Wissenswertes

Kosmische Crash-Tests

Was das Webb-Teleskop über galaktische Zusammenstöße verrät

Beitrag: Thorsten Werner

Stell dir vor, du würdest zwei Galaxien nehmen und sie einfach zusammenknallen lassen. Klingt nach einem ziemlich chaotischen Szenario, oder? Genau das haben sich die Wissenschaftler*innen auch gedacht und das James-Webb-Teleskop auf die Suche nach solchen kosmischen Crash-Tests geschickt.

ARP 107
Credits: Image: NASA, ESA, CSA, STScI
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Aus der Region, Veranstaltungen

Vorlesetag im KörberHaus

Beitrag: Jürgen Sakuth

Vorleserinnen in Aktion

Der einsame kleine Elefant Winzig hätte sich sicher gefreut, dass so viele Kinder gekommen waren.

Zum bundesweiten Vorlesetag war es einmal andersherum. Nicht die Kinder hatten uns Leselernhelfern vorgelesen.
Wir lasen stattdessen den Kindern selbst etwas vor. Dazu hatten wir in einen Extraraum der Bücherhalle im KörberHaus eingeladen.

Es kamen mehr Kinder als erwartet und die Stimmung war prächtig. Zur Leseunterstützung hatten wir auch tierische Helfer dabei. Die Handpuppen Leserabe, Schaf und Wolf machten das Ganze noch anschaulicher.

Handpuppen Wolf und Schaf

Eigentlich hatten wir mehrere Leseabschnitte mit unterschiedlichen Kindergruppen geplant, aber nach den Pausen kamen die gleichen Kinder immer wieder. Die meisten der anwesenden Kinder waren noch ziemlich klein, so dass die Aufmerksamkeit zwischendurch immer mal nachließ.

Trotzdem empfanden wir unsere Veranstaltung als vollen Erfolg. Das wollen wir im nächsten Jahr wiederholen.

Text und Fotos: Jürgen Sakuth

Geschichten und Gedichte

Kinderwelten – „Wird schon“

Beitrag: Edith Kalisch

Wer mit Kindern geht, die noch nicht die Schule besuchen, braucht Zeit. Zeit, um anzukommen, wenn ein Ziel gesetzt ist. In diesem Falle: ein Spielplatz. Ach, Zeit haben wir, mein Enkel Janosch und ich. Er kennt den Weg genau. Erst einmal wird auf der Mauer balanciert, dann geschaut, ob die Schnecke von gestern noch an ihrem Platz sitzt. Natürlich nicht, sie will ja auch weiter. Dafür müssen wir eine Spinne betrachten. Sie wartet auf Nahrhaftes. Ob ihr wohl der Magen knurrt? Nach so vielem Netze weben? Wir wissen es nicht. Wir nehmen nun nicht den vorgegebenen Weg, sondern streifen über die Wiese. Hier steht noch ein alter Apfelbaum. Ein sehr alter. Wir überlegen. Es gab hier also mal einen Garten. Scheint lange her zu sein. Endlich erreichen wir unser Ziel. Noch nicht ganz. Plötzlich rennt Janosch voraus, wieder zurück. Ist aufgeregt. Ist empört. “Siehst du dahinten den Wendehammer, Oma?“ „Ja und, was ist mit dem?“ Ich gucke verständnislos. „Und Oma, siehst du irgendwo ein Sackgassenschild?“ Ich verneine es. Das muss gemeldet werden. Unbedingt. Na gut, aber erstmal zum Spielplatz.

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Freizeit & Reise

10 Tausend Schritte im Stadtpark

Beitrag: Elisabeth Hartmann

Dr. Internet empfiehlt: Menschen ab 60 sollten täglich 6 bis 8 Tausend Schritte gehen, es trüge dazu bei, “das Sterberisiko zu senken”. Aha! Also mache ich mich auf. Es geht in den Hamburger Stadtpark.

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Veranstaltungen

Rechte Gewalt – „Nie wieder ist jetzt“

Ausstellung im Bezirksamt KörberHaus

Beitrag: Sabine Ziesmer

Im November gedenken wir Bergedorferinnen und Bergedorfer wieder gemeinsam der Opfer des Nationalsozialismus. Bereits vor einem Jahr habe ich einen Beitrag über das Gedenken und die Frage nach den Menschen, derer wir gedenken, in den Blog gestellt. Diese Frage treibt mich immer noch um. Durch den Besuch der Ausstellung „Rechte Gewalt in Hamburg von 1945 bis heute“ im KörberHaus wurde mein Fokus auf das gelenkt, was rechte Gewalt ausmachte und immer noch ausmacht. Rechtsextreme Überzeugungen, die Relativierung des Holocausts und antisemitische Positionen werden häufiger offen geäußert. Menschen mit Migrationsgeschichte erleben in ihrem Alltag viele Vorurteile und Ausgrenzungen, zunehmend auch Gewalt. In Bergedorf und dem „Drumrum“, wie es die „OMAS GEGEN RECHTS“ so treffend umschreiben, ist es ebenfalls Teil unseres gesellschaftlichen Diskurses geworden. Wahrscheinlich war es aber auch nie ganz weg, dieses verbindende Gefühl, rechte Weltanschauung zu vertreten.

Als ich am Montag zur Eröffnung der Ausstellung kam, war ich über den Ansturm zunächst erstaunt, dann aber vor allem begeistert, dass ein so großes Interesse bestand. Neben den vielen älteren Menschen konnte ich auch Jugendliche ausmachen, die in Gruppen beieinander standen und interessiert den Vorträgen der verschiedenen Unterstützer lauschten. Die „OMAS GEGEN RECHTS“ legten eine beeindruckende musikalische Performance hin, die die Kraft des Wortes und einer eindeutigen Haltung schwungvoll begleitete. In drei Räumen erfahren Besucher und Besucherinnen in Bild und Text schockierende Berichte über Menschen, die in Hamburg Opfer rechter Gewalt wurden. Schulklassen haben sich bereits für den Besuch der Ausstellung angemeldet. Engagierte Lehrerinnen und Lehrer können aus dem großen Angebot entsprechende Teilbereiche auswählen.

Im Rahmen der Wochen des Gedenkens werden aber auch Rundgänge angeboten, zum Beispiel auf dem Friedhof oder entlang der Stolpersteine, Konzerte gegeben, Filme gezeigt und Gottesdienste abgehalten. Im Mittelpunkt steht immer das Leitmotiv „Nie wieder ist jetzt“. Alle Angebote dienen dem Innehalten und Gedenken und helfen beim Erkennen und Benennen von Hetze und Lüge. Der „bedauerliche Einzelfall“ ist zum Alltag vieler Menschen geworden, die sich vermeintlich von der Masse unterscheiden. Die Gleichwertigkeit aller Menschen ist nicht nur wesentlicher Bestandteil unserer Verfassung, es muss auch ein erklärtes Ziel von uns allen sein, Verantwortung zu übernehmen und eigenes alltägliches Handeln immer wieder zu überprüfen. Das ist eine große Aufgabe, der sich die Initiatoren der Wochen des Gedenkens gestellt haben.

Als ich gegen 19.00 Uhr die Treppen zum Eingangsbereich des KörberHauses hinabstieg, konnte ich auf allen Ebenen junge Leute unterschiedlichster Herkunft und Sprache beobachten, die in Kleingruppen am Tablet oder mit Schulbüchern in die unterschiedlichsten Themen vertieft waren. Immer wenn ich hier sein kann, fallen mir diese fröhlich lernenden Jugendlichen auf. Das KörberHaus bietet ihnen einen Ort, an dem sie lernen, diskutieren, lachen und zusammenkommen dürfen. Das ist gelebtes Miteinander, Akzeptanz auf Augenhöhe und ein Stück Heimat. Diese Momente lassen mich hoffen.

Fotos aus dem Katalog zur Ausstellung „Rechte Gewalt in Hamburg: von 1945 bis heute“, KZ Gedenkstätte Neuengamme.

Aus der Region, Festliches

Laterne, Laterne,

Sonne, Mond und Sterne …

Beitrag: Tom Schmidt

Brenne auf, mein Licht, brenne auf, mein Licht,
Aber nur meine liebe Laterne nicht

Laternenumzug in Kirchwerder
Fotos: Tom Schmidt

Warum beginne ich diese Geschichte mit der 1. Strophe eines Kinderlieds? Auf der einen Seite ist es einer der Klassiker bei jedem Laternenumzug, auf der anderen Seite habe ich ihn vor über 60 Jahren das erste Mal bei einem Laternenumzug in Reinbek gesungen. Und Sie werden es nicht glauben, ich habe ihn tatsächlich abgespeichert und bin immer noch textsicher. Mein ganzer Stolz war Anfang der 60er Jahre eine Laterne als Mond, natürlich rund, in Gelb gehalten mit einem freundlichen Lächeln und zu der Zeit noch mit einer richtigen Kerze. Der Laternenumzug war etwas ganz Besonderes für mich. Wie ich von meinen Eltern weiß, war ich den ganzen Tag aufgeregt und habe den Liedtext zum Leidwesen meiner Eltern in der Endlosschleife gesungen. Und wenn es dann endlich losging, war ich immer fasziniert von den unterschiedlichen Motiven der Laternen in der Dämmerung, die für mich mystische Lichter in der Nacht waren. Da die Laternen sich durch das Laufen ständig bewegten, sah es aus, als wenn sie tanzten.

Weiterlesen „Laterne, Laterne,“
Plattdeutsche Texte

Bi’n Putzbüdel

Beitrag: Jürgen Sakuth

Dat is nu puttegal, wat een to’n Keerl seggt, de di de Hoor snieden or den Boort raseren deit: Hoorsnieder, Putzbüdel, Barbeer, Barbutsch or Snutensraper, wohr is, du höörst jümmers dat Niegeste ut’e Stadt, or beleevst dor faken wat Vergnöögtet. Guschi Reddmann vertell mi, wat em annerletzt in Eckernföör passeert weer. En lütt Jung keem in den Salon, un de Putzbüdel fluuster sien Kunn op’n Stohl to:
„Dat is wull dat döschigste Kind vun’e Stadt, glööv mi dat. Wenn ik mit dat Hoorsnieden bi di trecht bün, warr ik di dat wiesen!“ As de Kunn betahlt harr, nimmt de Barbeer in de een Hand en Fief-Euro-Schien un in de anner Hand twee Een-Euro-Münten, geiht op den Jung to, wiest op sien Hannen un seggt: „Na, mien Jung, wüllt wi mal weller uns lütt Speel maken? Söök di doch wat ut!“ De lütt Buttjer grippt na de twee Geldstücken un haut foorts af. „Na, wat heff ik di seggt“, meen de Hoorsnieder nu heel spöttsch to sien Kunn, „de Jung lehrt dat wull nie nich. He warrt un warrt nich klöker!“
Lütt beten later geiht de Kunn ut den Salon un süht den lütten Knirps mit’n groot les vör de lesdeel stahn. Nielig fraagt de Mann em: „Hey, mien Lütten, vertell mi doch blots mal, worüm du de twee Een-Euro-Münten namen hest un nich den Fief-Euro-Schien!“ „Nee, ik bün doch plietsch. Denn speelt de Frisör doch nie weller mit mi!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Aus der Region, Veranstaltungen

Kultur und Öffentlicher Nahverkehr

Beitrag: Jürgen Sakuth

Photo by Wolfgang Weiser on Pexels.com

Wie können noch mehr Menschen dazu bewegt werden, die vielfältigen Hamburger Theater zu besuchen“

Dies war ein Thema am Freitag beim Besuch der Intendantin des Ernst-Deutsch Theaters Isabella Vértes-Schütter im KörberHaus. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe „Altersbilder“ statt. Ich kann den Besuch dieser Gespräche nur empfehlen.

Dies war aber nur die Einleitung zu meinem eigentlichen Thema, denn am nächsten Tag waren wir im Theater und erlebten, wie Menschen wie wir, die Bus und Bahn benutzen, davon abgehalten werden.

Wir erlebten im Altonaer Theater „Der Club der toten Dichter“. Ein schöner Theaterabend. Die Vorstellung war nahezu ausverkauft und die Schauspieler wurden zu Recht mit stehenden Ovationen gefeiert.

Aber nach unserer Rückkehr hatten wir lange darüber gesprochen, ob wir so etwas noch einmal machen. Unsere Bahn fuhr nur bis zum Berliner Tor. Dort mussten wir in den Schienen-Ersatz-Verkehr umsteigen. Das lässt sich manchmal nicht vermeiden und war lange angekündigt. Trotzdem in dieser Form ärgerlich. Als wir von der Bahn in den Bus umsteigen wollten, sahen wir den abfahrenden Bus, der nur zu einem Drittel voll war. Viele winkten und riefen, um den Bus noch zu stoppen, vergeblich. Daneben stand die ganze Zeit ein vollbesetzter Dienstwagen mit laufendem Motor und der Aufschrift „Verkehrslenkung“, ohne einzugreifen.

Der irgendwann folgende Bus war dann natürlich übervoll. Als wir Billwerder-Moorfleet wieder in den Zug umsteigen wollten, stand dort schon eine Bahn. Ich sagte noch zu meiner Frau „Diesmal haben wir aber Glück“. Aber in dem Moment, in dem die Bus-Gäste ausstiegen, fuhr die Bahn ab.

Neben den Problemen der fehlenden Anschlussmöglichkeiten hatten wir in jedem Bahnabschnitt heruntergekommene jugendliche Bettler im Zug, aber das nur nebenbei.

Mich interessiert wie andere Bergedorfer das sehen.
Fahren Sie abends noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln in andere Hamburger Stadtteile?
Nutzen Sie nur noch den privaten PKW, falls vorhanden?
Oder nur noch Taxis?
Oder besuchen Sie keine Theater, Kinos oder Konzerte am Abend mehr, wenn Sie auf Bus und Bahn angewiesen sind?