Dieses und Jenes

Sylvesterknaller: Tradition oder Gewalt

Beitrag: Elisabeth Hartmann

Sieht schön aus

Anfang Januar: „Bist du gut ins Neue Jahr gekommen?“ frage ich meine Nachbarin. „Nun ja, alleine mit meiner Katze, die hat sich unter das Sofa verkrochen, und ich hab mit dem Fernseher angestoßen. Aber ich wollte das arme Tier bei der ganzen Knallerei nicht völlig alleine lassen. Sie ist sowieso immer ein paar Tage um Sylvester herum verstört, geht z.B. nicht mehr raus, wo sie doch sonst stundenlang ihre Streifzüge durch die nähere Umgebung macht.“ So ähnlich geht es Jahr für Jahr an Sylvester vielen Haus- und Nutztierhaltern. Ein anderer Nachbar musste sich ein Taschentuch vor die Nase halten, er hat empfindliche Bronchien und leidet unter der Luftverschmutzung durch das Sylvesterfeuerwerk allerorten.

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Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Op de Sooß kümmt dat an

Beitrag: Jürgen Sakuth

Photo by Eva Bronzini on Pexels.com

Odje Möller un Matten Kohrs hebbt sik na vele Johr’n tofällig anin Haven drapen. Dor verwunnert dat nich, wat se al na in Veerdelstünn in de neegst legen Kööminsel landt sünd. All de olen Geschichten ut de Kinner-, School- un Jugendtiet kummt nu mit hoochrode Köpp op’n Disch, un männicheen Kööm un Beer hett mitholpen, wat dat Besinnen op de olen Tieden noch wat beter tostann’n keem.
An’n Enn kummt se ok op dat Eten to snacken, un se besinnt sik op all de smackliche Kost ut de Jugendtiet: Beern, Bohnen un Speck, Bookwetengrütt, Swattsuer, Gröönkohl mit Swiensback un bruunröst söte Kantüffeln, Boddermelksklümp un so wieder, un so wieder. Dor seggt Odje Möller miteenst:
„Weets du Matten, ik eet siet Johren an’n leefsten Hackfleeschklüten mit ’n pikante Sooß na’n egen Rezept!“
„Jümmers blots Hackfleeschklüten? Naja, Odje, dor harr ik denn aver bilütten keen Bock mehr op“, meen Matten Kohrs nu.
„Na kloor doch, dat kannst du mi glöven, mien leevst Eten is siet vele Johren mien huusmaakt Hackfleeschklüten!“
„Hest du denn ’n besünneres Rezept or besünneres Fleesch? Or wat is dien Geheemnis?“
„Och ne, dat egens nich. De Hackfleeschklüten, de maak ik jüst so as uns Möder dat fröher ok maakt hebbt. Man, wenn se goot bruunbraadt sünd, denn warrt de Pann mit söss Glöös Himbeergeist flambeert un mit’n lütten Schööt Berenlikör aflöscht!“
Minsch Odie“, meen Matten dor, „Kann een dat överhaupt so eten? Smeckt dat denn överhaupt?“
„Naja, de Hackfleschklüten, de smeckt jüst so, as solk Klüten nu mal smeckt. Aver na de Sooß, Matten, dat segg ik di, na de Sooß, dor lickst di all teihn Finger na af!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)

Aus der Region, Wissenswertes

Ein Ausflug in eine andere Welt –

Der Hamburger Blumen Großmarkt

Beitrag: Tom Schmidt

Ostfassade bei Nacht (Copyright: Großmarkt-Hamburg.de)

Es ist 23.00 Uhr, das Aroma des frisch gebrühten Espresso duftet bereits, die Brote sind geschmiert. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, in 30 Minuten geht es los. Gegen 24.00 Uhr soll ich auf dem Blumen Großmarkt in Hamburg sein und auf dem Verkaufsstand meines Schwagers aushelfen, da ein Mitarbeiter ausgefallen ist. Ohne konkret zu wissen, was letztendlich auf mich zu kommt, ging ich die erste Nachtschicht in meinem Leben entspannt an.

Der Hamburger Großmarkt befindet sich zwischen dem Oberhafen und der Amsinckstraße im Stadtteil Hammerbrook auf einem 27,3 ha großen Grundstück. Der alte Spruch „die Nacht zum Tage machen“ trifft hier uneingeschränkt zu, gearbeitet wird nachts!

Als ich auf dem Großmarkt Hamburg die Schranke am Haupttor Ost passiert hatte und in Richtung der imposanten, bogenförmigen Hallen fuhr, herrschte auf dem Parkplatz vor der Halle des Gemüsemarkts bereits ein reges Treiben. Dazu muss man wissen, Gemüse – und Blumen Großmarkt sind in nebeneinander liegenden Hallen untergebracht, und der Arbeitsbeginn in den Hallen des Obst- und Gemüse Großmarktes liegt vor dem des Blumen Großmarktes. Vorsichtig fuhr ich weiter, achtete darauf, nicht mit einem der unzähligen Gabelstapler, die vollbeladen mit ihren Paletten zwischen den LKWs herum wuselten, zusammen zu stoßen.  

Endlich angekommen, hatte ich noch Zeit, mich ein wenig umzusehen. Das ist also einer der größten Blumen Großmärkte in Deutschland, dachte ich mir. Von hier aus werden unzählige Wochenmärkte und Geschäfte des Blumenfachhandels in ganz Norddeutschland mit Blumen und Zierpflanzen versorgt. Ungefähr 100 Anbieter, die sich aus Erzeugern, Großhändlern und Kommissionären zusammensetzen, bieten hier in einer 180 Meter langen, 57 Meter breiten und 14 Meter hohen Halle ihre Waren an. Und wer sich für Architektur interessiert: Die Hallen sind eine der eindrucksvollsten Beton Schalenkonstruktionen in Hamburg, ähnlich wie das zur Universität zählende Audi Max im Stadtteil Rotherbaum, und stehen seit 1996 unter Denkmalschutz. Der Umzug des Blumen Großmarktes erfolgte 1984 von den Deichtorhallen auf das Gelände des Großmarktes neben der Halle des Obst – und Gemüsemarktes. 

Mein Schwager war mittlerweile angekommen und somit betraten wir das Herzstück des Blumen Großmarktes. Mein Blick streifte kurz durch die gigantische Halle und ich wurde zu dieser unchristlichen Zeit von einer Blüten- und Farbenpracht begrüßt, die ihresgleichen sucht. Mit Sicherheit gibt es schlechtere Arbeitsplätze als diesen, sagte ich mir. Mal schauen, ob ich das in acht Stunden immer noch denke.

Nach einer kurzen Einweisung ging es los, den Stand möglichst schnell für die Kunden vorzubereiten. Zum Transport bzw. zur Präsentation auf dem Stand werden die Pflanzen in CC-Container gepackt. Die Container sind auf dem Großmarkt nicht wegzudenken, haben einen festen Boden und durchschnittlich vier bis sechs weitere Bretter, die individuell je nach Bedarf und Pflanzenhöhe verstellt werden können. Da die beiden vorderen Rollen lenkbar sind, bedeutet das für einen Anfänger wie mich, dass diese Transportmittel schnell ein Eigenleben entwickeln können. Besonders, wenn man mit zwei Containern voll bepackt auf dem Großmarkt unterwegs ist und ziehend oder schiebend und gleichzeitig lenkend alles umkurven muss, was einem in den engen Gängen entgegenkommt oder im Weg steht. Für einen Anfänger eine schweißtreibende Fortbewegung, zumal die „Biester“ voll bepackt schwer sind. Passend dazu der Spruch eines Kollegen, als ich mich wieder einmal voll bepackt mit zwei Containern durch die Gänge schlängelte und natürlich irgendwo hängen blieb: „Wir sind hier nicht auf dem Übungsplatz des ADAC.“ Entsprechend waren die Container letztendlich heute Nacht meine ganz persönliche Herausforderung.

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Aus der Region, Veranstaltungen

Termine Januar

Beitrag: Jürgen Sakuth

Tipps aus der Redaktion

WannThemaWo
Mo, 5. Januar
um 19 Uhr 30




Filmvorführung :
Dann passiert das Leben

Deutscher Spielfilm
mit Anke Engelke und Ulrich Tukur

Sachsenwald-Forum

Hamburger Straße 8
Reinbek
Eintrittspreis 8 Euro
Online- Vorverkauf:
http://www.kultur-reinbek.de
Fr, 16. Januar
um 19 Uhr 30 Uhr

auch 27.01.
Theater:
Ich bin dein Mensch

Vorstellung der Hamburger Kammerspiele
Lichtwark Theater im KörberHaus




Fr, 23. Januar
um 19 Uhr 30
Konzert:
Ron Williams meets Harry Belafonte

Lichtwark Theater im KörberHaus



Mo, 26. Januar
10 bis 17 Uhr
Generationswerkstatt
KörberHaus
Raum 213/214

Anmeldung bis 12. Januar
koerber-stiftung.de
Sa, 31. Januar
19 Uhr 30
Lesung:
Katrin Iskam
Gärtnern ohne viel Geschiss
Lichtwark Theater im KörberHaus

Stand: 28. Dezember

Festliches, Plattdeutsche Texte

Wiehnachtsgedanken

Beitrag: Jürgen Sakuth

Wat dünkt wi uns blots stark un groot,
op Groot op Lütt, wi alltohoop.
Sull’n wi nich mal, op Jung or Deern,
to Wiehnachtstiet besünners geern,
ok eenst an uns’re Mitminsch‘ denken
un de ’n goot Gedanken schenken?

Gah‘ doch mal daal an Strand un Küst,
denn markst du dat, wat lütt du büst,
graad an de See bi Wind un Weder.
Weer dat nich mal ’n beten beter,
wi leden eens all’n Striet bisiet,
so as dat höört to Wiehnachtstiet?

Wenn wi verdeent dat an de See,
schenkt uns de Herrgott Wiehnacht‘ Snee
De Snee deckt allens af wat weer
verleden Johr un ok dorvör.
Verzeih’n, vergeten, denk mal no,
denn warrst du Wiehnacht‘ dubbelt froh.

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Geschichten und Gedichte, Wissenswertes

Weihnachten basteln wir uns ein Gedicht

Beitrag: Elisabeth Hartmann

Sie werden Weihnachten mit Freunden oder Verwandten, Kindern und Erwachsenen  feiern? Das ist schön, und Sie freuen sicherlich darauf. Aber manchmal, so nach dem Essen und dem Kaffee, hat man das Wichtigste schon gesagt, es drohen Langeweile oder gar ein bisschen Zwist aufzukommen. Die alten Spiele sind reizlos geworden, und ein neues lag nicht unterm Tannenbaum. Wie wäre es da mit Dichten? Ja – Sie machen einzeln, paarweise oder alle zusammen Gedichte. Und zwar Haikus. Ein Haiku ist ein japanisches Kurzgedicht mit 17 Silben, verteilt auf 3 Zeilen. Die erste Zeile hat 5, die zweite 7 und die dritte wieder 5 Silben. Auch mit der deutschen Sprache kann man so dichten. Ich habe es mal versucht:  

Roter Fensterstern
jetzt wieder im Dezember
öffnet mir das Herz.

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Geschichten und Gedichte, Plattdeutsche Texte

Afnadelt

Beitrag: Helmut Marquardt

Een Dag noch, dann is’t so wiet,
dann is vörbi de lange Tiet.
Dann is dat wohrhaftig wohr,
dann is Hillig Avend dor.
Hillig Avend, dat’s Tratschoon,
kriggt he sien Kleed, de Dannenboom.
De Kinner hölpt bi’n Utstaffeern,
dat makt se vun Harten geern.
Mudder dreiht noch mal een Runn,
dörch dat Huus un hett wat funn’n.
In de Stuuv dor geiht ehr Blick
un ehr Hals ward täämlich dick.
Mudder bölkt: Hier fählt doch wat !!!
Vadder fragt: Wat is denn dat?
Mudder in’n Kommandoton:
Wo steiht denn hier de Dannenboom !!!!
Vadder suust dann af geswind
dat he noch’n Dannenboom find.
Kummt tau’n Markt un hett noch Glück,
dor steiht noch een, dat letzte Stück.
De Macker seggt noch tau em lies:
Den gifft dat hüüt tau’n halven Pries.
De Boom kummt rin in’t Zimmer
Vadder harr so’n blassen Schimmer.
As he annern Morgen vör den Dannenboom steiht,
de Anblick em sien Puust versleit.
Sien Gesicht ward bannig lang,
denn all de Twiegen sünd blitzblank.
Un blangenbi de Wiehnachtskripp,
steiht blots ’n Dannenboomgeripp.
Mit n‘ Mal ward em de Pries ok kloor,
dat wörr’n Boom vun letztet Johr.

Bild: per KI generiert

Humorvolles, Plattdeutsche Texte

Dat heff ik mi dacht

Beitrag: Jürgen Sakuth

Berni Overdieck leep mit sien 39 Johren jümmers noch as Eenspänner dörch de Welt. He harr eenfach noch nich de Fru för’t Hart un Leven funnen. Man he weer egens mehr as tofreden mit düssen Tostand un dee sien Daagwark as Knecht op Buer Osterkamp sien Hoff in Seh lendörp mit Leev un Fliet.
Dat änner sik aver opeenst, as Stiene Schlichting op de Buernsteed vun’n Naver as Kööksch anfüng. Düsse Deern gefüll em bannig goot. Stiene, de müch he lieden.
Jo un Stiene, de harr em ok al de gröttst plattdüütsch Leevsverkloren tokamen laten, de dat bi de Plattdüütsche geven deit. Se harr to em seggt:
„Berni, du büst mi egens ok nich ganz unsympaatsch!“
Vunavend harrn de Twee weller ’n Verafreden, se wull’n sik mal weller drapen. Dor dat ’n zappendüüster Nacht weer, nehm Berni sik de bren nen Lantücht vun’n Haken, de in’n Düüstern vör de Schüün vun’n Hoff opbummelt weer.
As he graad los wull, keem Buer Osterkamp dor överto un wull sien Knecht mal so’n beten op’e Schipp nehm’n. He see mi’t swiensplietsch Smuustern:
„Wenn ik fröher to mien Wanda güng, Berni, heff ik nie nich ’n Lantücht mitnahmen. Dat güng doch ahn veel beter. Een harr denn doch tominnst beide Hannen frie!“ Berni grien torüch: „Dat heff ik mi doch glieks dacht, as ik dien Fru ankeken heff. Harrst man beter ok ’n Lantücht mitnahmen, Buer!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Aus der Region, Damals war's

Bergedorf vor 50 Jahren

Früher mit Dampf, heute elektrisch

Beitrag: Jürgen Sakuth

Die Lokomotive mit dem stolzen Namen „Hansa “ stand auf dem Bahnhof am Deichtor. Auf Wartezeit gestellt, wie ein zur Parade geschmücktes Pferd. Sie hatte am siebten Mai 1842 in feierlicher Eröffnung der Bahnstrecke Hamburg – Bergedorf den ersten Zug mit den Gästen in „das Städtchen “ bringen sollen. Doch seit der Nacht vor dem Himmelfahrtsfest, vom vierten auf den fünften Mai, war der große Brand im Gang, der sich nicht hatte eindämmen lassen.
Wie es zu der Zeit in Bergedorf aussah, erzählte der Ratmann Andreas Spiering im Jahr 1892 im Rückblick auf die Zeit damals vor 50 Jahren: „Beim großen Hamburger Brand wurde die hiesige Feuerwehr durch die Trommel, welche der Stadtsoldat Sager rührte, zum Alarmplatz gerufen. Bei der Stadtjugend hieß der wackere Sager „Kriegsknecht Hartwig “ Bei der ersten Kunde vom Brand war Ratmann Schlebusch nach Hamburg geeilt. Er kam in großer Hast in seinem Einspänner über die Mühlenbrücke angefahren und hielt bei der Wache, wo er den Befehl zum Ausrücken der Spritzen gab und Sager losschickte, die Spritzenleute zusammenzutrommeln.
Der Schuljugend, die auf dem Kirchhof spielte, gab Sager die Weisung: „Jungs, nu lopt man vorut und segt, daß hier in Bardorp keen Füür is; ober de Sprütten sollt na Hamborg, um to helpen. “ Am achten Mai 1842 nachmittags zwei Uhr konnte der Rat das Ende des großen Brandes der Bevölkerung mitteilen. Seine Kundgebung schloss mit dem Satz: „Unser geliebtes Hamburg ist nicht verloren, und unsere regsamen Hände werden, wenn auch allmählich und in Monaten und Jahren das schon wieder aufzubauen wissen, was das furchtbare Element in Stunden und Tagen so heftig zerstörte. Gott mit uns!“

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