Plattdeutsche Texte

In’e Meddagsstünn

Beitrag: Jürgen Sakuth

To de Tiet as in Niestadt in Holsteen noch ’n Amtsgericht weer, sall vör
vele Johren düsse Begevenheit to’n Verhanneln west sien.
Kuddel Frees harr in Ostholsteen ’n heel groten Buernhoff mit veel
Arbeitslüüd, de för em ehrn Deenst döön.
So weer ok ’n boomlangen Minschen, mit Namen Jochen Öllerich,
bi em as Knecht anstellt. Man Jochen Öllerich weer, as dat schien,
daagsöver noch nich noog utlast, denn he füng jümmers weller mit
de Köökschen un Melkdeerns op’n Hoff lütte Techtelmechtels an.
Un en so’n lütt Smuusstünn mit de Kööksch Stiena Dünnwever harr
Folgen hatt. As Stiena nu ’n lütt Deern op’e Welt bröcht harr, wull se
aver den olen Slöpendriever Jochen Öllerich partout nich heiroden. Se
tru em afsluut nich.
So güng de Vörfall vun wegen de Alimente to dat Niestädter Amtsgericht. As Jochen de Vadderschaft jo ok anerkannt harr, fraagt de Richter
em to’n Sluss:
„Na, Jochen Öllerich, wo is dat denn nu mit dat Betahlen?«
„Och“, hett Jochen dor blots meent, „,och, Herr Richter, dat laat man so
goot sien, dor will ik egens wieder nix för hebb’n. Dor heff ik mi jo blots
de Meddagstünn mit verdreven!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Aus der Region

Bergedorf hat endlich ein Hospiz

Gastbeitrag von Lilo Schneider

Als ich beim Tag der Offenen Tür das neue „Hamburger Hospiz am Deich“ in der ehemaligen Alten Schule Allermöhe zum ersten Mal gesehen habe, war ich angenehm überrascht. Das Gebäude, das lange Zeit leer stand, sieht nun hell und freundlich aus, und die Lage im Grünen ist sehr schön.

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Kalenderblätter

….Kalenderblatt Mai….

Beitrag: Thorsten Werner

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus,
da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zuhaus;
wie die Wolken dort wandern am himmlischen Zelt,
so steht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt.

Emanuel Geibel

Bild: Thorsten Werner (KI generiert)

Damals war's

Tage, die ich nie vergessen werde

Beitrag: Jürgen Sakuth

Photo by Dom J on Pexels.com

Wahrscheinlich hat jeder von uns Erinnerungen daran, wann und wie er zum ersten Mal von Ereignissen erfuhr, die die Welt veränderten, wie zum Beispiel den Fall der Mauer oder an die Flugzeug Terror Anschläge in New York.

Ich erinnere mich an eine Nachricht, die sowohl viel in der Welt elektrisierte, aber auch direkt mein Berufsleben betraf. 

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Damals war's

Wenn der Computer versagt

Beitrag: Boike Jacobs

Ja, ich weiß, das müsste eigentlich nicht sein. Im Jahr 1989 bin ich schließlich von der Schreibmaschine auf den Computer gewechselt – siehe Foto. Und es hat mir Spaß gemacht, täglich habe ich gesessen und Artikel, Briefe und mails geschrieben, später auch Layout und Seitenumbruch gelernt. Das ging mir leicht von der Hand, und man möchte eigentlich meinen, heute könnte ich mit ebenso leichter Hand meinen Computer reparieren. Aber da geht es eben los …

2002 waren Computer noch schwere, unhandliche Kästen
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Aus der Region, Freizeit & Reise

Mein St. Pauli

Beitrag: Thorsten Werner

St. Pauli ist mehr als nur ein Stadtteil, es ist eine Lebenseinstellung.
Hier pulsiert das Herz von Hamburg, hier gibt es alles, was das Leben spannend macht: Musik, Kunst, Kultur, Erotik, Politik, Geschichte.

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Plattdeutsche Texte

Ümmerhen

Beitrag: Jürgen Sakuth

Schoolmeester Theede wull vundaag in’n Düütsch-Ünnericht dat snaaksche Woort „ümmerhen“ dörchnehm’n. He verkloor de Schölers sien Ansinnen mit den nafolgen Satz:
Wi Schölers hebbt düchtig wat lehrt in düsse Klass, gaht wi jo ok al fief Johren to School!“
Nu sull’n de Schölers ’n Satz mit dat Woort „ümmerhen“ bill’n, un Fiete Brockmann harr ok glieks den Finger baven un see:
„Ik bün man blots twölf Johr oolt, aver ik kann ümmerhen al siet dree Johren op’e Treckfiedel spelen!“..
Allerbest“, meen Thede, „So is dat richtig „, un wenn sik nu an Odje Diekmann:
„Hest du ok ’n Vörslag för mi?“
 Odje stünn op, överlegg’n lütt Ogenblick un töön denn:
„De Weltrekord in’t Hamerwietsmieten is to Tiet 86,74 m, ümmerhen hef ik den Hamer ut Vadders Klüterkasten ok al negen Meter wiet smeten!“
„Heel goot, Odje, ok dat is richtig! Wokeen kann noch ’n Bispill bringen?“ fraag Thede nu de Klass.
Nu melldt sik Bernhard Kringel un verkünn heel stolt: De Karpen, denn ik annerletzt angelt heff, de wöög ümmerhen meist söven Pund!“
De Schoolmeeaster is bannig tofreden un snackt nu toletzt noch Wally Brösel an: „Na, Wally, kannst du mi ok noch ’n Satz segg’n?“
Wally steiht nu langsam op un see:
Wi hebbt tohuus ’ne niege Naversche, de heet Stiene Madsen!“ As he dat rutbröcht harr, seet he sik foorts weller dal. Man de Lehrer fraag glieks na:.
„Aver, Wally, du büst doch noch nich torecht mit den Satz, oder?“ Dor stunn Wally weller op un meen ’n beten liesen:
Wi hebbt tohuus ’ne niege Naversche, de heet Stiene Madsen, un dor geiht Vadder avends ümmer hen!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)