Hest du di al mal Lüüd ankek’n, de bummelig so oolt sünd as du sülvst? Hest du dor ok mal bi dacht: Dat kann doch wull nich angahn, wat de al so oolt un klapperig utseht. Mien Naversche hett mi annerletzt dorto wat bericht. Se kümmt ut Ollenborg in Ollenborg, hett den smucken, olen, freeschen Naam Marret un vertell mi: Ik seet annerletzt in’n Töövruum vun mien niegen Tähnklempner. Ik harr mien allereersten Termin bi em un keek mi ’n beten in sien’n Töövruum üm. Weer jo allens wat Nieges för mi. An’e Finsterwand hüng ok sein Diplom, un dat dröög sien’n vullen Naam: Willem Söötbeer.
Es begann in der Großen Pause. Nawal war mit ihrer Familie aus der Flüchtlingsunterkunft in der Bergedorfer Brookkehre nach Duvenstedt gezogen, die Freundinnen und Nachbarn blieben zurück, alles war noch fremd. Aber da spielten Kinder auf dem Schulhof Fußball, und die ebenso sportliche wie mutige Nawal gesellte sich dazu und spielte mit. Dass daraus schon bald eine Erfolgsgeschichte werden würde, ahnte sie in diesem Augenblick noch nicht.
„Muslimische Mädchen dürfen auch in Deutschland nicht Fußball spielen“, sagt mein Nachbar entschieden. Aber da liegt er wie viele andere falsch. „Es gibt im Islam kein solches religiöses Verbot für Mädchen und Frauen“, betont Nawals Vater. Und das gilt auch für diejenigen, die wie seine Töchter ein Kopftuch, einen sogenannten Hijab (sprich Hidschab), tragen. Damit beim Rennen und Schießen die meist dichten, langen Haare der Mädchen niemanden beeinträchtigen können, muss der Hijab fest anliegen wie eine Badekappe. Sogar Nike wirbt mittlerweile damit.
Zunächst wussten wir gar nichts voneinander, doch irgendwann fanden wir zueinander. Weil wir spürten, wir sind bestimmt füreinander, waren wir auch richtig verliebt ineinander. Wir kuschelten ganz eng beieinander, und streichelten uns zärtlich nacheinander. Doch dann gerieten wir plötzlich aneinander und wegen dem ganzen Durcheinander waren wir fürchterlich sauer aufeinander. Wir beschimpften uns gegeneinander und das anfangs so zärtliche Miteinander brach dann plötzlich auseinander. In der Wohnung lag alles übereinander. Wir kümmerten uns noch kurz umeinander, und verließen das Haus dann hintereinander. Vor der Tür standen wir noch kurz nebeneinander, wir zeigten aber auch Respekt voreinander verständigten uns dann untereinander, vielleicht finden wir ja irgendwann wieder zueinander. So viel zu menschlichem Zwischeneinander.
Diesen Titel trug eine Performance mit anschießender Podiums-Diskussion im KörberHaus. Im Vorwege versuchte ich mir einen Reim auf diese Ankündigung zu machen. Gäste kommen mit und ohne Einladung, bereichern das Beisammensein mal mehr, mal weniger und gehen dann irgendwann auch wieder. Was aber sind nun „Steinerne Gäste“?
Der Theatermacher und Performer Oliver Zahn stellte das Entfernen öffentlicher Denkmäler und deren Auswirkungen für die Gesellschaft in den Mittelpunkt der Darbietung. Er stand fast unsichtbar am Rand der Bühne inmitten aufsteigender Rauchschwaden und berichtete von gestürzten Statuen in stürzenden Gesellschaften. Im Mittelpunkt stand ein vereinsamter Sockel stellvertretend für alle vergessenen Statuen und Denkmäler auf abgelegenen Friedhöfen, vergessenen Schlachtfeldern und als stete Mahnung mitten unter uns. Diese Gäste kennen wir alle. Manche sind gekommen, um zu bleiben, andere sind einfach verschwunden.
Am Röpraredder in Lohbrügge-Nord steht ein 400 Meter langer, neungeschossiger Bau: „Der Lindwurm“. Dem sagenhaften Urtier vergleichbar, schlängelt er sich zwischen Sträuchern und Bäumen hindurch. Jetzt liegt er da in seiner Länge und Mächtigkeit. Eine gewisse Eleganz ist dem Bau nicht abzusprechen. Aber mit ihm und den Bauten ringsum verändert sich auch Bergedorf.
„Das Städtchen “ hieß es in früheren Zeiten ganz offiziell. Schon lange fühlt es sich als großstädtische Trabantenstadt, seit Durchbruchstraßen gebaut und Häuser abgerissen wurden. Jetzt erst recht, nachdem das große „City Center“ betonbeherrschend Bahnhof und Post flankiert. Es ist gar nicht so lange her, dass Bergedorf noch seinen kleinstädtischen Charakter hatte. Das Bergedorf, das der Krieg verschonte. Jetzt blieb ihm nur ein Platz von besonderer Schönheit, wenn auch in der Unruhe modernen Verkehrs. Ein Platz ohne sterile Langeweile, voll lebendigen Erzählens aus Jahrhunderten. Da steht die alte Kirche mit dem Hassehaus und seinem runden Turm. Da verbirgt sich das Schloss hinter Wall und Graben, hinter Büschen und Bäumen.
Das historische Gasthaus „Stadt Hamburg“, Ausspann in alten Zeiten und Herberge einst für illustre Gäste, ist heute als Gaststätte mit ihren geschmackvollen, gemütlichen Räumen Treffpunkt zum Gespräch und Feste feiern.
Die alte Kornwassermühle ist zu neuer Verwendung wieder aufgebaut. Wenige Schritte weiter, dem Bille-Becken gegenüber liegt die kleine idyllische Konditorei, „Café Möller“ ein beschaulicher Beobachtungsplatz.
„Drüben“- auf der anderen Seite“- das war nicht Bergedorf, auch nicht mehr Hamburg, das war Preußen.
Beim Aufräumen entdeckte ich ein Buch aus meiner Kindheit „Die schönsten Seefahrergeschichten“. Neugierig blätterte ich in dem Buch, las von Francis Drake und seiner Weltumsegelung. Die Golden Hind ist etwa genau so lang wie die Sea Explorer von Boris Hermann.
Drake hatte Besatzung, 18 Kanonen und Proviant in so einem kleinen Schiff untergebracht. Wie war es bei seiner Weltumsegelung? Ich träumte:
„Francis Drakes Weltumsegelung – Der Piratenkapitän wird Ritter“
Die Reise der Pelican (später Golden Hind), das Herz der Flotte, sollte fast drei Jahre dauern und die geopolitischen Karten Europas neu schreiben.
Am 13. Dezember 1577 stach Francis Drake mit einer Flotte von fünf Schiffen – darunter sein Flagschiff, die Pelican – aus dem Hafen von Plymouth in See. Der Auftrag von Königin Elisabeth I. war ein staatliches Geheimnis: Nicht nur die Welt sollte umsegelt werden, sondern vor allem sollten die spanischen Goldschiffe im Pazifik geplündert werden, wo die Küsten Perus und Chiles kaum verteidigt wurden.
Das Flagschiff war Drakes ganzer Stolz und sein Überlebensgarant. Es war zwar klein im Vergleich zu spanischen Kriegsgaleonen, aber schnell, wendig und robust für die gewaltigen Ozeane.
Jedes Jahr, wenn die Blätter golden werden und die Nächte länger, tauchen Kürbisse mit gruseligen Fratzen auf, und die Welt bereitet sich auf eine Nacht voller Geister, Hexen und zuckersüßer Erpressung vor.
Doch während wir heute an Halloween vor allem an Kostüme und Süßigkeiten denken, reicht der Ursprung dieses Festes tief in die Geschichte zurück – bis zu einem uralten keltischen Fest, das das Ende der Ernte und den Beginn der Dunkelheit feierte: Samhain.
Das Laub hat seine grüne Farbe verloren und fällt langsam auf die Erde. In verschiedenen dunklen Gelbtönen, in Rot und Orange raschelt es unter unseren Füßen. Es ist Herbst. Der Regen prasselt gegen unsere Fensterscheiben, die Kinder sammeln Kastanien, es werden Erntefeste gefeiert, und wir freuen uns über die Farbvielfalt der Natur.
Ein Hauptakteur des Herbstes scheint seit einigen Jahren der Kürbis geworden zu sein. Auf vielen Wagen des schönen Vierländer Festumzugs zum Erntedankfest waren auch unterschiedlichste Kürbisse zu sehen. Der Kürbis hat sich seit einigen Jahren einen Stammplatz in den Herzen der Menschen erobert. Ursprünglich stammt er aus Süd- und Mittelamerika und wird dort seit über 12000 Jahren angebaut. Damit ist er das älteste landwirtschaftliche Produkt überhaupt. Nach Europa schaffte es der Kürbis erst im 15. Jahrhundert zusammen mit der Kartoffel und allem was nicht auf der langen Schiffsreise einging oder verfaulte.
Danke für diesen schönen Beitrag, liebe Elisabeth. Vielleicht gelingt uns Geschwistern beim Familientreffen auch so ein Haiku. Fröhliche Weihnachten!