Beitrag: Ursel Tenne

Sie war immer und in vielen Bereichen aktiv, vor allem in der Gemeinde St. Petri und Pauli, aber auch im Haus im Park. Hier gründete sie diesen Blog, den sie bis vor kurzem mit ihren Beiträgen bereicherte. Es ist daher nicht verwunderlich, dass eine große Menschenmenge am 14. April die Kirche füllte, als der Trauer-Gottesdienst für Ursel Tenne gehalten wurde. In dankbarer Erinnerung an sie drucken wir hier einen ihrer Beiträge ab, in dem sie ganz persönlich ihr Schicksal nach der furchtbaren „Operation Gomorrha“ im Spätsommer 1943 schilderte, die auch ihr Leben von Grund auf veränderte.
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Wir wohnten in der Wendenstraße in Hammerbrook, in der Nähe der Hamburger Innenstadt. Meine Eltern hatten einen „Seifenladen“ – so nannte man damals eine Art von Drogerie. Unsere Wohnung war zwar klein, aber in meinen Erinnerungen erlebte ich eine kurze glückliche Kindheit, trotz der vielen Luftangriffe. In einem großen Hof hinter den vielen Wohnblocks traf ich mich täglich mit vielen Kindern zum Spielen. Dann kam der Tag, der mein und das Leben meiner Eltern von nun an total verändern sollte.
Nachmittags beschloss meine Mutter, mit mir auf dem Fahrrad zu meinen Großeltern zu fahren – mein Vater musste im Geschäft bleiben, versprach uns aber, später nachzukommen. Auf dem Weg zu den Großeltern stürzte ich mit dem Rad, mein Knie blutete, und meine Mutter wollte wieder nach Hause fahren. Ich weinte aber, wollte unbedingt zur Oma, und meine Mutter gab nach. Wie sich später herausstellte, rettete diese Entscheidung unser Leben.

Wir fuhren also weiter nach Winterhude in die Gertigstraße, wo meine Großeltern wohnten. Dort verbrachten wir die kommende Nacht im Bunker, (der übrigens noch heute steht), wo ich wieder mit Kindern spielen konnte. So habe ich den allerschlimmsten Angriff auf Hamburg nicht bewusst miterleben müssen, denn Winterhude wurde in dieser Nacht nicht bombardiert.
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Das mache ich gerne, wird ergänzt.