Ein „freiwilliges Gesellschaftsjahr für die jüngere Generation“ forderte der bekannte Schriftsteller Bernhard Schlink vor zwei Jahren und vermied damit das ungeliebte Wort „Wehrersatzdienst“. Prompt bekam er Antwort von Ben Jagasia, damals 17-jähriger Schüler, der in der Wochenzeitung „Die Zeit“ erklärte, er mache das gern, „allerdings nur, wenn dies auch für die ältere Generation gilt“. Das ließ aufhorchen, von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wurde er zu einem Gespräch eingeladen. Und auch ins KörberHaus lud Annalena Jonetzko ihn ein, seine Thesen vorzutragen und gemeinsam mit Jens Kreuter, dem ehemaligen Bundesbeauftragten für den Zivildienst, sowie dem Publikum darüber zu diskutieren.
Neulich hat mein Rasierer den Geist aufgegeben. Ich sag mir, nichts ist von Dauer, so ist das halt eben. Mich von ihm zu trennen, fällt mir nicht schwer, er landet im Müll und Ersatz muss jetzt her. In einem Fachgeschäft, wie der Name schon sagt, hat ein Fachverkäufer mich nach meinen Wünschen gefragt. Ich erkläre ihm ganz kurz mein Problem er meint, dass er dies in den Griff schon bekäm. Langt ins Regal und dann steht auf dem Tresen vor mir ein Rasierer, wie er noch nie dagewesen. Dies ist unser neuestes Modell und ich hätte Glück, es wäre der letzte, ein Ausstellungsstück. Auch der Preis sei wirklich angemessen, und so einen Rasierer hätt ich noch niemals besessen. Bevor ich ihn unterbrechen kann, zieht er mich mit Worten erneut in seinen Bann. Dieser Rasierer, er sagts fast mit Liebe, ist der einzige mit einem Tandemgetriebe. Das ist schon speziell, doch es kommt noch viel besser er verfügt über sechs, achteckig konkav geschliffene Messer. Sie sind, um die Rasur zu optimieren, kardanisch gelagert, da gibts kein Vibrieren. Er besticht weiter und das ist enorm durch seine extrem ergonomische Form. Und dann noch, es ist wirklich unglaublich dieser Rasierer ist extrem Wetter tauglich. Sie sind in der Wüste und der Akku macht schlapp, schalten Sie um auf Solar und der Strom wird nicht knapp. Ausserdem, und seine Augen bekommen Glanz, hat er eine ausgezeichnete Ökobilanz. Denn dieser Rasierer, ich sags mit Verlaub zerfällt nach 10 Jahren vollständig zu Staub. Ich sag dem Verkäufer, es wäre am besten, ich nähm ihn nach Haus, drei Tage zum testen.
De Landfruenslüüd vun’n Knuust (so heet jo dat Eiland Fehmarn bi de Plattdüütschen in Oostholsteen) hebbt mal vör vele sohren en Utfohrt na Hamborg maakt. Toeerst güng’t na „Planten un Blomen“ un dorna na Stellingen in „Hagenbecks Deertenpark“ „De twee Saken mööt ji unbedingt kennenlehr’n!“ harr Meta Steenbuck, de Vörsittersche, swöögt. „Dat is doch wat anners, as jümmers blots Kohlköpp un swattbunte Köh op ’n Knuust ankieken!“ Gerda Mackeprang harr blots noch schimpt as ’n Rohrspatz na de vele Loperie bi Planten un Blomen un Hagenbeck: „Dat harrn wi uns doch ok op ’n Film bi‘ t neegst Landfruens-Drapen ankieken kunn. Ik weet nich een noch ut mit mien Fööt!“ Dor meen ehr Fründin mit ’n Smuustern: „Du hest man blots dat verkehrte Schohtüüch an, Gerda. Pariser Schoh un fehmarnsche Fööt, dat passt nu mal nich tosamen!“ Man, as dat in’n Alsterpavillon dat grote koolt-warme Bufett to Liev güng, weer de Pien vun’n Nameddag bannig flink vergeten, un all töven vull Vörfreid op dat licht frivoolsche Avendprogramm: „Hamborg bi Nacht mit Olivia Jones“
Stiene Madsen is nu al meist an de Achtunsöventig ran un steiht splitternakelt vör ’n Spegel in’e Slaapkamer. Un wat sall ik ju segg’n, se is blots noch an’t Schafudern, Jammern un Klagen: „Dammi, noch mal to“, meen se na ’n Tiet un schimpt as dull: „Wat is mien Huut doch blots schrumpelig worr’n, un de Boss, de hangt jo ok al bannig wat dörch un denn de Moors, ne aver ok, de Moors is jo bilütten veel to dick worr’n!“ „Krischan“, schreet se opeenst, „Krischan, kumm doch mal gau her na mi. Ik warr jo ganz dull vun dat, wat ik in’n Spegel seeg. Nu segg mi doch blots mal wat Godes. Segg mi doch mal wat, wo een sien Höög un beten Vergnögen an hett!“ Krischan meen denn heel dröög: „Nu arger di doch blots nich, Stiene, frei di doch, wat dien Ogen noch so goot sünd! Du hest doch allens noch allerbest erkennen kunnt!“
Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“ (Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH) Illustration: Elke Grotelüschen
Sie war immer und in vielen Bereichen aktiv, vor allem in der Gemeinde St. Petri und Pauli, aber auch im Haus im Park. Hier gründete sie diesen Blog, den sie bis vor kurzem mit ihren Beiträgen bereicherte. Es ist daher nicht verwunderlich, dass eine große Menschenmenge am 14. April die Kirche füllte, als der Trauer-Gottesdienst für Ursel Tenne gehalten wurde. In dankbarer Erinnerung an sie drucken wir hier einen ihrer Beiträge ab, in dem sie ganz persönlich ihr Schicksal nach der furchtbaren „Operation Gomorrha“ im Spätsommer 1943 schilderte, die auch ihr Leben von Grund auf veränderte.
*
Wir wohnten in der Wendenstraße in Hammerbrook, in der Nähe der Hamburger Innenstadt. Meine Eltern hatten einen „Seifenladen“ – so nannte man damals eine Art von Drogerie. Unsere Wohnung war zwar klein, aber in meinen Erinnerungen erlebte ich eine kurze glückliche Kindheit, trotz der vielen Luftangriffe. In einem großen Hof hinter den vielen Wohnblocks traf ich mich täglich mit vielen Kindern zum Spielen. Dann kam der Tag, der mein und das Leben meiner Eltern von nun an total verändern sollte.
Nachmittags beschloss meine Mutter, mit mir auf dem Fahrrad zu meinen Großeltern zu fahren – mein Vater musste im Geschäft bleiben, versprach uns aber, später nachzukommen. Auf dem Weg zu den Großeltern stürzte ich mit dem Rad, mein Knie blutete, und meine Mutter wollte wieder nach Hause fahren. Ich weinte aber, wollte unbedingt zur Oma, und meine Mutter gab nach. Wie sich später herausstellte, rettete diese Entscheidung unser Leben.
Wir fuhren also weiter nach Winterhude in die Gertigstraße, wo meine Großeltern wohnten. Dort verbrachten wir die kommende Nacht im Bunker, (der übrigens noch heute steht), wo ich wieder mit Kindern spielen konnte. So habe ich den allerschlimmsten Angriff auf Hamburg nicht bewusst miterleben müssen, denn Winterhude wurde in dieser Nacht nicht bombardiert.
Die kalten Tage gehen hoffentlich bald vorbei. Ich finde, jetzt kann man sich schon langsam wieder auf schöne Sommertage freuen. Oder sich an den letzten Sommer erinnern.
Nachfolgend einige Fotoimpressionen aus dem letzten Jahr in Südfrankreich. Obwohl ich kein Autofan im eigentlichen Sinn bin, fasziniert mich der Anblick dieser historischer Fahrzeuge immer wieder.
Das ist mir aus der Seele gesprochen.