Aus der Region, Damals war's

Bergedorf vor 50 Jahren

Früher mit Dampf, heute elektrisch

Beitrag: Jürgen Sakuth

Die Lokomotive mit dem stolzen Namen „Hansa “ stand auf dem Bahnhof am Deichtor. Auf Wartezeit gestellt, wie ein zur Parade geschmücktes Pferd. Sie hatte am siebten Mai 1842 in feierlicher Eröffnung der Bahnstrecke Hamburg – Bergedorf den ersten Zug mit den Gästen in „das Städtchen “ bringen sollen. Doch seit der Nacht vor dem Himmelfahrtsfest, vom vierten auf den fünften Mai, war der große Brand im Gang, der sich nicht hatte eindämmen lassen.
Wie es zu der Zeit in Bergedorf aussah, erzählte der Ratmann Andreas Spiering im Jahr 1892 im Rückblick auf die Zeit damals vor 50 Jahren: „Beim großen Hamburger Brand wurde die hiesige Feuerwehr durch die Trommel, welche der Stadtsoldat Sager rührte, zum Alarmplatz gerufen. Bei der Stadtjugend hieß der wackere Sager „Kriegsknecht Hartwig “ Bei der ersten Kunde vom Brand war Ratmann Schlebusch nach Hamburg geeilt. Er kam in großer Hast in seinem Einspänner über die Mühlenbrücke angefahren und hielt bei der Wache, wo er den Befehl zum Ausrücken der Spritzen gab und Sager losschickte, die Spritzenleute zusammenzutrommeln.
Der Schuljugend, die auf dem Kirchhof spielte, gab Sager die Weisung: „Jungs, nu lopt man vorut und segt, daß hier in Bardorp keen Füür is; ober de Sprütten sollt na Hamborg, um to helpen. “ Am achten Mai 1842 nachmittags zwei Uhr konnte der Rat das Ende des großen Brandes der Bevölkerung mitteilen. Seine Kundgebung schloss mit dem Satz: „Unser geliebtes Hamburg ist nicht verloren, und unsere regsamen Hände werden, wenn auch allmählich und in Monaten und Jahren das schon wieder aufzubauen wissen, was das furchtbare Element in Stunden und Tagen so heftig zerstörte. Gott mit uns!“

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Dieses und Jenes

Der Rote Rock

Beitrag: Sabine Ziesmer

Wenn ich mit meiner kleinen Lerngruppe am Mittag zusammenkomme, werden zuerst einmal alle anfallenden Fragen, Tagesereignisse und Probleme erörtert, die die kleinen Kinderseelen so beschäftigen. Nicht selten werden auch ganz persönliche Fragen gestellt, die im Elternhaus nicht beantworten werden können.

Überall erstrahlt die Adventszeit in hellem Licht. Die Geschäfte sind auf das Weihnachtsgeschäft eingestellt, und auch die Klassen der Grundschule sind festlich geschmückt. Ich kenne das aus meiner Zeit als Klassenlehrerin. Es war immer die schönste und intensivste Zeit des Jahres. Nun sitzen mir acht Kinder aus sechs verschiedenen Ländern gegenüber, die überwiegend muslimischen Glaubens sind. Ich habe von ihnen bereits viel über das Opferfest, das islamische Neujahr oder Ramadan mit dem Zuckerfest erfahren. Nun bemerke ich, dass einigen Kindern etwas auf dem Herzen liegt: Was weiß ich über das Christentum und Weihnachten? Was kann ich auch mitmachen? Wie erkläre ich das meiner Familie?

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Dieses und Jenes

Energie trifft auf Emotion

Beitrag: Boike Jacobs

Studioleiterin Menekse ist bei allen beliebt

Was ist für die meisten Jugendlichen der Lieblingsplatz in Bergedorf und Lohbrügge? Im Rahmen des Workshops „Generationenwerkstatt“ des KörberHauses fiel die Antwort eindeutig aus: das Gym. Wie bitte? Ja, gemeint ist das Fire Gym im Rudorffweg 25, das viel mehr ist als die Mucki-Buden, wie sie mir bisher bekannt waren. Auch mein 20-jähriger Nachbar Ibrahim trainiert dort mehrmals in der Woche. Ermutigt dazu wurde er durch einen Text auf der Website vom Fire Gym: „Fortschritt beginnt mit dem ersten Schritt. Und manchmal ist der schwerste … der zur Studiotür. Aber hey – wenn du erstmal da bist, läuft’s. Versuche es doch mal mit einem unserer vielen Kurse. Manchmal hilft es, in der Gruppe zu schwitzen und einen festen Termin zu haben, um sich aus dem Haus zu bewegen.“ Diese Kurse nehmen besonders viele Mädchen und junge Frauen wahr.

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Aus der Region

Adventskalender

Beitrag: Beate Braubach

Die STEB — Stiftung für Engagement in Bergedorf öffnet in diesem Advent täglich ein digitales Türchen: wir zeigen nicht nur, wen wir gefördert haben, sondern auch was durch unsere Unterstützung entstanden ist. So möchten wir Leserinnen und Leser inspirieren, selbst zum Fördertopf beizutragen und damit weitere wertvolle Projekte möglich zu machen.

Unser Adventskalender macht sichtbar, wie vielfältig Engagement in Bergedorf ist – von kulturellen Initiativen über soziale Projekte bis hin zu innovativen Ideen für mehr Teilhabe. Jede Geschichte ist ein Beispiel dafür, wie Spenden direkt Wirkung entfalten.

Damit diese Arbeit auch in Zukunft sichtbar bleibt, brauchen wir Ihre Unterstützung auf unseren Kanälen: Folgen Sie uns auf Instagram und Facebook, liken und teilen Sie unsere Beiträge. Ihre Interaktion hilft uns, Reichweite zu sichern und neue Unterstützer zu gewinnen.

Gemeinsam schaffen wir Aufmerksamkeit für Engagement. Jeder Klick zählt – und jede Spende wirkt! Facebook  | Instagram www.stiftung-steb.de

Text und Foto: Beate Braubach

Aus der Region, Veranstaltungen

Termine Dezember

Beitrag: Jürgen Sakuth

Tipps aus der Redaktion

WannThemaWo
Mo, 1. Dezember
um 19 Uhr 30




Filmvorführung :
Amrum

Deutscher Spielfilm von Fatih Akin nach den Kindheitserinnerungen von Hark Bohm

Sachsenwald-Forum

Hamburger Straße 8
Reinbek
Eintrittspreis 8 Euro
Online- Vorverkauf:
http://www.kultur-reinbek.de
Di, 2. Dezember
um 10 Uhr
Denkste? Philosophieren für Jung und Alt

KörberHaus

Anmeldung
koerber-stiftung.de

Fr, 5. Dezember
ab 14 Uhr
Miteinander Feiern

Dritter Geburtstag KörberHaus
KörberHaus



Di, 9. Dezember
um 19 Uhr
Goodbye, Amerika

Gespräch, Diskussion
KörberHaus

Anmeldung
koerber-stiftung.de
Do, 18. Dezember
um 17 Uhr
Gesprächskonzert:
Weihnachten im Zauberwald
KörberHaus

Stand: 27. November

Dieses und Jenes

Menschlich gesehen

Pastor Andreas Baldenius

Beitrag: Boike Jacobs

Pastor Andreas Baldenius in action: mit Konfirmand und Konfi-Team bei der „Konfirmation im Garten“ unter Corona-Bedingungen

Es geht um Visionen, die Andreas Baldenius sich erfüllen möchte, wenn er am 1. März in den vorzeitigen Ruhestand tritt und sich nach Limburg an der Lahn verabschiedet. Dort will der gerade bei Jugendlichen so beliebte Seelsorger nach 21 Jahren als Pastor von St. Petri und Pauli seinen Beruf zwar noch gelegentlich ausüben, aber gleichzeitig zu neuen Ufern aufbrechen. Denn es geht nicht nur um seine eigenen Visionen, er wird in Zukunft vor allem als ausgebildeter Mentor für Visionssuche arbeiten.

Aber haben nicht fast alle Menschen ohnehin Visionen? Die Schule beenden, den Führerschein machen, in die Lehre oder an die Uni gehen, Ausbildung oder Studium abschließen, schnell einen möglichst gut bezahlten Arbeitsplatz finden, die Karriereleiter hochklettern. Und dann natürlich heiraten, Kinder bekommen, ein Haus bauen. Lauter Ziele, erreichbar und messbar, die schon früh ins Auge gefasst werden. Wie kommt es, dass junge wie ältere Menschen plötzlich einen Burn-out bekommen, aus vorgezeichneten Bahnen ausbrechen, oft krank werden? Alles scheint doch wunderbar zu laufen.

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Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Meern ut’n Leven

Beitrag: Jürgen Sakuth

Hest du di al mal Lüüd ankek’n, de bummelig so oolt sünd as du sülvst?
Hest du dor ok mal bi dacht: Dat kann doch wull nich angahn, wat de
al so oolt un klapperig utseht. Mien Naversche hett mi annerletzt dorto
wat bericht. Se kümmt ut Ollenborg in Ollenborg, hett den smucken,
olen, freeschen Naam Marret un vertell mi:
Ik seet annerletzt in’n Töövruum vun mien niegen Tähnklempner. Ik harr
mien allereersten Termin bi em un keek mi ’n beten in sien’n Töövruum
üm. Weer jo allens wat Nieges för mi. An’e Finsterwand hüng ok sein
Diplom, un dat dröög sien’n vullen Naam: Willem Söötbeer.

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Kalenderblätter

Der November ist nicht grau

Elke Bräunling

Foto: pixabay

Nimm dir einen Farbenkasten
helle Farben, gelb, rot, blau.
Mal ins Bild ein buntes Lachen.
Der November ist nicht grau.

Geh nach draußen! Trotz‘ dem Wetter!
Such den Glanz im Nebeltau.
Zeig dem Blues die kalte Schulter.
Der November ist nicht grau.

Back dir süße, bunte Kekse.
Trinke Tee und Punsch und schau:
Freude, sie geht durch den Magen.
Der November ist nicht grau.

Steck ein Kerzchen an im Zimmer,
Mach’s dir kuschelwarm. Sei schlau!
Schenk der Zeit ein helles Lächeln.
Der November ist nicht grau.

Aus der Region, Veranstaltungen

Kicken mit Kopftuch

Beitrag: Boike Jacobs

Es begann in der Großen Pause. Nawal war mit ihrer Familie aus der Flüchtlingsunterkunft in der Bergedorfer Brookkehre nach Duvenstedt gezogen, die Freundinnen und Nachbarn blieben zurück, alles war noch fremd. Aber da spielten Kinder auf dem Schulhof Fußball, und die ebenso sportliche wie mutige Nawal gesellte sich dazu und spielte mit. Dass daraus schon bald eine Erfolgsgeschichte werden würde, ahnte sie in diesem Augenblick noch nicht.

„Muslimische Mädchen dürfen auch in Deutschland nicht Fußball spielen“, sagt mein Nachbar entschieden. Aber da liegt er wie viele andere falsch. „Es gibt im Islam kein solches religiöses Verbot für Mädchen und Frauen“, betont Nawals Vater. Und das gilt auch für diejenigen, die wie seine Töchter ein Kopftuch, einen sogenannten Hijab (sprich Hidschab), tragen. Damit beim Rennen und Schießen die meist dichten, langen Haare der Mädchen niemanden beeinträchtigen können, muss der Hijab fest anliegen wie eine Badekappe. Sogar Nike wirbt mittlerweile damit.

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Geschichten und Gedichte

Zwischenmenschliches

Beitrag: Helmut Marquardt

Photo by Andre Furtado on Pexels.com

Zunächst wussten wir gar nichts voneinander,
doch irgendwann fanden wir zueinander.
Weil wir spürten, wir sind bestimmt füreinander,
waren wir auch richtig verliebt ineinander.
Wir kuschelten ganz eng beieinander,
und streichelten uns zärtlich nacheinander.
Doch dann gerieten wir plötzlich aneinander
und wegen dem ganzen Durcheinander
waren wir fürchterlich sauer aufeinander.
Wir beschimpften uns gegeneinander
und das anfangs so zärtliche Miteinander
brach dann plötzlich auseinander.
In der Wohnung lag alles übereinander.
Wir kümmerten uns noch kurz umeinander,
und verließen das Haus dann hintereinander.
Vor der Tür standen wir noch kurz nebeneinander,
wir zeigten aber auch Respekt voreinander
verständigten uns dann untereinander,
vielleicht finden wir ja irgendwann wieder zueinander.
So viel zu menschlichem Zwischeneinander.

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