Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Twüschen de Johr’n

Beitrag: Jürgen Sakuth

Fiete Piekenhogen dröppt bi’n Wiehnachtsinkoop in de Mönkebergstraat sien ole Flamm Mieke Bossbek weller.
„Verdori, Mieken!“ röppt he, wo geiht di dat denn! Du warrst jo jümmers smucker!“
Mieken löppt jo nu knallrot an.
„Minsch, Mieken! Köönt wi uns nich nochmol weller dropen, so op ’n lütt Rendevouz?“
„Ne, Fiete, dat geiht nu nich mehr, ik bün middewiel ünner de Huuv kamen!“
Fiete Piekenhogen, twischenin en erfolgreiche Börsenspekulant, kennt aver keen Bahnhoff un sett na:
„Och wat verheirat, Mieken! Ik geeev di hunnert Euro, so as fröher, na du weetst al!“
Mieken keek sik nu verschaamt üm.
„Na goot, Fiete, 100 Euro sünd 100 Euro, denn kumm du man twüschen de Johrn lang, dor is mien Mann mit sien Golfclub op Zypern!“
Un so hebbt Fiete un Mieken dat denn ok maakt.
Anfang Januor, keem ehr Mann vun Zypern torüch un meent bi’t Utpacken:
„Seggt mal, Mieken, is en gewisse Herr Piekenhagen twüschen de Johr’n hier west?“
Mieken kreeg jo nu ’n bannigen Schreck un stotter sik „Jo, jo, Herr Piekenhogen is hier west!“
„Un hett he di hunnert Euro geven?
Mieken wörr dat jo nu heel schummeri tomoot:
„Jo, he hett mi hunnert Euro geven!“
„Na also. Is doch ’n reellen Keerl, de Piekenhogen. He hett sik nämli vör Wiehnachten hunnert Euro bi mi pumpt un seggt:
„Se bekaamt ehr Geld noch vör Silvester torüch‘!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Plattdeutsche Texte

Besöök to’n Fest

Beitrag: Jürgen Sakuth

Wiehnachten is doch so’n richtig kommodiges Familienvergnögen.
Jümmers to dat Fest kümmt doch mal weller Besöök in’t Huus, den
een sünst över’t Johr kuum mal or ok gor nich to Gesicht kriegen deit.
To Wiehnachten is manches opeenst ganz anners, Wiehnachten even.
So weer’t ok bi Guschi Madsen in Süsel. Tante Stine ut Barkelsby weer
an’n tweten Festdag to Besöök kamen.
As se nu den Koffie un Koken to Lief harr’n, de brennen Dannboomlich-
ten düsse kommodige Wiehnachtsstimmung vermaak, dor fröggt lütt
Greten maleenst:
„Tante Stine, is dat wirklich wohr, büst du ’n richtige Schauspeeler-
sche?“
„Aver Deern, siendaag nich, wo kummst du blots op so’ne Idee?“
smuustert Tante Stine nu los.
„Nu, uns Vadder hett vunmorgen bin Fröhstück seggt, wenn du kümmst,
denn gifft dat bestimmt weller Theater!“


Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Geschichten und Gedichte, Humorvolles

Schaurig schöne Weihnachten

Beitrag: Thorsten Werner

mein Chatfreund aus Boston erzählte mir von einem KI-Bilderwettbewerb seiner Uni und überredete mich, daran teilzunehmen.

„Das Thema ist: „Schaurig schöne Weihnachten“, denn wir wollen einmal etwas ganz anderes machen.“ „Hast Du schon eine Idee?“, fragte er neugierig.

„Na klar, ich generiere einen gruseligen Vampirweihnachtsmann in Transsilvanien bei einer Vollmondnacht mit Fledermäusen und Vampirschloss.“

Am nächsten Tag sendete ich ihm mein KI-generiertes Bild.

Bild: Thorsten Werner (KI generiert)
Aus der Region

Nachts am Baumwall

Beitrag: Jürgen Sakuth

Eigentlich bin ich kein Nachtmensch. Mich faszinieren aber immer wieder nächtliche Stadtsilhouetten. Und in der dunklen Jahreszeit muss man dafür gar nicht so lange aufbleiben oder nach New York fliegen.

Text und Fotos: Jürgen Sakuth

Wissenswertes

Was steckt hinter dem Phänomen Weihnachtsstern

„Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her,
bis er ankam und über dem Ort stillstand, wo das Kind war.“

Ein wandernder Stern? Kann das wirklich sein? Die Beschreibung der Himmelsphänomene, welche damals beobachtet wurden, war nicht eindeutig. Gelehrte und Astronomen aller Jahrhunderte zerbrachen sich die Köpfe darüber, was die drei Weisen aus dem Morgenland wohl gesehen haben könnten.

War es ein Komet?

Der lange Schweif eines Kometen passt gut zur Vorstellung über das Aussehen des Weihnachtssterns. Infrage käme als Weihnachtsstern der Halleysche Komet, aber dieser war nur im Jahr zwölf vor Christus zu sehen. Jesu Geburt wird jedoch heute von den Historikern auf das Jahr sieben bis vier vor Christus datiert.

Im unteren Foto sehen sie den Weihnachtskometen Lovejoy über Santiago de Chile. Diese Aufnahme wurde am 22.12.2011 gemacht.

Herkunftsnachweis: Y. Beletsky/ESO 

War es ein neuer Stern, eine Supernova?

„Nova“ ist das lateinische Wort für „neu“. Aber eine Supernova ist nicht die Geburt eines neuen Sterns, sondern das Aufblähen eines massereichen Sterns am Ende seines Lebens.

Im unteren Foto sehen sie eine Supernova in der Spiralgalaxie Messier 74.

Herkunftsnachweis: ESO/PESSTO/S. Smartt

Beide Phänomene sind nur relativ kurz am Himmel zu sehen.

Die Handelsstraße, auf der die Waren der drei Weisen: (Gold, Myrrhe und Weihrauch) nach Betlehem transportiert wurden, gab es wirklich. Sie führte bis in den Iran/Irak.
Wenn wir annehmen, dass die Weisen aus dem Iran kämen, bräuchten sie für die Vorbereitung und Durchführung der Reise mehrere Monate. Doch welches Himmelsphänomen ist so lange am Himmel zu sehen?

Die Dreier-Konjunktion der Planeten Jupiter und Saturn

Eine Planetenkonjunktion ist ein Begegnung mehrerer Planeten. Sie strahlen dabei besonders hell und sind mit bloßem Auge als ein Stern wahrnehmbar. Bei einer Dreier-Konjunktion kommen sich die Planeten nicht nur einmal, sondern dreimal hintereinander sehr nahe. Dieses Himmelsphänomen ist zwar nicht so spektakulär wie ein Komet, aber lange genug am Himmel zu sehen.

Eine solche Dreier-Konjunktion hat es im Jahr 6 vor Christus im Sternbild Fische wohl tatsächlich gegeben.

Bei der ersten Begegnung begannen die Drei mit der Planung der Reise und machten sich auf den Weg. Zwischen den Zusammentreffen der Planeten lagen nur wenige Monate, sodass sie beim dritten Zusammentreffen der Planeten in Bethlehem sein könnten.

Bild: Pixabay

Quellen: https://www.scinexx.de/wissenswert/gab-es-den-stern-von-bethlehem-wirklich/

Aus der Region, Festliches, Veranstaltungen

Happy Birthday, KörberHaus

Beitrag: Sabine Ziesmer

Seit zwei Jahren bereicherst du nun schon unser Bergedorf. Du schaffst eine besonders einladende Umgebung für die schöne Bücherei, setzt auf deiner Theaterbühne viele unterschiedliche Stücke in Szene, bietest Möglichkeiten für uns Bergedorfer*innen, mitzumachen und mitzugestalten.  Du bist ein wunderbarer Ort der Begegnung für alle Generationen und Kulturen, auch in dem schönen Café im Erdgeschoss. Du beheimatest Kinder und Jugendliche aus verschiedensten Nationen und ermöglichst ihnen in heimeliger Atmosphäre miteinander zu lernen. Brauchen die Ehrenamtlichen einen Raum, um ihre Projekte umzusetzen, öffnest du ihnen deine Türen. Danke dafür. Ich wünsche dir, dass du wächst und gedeihst, um uns weiterhin ein Ort der gegenseitigen Unterstützung, der Toleranz und der Vielfalt zu sein.

Der zweite Geburtstag des KörberHauses fällt nun genau in die Weihnachtszeit. Man muss das besondere Haus wohl als Weihnachtsgeschenk betrachten. Diesen Eindruck konnte man gewinnen, als weihnachtliche Klänge im Foyer zu gemeinschaftlichem Adventssingen einluden. Hier scheint alles mit Blick auf das Zusammenführen von Menschen ausgerichtet zu sein. Ältere Besucher und Besucherinnen standen mit Liedertexten auf den offenen Etagen, junge Mütter tanzten mit ihren Kindern zur Weihnachtsmusik und der Christbaum funkelte mit den Augen der Kinder um die Wette. Neben der Information warteten Kinderstiefel auf den Nikolaus, der sie sicher füllen würde.

Auf allen Etagen wurden Bastelarbeiten angeboten und man konnte noch ein originelles Geschenk für seine Lieben entdecken. In einem Raum der ersten Etage, etwas versteckt, aber doch von so vielen gefunden, fand die Kleidertauschparty statt. Das Motto: Nachhaltigkeit steht dir finde ich wunderbar. Die vielen Tauschenden wohl auch. Weihnachtliche Klänge und freundliche Beratung: „Das Kleid steht Ihnen ganz ausgezeichnet“, sorgte für viel Begeisterung bei allen Interessierten. Der Kleidertausch wird ebenfalls von Ehrenamtlichen organisiert. Kleidung, die nicht in das Tauschkarussell gelangt, wird am Ende des Tages gespendet. So findet jedes Stück einen neuen Platz.

Ich bin noch neu in der Körber-Gemeinschaft. Als ich zum Winterfest der Ehrenamtlichen eingeladen wurde, war ich sehr gespannt. Auch hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Die Begrüßung, die schöne Tischdekoration, das Büfett mit den wunderbaren Küchlein und der schmackhaften Pasta bot für alle etwas. Man kam ins Gespräch und lernte einander kennen. Aus dem Augenwinkel nahm ich einen himmelblauen Holzkasten wahr, der mich an eine Wahlkabine erinnerte. Damit lag ich gar nicht mal so falsch. Ich nahm dieses Objekt vorsichtig in Augenschein, las die Aufschrift Kompliment-O-MAT und durch ein kleines Blickfeld strahlten mich zwei Augenpaare an. Man bat mich, davor Platz zu nehmen.

Nun war meine Neugier geweckt. Die beiden Frauen hinter der Kabine befragten mich nach meinen Interessen und Gewohnheiten, fragten interessiert nach und reichten mir nach einigen Minuten nicht nur ein wirklich treffendes Portrait, sondern auch ein sehr schönes Kompliment. Ganz analog schafften es die beiden Frauen, mich glücklich und gerührt zu stimmen. Ich hatte die Wahl, mich auf das Experiment einzulassen, ich habe mich dafür entschieden und ließ mich für einen kurzen Moment verzaubern. Kompliment an die Erfinderinnen des Kompliment-O-MAT.

Manchmal sagt man mir nach, ich verwende viele Adjektive und beschreibe blumig Umgebungen und Ereignisse. Das mag vielleicht so sein. Wenn ich über das KörberHaus schreibe, drängeln sich die Adjektive vor meine Tastatur. Was ich in der Adventzeit, aber nicht nur da, im KörberHaus erleben dürfte, war in jeder Hinsicht wunderbar, beeindruckend, bunt und zauberhaft.

Einen guten Start in das dritte Jahr deines Bestehens, KörberHaus.

Fotos: Sabine Ziesmer

Plattdeutsche Texte

Wiehnachtsbraden

Beitrag: Helmut Marquardt

Photo by Engin Akyurt on Pexels.com

Düt Johr, tau Wiehnacht, hebbt wü  beslaten,
gifft dat’n ganz besünnern Wienachtsbraden.
Mudder mellt sik glieks tau Stell
un ehr Ogen, de ward bannig hell.
Se hätt dor wat in’n Kääsblatt läsen
un meent, so leeg kann dat nich wäsen.
Hätt ok fix dat Blatt parat
un wies uns all dat Inserat.
Wat dor in dat Blatt binnen steiht,
ok Vadder meist sien Puust versleit.
1 Gans direkt ab Wiese
60,00 Euro kostet diese.
De Kinner schreen, dat is famos
tau’n Wiehnachtsfest n‘ scheune Goos
un hebbt dann in Gedanken all,
up’n Disch de Goos, bruun un drall.
Se föhrt glieks hen na Buer Drischen,
de wiest jem de Göös up sien Wischen,
grient dann mit sien breden Snuut:
Nu söök di man de allerbest dor ruut. 
All Ogen sünd up Vadder richt,
doch de meent blots, dat mak ik nich.
Wü hebbt em upletzt noch rümkrägen
un mit bäbern Knee is he in’t Gatter stägen.
Hett sik ok n‘ Goos utkäken,
man, blots mit de Goos hett he nich räken.
Se kiekt uns Vadder in’t Gesicht,
as wenn se seggen will, mien Fründ dat büst du nich.
As se nu markt, dat ehr dat an’n Kragen geiht,
se düchtig mit de Flünken sleit.
Un ogenblicklich geiht doch düsse Goos
op uns verdutzten Vadder los.
De dreiht sik üm un so gau he kann,
nimmt he de Been dann in sien Hann.
Achter em een groot Gesnatter
un mit een Satz is he över’t Gatter.
Vadder is noch fix up Tour’n
un wies uns all sien groot Blessuurn.
In denn Oors hett se em bieten,
dorbi n’Stück Stoff ut de Büx rutrieten,
wieter rünner an sien linken Been
kannst fief blaue Placken sehn.
De Blessuurn, de sünd al lang Geschicht,
Vadder kann ok wedder richtig sitten,
aver äten hett he n‘ Goos vundaag noch nich
dor hölpt keen Beddeln un ok keen Bidden.

Photo by Maria Orlova on Pexels.com

Kalenderblätter

….Kalenderblatt Dezember….

Beitrag: Thorsten Werner

Foto: Thorsten Werner

Der Winter! der Winter! Das ist eine kalte Zeit!
Da kommen die Vöglein nicht zum Streit;
Der blaue Himmel ist oft grau und trübe,
Und keiner denkt ans Singen mehr aus Liebe.

Rainer Maria Rilke (zugeschrieben)