Freizeit & Reise

Besuch im Glasmuseum

Beitrag: Edith Kalisch

Es gibt so viele Museen in Hamburg. Längst habe ich nicht alle besucht. Aber wie es so ist, kaum gibt´s was Neues, schon ist die Neugier erwacht. Eröffnet wurde das Achilles-Stiftung Glasmuseum im Oktober 2022. In einem Sektionssaal der ehemaligen Pathologie des denkmalgeschützten Krankenhauses in Barmbek.

Wen erst einmal die Sammelleidenschaft gepackt hat, kommt davon nicht mehr los.  So erging es auch Edith Achilles (später auch ihrer Tochter). Sie begann bereits in den 60er Jahren Glas zu sammeln. Erst war es der Jugendstil, der sie begeisterte.  Aber Jahre später versteigerte sie ihre Sammlung und widmete sich dem „schweren Glas“ (sagte sie von sich). Das kann ich nur bestätigen, nachdem  wir die Sammlung angeschaut haben. Das sind „ganz schöne Brocken“.  Das 20. Jahrhundert bis ins Heute war nun ihr Thema. Spannend!

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Aus der Region

Was Kirchen vom HSV lernen können

Gastbeitrag: Pastor Jonas Goebel

Ich glaube: Fußballvereine und Kirchen haben mit Blick auf ihre Fans bzw. Mitglieder große Ähnlichkeiten. Es gibt alles von Ultras bis Erfolgsfans. Dabei können Kirchen im Umgang mit ihren Mitgliedern einiges von den Vereinen lernen. Ich bin HSV-Fan, weil ich aus Hamburg komme und weil wir bei uns in der Familie alle HSV-Fans sind. Ich war sogar beim letzten Spiel in der ersten Bundesliga dabei, also bei dem Spiel, als der HSV das erste Mal abgestiegen ist. Das war traurig, aber meine Welt ist jetzt nicht zusammengebrochen. Und da habe ich festgestellt: Es ist mit den Kirchen ein wenig wie mit dem HSV.

HSV-Fans vor dem Anpfiff. Foto: Archiv

Die treuesten HSV-Fans sind erstaunlich wenig am Spiel selbst interessiert. Es wird eigentlich durchgehend gesungen, relativ egal, was auf dem Platz geschehen ist. Es gibt auch Konflikte im Block, und die sind dann auch erstmal wichtiger als das Spiel.

Die treuesten HSV-Fans kommen aus sozialen Gründen. Es gibt zwar Stress zwischen Gruppen, aber innerhalb der Gruppe passt man sehr auf sich auf. Also kurzgefasst war ich immer erstaunt, dass die „richtigen Fans“ aus meiner Sicht eigentlich das Spiel mehr als Funktion nutzten.

Insgesamt würde ich sagen: Da kommen Menschen aus sehr unterschiedlichen Gründen zum HSV. Die deutliche Minderheit sind treue Fans wie meine Brüder. Der absolute Großteil sind Fans wie ich oder ähnlich wie ich. Doch so ein Spiel bzw. ein Stadion wäre ganz schön „tot“, wenn es nicht diese treuen Fans in der Minderheit gäbe. Ganz ehrlich: Mit Leuten wie mir kommt kaum Stimmung ins Stadion. Und erst recht käme keine Unterstützung für Mannschaft zustande, selbst wenn das Spiel schlecht läuft.

Also: Die meisten Fans kommen ab und zu. Die meisten Fans kommen, wenn die Mannschaft erfolgreicher ist. Die meisten Fans kommen, weil sie das Spiel wirklich sehen wollen. Aber den meisten Fans würde am Stadion-Erlebnis etwas fehlen, wenn die treuen Fans in der Minderheit nicht dabei wären.

Was können wir als Kirchen davon lernen? Auch wir haben verschiedene „Fans“ (Mitglieder). Wir haben „Ultras“, die kommen jeden Sonntag in den Gottesdienst. Wir haben Leute, die kommen ab und zu. Beide Gruppen sind wichtig. Auch bei uns machen die „treuen Fans“ oft die Stimmung (singen laut mit). Aber auch bei uns wird der Laden allein mit ihnen nicht voll.

Pastor Jonas Goebel in der Auferstehungskirche am Kurt-Adam-Platz in Lohbrügge. Foto: privat

Wenige engagieren sich, die meisten konsumieren. Beim HSV engagieren sich die treuen Fans sehr stark – aber die allermeisten Fans engagieren sich gar nicht. Sie konsumieren nur. Das ist aber kein Mangel, kein Fehler, das ist am Ende sogar in Teilen notwendig:

Die Vielen sind finanziell wichtiger. Auch bei uns gilt, dass wir mit den wenigen treuen Fans uns nicht finanzieren können. Aber die Masse hilft auf andere Weise: mit Geld. Sie engagiert sich vielleicht nicht, sie singt nicht laut mit – aber sie kommt, macht das Stadion voll und zahlt dafür gerne.

Ultras dürfen nicht zu viel Macht erhalten. Ich könnte auch sagen: Wenn wir uns nur auf den „inneren Kern“ konzentrieren, auf unsere „Kirchen-Ultras“, dann ist das ein Weg aufs Abstellgleis. Ein Verein, der sich zu stark von seinen Ultras sagen lässt, was er zu tun hat, ist kein erfolgreicher Verein. Aber gleichzeitig dürfen diese treuen Fans auch nicht ignoriert, vergessen oder verdrängt werden. Wir brauchen sie mindestens für die Stimmung und für das Engagement.

Der HSV lebt im Luxus, dass das Stadion fast immer voll ist, obwohl die Mannschaft weder besonders attraktiv, noch besonders erfolgreich spielt. Wir Kirchen spielen meistens auch nicht besonders attraktiv, wir steigen von Jahr zu Jahr irgendwie weiter ab – und bei uns gibt es keine vollen Stadien, sondern immer leerere Kirchen. Was bleibt, sind oft unsere Ultras. Die, für die aber auch gilt, dass sie sich erstaunlich oft erstaunlich wenig für das „Spiel“ interessieren, und die in den meisten Fällen vor allem mit sich selbst beschäftigt sind und zu großen Teilen aus sozialen Gründen kommen.

Ich behaupte: Wir müssen als Kirchen vom HSV lernen, dass es nicht darum geht, nur unsere Ultras glücklich zu machen. Wir wollen ein volles Stadion! Und das bekommen wir nicht voll, wenn wir uns zu sehr von ihnen diktieren lassen, wo es lang geht und was wir anbieten.

Freizeit & Reise

Multi-Media Schau im Frühlingswald

Beitrag: Elisabeth Hartmann

„Ich ging durch einen grasgrü-ü-nen Wald und hörte die Vögelein singen… “ diese Liedzeile fällt mir immer ein, wenn ich durch einen grünen Mai-Wald spaziere und mich dabei des Lebens freue. Wenn dann die Blätter, vom Wind bewegt , leise rascheln und ein Bächlein gluckert, ist die Wald-Musik perfekt.

Für die Augen gibt es Grün, Grün ,Grün und nochmal Grün, alles noch ziemlich hell. Blüten von Wald-Sternmiere oder Waldmeister geben weiße Tupfer. Durch die Zweige schimmert der blaue Himmel.

Unter den Füßen fühle ich den weichen Waldboden, auch mal harte Baumwuzeln und spitze oder runde Steine. Die eine Baumrinde ist glatt die andere rau, einige Blätter sind samtweich andere pieksig.

Es duftet waldig aber noch frisch. Vom Waldmeister pflücke ich mir ein Sträußchen für zu Hause. Das hänge ich dort an einem Faden auf, denn Waldmeister entfaltet seinen Duft nach zitroniger Bittermandel erst, wenn er trocknet. Da kommt mir ein Hauch von Knoblauch in die Nase, das muss Bärlauch sein! Den mag ich, drum pflücke ich ein paar Blätter und nehme sie in einer Tüte mit nach Hause. Dort wird es Joghurt-Soße damit geben. Über Pellkartoffeln, Nudeln oder Salat eine Köstlichkeit!

Aber – man muss sich auskennen, damit man nicht Bärlauch mit Maiglöckchen verwechselt. Denn ein Gericht mit Maiglöckchen wäre tödlich! ☠️ Die Blätter der beiden Pflanzen ähneln sich, doch die Unterscheidung ist eigentlich ganz einfach. Geriebene Bärlauchblätter riechen nach Knoblauch. Wenn die Pflanzen blühen, ist die Untertscheidung leicht. (siehe unten)

So hat der Wald mit dieser Auswahl meinen Fünf Sinnen schon viel geboten. Jeder Waldspaziergang bringt immer wieder neue Erlebnisse und Eindrücke, von denen ich dann zu Hause in der Stadt träumen kann.

Fotos: Elisabeth Hartmann

Geschichten und Gedichte

Ich freue mich, dass ich eine Alte bin

Gastautorin Ellen Lotichius

Bei einem Kaffeekränzchen mit Seniorinnen und Senioren wurde ich gefragt, ob ich nicht mal einen kurzen Artikel über das Positive im Alter schreiben könne. Das hat mich doch ins Grübeln gebracht. Ich hatte gerade in der letzten Zeit jeden Tag als Herausforderung empfunden, weil mein Rücken mir ständig Schmerzen bereitete. Aber dann wurde mir doch bewusst, wie gut es mir mit meinen 93 Jahren im Grunde geht.

Ellen Lotichius lebt in der Seniorenwohnanlage der Poensgen-Stiftung. Foto: Archiv
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Wissenswertes

KI – Chance oder Risiko?

Beitrag: Thorsten Werner

Überall hört oder liest man von den jüngsten rasanten Entwicklungen der KI. Es wird heftig diskutiert, wie man den Missbrauch verhindern kann. Sogar eine Aussetzung der Entwicklung für ein halbes Jahr ist im Gespräch. Doch was ist dran an den in den Medien ausgemalten „Horrorszenarien“?

In den letzten Jahren hat sich die künstliche Intelligenz (KI) rapide entwickelt und wird heute in vielen Bereichen wie der Medizin, Automobilindustrie, Finanzdienstleistungen und der Unterhaltungsbranche eingesetzt. Dabei gibt es Chancen und Risiken, die von Experten und Laien gleichermaßen diskutiert werden.

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Aus der Region, Veranstaltungen

Lese-Opi on Tour

Beitrag: Jürgen Sakuth

Seit etwas über einem Jahr bin ich ehrenamtlicher Leselernhelfer an einer 2. Klasse in einer Grundschule in Bergedorf.

Kurz vor Beginn der ersten großen Pause komme ich in die Schule. Jedes Mal frage ich mich, ob überhaupt Schüler*Innen da sind, weil es ziemlich ruhig ist.

Aber der erste Schüler, der mich sieht, ruft in dem Moment laut in die Klasse „Herr Sakuth ist da“ und schon gehen alle Finger hoch. Dann ist große Aufregung in der Klasse. Fast jeder möchte zur Pause mit mir in die Bücherei gehen.

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