Nach längerer Pause bot sich mir wieder die Möglichkeit, einen interessanten Vortrag im KörberHaus zu besuchen. Der Sozialphilosoph und Kulturhistoriker Roman Krznaric konfrontierte seine Zuschauer mit der Frage, welche unerwarteten Anregungen wir aus der Geschichte der letzten tausend Jahre ziehen können, um einige der größten Herausforderungen unserer Zeit anzugehen. Der Saal war bis auf den letzten Platz belegt. Der Vortrag mit dem Titel “Die Geschichte als radikale Hoffnung“ sollte in englischer Sprache gehalten werden, und ich freute mich über den Übersetzungskopfhörer. Das Publikum war im Durchschnitt deutlich unter 30 Jahre alt, da diese Veranstaltung in den Rahmen eines EU-Festivals eingebunden war.
Anhand von Beispielen aus aller Welt argumentierte Roman Krznaric, dass die Vergangenheit eine Quelle für unsere zukunftsorientierten Handlungen sein kann. Wir sind nicht nur in der Lage, aus der Vergangenheit zu lernen, wir können, darauf aufbauend, Demokratie ganz neu denken, den Toleranzbegriff erweitern und soziale Bewegungen stärken. Menschliche Zivilisationen haben uns bereits vorgelebt, wie sie wichtige Herausforderungen des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens lösen konnten. Dieses Potential der Geschichte nicht zu nutzen ist fahrlässig und gefährlich in Hinblick auf die Gestaltung unserer Zukunft.
Am 28. April bot sich wieder ein Besuch des KörberHauses an. Der ehemalige SPIEGEL-Journalist Dieter Bednarz hatte ein neues Buch mit dem Titel „Alt genug, um jung zu bleiben“ veröffentlicht, das in einer Gesprächsrunde vorgestellt werden sollte. Der Saal war gut gefüllt und die Stimmung dank der geistreichen und humorvollen Einlassungen der drei Diskutanten sehr ausgelassen. In den ersten Reihen saßen einige junge Leute, die vielleicht für sich oder ihre alternden Eltern Anregungen erhofften. Der Anteil der Besucher, die offenkundig kurz vor der Beendigung ihres aktiven Berufslebens standen, war erheblich. Wir sogenannten Best-Ager mit fundiertem Wissen zu Fragen, wie man das Älterwerden aktiv, gesund und selbstbestimmt gestalten kann, nickten zustimmend die Standpunkte der Gesprächsrunde ab.
Hat mir sehr gut gefallen. Ich kenne Andrea und natürlich ihre wunderbare Kunst.