Geschichten und Gedichte

Weltweit

Beitrag: Helmut Marquardt

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Herr und Frau F. aus Altenahr
waren ein gut betuchtes Ehepaar.
Weil sie konnten es sich leisten,
taten sie meist eines nur, sie reisten.
Beinah schon um die ganze Welt,
es mangelte ihnen ja nicht an Geld.
Von dieser Reise sie noch träumten,
weil sie die bisher versäumten.
Eine Kreuzfahrt auf der Hurtigruten,
wollten sie sich noch zumuten.
Zum Nordkap sollt‘ die Reise geh’n,
denn das hatten sie noch nicht geseh’n.
In Hamburg dann, ganz unbefangen,
sind die beiden hier an Bord gegangen.
Wenig später hieß es Leinen los,
ihre Erwartungen waren groß.
Entlang an Bergen und an Fjorden
gings ab Richtung Kap im Norden.
Es kam die Zeit, sich zu bequemen,
im Salon die Speisen einzunehmen.
Daraufhin begannen die beiden,
sich dementsprechend einzukleiden
und ihre Garderobe bitte sehr
gab doch wirklich schon was her.
Das Buffet war reich und haltig
und die Auswahl ganz gewaltig.
Frau F., ihr Name war Beate,
probierte zunächst mal die Salate.
Danach die Suppe mit der Zwiebel,
das Rezept, das stand schon in der Bibel.
Dazu vier leckre Taubenbrüstchen,
gehüllt in leckre Mandelkrüstchen.
Alwin, ihr Gatte, das Buffet erstürmt,
Fleisch sich auf seinem Teller türmt.
Dann, er konnt’s einfach nicht lassen,
als würd‘ er irgendwas verpassen,
kamen noch hinzu, statt nacheinander,
drei Filets vom leckren Zander.
Derweil ist hier im hohen Norden,
die See etwas rauher schon geworden.

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Aus der Region, Veranstaltungen

Termine Februar

Beitrag: Jürgen Sakuth

Tipps aus der Redaktion

WannThemaWo
Mo, 2. Februar
um 19 Uhr 30




Filmvorführung :
Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße

Deutscher Spielfilm
mit Charly Hübner

Sachsenwald-Forum

Hamburger Straße 8
Reinbek
Eintrittspreis 8 Euro
Online- Vorverkauf:
http://www.kultur-reinbek.de
Sa, 7. Februar
19 Uhr 30 Uhr bis 21Uhr 30

best of poetry slam




Lichtwark Theater im KörberHaus




ab Do, 12. Februar bis 14. März
Ausstellung:
Ausgeraubt vor der Deportation. NS-Verfolgte im Fokus der Hamburger Finanzverwaltung
KörberHaus
Foyer


FR, 13. FebruarVortrag und Gespräch:

Gregor Gysi
Lichtwark Theater im KörberHaus
Do, 19. FebruarLesung:
Henrik Szántó
Treppe aus Papier
SerrahnEins, Serrahnstraße1

Karten zu 15 Euro in der Sachsentor Buchhandlung

Stand: 29. Januar

Aus der Region, Damals war's

Bergedorf vor 50 Jahren

Café Möller

Beitrag: Jürgen Sakuth

An der Fassade mit den elf Fenster, hinter deren blitzblankem Glas rosa Begonien unter gerafften Gardinen blühen, steht in klarer Schrift „Kaffee Möller“. Wer den Duden“ aufschlägt, wird nun beides finden: Kaffee-Haus und Café. Doch sei das französische Wort gebräuchlicher, bemerkt das kluge Buch. Auch Konditormeister Möller mag diese Bezeichnung lieber, nicht, weil sie etwa vornehmer klingt, sondern vielmehr an Sahnetorte und Butterkuchen erinnert. „Café“ – das ist zugleich auch Konditorei und keine Kaffeestube wie in Österreich, in der es kein Gebäck gibt. Da kommen sie ins „Café Möller“ auf eine Stippvisite in einer Pause, zu längerem Klönschnack auf Verabredung oder auch allein, Zeitung zu lesen und in Illustrierten zu blättern – die Händler vom Wochenmarkt und ihre Käufer, zumeist Hausfrauen und Rentner, Beamte und Angestellte, Richter und Anwälte vom nahen Gericht.

Einmal im Monat, wenn im nahegelegenen Gemeindehaus die Pflichtsitzung vorbei, besetzen eine der Boxen im hinteren Teil des Cafés in früherer Zeit zu erkennen an Kleidung und Gebaren – die Pastoren aus Bergedorf, Geesthacht und den Vier- und Marschlanden. Nicht ohne Stolz wollten sie Landprediger sein und hatten sich vor Zeiten zusammengeschlossen im „Verein Hamburgischer Landprediger“, kurz “ V. H.L.“ genannt. Das war ihre Wertmarke. Jeder einzelne hatte sein Profil.

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Geschichten und Gedichte, Plattdeutsche Texte

Ut mien Kinnertiet

Beitrag: Helmut Marquardt

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Denk ik an mien Kinnertiet,
is de so leeg nich wäsen.
Un güng dat up de Wintertiet,
wörr Freid in mien Gesicht tau läsen.
Wenn ick vun Dag dat vör mi seh,
ward mi so egen üm dat Hatt,
denn ok de Wintertiet mit Ies un Snee
harr männicheen Vergnögen praat.
Ick rüüsch dann buckligen Barg hendal
up mien olen Iesensläden.
Dat wörr’n Geföhl, ick segg dat mal,
as op’n willen Peerd büst reden.

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Dieses und Jenes

Wegschmeißen kann Spaß machen

Beitrag: Elisabeth Hartmann

Wenn Mülleimer interessant sind, fällt das Wegschmeißen nicht schwer. Schwierig ist allerdings das Aussortieren vorher. Aber davon ist jetzt nicht die Rede, obwohl das ein gutes Thema für den Jahresanfang wäre.

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Wissenswertes

Mit 70 noch über den Boden krabbeln?

Der meistgelesene Beitrag des Jahres 2025.

Beitrag: Boike Jacobs

Noch nie habe ich bei facebook auf einen einfachen Kommentar so viele Antworten bekommen – alle negativ. Worum geht es dabei? Nun, Wirtschaftsministerin Katharina Reiche hat mit folgender Ankündigung für Wirbel gesorgt: „Der demographische Wandel und die weiter steigende Lebenserwartung machen es unumgänglich: Die Lebensarbeitszeit muss steigen.“ Es könne auf Dauer nicht gut gehen, nur zwei Drittel des Erwachsenenlebens zu arbeiten und ein Drittel in der Rente zu verbringen. „Bist Du bereit, für die deutsche Wirtschaft mehr und länger zu arbeiten?“, lautete daraufhin die Frage an die facebook community. Meine spontane Antwort: „Ja. Ich arbeite gerne, und wirtschaftlich können wir uns die von der SPD geforderte Rente ab 63 nicht leisten. Ich denke, ich stehe mit dieser Haltung nicht allein.“ Aber da hatte ich mich gründlich vertan. „Was arbeitest Du denn, Dachdecker?“, lautet die erste ironische Frage an mich. Und der Nächste legt nach: „Ich vermute, Sie sind mit 55 in Pension gegangen. Ich arbeite, seit ich 16 bin, im Drei-Schichten-System. Ich sehe mit meinen 55 Jahren und 39 Jahren Berufszeit nicht mehr so frisch aus wie Sie.“ Das war in diesem Fall gewiss nicht als Kompliment gemeint.

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Dieses und Jenes

Sylvesterknaller: Tradition oder Gewalt

Beitrag: Elisabeth Hartmann

Sieht schön aus

Anfang Januar: „Bist du gut ins Neue Jahr gekommen?“ frage ich meine Nachbarin. „Nun ja, alleine mit meiner Katze, die hat sich unter das Sofa verkrochen, und ich hab mit dem Fernseher angestoßen. Aber ich wollte das arme Tier bei der ganzen Knallerei nicht völlig alleine lassen. Sie ist sowieso immer ein paar Tage um Sylvester herum verstört, geht z.B. nicht mehr raus, wo sie doch sonst stundenlang ihre Streifzüge durch die nähere Umgebung macht.“ So ähnlich geht es Jahr für Jahr an Sylvester vielen Haus- und Nutztierhaltern. Ein anderer Nachbar musste sich ein Taschentuch vor die Nase halten, er hat empfindliche Bronchien und leidet unter der Luftverschmutzung durch das Sylvesterfeuerwerk allerorten.

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Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Op de Sooß kümmt dat an

Beitrag: Jürgen Sakuth

Photo by Eva Bronzini on Pexels.com

Odje Möller un Matten Kohrs hebbt sik na vele Johr’n tofällig anin Haven drapen. Dor verwunnert dat nich, wat se al na in Veerdelstünn in de neegst legen Kööminsel landt sünd. All de olen Geschichten ut de Kinner-, School- un Jugendtiet kummt nu mit hoochrode Köpp op’n Disch, un männicheen Kööm un Beer hett mitholpen, wat dat Besinnen op de olen Tieden noch wat beter tostann’n keem.
An’n Enn kummt se ok op dat Eten to snacken, un se besinnt sik op all de smackliche Kost ut de Jugendtiet: Beern, Bohnen un Speck, Bookwetengrütt, Swattsuer, Gröönkohl mit Swiensback un bruunröst söte Kantüffeln, Boddermelksklümp un so wieder, un so wieder. Dor seggt Odje Möller miteenst:
„Weets du Matten, ik eet siet Johren an’n leefsten Hackfleeschklüten mit ’n pikante Sooß na’n egen Rezept!“
„Jümmers blots Hackfleeschklüten? Naja, Odje, dor harr ik denn aver bilütten keen Bock mehr op“, meen Matten Kohrs nu.
„Na kloor doch, dat kannst du mi glöven, mien leevst Eten is siet vele Johren mien huusmaakt Hackfleeschklüten!“
„Hest du denn ’n besünneres Rezept or besünneres Fleesch? Or wat is dien Geheemnis?“
„Och ne, dat egens nich. De Hackfleeschklüten, de maak ik jüst so as uns Möder dat fröher ok maakt hebbt. Man, wenn se goot bruunbraadt sünd, denn warrt de Pann mit söss Glöös Himbeergeist flambeert un mit’n lütten Schööt Berenlikör aflöscht!“
Minsch Odie“, meen Matten dor, „Kann een dat överhaupt so eten? Smeckt dat denn överhaupt?“
„Naja, de Hackfleschklüten, de smeckt jüst so, as solk Klüten nu mal smeckt. Aver na de Sooß, Matten, dat segg ik di, na de Sooß, dor lickst di all teihn Finger na af!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)

Aus der Region, Wissenswertes

Ein Ausflug in eine andere Welt –

Der Hamburger Blumen Großmarkt

Beitrag: Tom Schmidt

Ostfassade bei Nacht (Copyright: Großmarkt-Hamburg.de)

Es ist 23.00 Uhr, das Aroma des frisch gebrühten Espresso duftet bereits, die Brote sind geschmiert. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, in 30 Minuten geht es los. Gegen 24.00 Uhr soll ich auf dem Blumen Großmarkt in Hamburg sein und auf dem Verkaufsstand meines Schwagers aushelfen, da ein Mitarbeiter ausgefallen ist. Ohne konkret zu wissen, was letztendlich auf mich zu kommt, ging ich die erste Nachtschicht in meinem Leben entspannt an.

Der Hamburger Großmarkt befindet sich zwischen dem Oberhafen und der Amsinckstraße im Stadtteil Hammerbrook auf einem 27,3 ha großen Grundstück. Der alte Spruch „die Nacht zum Tage machen“ trifft hier uneingeschränkt zu, gearbeitet wird nachts!

Als ich auf dem Großmarkt Hamburg die Schranke am Haupttor Ost passiert hatte und in Richtung der imposanten, bogenförmigen Hallen fuhr, herrschte auf dem Parkplatz vor der Halle des Gemüsemarkts bereits ein reges Treiben. Dazu muss man wissen, Gemüse – und Blumen Großmarkt sind in nebeneinander liegenden Hallen untergebracht, und der Arbeitsbeginn in den Hallen des Obst- und Gemüse Großmarktes liegt vor dem des Blumen Großmarktes. Vorsichtig fuhr ich weiter, achtete darauf, nicht mit einem der unzähligen Gabelstapler, die vollbeladen mit ihren Paletten zwischen den LKWs herum wuselten, zusammen zu stoßen.  

Endlich angekommen, hatte ich noch Zeit, mich ein wenig umzusehen. Das ist also einer der größten Blumen Großmärkte in Deutschland, dachte ich mir. Von hier aus werden unzählige Wochenmärkte und Geschäfte des Blumenfachhandels in ganz Norddeutschland mit Blumen und Zierpflanzen versorgt. Ungefähr 100 Anbieter, die sich aus Erzeugern, Großhändlern und Kommissionären zusammensetzen, bieten hier in einer 180 Meter langen, 57 Meter breiten und 14 Meter hohen Halle ihre Waren an. Und wer sich für Architektur interessiert: Die Hallen sind eine der eindrucksvollsten Beton Schalenkonstruktionen in Hamburg, ähnlich wie das zur Universität zählende Audi Max im Stadtteil Rotherbaum, und stehen seit 1996 unter Denkmalschutz. Der Umzug des Blumen Großmarktes erfolgte 1984 von den Deichtorhallen auf das Gelände des Großmarktes neben der Halle des Obst – und Gemüsemarktes. 

Mein Schwager war mittlerweile angekommen und somit betraten wir das Herzstück des Blumen Großmarktes. Mein Blick streifte kurz durch die gigantische Halle und ich wurde zu dieser unchristlichen Zeit von einer Blüten- und Farbenpracht begrüßt, die ihresgleichen sucht. Mit Sicherheit gibt es schlechtere Arbeitsplätze als diesen, sagte ich mir. Mal schauen, ob ich das in acht Stunden immer noch denke.

Nach einer kurzen Einweisung ging es los, den Stand möglichst schnell für die Kunden vorzubereiten. Zum Transport bzw. zur Präsentation auf dem Stand werden die Pflanzen in CC-Container gepackt. Die Container sind auf dem Großmarkt nicht wegzudenken, haben einen festen Boden und durchschnittlich vier bis sechs weitere Bretter, die individuell je nach Bedarf und Pflanzenhöhe verstellt werden können. Da die beiden vorderen Rollen lenkbar sind, bedeutet das für einen Anfänger wie mich, dass diese Transportmittel schnell ein Eigenleben entwickeln können. Besonders, wenn man mit zwei Containern voll bepackt auf dem Großmarkt unterwegs ist und ziehend oder schiebend und gleichzeitig lenkend alles umkurven muss, was einem in den engen Gängen entgegenkommt oder im Weg steht. Für einen Anfänger eine schweißtreibende Fortbewegung, zumal die „Biester“ voll bepackt schwer sind. Passend dazu der Spruch eines Kollegen, als ich mich wieder einmal voll bepackt mit zwei Containern durch die Gänge schlängelte und natürlich irgendwo hängen blieb: „Wir sind hier nicht auf dem Übungsplatz des ADAC.“ Entsprechend waren die Container letztendlich heute Nacht meine ganz persönliche Herausforderung.

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Aus der Region, Veranstaltungen

Termine Januar

Beitrag: Jürgen Sakuth

Tipps aus der Redaktion

WannThemaWo
Mo, 5. Januar
um 19 Uhr 30




Filmvorführung :
Dann passiert das Leben

Deutscher Spielfilm
mit Anke Engelke und Ulrich Tukur

Sachsenwald-Forum

Hamburger Straße 8
Reinbek
Eintrittspreis 8 Euro
Online- Vorverkauf:
http://www.kultur-reinbek.de
Fr, 16. Januar
um 19 Uhr 30 Uhr

auch 27.01.
Theater:
Ich bin dein Mensch

Vorstellung der Hamburger Kammerspiele
Lichtwark Theater im KörberHaus




Fr, 23. Januar
um 19 Uhr 30
Konzert:
Ron Williams meets Harry Belafonte

Lichtwark Theater im KörberHaus



Mo, 26. Januar
10 bis 17 Uhr
Generationswerkstatt
KörberHaus
Raum 213/214

Anmeldung bis 12. Januar
koerber-stiftung.de
Sa, 31. Januar
19 Uhr 30
Lesung:
Katrin Iskam
Gärtnern ohne viel Geschiss
Lichtwark Theater im KörberHaus

Stand: 28. Dezember