Dieses und Jenes, Veranstaltungen

„Grabe wo du stehst“

Beitrag: Sabine Ziesmer

Nach längerer Pause bot sich mir wieder die Möglichkeit, einen interessanten Vortrag im KörberHaus zu besuchen. Der Sozialphilosoph und Kulturhistoriker Roman Krznaric konfrontierte seine Zuschauer mit der Frage, welche unerwarteten Anregungen wir aus der Geschichte der letzten tausend Jahre ziehen können, um einige der größten Herausforderungen unserer Zeit anzugehen. Der Saal war bis auf den letzten Platz belegt. Der Vortrag mit dem Titel “Die Geschichte als radikale Hoffnung“ sollte in englischer Sprache gehalten werden, und ich freute mich über den Übersetzungskopfhörer. Das Publikum war im Durchschnitt deutlich unter 30 Jahre alt, da diese Veranstaltung in den Rahmen eines EU-Festivals eingebunden war.

Anhand von Beispielen aus aller Welt argumentierte Roman Krznaric, dass die Vergangenheit eine Quelle für unsere zukunftsorientierten Handlungen sein kann. Wir sind nicht nur in der Lage, aus der Vergangenheit zu lernen, wir können, darauf aufbauend, Demokratie ganz neu denken, den Toleranzbegriff erweitern und soziale Bewegungen stärken. Menschliche Zivilisationen haben uns bereits vorgelebt, wie sie wichtige Herausforderungen des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens lösen konnten. Dieses Potential der Geschichte nicht zu nutzen ist fahrlässig und gefährlich in Hinblick auf die Gestaltung unserer Zukunft.

Weiterlesen „„Grabe wo du stehst““ →
Dieses und Jenes

Auf Sand gebaut

Beitrag: Sabine Ziesmer

Ich schlage die Zeitung auf und stoße auf einen Artikel über Hahnöfersand. Da war doch mal was mit dieser Gefängnisinsel und meinem Start in ein Berufsleben als Lehrkraft. Nach dem zweiten Staatsexamen wollte man uns gut ausgebildete Lehrer und Lehrerinnen einfach nicht einstellen. Lehrerschwemme. Von Flensburg bis Nürnberg hagelte es nur Absagen. Wir hatten unsere Existenz auf ein wackeliges Fundament gestellt, das nun unter uns zusammenbrach – wir hatten „auf Sand gebaut“. Ich war deshalb auch sehr erstaunt, als sich die Schulbehörde Hamburg sehr zeitnah bei mir meldete, um mir ein Angebot zu machen, das ich einfach nicht ablehnen könne. Fröhlich verkündete die Sachbearbeiterin, dass ich zum nächsten Monat eine Anstellung bekäme. Ich dürfte gern eine ehemalige Kommilitonin anwerben. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Wo sollte ich mich melden?

Die Ernüchterung folgte auf dem Fuße. Wir beiden Lehrerinnen sollten künftig auf Hahnöfersand unterrichten. Davon hatte ich noch nie gehört. Wo sollte das sein? Googeln konnten wir noch nicht, aber Informationen fanden wir schon recht schnell. Es handelte sich um eine Gefängnisinsel, wo seit 1920 Hamburgs minderjährige Häftlinge untergebracht wurden. Es war eine Art Reformprojekt, da sich die Jugendlichen dort bei frischer Luft und Arbeit im Freien relativ frei bewegen konnten.

Weiterlesen „Auf Sand gebaut“ →
Dieses und Jenes

Künstliche Intelligenz greift an

Beitrag: Boike Jacobs

Symbobilder für Künstliche Intelligenz

„Spektakuläre Vorfälle: KI bricht aus Testumgebung aus. OpenAI vermeldete einen beispiellosen Sicherheitsvorfall“, wird in allen Medien berichtet. Bei einem kontrollierten Labortest hätten neue Modelle eine unbekannte Schwachstelle genutzt, um sich eigenständig Internetzugang zu verschaffen. „Sie griffen die Plattform an und nutzten sogar gestohlene Zugangsdaten, um eine Aufgabe zu lösen. Der Vorfall befeuert die weltweite Debatte über KI-Sicherheit und unkontrollierbare Systeme.“

Was ist da geschehen? Verhält es sich so wie in der mittelalterlichen Legende von einem Prager Rabbi, der einen künstlichen Menschen namens „Golem“ erschuf? Ursprünglich war er
gedacht als stummer Helfer. Da der Golem jedoch keine eigene Seele und keinen freien Willen besaß, wuchs seine Kraft unkontrolliert, bis er zur Gefahr wurde. Er führte Befehle absolut wörtlich aus und entwickelte dabei eine zerstörerische Kraft. Ich hoffe inständig, dass der Umgang mit der Künstlichen Intelligenz anders verläuft.

Die Nachricht vom unkontrollierten Ausbruch Künstlicher Intelligenz hat mich deshalb so fasziniert und erschreckt, weil ich erst vor wenigen Tagen mit ihren Möglichkeiten konfrontiert wurde. Seit ich mit dem Malen begonnen habe, veröffentliche ich meine Bilder bei facebook. Einem Freund gefiel das letzte, und er antwortete darauf: „So hat die KI ChatGPT eine Bildbeschreibung aus der Sicht eines Kunst-Professors erstellt.“ Und während ich den Text las, verschlug es mir die Sprache, denn da wurde den „sehr verehrten Damen und Herren“ Folgendes erklärt:

„Vor uns entfaltet sich ein Aquarell von bemerkenswerter Ausdruckskraft – eine Landschaft, die sich nicht der topografischen Genauigkeit verpflichtet, sondern der poetischen Wahrheit des Erinnerns. Die Künstlerin komponiert hier kein realistisches Panorama, sondern ein inneres Bild von Landschaft: eine Vision, in der Farbe, Form und Raum zu einer emotionalen Choreografie verschmelzen.

Weiterlesen „Künstliche Intelligenz greift an“ →
Dieses und Jenes

Boomer bis Beta

Beitrag: Sabine Ziesmer

Aufgrund fehlender Textteile erscheint der Beitrag erneut.

Es ist durchaus plausibel, dass Dinge und Lebewesen einen Namen besitzen. Nur so können wir uns sinnvoll verständigen. Warum aber die Generationen des letzten und dieses Jahrhunderts mit zuweilen unaussprechlichen Namen versehen werden, ist nicht zu verstehen. Per Definition bezeichnet eine Generation eine Gruppe von Menschen, die durch vergleichbare gesellschaftliche, historische und technologische Ereignisse geprägt sind. Eine solche Generation umfasst etwa 15-20 Jahre. Ich gehöre zu den sogenannten Babyboomern, die zwischen 1950 und 1964 geboren wurden. Wer glaubt, dass wir Boomer den Startschuss für die Definition der Generationen gaben, liegt falsch. Die Geburtenjahrgänge von 1928 bis 1945 tragen die Bezeichnung Silent Generation, was so viel wie „Stille Generation“ heißt. Die Kriegsgeneration zeichnete sich durch stilles Ertragen der Krisen und des Krieges aus, aber auch durch Pünktlichkeit, Arbeitsmoral, Respekt vor Autoritäten und Beeinflussbarkeit.

Wie nun sind wir zu unserem Namen „Boomer“ gekommen? Nach Ende des Zweiten Weltkrieges, besonders seit Mitte der 1950er Jahre, gab es auf Grund des wirtschaftlichen Aufschwungs einen rasanten Anstieg der Geburtenrate, einen sogenannten Boom. Wir waren immer und überall viele: in den Schulen, im Wettbewerb um Ausbildungs- und Studienplätze, auf dem Wohnungsmarkt und beim Ansturm auf Schlussverkäufe und auf italienische Strände. Überall fielen wir wie eine Heuschreckenplage ein. Vielleicht ist es unserer Unerschrockenheit und Resilienz zu verdanken, dass wir innerhalb weniger Jahrzehnte Wohlstand, Wirtschaftswachstum, moderne Sozialsysteme, politische Stabilität und gesellschaftlichen Wandel geprägt haben. Wir haben auch den ökologischen Aufbruch und die Anti-Atomkraft- und Friedensbewegung angestoßen. Wir stehen für Gleichberechtigung, Emanzipation und liberale Erziehungsmodelle. Als Boomer hinterlassen wir aber auch Rentenlücke und Klimakrise. Boomer wird zum Schimpfwort. Immer noch viele und alle auf ihren ökonomischen Vorteil bedacht. Wenn die Ablehnung einen Namen hat, kann man prächtig drauflos agitieren. Es ist keine gute Idee, die Generationen gegeneinander aufzuhetzen.

Weiterlesen „Boomer bis Beta“ →
Dieses und Jenes

Der Juli

Erich Kästner

Still ruht die Stadt. Es wogt die Flur.
Die Menschheit geht auf Reisen
oder wandert sehr oder wandelt nur.
Und die Bauern vermieten die Natur
zu sehenswerten Preisen.

Sie vermieten den Himmel, den Sand am Meer,
die Platzmusik der Ortsfeuerwehr
und den Blick auf die Kuh auf der Wiese.
Limousinen rasen hin und her
und finden und finden den Weg nicht mehr
zum Verlorenen Paradiese.

Im Feld wächst Brot. Und es wachsen dort
auch die zukünftigen Brötchen und Brezeln.
Eidechsen zucken von Ort zu Ort.
Und die Wolken führen Regen an Bord
und den spitzen Blitz und das Donnerwort.
Der Mensch treibt Berg- und Wassersport
und hält nicht viel von Rätseln.

Er hält die Welt für ein Bilderbuch
mit Ansichtskartenserien.
Die Landschaft belächelt den lauten Besuch.
Sie weiß Bescheid.
Sie weiß, die Zeit
überdauert sogar die Ferien.

Sie weiß auch: Einen Steinwurf schon
von hier beginnt das Märchen.
Verborgen im Korn, auf zerdrücktem Mohn,
ruht ein zerzaustes Pärchen.
Hier steigt kein Preis, hier sinkt kein Lohn.
Hier steigen und sinken die Lerchen.

Das Mädchen schläft entzückten Gesichts.
Die Bienen summen zufrieden.
Der Jüngling heißt, immer noch, Taugenichts.
Er tritt durch das Gitter des Schattens und Lichts
in den Wald und zieht, durch den Schluss des Gedichts,
wie in alten Zeiten gen Süden.

Dieses und Jenes

Blind Date in einer Buchhandlung

Beitrag: Tom Schmidt

Hatten Sie eigentlich schon einmal ein Blind Date? Nein? Dann geht es Ihnen wie mir, ich kenne auch nicht die klassische Situation, in einem Restaurant mit einem unverwechselbaren Erkennungszeichen zu sitzen und zu warten, wer durch die Tür das Restaurant betritt. Zugegebenermaßen ein Vabanquespiel mit offenem Ausgang, verbunden mit der Hoffnung, dass die Idee zu einem Blind Date letztendlich glimpflich ausgeht und nicht im Desaster endet.

Aber wie ich jetzt gemerkt habe, ist es nie zu spät für ein Blind Date, wobei mein Blind Date keine Verabredung mit einer unbekannten Person war, sondern sich durch Zufall im CCB ergeben hat. Der Grund war ein massiver Regenschauer, der mich dorthin flüchten ließ. Um die Zeit zu überbrücken, schlenderte ich dann durch das Erdgeschoss und kam an der Buchhandlung Heymann vorbei. Sofort fiel mein Blick auf einen größeren Tisch in der Nähe des Eingangsbereichs, auf dem unzählige braune Päckchen lagen. Da an diesem Tisch bereits einige Kunden standen, jeweils mit einem Päckchen in der Hand, und vertieft darauf schauten, wurde ich neugierig und steuerte umgehend auf den Tisch zu.

Weiterlesen „Blind Date in einer Buchhandlung“ →
Dieses und Jenes

Busfahrten

Beitrag: Boike Jacobs

Mittags im Bus, ein Vater schiebt einen Buggy rein, setzt sich, der Bus fährt an, der etwa eineinhalbjährige Junge schaut zum Vater und fängt an zu schreien. Der Vater aber ist mit seinem Tablet beschäftigt. Der Junge schreit lauter, der Vater reagiert nicht, da ruft eine Frau ihm zu, er solle gefälligst auf sein Kind achten. Keine Reaktion, der Junge schreit noch lauter, und die Frau ruft ebenfalls lauter. Schließlich stellt der Vater ein Kinderprogramm ein und gibt das Tablet dem kleinen Jungen. Augenblicklich ist er still, starrt auf die bunten Bilder und drückt immer wieder eine der Tasten.

Mein Bus kommt, aber als ich zur geöffneten Tür gehen will, rast ein E-Biker in hohem Tempo an mir vorbei. Er klingelt nicht, blickt durch seine Sonnenbrille starr über mich hinweg und setzt wortlos seine Fahrt fort. Fußgänger drängen sich zur Seite, schauen dem Mann nach, und eine Frau schreit: „Verdammte Radfahrer, eines Tages geschieht hier noch ein Unglück!“

Es soll in den kommenden Tagen sehr heiß werden, und so kaufe ich mehr Obst, Saft und Wasser ein als ursprünglich geplant. Wie kann ich mit dem Einkaufstrolley und der Tasche die Treppe neben der Bushaltestelle bewältigen? Zwei junge Männer kommen mir entgegen, angeregt in ein Gespräch vertieft. „Können Sie mir das hier bitte hoch tragen, damit ich meinen Bus noch kriege?“, frage ich sie. „Natürlich, natürlich“, sagt der Größere, greift zu und trägt alles leichtfüßig die Treppe hoch, während sein Kumpel fragt, ob ich es allein schaffe oder lieber seinen Arm nehmen wolle. „Ich helfe Ihnen auch in den Bus.“ Beide Angebote nehme ich dankbar an, und als der Bus anfährt, winken sie mir zu.

Vor wenigen Wochen hat meine 70-jährige Freundin eine Hüftoperation mit anschließender Reha hinter sich gebracht. Sie hat noch Schmerzen, bewegt sich mühsamer als sonst, aber sie kann immerhin gehen. Unser Bus ist voll, kein Sitzplatz frei, so frage ich ein junges Mädchen, ob sie wohl für meine Freundin aufstehen würde. Doch ehe die sich von ihrem Sitz erhoben hat, wehrt meine Freundin bereits ab. „Das brauch ich nicht“, wendet sie sich energisch mir zu, „so alt bin ich doch nun wirklich nicht.“ Schweigend lehnt sich das junge Mädchen wieder zurück und tippt erneut auf seinem Smartphone.

Am Busbahnhof ist mir genau vor der Nase mein 135-er davongefahren. Der nächste kommt erst in zehn Minuten, müde gehe ich zur Bank. Nur ein Platz ist noch frei, denn ein Mann hat sich quer über die übrigen Sitze gelegt. Schläft er? Nein, er raucht und trinkt dazwischen ein Dosenbier, Zigarettenschachtel und Feuerzeug liegen auf dem Boden, ein Stück weit von ihm entfernt. „Hallo“, sage ich, „denken Sie an Ihr Feuerzeug, das könnte sonst jemand wegnehmen.“ Keine Reaktion, er macht nur einen tiefen Zug und schnippt die Asche unter die Bank. Der 124-er fährt bis zum Hauptbahnhof, und als er ankommt, richtet der Mann sich mühsam auf, greift nach Zigarettenschachtel und Feuerzeug und steigt langsam in den Bus ein.

Fotos: pexels

Dieses und Jenes

Ein Bergedorfer in Amerika

Beitrag: Jürgen Sakuth

Photo by Md Jawadur Rahman on Pexels.com

Wir können im Bergedorf.Blog auch sehr aktuell sein. In diesem Beitrag geht es um die Fußball WM in Amerika. Die aktuelle Sport-Berichterstattung überlasse ich lieber den Profis. Aber hier geht es um ein Social Media-Phänomen.
Drei junge deutsche Fußballfans berichten als „freddyla7“ über ihre Alltagserlebnisse in Amerika und sind damit in den USA so erfolgreich, dass sie dort bereits über 722 Tsd. Follower haben und für Furore sorgen. Sie wurden sogar schon ins Weiße Haus eingeladen.
Warum schreibe ich darüber bei uns im Blog?

Es handelt sich um Bergedorfer. Das ist doch eine Meldung wert.

Dieses und Jenes

Symphonie des Lebens

Beitrag: Tom Schmidt

Wohnen Sie in Bergedorf oder Lohbrügge? Dann kommen Sie wahrscheinlich nicht in den Genuss der kostenlosen Open Air-Konzerte, die allabendlich in den Entwässerungsgräben und Teichen in den Vier- und Marschlanden im Mai und Juni veranstaltet werden. Die Konzerte sind laut, bis zu 90 Dezibel sollen bereits gemessen worden sein (ein „normales“ Rockkonzert hat im Schnitt 120 Dezibel), und es ist im Landgebiet in der Stille der Nacht häufig bis zu 500 Meter weit zu hören.

Es sind meist unbekannte Solisten, die in der Dunkelheit zu später Stunde für Außenstehende einen imaginären Chor bilden, der nach dem Einsingen ausschließlich in den Stimmlagen Tenor, Bariton und Bass eine unglaubliche Geräuschkulisse bilden. Entsprechend der Stimmlagen weiß der interessierte Chorliebhaber, es handelt sich ausschließlich um einen Männerchor. Eine Besonderheit dieser Chöre muss noch erwähnt werden: Es fehlt das Herzstück eines jeden Chores, denn es gibt keinen Chorleiter, der gesamte Auftritt ist eine einzige Improvisation. Auch gibt es keine Aufstellungsordnung auf der Bühne, Tenor, Bariton und Bass sind bunt durcheinandergemischt. Das zu erwartende Chaos beim Konzert bleibt aber aus, das Gegenteil ist der Fall: Spontanität, Kreativität, Dynamik und eine unbeschreibliche Energie zeichnen diese Chöre aus.

So etwas Grandioses schaffen natürlich nur Frösche, die von April bis Juni mit ihrer individuellen Symphonie des Lebens paarungswillige weibliche Frösche anlocken wollen, um ein kurzzeitiges Bündnis einzugehen. Dazu quaken sie herzzerreißend, als gäbe es kein Morgen, und sobald einer von ihnen mit seinen Lockrufen beginnt, setzt sich sukzessive der gesamte Chor in Bewegung. Man möchte der Welt ja etwas hinterlassen. Das immer lauter werdende Quaken der Frösche ist aber auch eine Verteidigungsstrategie ihres Reviers, also in dieser Geschichte der Bühne, auf der sie sich niedergelassen haben und die gegenüber anderen Fröschen mit allen Mitteln verteidigt wird. Das Ganze passiert primär in der Dunkelheit, zumal es in der prallen Sonne zu warm für diese Tierart ist und Frösche unter anderem für Störche oder Reiher eine Deliktesse auf dem Speiseplan sind.

Jetzt fragt man sich: Wie können so kleine Tiere so einen Krach machen? Frösche verfügen über innere und äußere Schallblasen, die sie wie ein Kaugummi aufblasen können. Die Geräusche hingegen werden im Kehlkopf erzeugt, indem Luft aus der Lunge in den Hohlraum der Schallblasen gepresst wird, die wie voll aufgedrehte Lautsprecher fungieren und die Töne verstärken.

Dass Frösche nicht zu den Lieblingstieren der Menschen gehören, ist bekannt. Viele haben ein äußerst ambivalentes Verhältnis zu diesen putzigen, schleimigen, feuchten und springenden Tieren mit einer fulminanten, schnellen Zunge, um Nahrung aufzunehmen. Wenn dann auch noch permanent die Nachtruhe gestört wird, hört für viele der Spaß auf. Wobei ich für mich sagen kann: Ein Froschkonzert auf einem Campingstuhl mit einem guten Glas Wein in einer lauen Sommernacht zu genießen, kann durchaus ein Highlight sein. Hängt natürlich von den Protagonisten auf der Bühne ab, wieviel Energie sie einsetzen, um paarungsfähige weibliche Frösche anzulocken.

Fotos: pexels, ralphs fotos