Am 28. April bot sich wieder ein Besuch des KörberHauses an. Der ehemalige SPIEGEL-Journalist Dieter Bednarz hatte ein neues Buch mit dem Titel „Alt genug, um jung zu bleiben“ veröffentlicht, das in einer Gesprächsrunde vorgestellt werden sollte. Der Saal war gut gefüllt und die Stimmung dank der geistreichen und humorvollen Einlassungen der drei Diskutanten sehr ausgelassen. In den ersten Reihen saßen einige junge Leute, die vielleicht für sich oder ihre alternden Eltern Anregungen erhofften. Der Anteil der Besucher, die offenkundig kurz vor der Beendigung ihres aktiven Berufslebens standen, war erheblich. Wir sogenannten Best-Ager mit fundiertem Wissen zu Fragen, wie man das Älterwerden aktiv, gesund und selbstbestimmt gestalten kann, nickten zustimmend die Standpunkte der Gesprächsrunde ab.
Es begann in der Großen Pause. Nawal war mit ihrer Familie aus der Flüchtlingsunterkunft in der Bergedorfer Brookkehre nach Duvenstedt gezogen, die Freundinnen und Nachbarn blieben zurück, alles war noch fremd. Aber da spielten Kinder auf dem Schulhof Fußball, und die ebenso sportliche wie mutige Nawal gesellte sich dazu und spielte mit. Dass daraus schon bald eine Erfolgsgeschichte werden würde, ahnte sie in diesem Augenblick noch nicht.
„Muslimische Mädchen dürfen auch in Deutschland nicht Fußball spielen“, sagt mein Nachbar entschieden. Aber da liegt er wie viele andere falsch. „Es gibt im Islam kein solches religiöses Verbot für Mädchen und Frauen“, betont Nawals Vater. Und das gilt auch für diejenigen, die wie seine Töchter ein Kopftuch, einen sogenannten Hijab (sprich Hidschab), tragen. Damit beim Rennen und Schießen die meist dichten, langen Haare der Mädchen niemanden beeinträchtigen können, muss der Hijab fest anliegen wie eine Badekappe. Sogar Nike wirbt mittlerweile damit.
Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel. Als direkter Anwohner am "Konzertsaal" Kirchwerder Wiesen werde ich das kostenlose Froschkonzert zukünftig etwas…