Geschichten und Gedichte, Humorvolles

Mittelpunkt

Beitrag: Helmut Marquardt

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In unserm Garten steht ein Apfelbaum,
die Äste knorrig und uralt.
Darunter träumt ich schon so manchen Traum,
über mir seine mächtige Gestalt.
Er ist d e r Mittelpunkt im Garten,
und dies scheint er auch zu wissen.
Kann er es doch kaum erwarten,
dass im Frühjahr seine Knospen sprießen.
Diese Blütenpracht, die er dann entfaltet,
ist ein wahrer Augenschmaus.
Wenn er den Garten so auf seine Art gestaltet,
spendet Mutter Natur ihm noch Applaus.
Selbst die Bienen, die ihn jetzt besuchen,
sie haben alle Flügel voll zu tun,
hört man laut vor Freude juchen,
können sie doch kaum ausruh’n.
Seine Krone, belaubt bis an die Ränder,
und dies nur in der Sommerzeit,
ist für mich der ideale Schattenspender,
der angenehmste weit und breit.
Wenn der Sommer dann zum End sich neigt,
die letzten Vögel noch gen Süden zieh’n,
der Apfelbaum jetzt seine Früchte zeigt,
welche dann rot in der Abendsonne glüh’n.
Alle Äste, sie stark sich neigen,
unter der süßen, schweren Last.
Es ist, als wollten sie jetzt zeigen,
dass man die Ernte nicht verpasst.
Danach wird’s einsam hier im Apfelbaum,
Früchte und Blätter haben ihn verlassen,
denn ganz allmählich, man spürt es kaum,
hat die Natur den Herbst jetzt eingelassen.
Dieser zeigt nun auch seine rauhen Seiten,
hat starke Stürme im Gepäck,
lautes Tosen sie begleiten,
fegen über’s Land hinweg.
Auch der Apfelbaum bekommt’s zu spüren,
der Sturm an seiner Krone rüttelt,
seine Äste fast den Grund berühren,
so wird er hin- und hergeschüttelt.
Letztlich das Schicksal ihn ereilt,
ein Blitz fährt aus den Wolken nieder,
der den Baum der Länge nach zweiteilt,
seine volle Pracht, ich seh sie nimmer wieder.

In unserm Garten stand ein Apfelbaum.

Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Tante Meier

Beitrag: Jürgen Sakuth

Wenn ik bi mien Plattdüütschen Lesen den Riemel vun „Tante Meier“ vördreeg,  warr ik faken fraagt: „Wo kümmt denn blots de Naam her?“ Nu, dat gifft nich blots en Verkloren, man seker is, bi „Tante Meier“ hannelt sik dat nich üm en Verwandschops-Beteken innerhallo vun’e Familie.
In’t Hamborger Avendblatt hett de Schrieversmann, Peter Schmachthagen, in sien Spraakkolumne dorto schreven:
„De Oort, den de franzööschen Besettsuldaten in’t Johr 1812 dringend opsöken deen, wenn se mal ut’e Büx müssen, schreev sik op franzöösch „tente majeure“, wat op hoochdüütsch Hauptzelt heet.
De trüchlaten plattdüütsch Deern verstünn aver „Tantmajor“ un verballhoorn dat plötzliche Verswinnen vun ehrn Kavaleer op de Latrien to „Tante Meier“. Siet de Tiet weet een in Plattdüütschland, wat mit den Gang na „Tante Meier“ meent is.“ Soveel to’t Verkloren vun Peter Schmachthagen.

Man ik glööv, wat dat ok doran liggen kunn, dat de utwussen Minschen nich mit ehr Kinner vun’t „Schiethuus“ snacken wullen. Dat weer ehr to scheneerlich un mit „Tante Meier“ harrn se en Begreep funnen, de een jümmers un överall utsnacken müch. So hett man jo domals ok seggt, wenn een mal buten in’e Natur sien Geschäft verrichten müss:„IK gah to Modder Gröön!“

In ole Tieden weer dat Henkamen na „Tante Meier“ jo lang nich so bequem as hüüttodaags. Tomeist leeg dat „Plumsklo“ op’n Hoff orin ’n Goorn un denn mit ’n Emmer or ’n Groov ünner den Sitz, ahn Waterspölen un ahn Warmsmaker, sall heten: winterdaags weer dat dor bannig koolt. De nafolgen Rieme beschrift „Tante Meier“ gens heel goot:

Wat seeg uns Niestadt fröher ut,
du kunnst ni rin, du kunnst ni rut:
In jede Eck weern se an’t Wöhl’n,
wi sulln je nu mit Water spöl’n.
In’t Niestädter Daagblatt weer to lesen,
dat sall wat heel „Modernes“ wesen.
Ok stünn dat groot in jede Zeitung:
„In Niestadt kriegts ’ne Waterleitung.“
Dormit dat Buddeln sik ok lohn,
gifft foorts ok noch Kanalisatschoon.

„So’n Schiet“, knurr dor de Arthur Dreyer:
„Dat is dat Enn vun Tante Meier!“
Harrst fröher du so’n Dranggeföhl
un marks, dat dor wat knurr un wöhl,
denn schööt di dat gau dörch den Sinn:
„Du muttst na Tante Meier hin!“

Na buten rut du denn gau suust,
glieks üm’e Eck stünn dat lütt Huus,
mit Hart un Klink un Wabel vör
un güngst du rin, denn quietsch de Döör.

Un wat bequeem de hölten Kassen,
even krumm de Knee, denn wörr dat passen,
harrst Tiet för’n gode halve Stunn
un keekst kommodig in’e Runn.

In lütte Stücken an en Band
hüng hier dat Keesblatt an de Wand.
Niestädter Daagblatt goot verwehrt
araad passend für dien Achtersteert.

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Aus der Region, Freizeit & Reise

Hafenrundfahrt mit der Meta

Beitrag: Jürgen Sakuth

Landungsbrücken mit Michel

Die Meta, Baujahr 1908, ist eine der ältesten Hafenbarkassen. Sie gehört zur „Stiftung Maritim“ der Stadt Hamburg. Wir haben mit der Meta eine Fahrt durch den Hamburger Hafen gemacht.

Containerschiff quer in der Elbe, Terminal im Gegenlicht, Barkasse Meta

Die Meta kann man nicht zu Festpreisen chartern. Bei der Mitfahrt werden von den Teilnehmern stattdessen großzügiges Spenden erwartet.

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Geschichten und Gedichte, Humorvolles

Orchesterprobe

Beitrag: Helmut Marquardt

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Den musikalischen Reigen
eröffnen heute die Geigen.
Doch wehe, wenn eine falsch klingt,
der Ton bis zum Dirigenten gar dringt,
lässt das dessen Blutdruck ansteigen.

Der Besitzer vom Cello
hat einen Hund namens Bello.
Wenn der lässt sich kraulen,
dann beginnt er zu jaulen,
natürlich nur a cabello

Es klingt die Trompete,
wie wenn ein Hahn krähte.
Das kann ich viel besser,
rief der Trompeter kesser
und die Trompete umdrehte.

Wo bleibt denn nur die Klarinette,
sie doch schon längst ihren Einsatz hätte.
Ein wildes Gerücht die Runde macht,
dass der Klarinettist nach durchzechter Nacht,
liegt noch immer betrunken im fremden Bette.

Frau B. An der Harfe,
das war n’ ganz Scharfe.
Wann immer sie spielte,
der Hornist nach ihr schielte
leider entsprach der nicht ihrem Bedarfe.

Ein falscher Ton der Querflöte
trieb dem Flötisten ins Gesicht tiefdunkle Röte.
So sehr er sich auch plagte,
die Flöte das Spiel ihm versagte,
mit der Luft bekam er dann ganz arge Nöte.

Karl strich wie kein anderer die Violine
und er verzog selbst dann keine Miene,
nachdem eine Saite zersprang,
die um sein Ohr sich gar schlang,
das hatte dann die Struktur einer Rosine.

Als Perfektionist an der Gitarre,
rauchte er gern mal eine Zigarre.
Außer seinem blauen Dunst,
hatte er ein Faible für Kunst,
allerdings nur für bizarre.

Sein Name war Hauke
und er paukte die Pauke.
Als er sich mal verpaukte,
die Pauke zum Pauken
danach nix mehr taugte.

Auch der Dirigent an dieser Stelle,
bekommt sein Fett weg hier auf die Schnelle.
Als er nach dem Walzer dann, dem Wiener,
machte einen ganz falschen Diener,
rief das hervor eine große Empörungswelle.

Zuletzt will ich hoffen,
denn diese Frage blieb offen,
ob denn die Musikanten,
die sich alle gut kannten,
den richtigen Ton haben getroffen.

Aus der Region, Damals war's

Damals in Bergedorf

Allerlei Gäste in Bergedorf

Beitrag: Jürgen Sakuth

Das Städtchen Bergedort liegt an der Heerstraße von Hamburg nach Lauenburg und am Wege über „ die hölzerne Klinke“ zum Zollenspieker, und ausgerechnet dazu noch an der Bille als der umstrittenen Grenze. So gab es um das Geleit fürstlicher Reisender durch das Hoheitsgebiet gelegentlich Streit, manchmal für den beiderstädtischen Amtsverwalter auch Ärger mit dem Rat in Hamburg oder Lübeck. Viele Kosten hat solches Zeremoniell aus Höflichkeit und Schutz für den Reisenden mit oft großer Bewirtung für ihn und sein Gefolge gemacht. Salut musste bei Ankunft und Abreise geschossen werden. Der Amtsschreiber Schuhmacher hat im Jahre 1736 eine Übersicht aufgestellt: „Regierende Fürsten oder deren Witwen werden mit 20 Kanonen beneventiert, minder Vornehme mit zwölf oder gar nur sieben.“

Kurfürsten aus Sachsen und Herzöge aus Braunschweig-Lüneburg, die Landgräfin Regentin zu Hessen, Könige aus Dänemark und Hannover, reisten durch Bergedorf oder blieben hier kurz zu Gast. Der große Kurfürst übernachtete zweimal 1682 auf dem Schloss. Im Jahre 1838 war der König Ernst August von Hannover in Bergedorf und im „Gasthof Stadt Lübeck“, der heute nicht mehr existiert, abgestiegen. Im gegenüberliegenden Schlossgarten promenierend trat er auf den kleinen Stadtsoldaten Garow in seiner altmodischen Uniform. Der König soll sich leutselig erkundigt haben, zu welchem Militär er denn gehöre, und der Kleine Garlow darauf verschmitzt geantwortet haben: „Zum stärksten Militär der Welt, Majestät. Denn in der Bibel steht: Niemand kann zwei Herren dienen. Wir aber dienen dreien, nämlich Hamburg, Lübeck und Bergedorf.“ Zehn Jahre später, also im Jahre 1848, und zwar vom 23. zum 24. März, war der Prinz Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I., inkognito in Bergedorf.


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Aus der Region, Freizeit & Reise

Rosinenstuten mit Mettwurst

Beitrag: Jürgen Sakuth

Neuwerk

Jeder Hamburger sollte einmal auf Neuwerk gewesen sein. Wir waren in diesem Jahr auf der Insel, die bekanntlich ein Teil von Hamburg ist, aber vor Cuxhaven liegt.

Los ging es um 9 Uhr 30 mit der Pferdekutsche von Sahlenburg.

Diese Fahrt durchs Watt kann ich sehr empfehlen. Zwischendurch geht es immer wieder durch Priele mit unterschiedlichen Wassertiefen. Unsere Kutscherin machte uns auch auf die großen Muschelbänke der pazifischen Austern aufmerksam. Vor etwa 30 Jahren galt es als Sensation, als die erste Muschel dieser Art hier entdeckt wurde. Inzwischen breitet sie sich immer weiter aus, weil sie keine natürlichen Feinde hat und auch der Mensch aus Naturschutzgründen nicht eingreifen darf.

Direkt vorbei kamen wir auch an großen metallischen Körben mit Leitern. Dabei handelt es sich um sogenannte Rettungsbaken. Diese Körbe bieten Schutz vor der auflaufenden Flut und Blitzschlag.

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Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Na’n Buck

Beitrag: Jürgen Sakuth

Dokter Petersen süht, wo de ole Fru Grootkopp mit de Zeeg an’n Tüder
ielig lingelang de Dörpstraat geiht. He hett ehr al poor Maande nich
mehr seh’n, un so geiht he fründlich op ehr to un wünscht ’n goden
Dag.
„Na, Fru Grootkopp, wo geiht uns dat denn? Wo wüllt Se denn mit de
Zeeg op dal?“
„De sall na’n Buck, Herr Dokter. Dat warrt nu hooch Tiet. Dat harrn wi
egens al verleden Johr maken wullt!“
„Beste Fru, kann dat nich lever Ehr Mann maken?“
Fru Grootkopp kunn’t kuum glöven, wat se höört harr, snapp blots noch
na Luft un meen:
„Mit Verloof, Herr Dokter, Se sünd ’n ollet Swien!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen


Geschichten und Gedichte, Humorvolles

Alles unter Dach und Fach

Beitrag: Helmut Marquardt

Photo by Vitaly Gariev on Pexels.com

Der Mensch muss sich in seinem Leben
hin und wieder auf ein Amt begeben.
So auch Hein Pott, seines Zeichens Landwirt,
der endlich wissen will, was mit seinem Land wird.
Denn der Architekt ruft täglich an,
wann er mit dem Bau beginnen kann.
Ein Herz deshalb sich fasst er
und begibt sich auf’s Amt, wo das Kataster.
Dort gleich in den ersten Stock
Zimmer 14, bei Herrn Nock.
Über dessen Tür warnt ihn ein rotes Licht,
das heißt soviel, betrete dieses Zimmer nicht.
Das grüne Licht bloß nicht verpassen,
denkt Pottens Hein und bleibt gelassen.
Doch nach einer halben Stunde später dann,
grinst ihn das rote Licht noch immer an.
Und Pottens Hein Gelassenheit
kehrt sich jetzt in Verdrossenheit.
Erneut vergeht ne’ halbe Stund.
Doch Pottens Hein wird es jetzt zu bunt.
Wutentbrannt reißt er die Türe auf
und das Schicksal nimmt jetzt seinen Lauf.
Denn Pottens Hein, der ahn ja nicht,
dass er hier ein Schäferstündchen unterbricht.
Nock, der bekannte Schürzenjäger,
streift ab sich grad die Hosenträger.
Während sein Mädel andererseits
mit ihren Reizen auch nicht geizt.
Nock, der schreit: Was fällt Ihnen ein,
was platzen Sie einfach so zur Tür herein!!
Haben Sie denn beachtet nicht,
über der Tür das Rote Licht?
Pottens Hein, der ist verwirrt,
hat er sich in der Tür geirrt?
Er stottert: Ich bin Hein Pott der Landwirt
und wollte wissen was mit meinem Land wird.
Nock, der stutzt einen Augenblick,
hat seine Fassung jedoch schnell zurück.
Denn der gewiefte Bürohengst
kennt natürlich seine Akte längst.
Nachdem geklärt die allgemeine Lage
steht noch die Antwort aus auf Pottens Frage.
Wenn Sie hierüber können stillschweigen,
so will ich mich erkenntlich zeigen.
Kommen Sie morgen auf’s Amt um acht,
ihre Angelegenheit bring ich dann unter Dach und Fach.
Hein Pott der denkt, das ist wirklich ja famos,
mit einem Schlag bin ich meine Sorgen los.
Und er hofft, die beiden ganz avanti
erwischt noch einmal in flagranti.
Denn er hätt noch eine andre Sach,
die müsste auch noch unter Dach und Fach.

Aus der Region

Mamma Mia statt Vater Unser

Beitrag: Jürgen Sakuth

Eine schöne laue Sommernacht und dazu Open-Air-Kino. So hatten wir uns das zumindest vorgestellt. Wir, das ist eine Gruppe von Ehrenamtlichen, die in Reinbek Kinofilme zeigt. Dabei sind wir erfolgreich. An guten Tagen durften wir über 500 Zuschauer begrüßen.

Alles war so gut geplant. Wir wollten einen leichten unterhaltsamen Sommerfilm zeigen mit viel Musik. Schließlich einigten wir uns auf „Mamma Mia“. Ein Gute-Laune-Film mit den größten Hits von Abba nach dem gleichnamigen Musical. Auch einen guten Standort hatten wir nach langer Suche gefunden. Aber „draußen“ ist in unseren Breiten halt immer ein Glücksspiel.

Am Vorstellungstag fing es irgendwann an zu regnen und die Wetterprognosen wurden für den Abend und die Nacht stündlich schlechter. Um alles gut vorzubereiten, trafen wir uns trotzdem wie verabredet um 18 Uhr 30.

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