Zunächst wussten wir gar nichts voneinander, doch irgendwann fanden wir zueinander. Weil wir spürten, wir sind bestimmt füreinander, waren wir auch richtig verliebt ineinander. Wir kuschelten ganz eng beieinander, und streichelten uns zärtlich nacheinander. Doch dann gerieten wir plötzlich aneinander und wegen dem ganzen Durcheinander waren wir fürchterlich sauer aufeinander. Wir beschimpften uns gegeneinander und das anfangs so zärtliche Miteinander brach dann plötzlich auseinander. In der Wohnung lag alles übereinander. Wir kümmerten uns noch kurz umeinander, und verließen das Haus dann hintereinander. Vor der Tür standen wir noch kurz nebeneinander, wir zeigten aber auch Respekt voreinander verständigten uns dann untereinander, vielleicht finden wir ja irgendwann wieder zueinander. So viel zu menschlichem Zwischeneinander.
Am Röpraredder in Lohbrügge-Nord steht ein 400 Meter langer, neungeschossiger Bau: „Der Lindwurm“. Dem sagenhaften Urtier vergleichbar, schlängelt er sich zwischen Sträuchern und Bäumen hindurch. Jetzt liegt er da in seiner Länge und Mächtigkeit. Eine gewisse Eleganz ist dem Bau nicht abzusprechen. Aber mit ihm und den Bauten ringsum verändert sich auch Bergedorf.
„Das Städtchen “ hieß es in früheren Zeiten ganz offiziell. Schon lange fühlt es sich als großstädtische Trabantenstadt, seit Durchbruchstraßen gebaut und Häuser abgerissen wurden. Jetzt erst recht, nachdem das große „City Center“ betonbeherrschend Bahnhof und Post flankiert. Es ist gar nicht so lange her, dass Bergedorf noch seinen kleinstädtischen Charakter hatte. Das Bergedorf, das der Krieg verschonte. Jetzt blieb ihm nur ein Platz von besonderer Schönheit, wenn auch in der Unruhe modernen Verkehrs. Ein Platz ohne sterile Langeweile, voll lebendigen Erzählens aus Jahrhunderten. Da steht die alte Kirche mit dem Hassehaus und seinem runden Turm. Da verbirgt sich das Schloss hinter Wall und Graben, hinter Büschen und Bäumen.
Das historische Gasthaus „Stadt Hamburg“, Ausspann in alten Zeiten und Herberge einst für illustre Gäste, ist heute als Gaststätte mit ihren geschmackvollen, gemütlichen Räumen Treffpunkt zum Gespräch und Feste feiern.
Die alte Kornwassermühle ist zu neuer Verwendung wieder aufgebaut. Wenige Schritte weiter, dem Bille-Becken gegenüber liegt die kleine idyllische Konditorei, „Café Möller“ ein beschaulicher Beobachtungsplatz.
„Drüben“- auf der anderen Seite“- das war nicht Bergedorf, auch nicht mehr Hamburg, das war Preußen.
Buer Willem Brodersen ut Marxdorp kummt in’e „Ule-stadt-Afteek“ vun Niestadt in Holsteen un fraagt den Pillendreiher glieks: „Kann ik hier wull ’n heel godes Middel gegen so’n duersam wohren Sluckop köpen? Ahn op den Buern sien Fraag intogahn un ahn lang en Woort to snacken, geiht de Afteker na achtern in sien Warkruum, kummt mit ’n klitschnatt Faatdook torüch un haut em dat links un rechts mit ollig Smackes üm sien Horchlappens. Denn fraagt he heel fründli: „Na, Willem, wat seggst du dorto, dien Sluckop hest du nu wull al lang weller vergeten? So’n lütten Schock is noch jümmers dat best‘ Huusmiddel. Laat di dat man vun so’n erfohren Afteker as ik segg’n!“ Willem Brodersen löppt dat Water man so vun sien blootrode Wangen, un he is messennatt an’n Liev. Bannig vergretzt see he blots noch: „Tscha, Herr Afteker, dat mit den Schock, dat mag jo wull so sien. Dör möökt se mit Recht hebb’n. Aver, wat den Sluckop anlangt, den Sluckop hett jo mien Fru un de sitt buten op mien Ackerwagen!“
Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“ (Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH) Illustration: Elke Grotelüschen
Im Herbst der Baum vom Laube sich befreit, bald ragen kahl gen Himmel alle Äste. Die Blätter, wie immer nur ein Schmuck auf Zeit, man könnte sagen, waren seine Gäste. Dem Ende neigt sich zwischen Baum und Blatt die Bindung hin zum Leben. Weshalb sie jetzt, inzwischen welk und matt, einer anderen Bestimmung sich ergeben. Vom Baum herab entfernen sie sich leise, fast schwerelos zur Erde gleiten, um letztendlich auf diese Art und Weise neuem Leben den Boden zu bereiten. Für den Baum beginnt jetzt eine harte Zeit, gilt es, den Winter zu überbrücken. Um im Frühling sich erneut mit grünen Blättern dann zu schmücken.
Aus der Ferne hörten wir leise Töne. Die Musik wurde nur langsam lauter. Irgendwann konnten wir die Melodie erkennen. Und dann sahen wir auch die Quelle. Vorne am Mast einer britischen Yacht, die gerade in den Hafen einlief, spielte ein junger Mann im Rock auf dem Dudelsack. Ein sehr stimmungsvoller Moment.
Es gab auch auf anderen Segelyachten Crewmitglieder, die nicht nur segeln konnten, sondern auch musikalische Talente hatten und diese bei der Rückkehr von der Regatta in den Hafen vorführten.
Aber der Reihe nach. Wenn wir in Südfrankreich Urlaub machen, gehört immer mindestens ein Ausflug nach Saint-Tropez dazu. Den Charme dieses Ortes mit der einmaligen Lage an der gleichnamigen Bucht können selbst wir Touristen nicht kaputtkriegen. Voll wird es im Herbst nur am Hafenkai, in wenigen Gassen und an Markttagen auf dem Place de Lices.
Besonders interessant ist der Besuch während der jährlichen Regatta LES VOILES DE SAINT-TROPEZ und besonders mit dem Teil der historischen, klassischen Segelyachten. Ich hatte immer davon geträumt, einmal an dieser Regatta teilzunehmen. Aber inzwischen bin ich zu alt. Die wenigen alten Mitfahrer sind meistens die Bootseigentümer, die junge kräftige Menschen zur Unterstützung brauchen. Die Winschen, die zum Setzen der Segel und für die Manöver eingesetzt werden, müssen auf diesen alten Yachten noch manuell bedient werden ohne maschinelle Unterstützung wie auf den modernen Rennyachten.
Elke Grotelüschen hett maleenst ’n nieget Rezept op’e Rücksiet vun’n Klennerblatt funnen un wull dat glieks mal utprobeern: Fischsupp mit Look. Se güng an’n Friedag na’n Fischhöker op’n Wekenmarkt vun Niestadt in Holsteen un seggt: „Ik harr geern ’n lütt Stück Dösch!“ De Fischhöker wiest ehr mit sien Mess de Steed, wo he achtern vun den groten Dösch wat afsnieden wull un fraagt: „So veel?“ „Jo“, seggt se, „dat is akkerat so veel as ik bruuk. Maakt Se mi man ok glieks noch de Graden rut!“
Dankeschön, das werden wir beim nächsten Mal so machen.