Twee öllere Mannslüüd, Odje Packen un Kuddi Peters, draapt sik op’n Markt vun Niemünster, de dor Grootplacken nöömt is. Dat is allerbest Summerweder, de Sünn schient, keen Wulken an’n Heven, un keen Lüftchen weiht. So ’n recht Weder to’n Geneten, un de beiden sett sik op ’ne Bank un laat sik dat goot gahn. Maleenst seggt Kuddl: „Du, Odje, bi dit schöne Weder harr ik egens mal so richtig Aptiet op’n kolet les. Vanillje, Kassberen, Schokolaad, jo un denn noch ’n olligen Dutt Slackermaschü dorop! Wat meenst du dorto?“ „Ik haal di dat geern, ik kann jo noch beter lopen as du“, seggt Odje dor. „Na, denn man to“‚, meen nu Kuddl, „aver schriev di dat man lever op, wat ik hebb’n will. Anners vergitts du dat weller bit du dor achter an’e lesbood ankam’n büst!“ „Nee“, antert nu Odje, „ik vergeet dat nich, dor bruukst du keen Bang‘ vör to hebb’n!“ Na ’n Veertelstünn kümmt Odje weller to de Bank torüch un hett statts les twee Braadwüst op’n Töller. Dor meen Kuddl glieks: „Sühstwull Odje, wat heff ik di seggt, lever allens opschrieven. Nu hest du doch glatt weller den Mostrich vergeten!“
Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“ (Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH) Illustration: Elke Grotelüschen
„Was der Mensch sät, das wird er ernten“, so steht es bereits in der Bibel. Wir schenken der Arbeit von Bauern und Bäuerinnen nicht mehr die Beachtung, die sie früher einmal fand und die ihnen angesichts ihrer Bedeutung auch zusteht. Die Erzeugung unserer Grundnahrungsmittel ist in unserer Gesellschaft ein großes Mysterium. Wir kaufen unsere Lebensmittel in üppig gefüllten, hell ausgeleuchteten Supermärkten. Dass der Apfel aus Südafrika kommt, wenn bei uns die ersten Blüten an den Bäumen sichtbar werden, fällt uns bisweilen gar nicht auf. Erdbeeren im Dezember sind so normal wie Kartoffeln aus Ägypten. Aber auch hier hat der Mensch gesät und die Ernte eingebracht. Es stünde uns gut zu Gesicht, wenn wir darauf mit Dankbarkeit blickten.
Aus dieser Perspektive schaut man ganz anders auf das Erntedankfest, das bereits in der Antike gefeiert wurde. Es dient nicht nur der Freude, mit anderen Menschen die Fülle des Lebens zu bestaunen, es ist auch ein Innehalten in unserer schnellen und unübersichtlichen Welt.
Der große Festumzug, der an jedem ersten Sonntag im Oktober in Kirchwerder stattfindet und zu den bedeutendsten Ernteumzügen deutschlandweit zählt, bietet dazu Anlass. Seit annähernd 50 Jahren engagiert sich die bäuerliche Gemeinschaft aus den Vier- und Marschlanden, unterstützt von Vereinen, Handwerksbetrieben und verschiedensten Gruppen, für dieses Fest. 30 herbstlich geschmückte Wagen und noch einmal so viele Spielmannszüge, Pferdegespanne, Trachtengruppen, Sportvereine und Kindertagesstätten ziehen vorbei an mehreren zehntausend begeisterten Zuschauern und Zuschauerinnen Richtung Zollenspieker. Ein Fest für die Sinne, angesichts der Farbenpracht, für die Kinder, deren Beutel sich mit bunten Bonbons füllen und für alle Beteiligten aus dieser Region. Sie fühlen sich in ihrer Arbeit gesehen und geschätzt. Ich mag die großen Erntekronen sehr, deren vier Streben für Hoffnung, Glaube, Dank und Fürsorge stehen. Darauf sollte man sich nicht nur zum Erntedankfest besinnen.
Am Zollenspieker findet ein kleiner Landmarkt statt, auf dessen Bühne neben den Ernteköniginnen auch der Hamburger Bürgermeister lobende Worte für das gelungene Fest findet und Musik und Kuchen von den Landfrauen für eine fröhliche Atmosphäre sorgen. Am Deich stehen die geschmückten Fahrzeuge, Menschen lachen miteinander, Kinder tauschen ihre Naschereien, die sie entlang des Umzuges einsammeln konnten und die Sonne taucht alles in herbstliches Licht.
Danke für diese Fülle an Fröhlichkeit und Vielfalt.
„Das Formular hab ich, aber ich komm einfach nicht dazu, es auszufüllen.“ – „Meine Tochter drängt mich schon länger, aber das ist ja so ein Fummelkram.“ – „Lasst mich bloß mit der Patientenverfügung in Ruhe, ich will noch nicht an den Tod denken.“
Wer will das schon? Und wenn wir uns unseren eigenen Tod vorstellen, dann am liebsten so: einschlafen und nicht mehr aufwachen. Herzinfarkt, umkippen, und weg ist man. Aber da geht es schon los, denn in einem solchen Fall wird ja sofort der Krankenwagen gerufen, und die Sanitäter beginnen schon auf der Fahrt zum Krankenhaus mit der Reanimierung. Fortgesetzt werden diese und weitere Maßnahmen dann von Ärzten und Schwestern.
Wir sind noch altmodisch und kochen unser Mittagessen selber. Normalerweise kocht meine Frau. Und sehr gut, wie ich finde.
Wenn sie Termine hat, bin ich auch mal dran. Ich wollte „Spaghetti alla Puttanesca“ machen (Spaghetti nach Hurenart). Eigentlich nicht besonders schwer.
Da ich schnell nervös werde, wollte ich gut vorbereitet sein und platzierte schon alle benötigten Töpfe auf die Herdplatten. Den Topf mit dem Nudelwasser stellte ich auf die höchste Stufe an. Dachte ich zumindest. Dann machte ich mich zunächst an das Schnippeln der Zutaten.
Nach einiger Zeit wollte ich Butter und Olivenöl in einem anderen leeren Topf langsam erhitzen. Als die Butter den Topfboden erreichte, passierte es. Ein explosionsartiges Zischen mit extremer Rauchentwicklung setzte ein. Ich hatte die falsche Platte angemacht.
In meiner Panik wollte ich den Topf mit Wasser schnell wieder abkühlen, was natürlich zu noch mehr Rauch- und Dampfentwicklung führte. In diesem Moment ertönte zusätzlich der laute Warnton des Rauchmelders. Und das in dem Augenblick, wo ich in der Küche kaum noch etwas sehen konnte.
Wenn ich mit meiner Tochter einmal wieder richtig schön bummeln gehen wollte, unterschied sie stets zwischen „Kleine Stadt“ und „Große Stadt“. Sie liebte das Überschaubare und Gemütliche. So fuhren wir, zumeist mit dem Fahrrad, fröhlich von Kirchwerder in den Vierlanden in die „Kleine Stadt“ Bergedorf.
Als ich mich am letzten Sonntag an eben diese Ausflüge erinnerte, kamen mir der „Landmarkt“ und der verkaufsoffene Sonntag sehr gelegen. Ich war überrascht, dass es so viele Menschen in meine „Kleine Stadt“ gezogen hatte. Das würde die verschiedenen Einzelhändler sicher sehr freuen. Es fühlte sich alles sehr städtisch an, Gedränge wie in der Mönckebergstraße. Ich suchte nun nach der Verbindung zum Land, das rund um Bergedorf mit den Vier- und Marschlanden immer gegenwärtig ist. Nach wenigen Metern konnte ich einen kurzen Blick auf 3 unglückliche Heidschnucken werfen, die auch dem intensivsten Locken der umstehenden Kinder widerstanden. Sie verließen ihren Hänger nicht. Streicheln oder Füttern rückten in weite Ferne. Mal schauen womit sich unsere ländliche Region besser präsentieren würde. Die überschaubare Ansammlung verschiedenster Kürbisse und der farbenfrohe Hinweis auf das Erntedankfest am 6.10. ließen mich hoffen. Der „Landmarkt“ entpuppte sich dann als das, was leider fast alle kleineren saisonalen Märkte kennzeichnet: eine Ansammlung von Kitsch und Tand zu Bratwurst und Bier. Der kleine kolumbianische Kaffeewagen lud mich dann doch zu einem kurzen Zwischenstopp ein, zumindest für einen guten Espresso. Ich werde lieber die nächsten Tage wiederkommen, denn Bergedorf bietet mit seiner Schlosskulisse und den vielen liebevoll gestalteten Cafés viele Möglichkeiten des Verweilens ganz ohne Landmarkt.
Im Anschluss an meinen misslungenen Versuch, Stadt und Land an diesem Sonntag in Bergedorf vereint zu sehen, zog es mich ans Wasser. Am Bergedorfer Hafen herrschte auch Gedränge und an der Elbe in Kirchwerder hatten die Angler alle Strandabschnitte belegt. So besuchte ich eine Freundin, die in unmittelbarer Nachbarschaft zur Reitbrooker Mühle ein schönes Wassergrundstück an der Dove Elbe ihr Eigen nennt. Es war an diesem sonnigen Tag ein versöhnlicher Ausklang am Fluss.
Im Nebel ruhet noch die Welt, Noch träumen Wald und Wiesen: Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, Den blauen Himmel unverstellt, Herbstkräftig die gedämpfte Welt In warmem Golde fließen.
De Direktor vun de Bank, Hubert Holthusen, is ’n bannig netten Keerl un hölpt elkeen, wo dat blots mööglich is. He ünnerstütt dat Kulturleven vun’e Stadt, is ’n goden Stadtvertreder, maakt as Brandmeester bi de Füerwehr heel goden Deenst, hett dat Seggen bi de Schüttengill, hölpt de Nedderdüütsch Bühn un sünnerlich ok de Maten vun’t Olenparlament vun’e Stadt. Een mutt also segg’n: Vun solk hölpen Lüüd kunn elk Stadt bannig veel bruken, solk Minschen muttst söken.
Man Hubert kann ok anners. He kriegt sik licht in’e Klatten, kann pennschieterig as ok’n övergroot Sluusohr sien. Dat wiest sik jümmers, wenn dat heet, en niegen Mitarbeider bi de Bank intostell’n.
So weer dat also ok, as Herr Direktor Holthusen mit den Bewarver för den Huusmeesterposten, Matten Ohlsen, dat Gesprääk to’n Instellen föhr. „Aso, mien leve Herr Ohlsen“, so füng de Direktor Holthusen dat Snakken an, „dat gifft twee Saken in uns Bank, de mi heel wichtig sünd. Dat Eerste is dat Schier maken un de Rennlichkeit. Mal ’n kotte Fraag blangenbi: Hebbt Se sik egens op de Footmatt vör mien Ruum de Fööt afpedd?“
Aver seker doch, Herr Direktor!“ anter Matten Ohlsen. „Un nu süllt Se ok noch erfohr’n, wat dat Twete is, op dat ik groten Weert legg. Dat is de Ehrlichkeit. Ik kann blots oprecht Lüüd bi mi bruken. Buten vör mien Döör liggt gor keen Footmatt!“
Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“ (Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH) Illustration: Elke Grotelüschen
Jedes Jahr im September ertönt in Deutschland der eindringliche Ton der Warnsirenen. Gestern war es wieder soweit. Der bundesweite Warntag ist ein wichtiger Testlauf für unsere Katastrophenschutzsysteme. Aber sind wir als Gesellschaft wirklich gut genug vorbereitet?
Ich mag das Gedicht, aber ich musste es mal auswendig lernen, da ich das so gar nicht kann ging das…