Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Bi’n Dokter

Beitrag: Jürgen Sakuth

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Buer Odje Hansen ut Marxdörp geiht na de olen Landarzt Petersen ut
Groot Slamien, un de seggt: „Kiek an, Odje Hansen! Wi hebbt uns jo
al ’n lütt Ewigkeit nich mehr sehn. Wat is denn los, knippt dat enerwegens?“
Hansen kiekt den Dokter so’n beten swiensplietsch an un meent denn:
„Na, so lang is dat jo ok nich her, wat ik hier in’n Töövruum seten heff!“
Nu, wenn Dr. Petersen ok nich mehr to de ganz Jungen höör, man sein
Landpraxis weer hoochmodern utstaffeert un op’n niegsten Stand. He
tipp blots en poormal op de Tasten vun sien lesern Bregen, un denn
see he: „Söven Johr, fief Maande un twee Weken is dat her, wat se bi mi
weern!“
„Dunnerslag!“, see Odje Hansen dor, „weet se dat allens ut den verdrei-
ten Kassen dor? Dat is jo nich to glöven, wat dat vundaag allens gifft!“
Un denn fraagt de Dokter:
„Na los, Hansen, nu man rut mit de Spraak! Wat is los, woneem deit
dat weh, wat hebbt se op’n Harten, wat wüllt se weten or wat kann ik
för se doon?“
Na, eerst druckst Odje Hansen jo noch so’n lütt beten rüm. Man denn
kümmt he dormit rut:„Herr Dokter, ik wull egens blots weten,
wo oolt kann ik wull noch warrn?“
De Dokter kiekt em in’e Ogen, un denn fraagt he:„Smöökt se egens,
Hansen?“
„Nee, miendaag nich!“
„Un wo is dat mit Kööm un Beer? Nu mal ehrlich, suupt se mal so’n
Lütten un af un an villicht ok mal een mehr?“
„Nee, dat kann een nu ganz un gor nich segg’n, Herr Dokter.
Bi Familienfiern mal ’n Glas Rootwien, man sünst afsluuts gor nix, nich
een Drüppen!“
„Un wo is dat mit Sex?“
„Nee, hal’n  se mi blots op mit den Kraam. Dör bin ik mit dörch, dat is
al lang vörbi!“
Dor kann de ole Landarzt Petersen nu nich mehr an sik holen un platz
dormit rut:
„Verdammi noch mal to, Hansen, worüm to’n Düvel, wüllt se denn
egens oolt warr’n?“

Quelle: Heinrich Evers „Fleitjepiepen, Utbüxen hölpt nix!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)

Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Rechtschrieven

Beitrag: Jürgen Sakuth

As ik in’e Mitt vun de föfftiger Johren op de Middelschool vun Niestadt in Holsteen to School güng, wörr uns anbaden, friewillig Kortschrift to lehren.

Nu wull ik jo keen Stenotypist warrn, man ik heff domals al dacht, veel weten un doon künnen, dat kann seker nich schaden.

Ünnerrichten dee uns en Schoolmeester Nissen, de vörher in Merkendörp in’e Dörpsschool sien Deenst maakt harr. Vun de Kortschrift heff ik schier gor nix behol’n. Vergeten heff ik aver nich en Geschicht vun sien Dörpsschool, de Herr Nissen uns vertellt hett:

De lütte Hannes weer blots mit de plattdüütsche Spraak opwussen. Hoochdüütsch harr he eerst, as ok vele anner Kinner ut dat Dörp, in’e School lehrt. Dorum stünn he mit de hoochdüütsche Grammatik jümmers noch so’n beten op Kriegsfoot. To’n Bispill schreev he jümmers „Ich habe geschreibt“ staats „Ich habe geschrieben“.

Herr Nissen harr em dat nu al so faken Mal to verkloren versöcht, man Hannes wull un wull dat nich begriepen. Nu weer bi den Schoolmeester dat Maat bilütten vull, un Hannes müss nasitten. He sull to Straaf hunnert Mal opschrieven: „Ich habe geschrieben“.

Meist twee Stünnen weern vergahn, as den Lehrer infull, dat de lütt Hannes jo noch in de Schoolklass nasitten dee. Flink leep he in den Klassenruum, man wokeen nich dor weer, dat weer Hannes.

Aver op dat Pult leeg en Zeddel. Dor harr Hannes ropschreven: „Ich habe hundertmal ‚Ich habe geschrieben‘ geschreibt, un denn bün ik tohuus gahn!“

Quelle: Heinrich Evers „Fleitjepiepen, Utbüxen hölpt nix!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Geschichten und Gedichte, Humorvolles

Nicht gesund

Beitrag: Helmut Marquardt

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Der Mensch verspürt in seinem Gesicht,
links unten einen Schmerz, der sticht.
Da ist etwas, was nicht gesund,
deshalb geht er der Sache auf den Grund.
Und nach der vorläufigen Prognose,
stellt er dann folgende Diagnose:
Der ihm den Schmerz hier angetan,
das ist sein linker Backenzahn.
Auch für die Backe selbst jetzt gilt,
sie kennt nur einen Weg, sie schwillt.
Damit diese fiesen Beschwerden,
jetzt nicht noch schlimmer werden,
geht er zum Dentisten um die Ecke,
der das Übel möge bringen zur Strecke.
Der untersucht den Fall etwas genauer
(sein Finger riecht ein wenig sauer)
Die Spritze ja, die müsst schon sein,
sonst wird sie doch zu groß, die Pein.
Dann er das Übel an der Wurzel packt
und zieht den Zahn, der nicht intakt.
Zu Hause dann nach ein zwei Stunden,
die Betäubung sie ist längst verschwunden,
ist die Backe immer noch geschwollen
und die Schmerzen auch nicht enden wollen.
Ein Blick in den Spiegel bringt ihm Klarheit
und was er sieht, ist bittre Wahrheit.
Da hat doch dieser der Dr. dent.,
den er hier nicht beim Namen nennt
und das ist wirklich ungelogen,
ihm den falschen Zahn gezogen.

Geschichten und Gedichte, Humorvolles

Mittelpunkt

Beitrag: Helmut Marquardt

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In unserm Garten steht ein Apfelbaum,
die Äste knorrig und uralt.
Darunter träumt ich schon so manchen Traum,
über mir seine mächtige Gestalt.
Er ist d e r Mittelpunkt im Garten,
und dies scheint er auch zu wissen.
Kann er es doch kaum erwarten,
dass im Frühjahr seine Knospen sprießen.
Diese Blütenpracht, die er dann entfaltet,
ist ein wahrer Augenschmaus.
Wenn er den Garten so auf seine Art gestaltet,
spendet Mutter Natur ihm noch Applaus.
Selbst die Bienen, die ihn jetzt besuchen,
sie haben alle Flügel voll zu tun,
hört man laut vor Freude juchen,
können sie doch kaum ausruh’n.
Seine Krone, belaubt bis an die Ränder,
und dies nur in der Sommerzeit,
ist für mich der ideale Schattenspender,
der angenehmste weit und breit.
Wenn der Sommer dann zum End sich neigt,
die letzten Vögel noch gen Süden zieh’n,
der Apfelbaum jetzt seine Früchte zeigt,
welche dann rot in der Abendsonne glüh’n.
Alle Äste, sie stark sich neigen,
unter der süßen, schweren Last.
Es ist, als wollten sie jetzt zeigen,
dass man die Ernte nicht verpasst.
Danach wird’s einsam hier im Apfelbaum,
Früchte und Blätter haben ihn verlassen,
denn ganz allmählich, man spürt es kaum,
hat die Natur den Herbst jetzt eingelassen.
Dieser zeigt nun auch seine rauhen Seiten,
hat starke Stürme im Gepäck,
lautes Tosen sie begleiten,
fegen über’s Land hinweg.
Auch der Apfelbaum bekommt’s zu spüren,
der Sturm an seiner Krone rüttelt,
seine Äste fast den Grund berühren,
so wird er hin- und hergeschüttelt.
Letztlich das Schicksal ihn ereilt,
ein Blitz fährt aus den Wolken nieder,
der den Baum der Länge nach zweiteilt,
seine volle Pracht, ich seh sie nimmer wieder.

In unserm Garten stand ein Apfelbaum.

Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Tante Meier

Beitrag: Jürgen Sakuth

Wenn ik bi mien Plattdüütschen Lesen den Riemel vun „Tante Meier“ vördreeg,  warr ik faken fraagt: „Wo kümmt denn blots de Naam her?“ Nu, dat gifft nich blots en Verkloren, man seker is, bi „Tante Meier“ hannelt sik dat nich üm en Verwandschops-Beteken innerhallo vun’e Familie.
In’t Hamborger Avendblatt hett de Schrieversmann, Peter Schmachthagen, in sien Spraakkolumne dorto schreven:
„De Oort, den de franzööschen Besettsuldaten in’t Johr 1812 dringend opsöken deen, wenn se mal ut’e Büx müssen, schreev sik op franzöösch „tente majeure“, wat op hoochdüütsch Hauptzelt heet.
De trüchlaten plattdüütsch Deern verstünn aver „Tantmajor“ un verballhoorn dat plötzliche Verswinnen vun ehrn Kavaleer op de Latrien to „Tante Meier“. Siet de Tiet weet een in Plattdüütschland, wat mit den Gang na „Tante Meier“ meent is.“ Soveel to’t Verkloren vun Peter Schmachthagen.

Man ik glööv, wat dat ok doran liggen kunn, dat de utwussen Minschen nich mit ehr Kinner vun’t „Schiethuus“ snacken wullen. Dat weer ehr to scheneerlich un mit „Tante Meier“ harrn se en Begreep funnen, de een jümmers un överall utsnacken müch. So hett man jo domals ok seggt, wenn een mal buten in’e Natur sien Geschäft verrichten müss:„IK gah to Modder Gröön!“

In ole Tieden weer dat Henkamen na „Tante Meier“ jo lang nich so bequem as hüüttodaags. Tomeist leeg dat „Plumsklo“ op’n Hoff orin ’n Goorn un denn mit ’n Emmer or ’n Groov ünner den Sitz, ahn Waterspölen un ahn Warmsmaker, sall heten: winterdaags weer dat dor bannig koolt. De nafolgen Rieme beschrift „Tante Meier“ gens heel goot:

Wat seeg uns Niestadt fröher ut,
du kunnst ni rin, du kunnst ni rut:
In jede Eck weern se an’t Wöhl’n,
wi sulln je nu mit Water spöl’n.
In’t Niestädter Daagblatt weer to lesen,
dat sall wat heel „Modernes“ wesen.
Ok stünn dat groot in jede Zeitung:
„In Niestadt kriegts ’ne Waterleitung.“
Dormit dat Buddeln sik ok lohn,
gifft foorts ok noch Kanalisatschoon.

„So’n Schiet“, knurr dor de Arthur Dreyer:
„Dat is dat Enn vun Tante Meier!“
Harrst fröher du so’n Dranggeföhl
un marks, dat dor wat knurr un wöhl,
denn schööt di dat gau dörch den Sinn:
„Du muttst na Tante Meier hin!“

Na buten rut du denn gau suust,
glieks üm’e Eck stünn dat lütt Huus,
mit Hart un Klink un Wabel vör
un güngst du rin, denn quietsch de Döör.

Un wat bequeem de hölten Kassen,
even krumm de Knee, denn wörr dat passen,
harrst Tiet för’n gode halve Stunn
un keekst kommodig in’e Runn.

In lütte Stücken an en Band
hüng hier dat Keesblatt an de Wand.
Niestädter Daagblatt goot verwehrt
araad passend für dien Achtersteert.

Weiterlesen „Tante Meier“ →
Geschichten und Gedichte, Humorvolles

Orchesterprobe

Beitrag: Helmut Marquardt

Photo by Bou017eo Gunjajeviu0107 on Pexels.com

Den musikalischen Reigen
eröffnen heute die Geigen.
Doch wehe, wenn eine falsch klingt,
der Ton bis zum Dirigenten gar dringt,
lässt das dessen Blutdruck ansteigen.

Der Besitzer vom Cello
hat einen Hund namens Bello.
Wenn der lässt sich kraulen,
dann beginnt er zu jaulen,
natürlich nur a cabello

Es klingt die Trompete,
wie wenn ein Hahn krähte.
Das kann ich viel besser,
rief der Trompeter kesser
und die Trompete umdrehte.

Wo bleibt denn nur die Klarinette,
sie doch schon längst ihren Einsatz hätte.
Ein wildes Gerücht die Runde macht,
dass der Klarinettist nach durchzechter Nacht,
liegt noch immer betrunken im fremden Bette.

Frau B. An der Harfe,
das war n’ ganz Scharfe.
Wann immer sie spielte,
der Hornist nach ihr schielte
leider entsprach der nicht ihrem Bedarfe.

Ein falscher Ton der Querflöte
trieb dem Flötisten ins Gesicht tiefdunkle Röte.
So sehr er sich auch plagte,
die Flöte das Spiel ihm versagte,
mit der Luft bekam er dann ganz arge Nöte.

Karl strich wie kein anderer die Violine
und er verzog selbst dann keine Miene,
nachdem eine Saite zersprang,
die um sein Ohr sich gar schlang,
das hatte dann die Struktur einer Rosine.

Als Perfektionist an der Gitarre,
rauchte er gern mal eine Zigarre.
Außer seinem blauen Dunst,
hatte er ein Faible für Kunst,
allerdings nur für bizarre.

Sein Name war Hauke
und er paukte die Pauke.
Als er sich mal verpaukte,
die Pauke zum Pauken
danach nix mehr taugte.

Auch der Dirigent an dieser Stelle,
bekommt sein Fett weg hier auf die Schnelle.
Als er nach dem Walzer dann, dem Wiener,
machte einen ganz falschen Diener,
rief das hervor eine große Empörungswelle.

Zuletzt will ich hoffen,
denn diese Frage blieb offen,
ob denn die Musikanten,
die sich alle gut kannten,
den richtigen Ton haben getroffen.

Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Na’n Buck

Beitrag: Jürgen Sakuth

Dokter Petersen süht, wo de ole Fru Grootkopp mit de Zeeg an’n Tüder
ielig lingelang de Dörpstraat geiht. He hett ehr al poor Maande nich
mehr seh’n, un so geiht he fründlich op ehr to un wünscht ’n goden
Dag.
„Na, Fru Grootkopp, wo geiht uns dat denn? Wo wüllt Se denn mit de
Zeeg op dal?“
„De sall na’n Buck, Herr Dokter. Dat warrt nu hooch Tiet. Dat harrn wi
egens al verleden Johr maken wullt!“
„Beste Fru, kann dat nich lever Ehr Mann maken?“
Fru Grootkopp kunn’t kuum glöven, wat se höört harr, snapp blots noch
na Luft un meen:
„Mit Verloof, Herr Dokter, Se sünd ’n ollet Swien!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen


Geschichten und Gedichte, Humorvolles

Alles unter Dach und Fach

Beitrag: Helmut Marquardt

Photo by Vitaly Gariev on Pexels.com

Der Mensch muss sich in seinem Leben
hin und wieder auf ein Amt begeben.
So auch Hein Pott, seines Zeichens Landwirt,
der endlich wissen will, was mit seinem Land wird.
Denn der Architekt ruft täglich an,
wann er mit dem Bau beginnen kann.
Ein Herz deshalb sich fasst er
und begibt sich auf’s Amt, wo das Kataster.
Dort gleich in den ersten Stock
Zimmer 14, bei Herrn Nock.
Über dessen Tür warnt ihn ein rotes Licht,
das heißt soviel, betrete dieses Zimmer nicht.
Das grüne Licht bloß nicht verpassen,
denkt Pottens Hein und bleibt gelassen.
Doch nach einer halben Stunde später dann,
grinst ihn das rote Licht noch immer an.
Und Pottens Hein Gelassenheit
kehrt sich jetzt in Verdrossenheit.
Erneut vergeht ne’ halbe Stund.
Doch Pottens Hein wird es jetzt zu bunt.
Wutentbrannt reißt er die Türe auf
und das Schicksal nimmt jetzt seinen Lauf.
Denn Pottens Hein, der ahn ja nicht,
dass er hier ein Schäferstündchen unterbricht.
Nock, der bekannte Schürzenjäger,
streift ab sich grad die Hosenträger.
Während sein Mädel andererseits
mit ihren Reizen auch nicht geizt.
Nock, der schreit: Was fällt Ihnen ein,
was platzen Sie einfach so zur Tür herein!!
Haben Sie denn beachtet nicht,
über der Tür das Rote Licht?
Pottens Hein, der ist verwirrt,
hat er sich in der Tür geirrt?
Er stottert: Ich bin Hein Pott der Landwirt
und wollte wissen was mit meinem Land wird.
Nock, der stutzt einen Augenblick,
hat seine Fassung jedoch schnell zurück.
Denn der gewiefte Bürohengst
kennt natürlich seine Akte längst.
Nachdem geklärt die allgemeine Lage
steht noch die Antwort aus auf Pottens Frage.
Wenn Sie hierüber können stillschweigen,
so will ich mich erkenntlich zeigen.
Kommen Sie morgen auf’s Amt um acht,
ihre Angelegenheit bring ich dann unter Dach und Fach.
Hein Pott der denkt, das ist wirklich ja famos,
mit einem Schlag bin ich meine Sorgen los.
Und er hofft, die beiden ganz avanti
erwischt noch einmal in flagranti.
Denn er hätt noch eine andre Sach,
die müsste auch noch unter Dach und Fach.

Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Vörjohr

Beitrag: Jürgen Sakuth

För de Lüüd, de buerwarken doot, is de Sommertiet de wichtigste Tiet vun’t Johr. Jüst nu hett buten dat Koorn, de Raps, de Kohl, de Röven un all de velen annern Gröönsaken dat best Wassdom. Dorn warrt dat Fröhjohr, de Johrstiet vör den Sommer, ok Vörjohr nöömt. De Harvsttiet, de Johrstiet na den Sommer, warrt passlich as Najor betekent. Nu, dat ik dütt hier opschriev, fallt mi in, wat Buer Strohbeen jümmers mit ’n Plierögen see, wenn de Snack op dat Vörjohr keem:

„Dat is weller Fröhjohrstiet,
de Vagels doot dat nu,
de Immen doot dat,
un de Bottervagels doot dat ok. Ik wörr dat jo egens ok heel geern maken, man dat Lege is,
ik kann blots nich flegen!“

„Honi soit qui mal y pense!“ wörr wull de Franzoos nu seggen. Dat heet op Hoochdüütsch: „Ein Schelm, der Böses dabei denkt!“
Man de Plattsnacker seggt dorto kort un bünnig:
“Man nix för ungoot!“

Quelle: Heinrich Evers „Fleitjepiepen, Utbüxen hölpt nix!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Geschichten und Gedichte, Humorvolles

Turbulenzen

Beitrag: Helmut Marquardt

Photo by Th2city Santana on Pexels.com

Willkommen an Bord von Airline Wiederkehr,
Sie haben eine wirklich gute Wahl getroffen.
Für Ihr Vertrauen bedanken wir uns sehr,
unser Service lässt keine Wünsche offen.
Nachdem wir auf den Käpt’n fünf Stunden mussten warten,
zum Zeitpunkt des Abflugs war er noch nicht nüchtern genug,
können wir jetzt endlich Richtung Hongkong starten,
die Crew wünscht Ihnen allen einen angenehmen Flug.
Leider ist der Kaffeeautomat immer noch defekt
wir hoffen, dass Ihnen das Frühstück auch ohne Kaffee schmeckt.
Zum Ausgleich bieten wir Ihnen und das ist hier der Gag,
Eier von freilaufenden Hühnern, die befinden sich im Heck.
Ein kleines Problem ist soeben noch entstanden,
betrifft nur Passagiere, welche Singapur gebucht.
Augenblicklich können wir dort nicht landen,
denn der Käpt’n wird hier per Haftbefehl gesucht.
Möchten Sie dennoch Ihren Urlaub hier verbringen
und scheuen vor einem Abenteuer nicht zurück,
haben Sie die Möglichkeit, mit dem Fallschirm abzuspringen,
wir wünschen Hals- und Beinbruch und ein bisschen Glück.
Sollt’ der Fallschirm sich nicht öffnen, bedauern wir das leise,
denn es bedeutet quasi das Ende Ihrer Reise.
Eines müssen wir noch auf jeden Fall ergänzen,
wenn die Maschine wackelt, dann nicht durch Turbulenzen.
Auch der Mensch hat im Alter hin und wieder schon Gebrechen,
bei unserm Flieger Baujahr 70 sind es die Tragflächen.
Haben Sie zum Schluss dennoch alles überstanden
und die Welt wurde durch uns ein bisschen kleiner,
können Sie gewiss sein, dass wir auch wieder landen,
denn oben geblieben ist bisher noch keiner.