Festliches, Plattdeutsche Texte

Wiehnachtsgedanken

Beitrag: Jürgen Sakuth

Wat dünkt wi uns blots stark un groot,
op Groot op Lütt, wi alltohoop.
Sull’n wi nich mal, op Jung or Deern,
to Wiehnachtstiet besünners geern,
ok eenst an uns’re Mitminsch‘ denken
un de ’n goot Gedanken schenken?

Gah‘ doch mal daal an Strand un Küst,
denn markst du dat, wat lütt du büst,
graad an de See bi Wind un Weder.
Weer dat nich mal ’n beten beter,
wi leden eens all’n Striet bisiet,
so as dat höört to Wiehnachtstiet?

Wenn wi verdeent dat an de See,
schenkt uns de Herrgott Wiehnacht‘ Snee
De Snee deckt allens af wat weer
verleden Johr un ok dorvör.
Verzeih’n, vergeten, denk mal no,
denn warrst du Wiehnacht‘ dubbelt froh.

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Geschichten und Gedichte, Wissenswertes

Weihnachten basteln wir uns ein Gedicht

Beitrag: Elisabeth Hartmann

Sie werden Weihnachten mit Freunden oder Verwandten, Kindern und Erwachsenen  feiern? Das ist schön, und Sie freuen sicherlich darauf. Aber manchmal, so nach dem Essen und dem Kaffee, hat man das Wichtigste schon gesagt, es drohen Langeweile oder gar ein bisschen Zwist aufzukommen. Die alten Spiele sind reizlos geworden, und ein neues lag nicht unterm Tannenbaum. Wie wäre es da mit Dichten? Ja – Sie machen einzeln, paarweise oder alle zusammen Gedichte. Und zwar Haikus. Ein Haiku ist ein japanisches Kurzgedicht mit 17 Silben, verteilt auf 3 Zeilen. Die erste Zeile hat 5, die zweite 7 und die dritte wieder 5 Silben. Auch mit der deutschen Sprache kann man so dichten. Ich habe es mal versucht:  

Roter Fensterstern
jetzt wieder im Dezember
öffnet mir das Herz.

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Geschichten und Gedichte, Plattdeutsche Texte

Afnadelt

Beitrag: Helmut Marquardt

Een Dag noch, dann is’t so wiet,
dann is vörbi de lange Tiet.
Dann is dat wohrhaftig wohr,
dann is Hillig Avend dor.
Hillig Avend, dat’s Tratschoon,
kriggt he sien Kleed, de Dannenboom.
De Kinner hölpt bi’n Utstaffeern,
dat makt se vun Harten geern.
Mudder dreiht noch mal een Runn,
dörch dat Huus un hett wat funn’n.
In de Stuuv dor geiht ehr Blick
un ehr Hals ward täämlich dick.
Mudder bölkt: Hier fählt doch wat !!!
Vadder fragt: Wat is denn dat?
Mudder in’n Kommandoton:
Wo steiht denn hier de Dannenboom !!!!
Vadder suust dann af geswind
dat he noch’n Dannenboom find.
Kummt tau’n Markt un hett noch Glück,
dor steiht noch een, dat letzte Stück.
De Macker seggt noch tau em lies:
Den gifft dat hüüt tau’n halven Pries.
De Boom kummt rin in’t Zimmer
Vadder harr so’n blassen Schimmer.
As he annern Morgen vör den Dannenboom steiht,
de Anblick em sien Puust versleit.
Sien Gesicht ward bannig lang,
denn all de Twiegen sünd blitzblank.
Un blangenbi de Wiehnachtskripp,
steiht blots ’n Dannenboomgeripp.
Mit n‘ Mal ward em de Pries ok kloor,
dat wörr’n Boom vun letztet Johr.

Bild: per KI generiert

Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Dat heff ik mi dacht

Beitrag: Jürgen Sakuth

Berni Overdieck leep mit sien 39 Johren jümmers noch as Eenspänner dörch de Welt. He harr eenfach noch nich de Fru för’t Hart un Leven funnen. Man he weer egens mehr as tofreden mit düssen Tostand un dee sien Daagwark as Knecht op Buer Osterkamp sien Hoff in Seh lendörp mit Leev un Fliet.
Dat änner sik aver opeenst, as Stiene Schlichting op de Buernsteed vun’n Naver as Kööksch anfüng. Düsse Deern gefüll em bannig goot. Stiene, de müch he lieden.
Jo un Stiene, de harr em ok al de gröttst plattdüütsch Leevsverkloren tokamen laten, de dat bi de Plattdüütsche geven deit. Se harr to em seggt:
„Berni, du büst mi egens ok nich ganz unsympaatsch!“
Vunavend harrn de Twee weller ’n Verafreden, se wull’n sik mal weller drapen. Dor dat ’n zappendüüster Nacht weer, nehm Berni sik de bren nen Lantücht vun’n Haken, de in’n Düüstern vör de Schüün vun’n Hoff opbummelt weer.
As he graad los wull, keem Buer Osterkamp dor överto un wull sien Knecht mal so’n beten op’e Schipp nehm’n. He see mi’t swiensplietsch Smuustern:
„Wenn ik fröher to mien Wanda güng, Berni, heff ik nie nich ’n Lantücht mitnahmen. Dat güng doch ahn veel beter. Een harr denn doch tominnst beide Hannen frie!“ Berni grien torüch: „Dat heff ik mi doch glieks dacht, as ik dien Fru ankeken heff. Harrst man beter ok ’n Lantücht mitnahmen, Buer!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Aus der Region, Damals war's

Bergedorf vor 50 Jahren

Früher mit Dampf, heute elektrisch

Beitrag: Jürgen Sakuth

Die Lokomotive mit dem stolzen Namen „Hansa “ stand auf dem Bahnhof am Deichtor. Auf Wartezeit gestellt, wie ein zur Parade geschmücktes Pferd. Sie hatte am siebten Mai 1842 in feierlicher Eröffnung der Bahnstrecke Hamburg – Bergedorf den ersten Zug mit den Gästen in „das Städtchen “ bringen sollen. Doch seit der Nacht vor dem Himmelfahrtsfest, vom vierten auf den fünften Mai, war der große Brand im Gang, der sich nicht hatte eindämmen lassen.
Wie es zu der Zeit in Bergedorf aussah, erzählte der Ratmann Andreas Spiering im Jahr 1892 im Rückblick auf die Zeit damals vor 50 Jahren: „Beim großen Hamburger Brand wurde die hiesige Feuerwehr durch die Trommel, welche der Stadtsoldat Sager rührte, zum Alarmplatz gerufen. Bei der Stadtjugend hieß der wackere Sager „Kriegsknecht Hartwig “ Bei der ersten Kunde vom Brand war Ratmann Schlebusch nach Hamburg geeilt. Er kam in großer Hast in seinem Einspänner über die Mühlenbrücke angefahren und hielt bei der Wache, wo er den Befehl zum Ausrücken der Spritzen gab und Sager losschickte, die Spritzenleute zusammenzutrommeln.
Der Schuljugend, die auf dem Kirchhof spielte, gab Sager die Weisung: „Jungs, nu lopt man vorut und segt, daß hier in Bardorp keen Füür is; ober de Sprütten sollt na Hamborg, um to helpen. “ Am achten Mai 1842 nachmittags zwei Uhr konnte der Rat das Ende des großen Brandes der Bevölkerung mitteilen. Seine Kundgebung schloss mit dem Satz: „Unser geliebtes Hamburg ist nicht verloren, und unsere regsamen Hände werden, wenn auch allmählich und in Monaten und Jahren das schon wieder aufzubauen wissen, was das furchtbare Element in Stunden und Tagen so heftig zerstörte. Gott mit uns!“

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Aus der Region

Adventskalender

Beitrag: Beate Braubach

Die STEB — Stiftung für Engagement in Bergedorf öffnet in diesem Advent täglich ein digitales Türchen: wir zeigen nicht nur, wen wir gefördert haben, sondern auch was durch unsere Unterstützung entstanden ist. So möchten wir Leserinnen und Leser inspirieren, selbst zum Fördertopf beizutragen und damit weitere wertvolle Projekte möglich zu machen.

Unser Adventskalender macht sichtbar, wie vielfältig Engagement in Bergedorf ist – von kulturellen Initiativen über soziale Projekte bis hin zu innovativen Ideen für mehr Teilhabe. Jede Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie Spenden direkt Wirkung entfalten.

Damit diese Arbeit auch in Zukunft sichtbar bleibt, brauchen wir Ihre Unterstützung auf unseren Kanälen: Folgen Sie uns auf Instagram und Facebook, liken und teilen Sie unsere Beiträge. Ihre Interaktion hilft uns, Reichweite zu sichern und neue Unterstützer zu gewinnen.

Gemeinsam schaffen wir Aufmerksamkeit für Engagement. Jeder Klick zählt – und jede Spende wirkt! Facebook  | Instagram www.stiftung-steb.de

Text und Foto: Beate Braubach

Aus der Region, Veranstaltungen

Termine Dezember

Beitrag: Jürgen Sakuth

Tipps aus der Redaktion

WannThemaWo
Mo, 1. Dezember
um 19 Uhr 30




Filmvorführung :
Amrum

Deutscher Spielfilm von Fatih Akin nach den Kindheitserinnerungen von Hark Bohm

Sachsenwald-Forum

Hamburger Straße 8
Reinbek
Eintrittspreis 8 Euro
Online- Vorverkauf:
http://www.kultur-reinbek.de
Di, 2. Dezember
um 10 Uhr
Denkste? Philosophieren für Jung und Alt

KörberHaus

Anmeldung
koerber-stiftung.de

Fr, 5. Dezember
ab 14 Uhr
Miteinander Feiern

Dritter Geburtstag KörberHaus
KörberHaus



Di, 9. Dezember
um 19 Uhr
Goodbye, Amerika

Gespräch, Diskussion
KörberHaus

Anmeldung
koerber-stiftung.de
Do, 18. Dezember
um 17 Uhr
Gesprächskonzert:
Weihnachten im Zauberwald
KörberHaus

Stand: 27. November

Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Meern ut’n Leven

Beitrag: Jürgen Sakuth

Hest du di al mal Lüüd ankek’n, de bummelig so oolt sünd as du sülvst?
Hest du dor ok mal bi dacht: Dat kann doch wull nich angahn, wat de
al so oolt un klapperig utseht. Mien Naversche hett mi annerletzt dorto
wat bericht. Se kümmt ut Ollenborg in Ollenborg, hett den smucken,
olen, freeschen Naam Marret un vertell mi:
Ik seet annerletzt in’n Töövruum vun mien niegen Tähnklempner. Ik harr
mien allereersten Termin bi em un keek mi ’n beten in sien’n Töövruum
üm. Weer jo allens wat Nieges för mi. An’e Finsterwand hüng ok sein
Diplom, un dat dröög sien’n vullen Naam: Willem Söötbeer.

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Kalenderblätter

Der November ist nicht grau

Elke Bräunling

Foto: pixabay

Nimm dir einen Farbenkasten
helle Farben, gelb, rot, blau.
Mal ins Bild ein buntes Lachen.
Der November ist nicht grau.

Geh nach draußen! Trotz‘ dem Wetter!
Such den Glanz im Nebeltau.
Zeig dem Blues die kalte Schulter.
Der November ist nicht grau.

Back dir süße, bunte Kekse.
Trinke Tee und Punsch und schau:
Freude, sie geht durch den Magen.
Der November ist nicht grau.

Steck ein Kerzchen an im Zimmer,
Mach’s dir kuschelwarm. Sei schlau!
Schenk der Zeit ein helles Lächeln.
Der November ist nicht grau.