Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Google weet allens

Beitrag: Jürgen Sakuth

As ik annerletzt in mien Köhlschapp keek, müss ik bang sien to verhun-
gern. Blots lütt beten Armlüüdbotter, en half Glas Mostrich un beten To-
matenschü kunn ik finnen. Allens annere weer opeten. Ik harr vergeten
intoköpen. Aver dat gifft jo ok in Niestadt in Holsteen per Klöönkasten
wat gegen dat Verhungern. Vun’t Fleesch mutt hier keeneen fall’in. Ik
reep also mien Pizzeria an:
„Hallo! Is dor de Pizzeria ‚La Trattoria“? Ik wörr geern wat to’n Eten
bestell’n!“
„Nein, hier ist der Pizza-Service von Google!“
„Dat deit mi leed. Denn heff ik mi wull ’n verkehrte Nummer opschre-
ven!“
„Nein, das haben Sie nicht! Google hat diese Nummer gekauft!“
„Na, dat sall mi recht sien. Denn müch ik geern…“
„Wollen Sie das Übliche?“
„Wat heet hier dat Übliche? Woher wüllt Se dat denn weten?“
„Laut unseren Aufzeichnungen haben Sie bei den letzten zehn Anrufen
immer die Pizza mit Käse, Salami und dicker Kruste bestellt!“
„Kloor, dat is richtig, un nipp un nau dat will ik vundaag ok weller
hebb’n!“
„Dürfte ich vorschlagen, daß Sie dieses Mal eine Pizza mit Paprika, Ru-
cula, Zwiebeln und getrockneten Tomaten bestellen?“
„Ne, laat mi an Land mit dat vele Grööntüüch. Ik will Wust un Kees op
mien Pizza hebb’n un dat, wenn’t geiht, nich to knapp!“
„Aber Ihre Cholesterin-Werte sind nicht so gut!“
„Wat weet Se denn vun mien Cholesterin-Weerten?“
„Aus Ihrem Gesundheits-Profil. Wir haben die Resultate Ihrer Blutwerte
der letzten acht Jahre!“
„Mien Heelmiddel nehm ik jümmers an’n Morgen in, un dat heff ik
vundaag ok daan. Man nu laat man dat Snacken na, ik will wat to Eten
hebb’n! Ik heff ’n bannigen Smacht!“

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Wissenswertes

„Menschenähnliche Denkprozesse“

Beitrag: Boike Jacobs

„Hier ist ein Vorschlag für einen begleitenden Ausstellungstext bzw. ein Künstlerstatement, wie es in einer Galerie neben dem Bild präsentiert werden könnte: „Zwischenwelten“ 2025, Aquarell auf Papier Format: [Größe einfügen, z. B. „30 × 40 cm“] Künstlerstatement: „Zwischenwelten“ ist eine Einladung zum Innehalten – ein Moment, in dem sich Form und Bedeutung auflösen und Platz machen für das Ungewisse. Dieses Werk entstand aus dem Wunsch, das Ungeplante zuzulassen und den Farben den Raum zu geben, ihre eigene Geschichte zu erzählen. Die Aquarelltechnik ermöglicht dabei ein kontrolliertes Loslassen: Farben verlaufen, vermischen sich, stoßen aneinander – so wie Gedanken und Emotionen, die manchmal nur für einen Augenblick greifbar sind. Die Komposition lebt vom Spannungsverhältnis zwischen Bewegung und Stillstand, zwischen Licht und Schatten. Silhouetten tauchen auf, verschwinden wieder – wie Fragmente eines Traums. Ich sehe in diesem Bild keine feste Aussage, sondern eine offene Tür. Es lädt dazu ein, die eigene Interpretation zu finden – intuitiv, subjektiv, frei von Vorgaben. – [Dein Künstlername].“

Habe ich diesen Text verfasst? Um Gottes Willen! Ich habe dies Bild bei facebook veröffentlicht, und kurz darauf kam die Nachricht eines guten Bekannten: „Habe gerade Dein Aquarell gesehen & mal ChatGPT damit gefüttert, & siehe da, auch einen Namen hat es dem Bild gegeben.“

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Aus der Region, Damals war's, Veranstaltungen

Ein Ziel für die Boheme von nah und fern

Kiffen statt Knutschen

Das Gruenspan 1985…

Bildergeschichten: In meiner Fotothek finde ich Bilder vom Gruenspan. Dazu fällt mir ein:

1968: Auf dem Kiez rund um die Reeperbahn gab es einen neuen Tanzschuppen: den Grünspan. (Wir sagten wirklich der Grünspan.) Ich war dabei. (Dabei denke ich immer, es war früher als ´68.) Das Gruenspan (heutige Schreibweise) soll laut Wikipedia ein Ziel von Hippie- und Beattypen, Studenten, Kunstjüngern, verlassenen Ehemännern, jungen Intellektuellen und der ganzen Boheme von nah und fern gewesen sein. Meine Freundin und ich hatten einen handfesten Bezugspunkt: Wir kannten einen Kellner. Und neugierig auf diesen Schuppen waren wir natürlich auch.

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Wissenswertes

Webb blickt hinter die Fassade der Katzenpfote – und was das für uns bedeutet

Beitrag: Thorsten Werner

Vor drei Jahren begann das James-Webb-Weltraumteleskop seine unglaubliche Reise. Seitdem hat es uns mit atemberaubenden Bildern und bahnbrechenden Entdeckungen immer wieder aufs Neue fasziniert. Jetzt, zum dritten Geburtstag, hat Webb einen weiteren Blick in die Tiefen des Universums geworfen – genauer gesagt, in den Katzenpfoten-Nebel.

Credits: Image: NASA, ESA, CSA, STScI
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Aus der Region, Freizeit & Reise

Musikfest „Kubanische Nächte“

Beitrag: Jürgen Sakuth

Der heftige Regen am Sonntag während der Anfahrt konnte uns nicht aufhalten.
Wir waren zum ersten Mal beim Schleswig-Holstein Musik Festival. Die Veranstaltung fand auf dem idyllisch gelegenen Gut Emkendorf statt.

Es gab drei Konzerte mit kubanischen Musikern in unterschiedlichen Besetzungen. Gespielt wurde in einer großen sehr alten hohen Scheune, was zu einer besonderen Atmosphäre führte. Zwischendurch konnten man selbst mitgebrachte Speisen und Getränke picknicken. Zum Glück wurde dafür ein altes Kuhhaus aus dem 18. Jahrhundert zur Verfügung gestellt. Die Veranstalter kennen halt die typischen norddeutschen Sommer.

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Aus der Region, Veranstaltungen

Komm rechts in die Queere

Seit ein paar Jahren gehe ich gerne zur Demonstration am Christopher-Street-Day (CSD) Anfang August. Nicht nur weil diese Parade so schön bunt ist, vor allem weil hier für die Gleichstellung aller Menschen demonstriert wird.

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Aus der Region, Veranstaltungen

Termine August

Beitrag: Jürgen Sakuth

Tipps aus der Redaktion

WannThemaWo
Fr., 1. August bis So., 3. AugustBergedorfer WeinfestJohann-Adolf-Hasseplatz
Mo, 4. August
um 19 Uhr 30




Filmvorführung : Ozean mit David Attenborough

Visuell beeindruckender Dokumentarfilm über die Schönheiten unserer Weltmeere und die Gefahren ihrer Zerstörung
Sachsenwald-Forum

Hamburger Straße 8
Reinbek
Eintrittspreis 8 Euro
Online- Vorverkauf:
http://www.kultur-reinbek.de
Fr., 8. August bis So., 10 AugustWutzrock 2025

Kostenloses Musikfestival
Moorfleeter Deich 524

www.wutzrock.de/
Jeden Sonntag im AugustMühlen SonntagChrysanderstr. 52a

www.bergedorfer-muehle.de/

Stand: 30. Juli

Wissenswertes

Mit 70 noch über den Boden krabbeln?

Beitrag: Boike Jacobs

Noch nie habe ich bei facebook auf einen einfachen Kommentar so viele Antworten bekommen – alle negativ. Worum geht es dabei? Nun, Wirtschaftsministerin Katharina Reiche hat mit folgender Ankündigung für Wirbel gesorgt: „Der demographische Wandel und die weiter steigende Lebenserwartung machen es unumgänglich: Die Lebensarbeitszeit muss steigen.“ Es könne auf Dauer nicht gut gehen, nur zwei Drittel des Erwachsenenlebens zu arbeiten und ein Drittel in der Rente zu verbringen. „Bist Du bereit, für die deutsche Wirtschaft mehr und länger zu arbeiten?“, lautete daraufhin die Frage an die facebook community. Meine spontane Antwort: „Ja. Ich arbeite gerne, und wirtschaftlich können wir uns die von der SPD geforderte Rente ab 63 nicht leisten. Ich denke, ich stehe mit dieser Haltung nicht allein.“ Aber da hatte ich mich gründlich vertan. „Was arbeitest Du denn, Dachdecker?“, lautet die erste ironische Frage an mich. Und der Nächste legt nach: „Ich vermute, Sie sind mit 55 in Pension gegangen. Ich arbeite, seit ich 16 bin, im Drei-Schichten-System. Ich sehe mit meinen 55 Jahren und 39 Jahren Berufszeit nicht mehr so frisch aus wie Sie.“ Das war in diesem Fall gewiss nicht als Kompliment gemeint.

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Aus der Region

Blumen, die nicht welken

Beitrag: Boike Jacobs

Ach, meine Blumen auf der Terrasse! Sie haben den Wetterwechsel noch schlechter überstanden als ich. In den heißen Tagen waren sie um die Mittagszeit schutzlos der Sonne ausgeliefert, und auch vor den heftigen Regengüssen konnte ich nur einige bewahren. Habe ich sie in diesen Tagen zu viel oder zu wenig gegossen, oder haben sie den organischen Dünger nicht vertragen, mit dem ich ihnen Gutes tun wollte? Jedenfalls hat die Clematis sich ihrer Blütenpracht entledigt, ebenso die kleine Waldrebe. Und sogar der große irische Mohn steht mit einem Mal kahl da, rote, gelbe und weiße Blütenblätter liegen rund um seinen Topf. Dabei hatte ich mich so an meinen Pflanzen gefreut – wird das in diesem Jahr ganz vorbei sein? Da fallen mir mit einem Mal die Blumen ein, die ich in diesem Sommer gemalt habe.

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Wissenswertes

Webb-Teleskop „durchlöchert“ den Bullet-Galaxienhaufen und enthüllt Geheimnisse der Dunklen Materie

Beitrag: Thorsten Werner

Stellt euch vor: zwei gigantische Galaxienhaufen, jeder für sich bestehend aus Milliarden von Sternen, rasen aufeinander zu und kollidieren mit unfassbarer Wucht. Genau das ist im Bullet-Haufen, der etwa 3,8 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Carina liegt, passiert: ein kosmisches Spektakel, das unser James-Webb-Weltraumteleskop (Webb) jetzt mit atemberaubender Klarheit beobachtet hat.

Der Bullet-Haufen: Ein Fall für mehrere Akteure

Durch die Kombination von Webbs Infrarotdaten und Röntgendaten eines anderen Teleskops, des Chandra X-Ray Observatory, konnten die Wissenschaftler eine noch genauere Karte des Bullet-Haufens erstellen. Und was sie fanden, war verblüffend: Ein Bereich des Haufens ist asymmetrisch und langgezogen. Das deutet darauf hin, dass es vielleicht nicht nur ein einfacher Zusammenstoß zweier Haufen war, sondern eine komplexere Geschichte mit mehreren galaktischen Fusionen!

Und das Beste daran? Webb hilft uns, eines der größten Rätsel des Universums zu lösen: die Dunkle Materie!

Credits: Image: NASA, ESA, CSA, STScI, CXC

Glühende, heiße Röntgenstrahlen, die vom Chandra-Röntgenobservatorium der NASA aufgenommen wurden, erscheinen in Rosa. Das Blau steht für die Dunkle Materie, die von den Forschern mit Webbs detaillierter Bildgebung genau kartiert wurde.

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