Aus der Region

Blumen, die nicht welken

Beitrag: Boike Jacobs

Ach, meine Blumen auf der Terrasse! Sie haben den Wetterwechsel noch schlechter überstanden als ich. In den heißen Tagen waren sie um die Mittagszeit schutzlos der Sonne ausgeliefert, und auch vor den heftigen Regengüssen konnte ich nur einige bewahren. Habe ich sie in diesen Tagen zu viel oder zu wenig gegossen, oder haben sie den organischen Dünger nicht vertragen, mit dem ich ihnen Gutes tun wollte? Jedenfalls hat die Clematis sich ihrer Blütenpracht entledigt, ebenso die kleine Waldrebe. Und sogar der große irische Mohn steht mit einem Mal kahl da, rote, gelbe und weiße Blütenblätter liegen rund um seinen Topf. Dabei hatte ich mich so an meinen Pflanzen gefreut – wird das in diesem Jahr ganz vorbei sein? Da fallen mir mit einem Mal die Blumen ein, die ich in diesem Sommer gemalt habe.

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Aus der Region

Nackte Verzweiflung

Beitrag: Boike Jacobs

Trauer ist weiblich, und Trauer ist erotisch. Den Eindruck kann man jedenfalls bekommen, wenn man über ältere Friedhöfe geht. Von Barcelona bis Göteborg und von London bis Warschau, ganz besonders in Mailand und Genua, aber ebenso in Budapest, Wien, Paris oder Zürich. Und selbst der Ohlsdorfer Friedhof macht da keine Ausnahme. Auch hier findet man eine große Zahl von schönen Grabmal-Plastiken, in der überwiegenden Mehrzahl Frauen, einige von ihnen noch kindlich, andere reifer, die meisten in voller Blüte. Aber gemeinsam ist ihnen allen, dass sie lasziv, ja, unverhohlen sinnlich auf Grabsteinen liegen, sich an sie lehnen oder sich über sie werfen. Und zumeist fanden dort Männer ihre ewige Ruhe.

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Aus der Region, Veranstaltungen

Ausgezeichnet! Der Zugabe-Preis 2025

Beitrag: Sabine Ziesmer

Inka Schneider

Was ist der Zugabe-Preis? Es werden Gründerinnen und Gründer ab 60 Jahren geehrt, die auch im Alter ihren Auftrag darin sehen, die Welt ein bisschen lebenswerter zu machen. Engagement und Innovationskraft sind nicht der Jugend vorbehalten. Auch ältere Menschen können mit ihren Erfahrungen wichtige Beiträge zur Gestaltung der Gesellschaft leisten.

Ich hatte mich sehr auf diese Veranstaltung gefreut. Im letzten Jahr war ich von den Preisträgerinnen und Preisträgern, dem Ablauf der Veranstaltung und der Möglichkeit, bei einem perfekten Catering mit anderen Besucherinnen ins Gespräch zu kommen, begeistert. Nun saß ich wieder vor der Bühne des Lichtwark Theaters im KörberHaus, mit Stift und Block ausgestattet, um mich dann auch später an alles erinnern zu können, was vier Gründerinnen und Gründer zu ihren Projekten zu sagen hatten.

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Aus der Region, Damals war's, Wissenswertes

Nostalgie im digitalen Zeitalter

Beitrag: Tom Schmidt

Als ich vor einigen Tagen wieder einmal in Bergedorf den Wiebekingweg entlang am Hotel Kuhberg Richtung Sachsentor ging, freute ich mich schon, sie wieder zu sehen und war gespannt, was sie denn heute zu berichten hatte. Und wie immer lächelte sie mich an und trug stolz ein neues, buntes Outfit, angestrahlt durch die Mittagssonne. Sie ist groß, wohl proportioniert und hat ein gepflegtes Äußeres. Einfach eine auffällige Erscheinung, an der man nicht vorbeikommt, ohne stehenzubleiben: Die Grande Dame der Außenwerbung! Es handelt sich hier um eine der wenig verbliebenen „klassischen Litfaßsäulen“ in Bergedorf, die in unterschiedlichen Größen ausschließlich mit Plakaten für kulturelle Veranstaltungen in Hamburg beklebt werden.

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Aus der Region, Veranstaltungen

AltersBilder

Beitrag: Sabine Ziesmer

In einem grünen Sommerkleid sitzt Frau Käßmann dem Moderator Andreas Bormann lachend gegenüber. Der Saal ist voll, die Laune auch des Publikums, dem wunderbaren Sommerwetter entsprechend, ausgelassen und der Start ins Gespräch launig. Gefragt nach ihrem Lieblingsfilm bekennt sie sich zu „Der Schatz im Silbersee“ von 1962 mit dem jugendlichen Götz George. Sie wuchs mit ihren beiden Schwestern in Stadtallendorf mit einem lebensfrohen Vater und einer strengen Mutter auf. Die Autowerkstatt des Vaters war für sie ein Lieblingsort um zu lernen und dem Vater nah zu sein. Er war ein fleißiger und geselliger Mensch, der mit Kunden und Freunden eher nachsichtig war und seiner Frau die buchhalterischen Aufgaben überließ. Ich bin derselbe Jahrgang wie Frau Käßmann. Mein Vater saß auch gern mit mir zusammen, um mir von seiner Welt im Hafen zu erzählen, mit mir zu lachen und kleine Geheimnisse zu teilen, während meine Mutter die Zügel fest in den Händen hielt. Diese Väter haben uns geprägt, gemacht haben uns die Mütter. Auf dem Gymnasium wurden wir darauf hingewiesen, dass Kinder aus der Arbeiter- und Handwerkerschicht nicht dorthin gehörten – Armes Deutschland!  So sitze ich mitten unter den Zuschauenden und dennoch zugleich mit der jungen Margot in einer bundesrepublikanischen Wirklichkeit der 70er Jahre, in der wir uns einen Platz hart erarbeiten mussten.

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Aus der Region, Veranstaltungen

Auch die Älteren sind gefordert

Beitrag: Boike Jacobs

Ein „freiwilliges Gesellschaftsjahr für die jüngere Generation“ forderte der bekannte Schriftsteller Bernhard Schlink vor zwei Jahren und vermied damit das ungeliebte Wort „Wehrersatzdienst“. Prompt bekam er Antwort von Ben Jagasia, damals 17-jähriger Schüler, der in der Wochenzeitung „Die Zeit“ erklärte, er mache das gern, „allerdings nur, wenn dies auch für die ältere Generation gilt“. Das ließ aufhorchen, von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wurde er zu einem Gespräch eingeladen. Und auch ins KörberHaus lud Annalena Jonetzko ihn ein, seine Thesen vorzutragen und gemeinsam mit Jens Kreuter, dem ehemaligen Bundesbeauftragten für den Zivildienst, sowie dem Publikum darüber zu diskutieren.

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Aus der Region, Veranstaltungen

Wenn Helfende Hilfe brauchen

Beitrag: Boike Jacobs

Foto: pixabay

Ohne sie würde das Sozialwesen wohl einbrechen, denn seit vielen Jahren sind Frauen und Männer im Ehrenamt unschätzbare Hilfen. Das wird auch im KörberHaus täglich sichtbar und spürbar. Es sind zumeist Rentnerinnen und Rentner, die sich mit Herz und großer Einsatzbereitschaft engagieren, keine speziell Ausgebildeten, sondern Menschen mit Lebenserfahrung und viel Geduld. Was aber, wenn das bisweilen nicht ausreicht, wenn also Helfer Hilfe benötigen? Konkret gesagt: Was tun, wenn ein Kind, das man beim Lesenlernen unterstützt, ständig unruhig und laut ist? Wenn Verabredungen nicht eingehalten werden? Wenn ein an Demenz Erkrankter unvermutet aggressiv wird? Wenn die Umwelt Ehrenamtlern und ihren Schützlingen mit Spott begegnet? Wenn die Begleitung eines Sterbenden zur seelischen Überlastung wird? Und ebenso: Wenn die öffentliche Verwaltung ständig ausbremst? Das KörberHaus gab daher Ehrenamtlichen die Möglichkeit, von ihren Anliegen zu erzählen und Hilfe zu bekommen durch Imme Bruß, Trainerin für Projektmanagement. Und als die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Beginn des Treffens im FreiRaum aufschrieben und erzählten, in welchem Bereich sie ehrenamtlich arbeiten, gab es für mich die erste große Überraschung: Ausnahmslos alle engagieren sich in mehr als einem Ehrenamt.

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Aus der Region, Geschichten und Gedichte

Oskar ist wieder da!

Beitrag: Thorsten Werner

Könnt ihr euch noch an Oskar, den fleißigen Maulwurf, erinnern? Lange Zeit sah ich nichts mehr von ihm. Bis heute.
Ich traute meinen Augen nicht, als ich ein winziges Häuflein auf dem Rasen entdeckte. Inzwischen gibt es einen etwas größeren Haufen daneben.

Oskar der Maulwurf
Bild: Thorsten Werner (KI-generiert)

Habt ihr auch einen Maulwurf? Schreibt uns gerne einen Kommentar.

Aus der Region, Veranstaltungen

„Generationenwerkstatt“ gelungen

Beitrag: Boike Jacobs

Freudige Überraschung beim Projekt „Generationenwerkstatt“, zu dem das KörberHaus vor zwei Jahren zum ersten Mal einlud. Ältere Ehrenamtliche saßen mit Schülerinnen und Schülern der GSB an verschiedenen Tischen und arbeiteten über Stunden Projekte aus, die gemeinsam entwickelt werden sollten. Ich hatte den besten Tisch erwischt, denn die 17-jährigen Jugendlichen entschieden sich dafür, Pflegekräfte in Krankenhaus oder Altenheim zu unterstützen. Welche Institution und welche Menschen dafür geeignet wären, sollte bis zum nächsten Treffen herausgefunden werden. Da wollte ich gerne mithelfen.

Traurige Überraschung beim zweiten Treffen. Ausgerechnet dies Projekt der „Generationenwerkstatt“ wurde gestrichen – zu schwer, zu gefährlich, zu belastend, hieß es auf einmal. Das war nun, so dachte ich, das Ende der schönen Initiative. Aber ich lag falsch.

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Aus der Region, Wissenswertes

Das Sumpf-Blutauge: Ein Moor-Juwel als Blume des Jahres 2025

Beitrag: Thorsten Werner

Sumpfblutauge
Bild: Jutta Ende

Wer hätte gedacht, dass Moore so schön sein können?

Die Loki-Schmidt-Stiftung hat mit der Wahl des Sumpf-Blutauges zur Blume des Jahres 2025 für eine echte Überraschung gesorgt. Dieses unscheinbare, aber umso faszinierendere Gewächs aus den Mooren steht nicht nur für Schönheit, sondern auch für den dringenden Schutz unserer Ökosysteme.

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