm den Schmerz hier angetan,
das ist sein linker Backenzahn.
Auch für die Backe selbst jetzt gilt,
sie kennt nur einen Weg, sie schwillt.
Damit diese fiesen Beschwerden,
jetzt nicht noch schlimmer werden,
geht er zum Dentisten um die Ecke,
der das Übel möge bringen zur Strecke.
Der untersucht den Fall etwas genauer
(sein Finger riecht ein wenig sauer)
Die Spritze ja, die müsst schon sein,
sonst wird sie doch zu groß, die Pein.
Dann er das Übel an der Wurzel packt
und zieht den Zahn, der nicht intakt.
Zu Hause dann nach ein zwei Stunden,
die Betäubung sie ist längst verschwunden,
ist die Backe immer noch geschwollen
und die Schmerzen auch nicht enden wollen.
Ein Blick in den Spiegel bringt ihm Klarheit
und was er sieht, ist bittre Wahrheit.
Da hat doch dieser der Dr. dent.,
den er hier nicht beim Namen nennt
und das ist wirklich ungelogen,
ihm den falschen Zahn gezogen.

Aus der Region, Damals war's

Damals in Bergedorf

Bergedorfer Bier

Beitrag: Jürgen Sakuth

Es ist kaum vorzustellen, aber es war so. Im Mittelalter gab es in Hamburg 527 selbständige Brauhäuser. Auch die Domherren hatten Lizenz, Bier zu brauen. So kam denn auf jeden Einwohner in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts ein jährlicher Verbrauch von 2000 – 3000 Liter Bier. Es war Volksgetränk.

Mit zwei Tonnen Bier neben einem fetten Ochsen und einem Ohm Wein begrüßten denn auch die Bürgermeister Dietrich Hohusen, Gert von Holte und Johann Hülpe Herrn Johannes Bugenhagen, der am achten Oktober 1528 in Hamburg eingetroffen war und durch seine „Kirchenordnung“ zum Reformator in der Hansestadt wurde. Der Spruch sagt alles: „Lübeck ein Kaufhaus, Köln ein Weinhaus, Lüneburg ein Salzhaus, Hamburg ein Brauhaus der Hanse.“ Und Hamburg exportierte sein Bier in die damalige weite Welt – nach Ost- und Westfriesland, nach Holland und Flandern, nach Jütland und Island.

In den Vierlanden aber wuchsen einst Hopfenpflanzen, die zuletzt als „Gartenflüchtlinge“ an Hecken und Telegraphenpfählen üppig wucherten. Arme Leute und Kinder rupften den Hopfen und verkauften ihn an die Bergedorfer Brauerei-Aktion von 1873. Heute gibt es sie nicht mehr. Auf dem sogenannten Hundebaum erinnern am Ende der Chrysanderstraße heute nur die Brauereiteiche und Kellergewölbe an ihre einstige Existenz. Wenn im Winter die Teiche zufrieren, tummeln sich heute die Schlittschuhläufer auf dem Eis. Nach der Fusion mit der Vereinsbrauerei übernahm im Jahre 1914 die Holstenbrauerei Hamburg-Altona das „Bergedorfer Beer“. Allerdings mit einer Klausel. Es durfte nur exportiert werden. Man muss schon nach Afrika reisen, will man „Bergedorfer Beer“ trinken.



Doch einmal kamen einige der Flaschen nach Bergedort. Als der historische Gasthof Stadt Hamburg“ in neuer Form eingeweiht wurde -, in den festlichen Tagen am 30 und 31. Mai 1959, – konnten sich die Bergedorfer mit Bergedorfer Bier aus der Holsten-Brauerei zuprosten.


Quelle: Hudemann / Daur: Bergedorf Vier- und Marschlande, Christians Verlag 1974

Aus der Region, Freizeit & Reise

Hummel Hummel – Eine Stadtsafari

Beitrag: Jürgen Sakuth

Eingang Afrika Haus

Der Sommer geht langsam zu Ende. Den folgenden Ausflug mit Kindern kann man aber auch noch im Herbst machen.

Die Stadtsafaris für Kinder wurden vom Hamburger Literaturhaus entwickelt (https://www.literaturhaus-hamburg.de).

Wir hatten uns für die Tour durch die Hamburger Innenstadt entschieden. Bei einem Spaziergang ohne Stadtführer geht es darum, kleine geheime, versteckte Orte zu entdecken, um Rätsel zu lösen. Sinn ist es auch, ganz nebenbei etwas über die Hamburger Geschichte zu lernen. Man muss zum Beispiel das etwas abgelegene Denkmal für den berühmten Hamburger Wasserträger Hans Hummel finden.
Die Kinder können, wenn sie am Ende der Tour das Lösungswort erraten, Bücher gewinnen.

Weiterlesen „Hummel Hummel – Eine Stadtsafari“ →
Aus der Region, Veranstaltungen

Termine September

Beitrag: Jürgen Sakuth

Tipps aus der Redaktion

WannThemaWo

Fr, 04.09.
18 Uhr 30 bis 22 Uhr


Tanzen:
Faltenrock
Körber-Saal

Mo, 07.09
19 Uhr 30








Filmvorführung :
Der verlorene Mann

Deutscher Spielfilm mit Dagmar Manzel, Harald Krassnitzer und August Zirner
Sachsenwald-Forum

Hamburger Straße 8
Reinbek
Eintrittspreis 8 Euro
Online-Vorverkauf:
http://www.kultur-reinbek.de
Di, 08.09.
19 Uhr

Vortrag und Gespräch:

Geschichte als radikale Hoffnung

Lichtwark Theater

Anmeldung erforderlich


Sa, 12.09.
19 Uhr
Musik und Literatur:

Eine brasilianische Reise in Wort und Schrift

SerrrahnEins

Serrahn 1



Fr, 18.09.
16 Uhr
Konzert:
Das Treppenhausorchester
KörberHaus

Anmeldung ab 04.09
9 Uhr
So, 20.09.
19 bis 21 Uhr

Konzert:
Celloduo Amaya Farias und Fabian Sturm
Bergedorfer Schloss

Eintrittspreis 15 Euro
Di, 22.09.
19 Uhr
Vortrag Olaf Scholz:

Machtverschiebung:
Europas neue Rolle
KörberHaus

Anmeldung erforderlich
Sa, 26.09.
19 Uhr 30
Konzert:
Stefan Gwildis
Lichtwark Theater

Eintrittspreis ab 38 Euro

Stand: 23. August

Geschichten und Gedichte, Humorvolles

Mittelpunkt

Beitrag: Helmut Marquardt

Photo by Markus Winkler on Pexels.com

In unserm Garten steht ein Apfelbaum,
die Äste knorrig und uralt.
Darunter träumt ich schon so manchen Traum,
über mir seine mächtige Gestalt.
Er ist d e r Mittelpunkt im Garten,
und dies scheint er auch zu wissen.
Kann er es doch kaum erwarten,
dass im Frühjahr seine Knospen sprießen.
Diese Blütenpracht, die er dann entfaltet,
ist ein wahrer Augenschmaus.
Wenn er den Garten so auf seine Art gestaltet,
spendet Mutter Natur ihm noch Applaus.
Selbst die Bienen, die ihn jetzt besuchen,
sie haben alle Flügel voll zu tun,
hört man laut vor Freude juchen,
können sie doch kaum ausruh’n.
Seine Krone, belaubt bis an die Ränder,
und dies nur in der Sommerzeit,
ist für mich der ideale Schattenspender,
der angenehmste weit und breit.
Wenn der Sommer dann zum End sich neigt,
die letzten Vögel noch gen Süden zieh’n,
der Apfelbaum jetzt seine Früchte zeigt,
welche dann rot in der Abendsonne glüh’n.
Alle Äste, sie stark sich neigen,
unter der süßen, schweren Last.
Es ist, als wollten sie jetzt zeigen,
dass man die Ernte nicht verpasst.
Danach wird’s einsam hier im Apfelbaum,
Früchte und Blätter haben ihn verlassen,
denn ganz allmählich, man spürt es kaum,
hat die Natur den Herbst jetzt eingelassen.
Dieser zeigt nun auch seine rauhen Seiten,
hat starke Stürme im Gepäck,
lautes Tosen sie begleiten,
fegen über’s Land hinweg.
Auch der Apfelbaum bekommt’s zu spüren,
der Sturm an seiner Krone rüttelt,
seine Äste fast den Grund berühren,
so wird er hin- und hergeschüttelt.
Letztlich das Schicksal ihn ereilt,
ein Blitz fährt aus den Wolken nieder,
der den Baum der Länge nach zweiteilt,
seine volle Pracht, ich seh sie nimmer wieder.

In unserm Garten stand ein Apfelbaum.