Geschichten und Gedichte, Plattdeutsche Texte

Afnadelt

Beitrag: Helmut Marquardt

Een Dag noch, dann is’t so wiet,
dann is vörbi de lange Tiet.
Dann is dat wohrhaftig wohr,
dann is Hillig Avend dor.
Hillig Avend, dat’s Tratschoon,
kriggt he sien Kleed, de Dannenboom.
De Kinner hölpt bi’n Utstaffeern,
dat makt se vun Harten geern.
Mudder dreiht noch mal een Runn,
dörch dat Huus un hett wat funn’n.
In de Stuuv dor geiht ehr Blick
un ehr Hals ward täämlich dick.
Mudder bölkt: Hier fählt doch wat !!!
Vadder fragt: Wat is denn dat?
Mudder in’n Kommandoton:
Wo steiht denn hier de Dannenboom !!!!
Vadder suust dann af geswind
dat he noch’n Dannenboom find.
Kummt tau’n Markt un hett noch Glück,
dor steiht noch een, dat letzte Stück.
De Macker seggt noch tau em lies:
Den gifft dat hüüt tau’n halven Pries.
De Boom kummt rin in’t Zimmer
Vadder harr so’n blassen Schimmer.
As he annern Morgen vör den Dannenboom steiht,
de Anblick em sien Puust versleit.
Sien Gesicht ward bannig lang,
denn all de Twiegen sünd blitzblank.
Un blangenbi de Wiehnachtskripp,
steiht blots ’n Dannenboomgeripp.
Mit n‘ Mal ward em de Pries ok kloor,
dat wörr’n Boom vun letztet Johr.

Bild: per KI generiert

Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Dat heff ik mi dacht

Beitrag: Jürgen Sakuth

Berni Overdieck leep mit sien 39 Johren jümmers noch as Eenspänner dörch de Welt. He harr eenfach noch nich de Fru för’t Hart un Leven funnen. Man he weer egens mehr as tofreden mit düssen Tostand un dee sien Daagwark as Knecht op Buer Osterkamp sien Hoff in Seh lendörp mit Leev un Fliet.
Dat änner sik aver opeenst, as Stiene Schlichting op de Buernsteed vun’n Naver as Kööksch anfüng. Düsse Deern gefüll em bannig goot. Stiene, de müch he lieden.
Jo un Stiene, de harr em ok al de gröttst plattdüütsch Leevsverkloren tokamen laten, de dat bi de Plattdüütsche geven deit. Se harr to em seggt:
„Berni, du büst mi egens ok nich ganz unsympaatsch!“
Vunavend harrn de Twee weller ’n Verafreden, se wull’n sik mal weller drapen. Dor dat ’n zappendüüster Nacht weer, nehm Berni sik de bren nen Lantücht vun’n Haken, de in’n Düüstern vör de Schüün vun’n Hoff opbummelt weer.
As he graad los wull, keem Buer Osterkamp dor överto un wull sien Knecht mal so’n beten op’e Schipp nehm’n. He see mi’t swiensplietsch Smuustern:
„Wenn ik fröher to mien Wanda güng, Berni, heff ik nie nich ’n Lantücht mitnahmen. Dat güng doch ahn veel beter. Een harr denn doch tominnst beide Hannen frie!“ Berni grien torüch: „Dat heff ik mi doch glieks dacht, as ik dien Fru ankeken heff. Harrst man beter ok ’n Lantücht mitnahmen, Buer!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Dieses und Jenes

Dezember

Josef Weinheber

Im Stall bei Esel, Ochs und Rind
zur Nacht geboren ward das Kind.
Und wieder still wie ehedem
der Stern leucht‘ über Bethlehem.
Gott in der Höh sei Preis und Ehr,
und Fried den Menschen weit umher.

Gevatter, schlachte du ein Schwein,
back Honigbrot, fahr auf den Wein
und heiz die Stuben nach Gebühr,
dass uns das Kindlein ja nicht frier!
Wir feierns mit bei Trunk und Schmaus:
Die Glock schlägt zwölf — das Jahr ist aus.

Foto: pixabay

Aus der Region, Damals war's

Bergedorf vor 50 Jahren

Früher mit Dampf, heute elektrisch

Beitrag: Jürgen Sakuth

Die Lokomotive mit dem stolzen Namen „Hansa “ stand auf dem Bahnhof am Deichtor. Auf Wartezeit gestellt, wie ein zur Parade geschmücktes Pferd. Sie hatte am siebten Mai 1842 in feierlicher Eröffnung der Bahnstrecke Hamburg – Bergedorf den ersten Zug mit den Gästen in „das Städtchen “ bringen sollen. Doch seit der Nacht vor dem Himmelfahrtsfest, vom vierten auf den fünften Mai, war der große Brand im Gang, der sich nicht hatte eindämmen lassen.
Wie es zu der Zeit in Bergedorf aussah, erzählte der Ratmann Andreas Spiering im Jahr 1892 im Rückblick auf die Zeit damals vor 50 Jahren: „Beim großen Hamburger Brand wurde die hiesige Feuerwehr durch die Trommel, welche der Stadtsoldat Sager rührte, zum Alarmplatz gerufen. Bei der Stadtjugend hieß der wackere Sager „Kriegsknecht Hartwig “ Bei der ersten Kunde vom Brand war Ratmann Schlebusch nach Hamburg geeilt. Er kam in großer Hast in seinem Einspänner über die Mühlenbrücke angefahren und hielt bei der Wache, wo er den Befehl zum Ausrücken der Spritzen gab und Sager losschickte, die Spritzenleute zusammenzutrommeln.
Der Schuljugend, die auf dem Kirchhof spielte, gab Sager die Weisung: „Jungs, nu lopt man vorut und segt, daß hier in Bardorp keen Füür is; ober de Sprütten sollt na Hamborg, um to helpen. “ Am achten Mai 1842 nachmittags zwei Uhr konnte der Rat das Ende des großen Brandes der Bevölkerung mitteilen. Seine Kundgebung schloss mit dem Satz: „Unser geliebtes Hamburg ist nicht verloren, und unsere regsamen Hände werden, wenn auch allmählich und in Monaten und Jahren das schon wieder aufzubauen wissen, was das furchtbare Element in Stunden und Tagen so heftig zerstörte. Gott mit uns!“

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Dieses und Jenes

Der Rote Rock

Beitrag: Sabine Ziesmer

Wenn ich mit meiner kleinen Lerngruppe am Mittag zusammenkomme, werden zuerst einmal alle anfallenden Fragen, Tagesereignisse und Probleme erörtert, die die kleinen Kinderseelen so beschäftigen. Nicht selten werden auch ganz persönliche Fragen gestellt, die im Elternhaus nicht beantworten werden können.

Überall erstrahlt die Adventszeit in hellem Licht. Die Geschäfte sind auf das Weihnachtsgeschäft eingestellt, und auch die Klassen der Grundschule sind festlich geschmückt. Ich kenne das aus meiner Zeit als Klassenlehrerin. Es war immer die schönste und intensivste Zeit des Jahres. Nun sitzen mir acht Kinder aus sechs verschiedenen Ländern gegenüber, die überwiegend muslimischen Glaubens sind. Ich habe von ihnen bereits viel über das Opferfest, das islamische Neujahr oder Ramadan mit dem Zuckerfest erfahren. Nun bemerke ich, dass einigen Kindern etwas auf dem Herzen liegt: Was weiß ich über das Christentum und Weihnachten? Was kann ich auch mitmachen? Wie erkläre ich das meiner Familie?

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Dieses und Jenes

Energie trifft auf Emotion

Beitrag: Boike Jacobs

Studioleiterin Menekse ist bei allen beliebt

Was ist für die meisten Jugendlichen der Lieblingsplatz in Bergedorf und Lohbrügge? Im Rahmen des Workshops „Generationenwerkstatt“ des KörberHauses fiel die Antwort eindeutig aus: das Gym. Wie bitte? Ja, gemeint ist das Fire Gym im Rudorffweg 25, das viel mehr ist als die Mucki-Buden, wie sie mir bisher bekannt waren. Auch mein 20-jähriger Nachbar Ibrahim trainiert dort mehrmals in der Woche. Ermutigt dazu wurde er durch einen Text auf der Website vom Fire Gym: „Fortschritt beginnt mit dem ersten Schritt. Und manchmal ist der schwerste … der zur Studiotür. Aber hey – wenn du erstmal da bist, läuft’s. Versuche es doch mal mit einem unserer vielen Kurse. Manchmal hilft es, in der Gruppe zu schwitzen und einen festen Termin zu haben, um sich aus dem Haus zu bewegen.“ Diese Kurse nehmen besonders viele Mädchen und junge Frauen wahr.

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Aus der Region

Adventskalender

Beitrag: Beate Braubach

Die STEB — Stiftung für Engagement in Bergedorf öffnet in diesem Advent täglich ein digitales Türchen: wir zeigen nicht nur, wen wir gefördert haben, sondern auch was durch unsere Unterstützung entstanden ist. So möchten wir Leserinnen und Leser inspirieren, selbst zum Fördertopf beizutragen und damit weitere wertvolle Projekte möglich zu machen.

Unser Adventskalender macht sichtbar, wie vielfältig Engagement in Bergedorf ist – von kulturellen Initiativen über soziale Projekte bis hin zu innovativen Ideen für mehr Teilhabe. Jede Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie Spenden direkt Wirkung entfalten.

Damit diese Arbeit auch in Zukunft sichtbar bleibt, brauchen wir Ihre Unterstützung auf unseren Kanälen: Folgen Sie uns auf Instagram und Facebook, liken und teilen Sie unsere Beiträge. Ihre Interaktion hilft uns, Reichweite zu sichern und neue Unterstützer zu gewinnen.

Gemeinsam schaffen wir Aufmerksamkeit für Engagement. Jeder Klick zählt – und jede Spende wirkt! Facebook  | Instagram www.stiftung-steb.de

Text und Foto: Beate Braubach

Aus der Region, Veranstaltungen

Termine Dezember

Beitrag: Jürgen Sakuth

Tipps aus der Redaktion

WannThemaWo
Mo, 1. Dezember
um 19 Uhr 30




Filmvorführung :
Amrum

Deutscher Spielfilm von Fatih Akin nach den Kindheitserinnerungen von Hark Bohm

Sachsenwald-Forum

Hamburger Straße 8
Reinbek
Eintrittspreis 8 Euro
Online- Vorverkauf:
http://www.kultur-reinbek.de
Di, 2. Dezember
um 10 Uhr
Denkste? Philosophieren für Jung und Alt

KörberHaus

Anmeldung
koerber-stiftung.de

Fr, 5. Dezember
ab 14 Uhr
Miteinander Feiern

Dritter Geburtstag KörberHaus
KörberHaus



Di, 9. Dezember
um 19 Uhr
Goodbye, Amerika

Gespräch, Diskussion
KörberHaus

Anmeldung
koerber-stiftung.de
Do, 18. Dezember
um 17 Uhr
Gesprächskonzert:
Weihnachten im Zauberwald
KörberHaus

Stand: 27. November

Dieses und Jenes

Menschlich gesehen

Pastor Andreas Baldenius

Beitrag: Boike Jacobs

Pastor Andreas Baldenius in action: mit Konfirmand und Konfi-Team bei der „Konfirmation im Garten“ unter Corona-Bedingungen

Es geht um Visionen, die Andreas Baldenius sich erfüllen möchte, wenn er am 1. März in den vorzeitigen Ruhestand tritt und sich nach Limburg an der Lahn verabschiedet. Dort will der gerade bei Jugendlichen so beliebte Seelsorger nach 21 Jahren als Pastor von St. Petri und Pauli seinen Beruf zwar noch gelegentlich ausüben, aber gleichzeitig zu neuen Ufern aufbrechen. Denn es geht nicht nur um seine eigenen Visionen, er wird in Zukunft vor allem als ausgebildeter Mentor für Visionssuche arbeiten.

Aber haben nicht fast alle Menschen ohnehin Visionen? Die Schule beenden, den Führerschein machen, in die Lehre oder an die Uni gehen, Ausbildung oder Studium abschließen, schnell einen möglichst gut bezahlten Arbeitsplatz finden, die Karriereleiter hochklettern. Und dann natürlich heiraten, Kinder bekommen, ein Haus bauen. Lauter Ziele, erreichbar und messbar, die schon früh ins Auge gefasst werden. Wie kommt es, dass junge wie ältere Menschen plötzlich einen Burn-out bekommen, aus vorgezeichneten Bahnen ausbrechen, oft krank werden? Alles scheint doch wunderbar zu laufen.

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