Wissenswertes

Neues vom James Webb Telescope

Beitrag: Thorsten Werner

Herbig-Haro 211
Credits: Image: ESA/Webb, NASA, CSA, Tom Ray (Dublin)

Der hochauflösende Nahinfrarot-Blick des James-Webb-Weltraumteleskops der NASA auf Herbig-Haro 211 enthüllt exquisite Details des Ausflusses eines jungen Sterns, eines infantilen Analogons unserer Sonne. Herbig-Haro-Objekte entstehen, wenn Sternwinde oder Gasjets, die von neugeborenen Sternen ausgestoßen werden, Schockwellen bilden, die mit hoher Geschwindigkeit mit nahegelegenem Gas und Staub kollidieren.

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Geschichten und Gedichte

Ein anderer Tatort

Text und Fotos: Edith Kalisch

Es ist weder Sonntag (oder Zufall).  Nicht abends (oder Zufall). Auf gar keinem Fall Couch, Sessel und gemütliches Zurücklehnen. Und – ganz  wichtig – das Fernsehgerät hat Pause.

Aber trotzdem Krimi!

Krimidinner gibt es schon seit langem. Nun auch bei uns. Es ist ganz einfach. Es gibt in Buchhandlungen oder Spielwarengeschäften entsprechende Vorlagen. Wir haben uns für ein mörderisches Klassentreffen entschieden. Wir sind ja schon ein paar Jährchen älter, haben so einiges erlebt. Berichten davon. Versuchen bei den früheren Mitschülerinnen und Mitschülern ein bisschen anzugeben. Also ganz wie im richtigen Leben.

Es gilt natürlich etwas vorzubereiten.

Wir hocken zusammen. Wir zwei. Erst einmal stellt sich die Frage: Wer hat Lust mitzumachen? Zum Glück kennen wir so einige Leutchen, die wir überzeugen müssen. Unbedingt. Wir sind uns sicher.

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Plattdeutsche Texte

Swattbunte Köh

Beitrag: Jürgen Sakuth

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Sleswig-Holsteen,
dat is jo dat Land,
wo de swattbunten
Köh to de Landschop höört as de Bargen to
Bayern, as Peper to Solt, as
Pick to Swevel.

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Aus der Region, Veranstaltungen

Freundlich, farbig, hell

Beitrag: Boike Jacobs

So habe ich noch keine Bücherei erlebt. Es ist Dienstagnachmittag, und ich staune, denn die Stille täuscht: Die Bücherhalle im KörberHaus ist heute ein echter Generationentreff. Gleich vorne rechts sitzen zwei ältere Herren und lesen konzentriert die „Süddeutsche“ und die „FAZ“, die hier neben weiteren Zeitungen und Zeitschriften ausliegen. Am Fenster arbeitet ein junger Mann an seinem Laptop – vielleicht ein Student, der seine Hausarbeit schreibt. Zwischen den vielen Regalen gehen langsam jüngere und ältere Interessierte, schauen aufmerksam auf die Buchtitel, ziehen sich schließlich ein Buch heraus, beginnen zu lesen.

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Aus der Region

Erinnerung an einen Fluchthelfer

Beitrag und Fotos: Elisabeth Hartmann

Beim Spazierengehen auf dem Altonaer Grünstreifen zwischen Holstenstraße und Fischmarkt findet man, etwas ab vom Weg, in der Ecke von Pepermöhlenbek und Breite Straße einen Anker mit Gedenktafel.

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Plattdeutsche Texte

Keen Masochist

Beitrag: Jürgen Sakuth

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Elk Johrstiet hett jo wat an sik. Man ik meen, de schönste Tiet vun’t
Johr is för mi de, wenn na den griesgrauen, dakigen Harvst un na
de iesige Winterweken de Daag bilütten weller länger wart un de Sünn al
ollig wat höger an’n Heven steiht. Wat‘ Freid un Vergnögen, wen een
in’n Goorn faststellt, wat sik al de Sneekieker, Märzenbeker, Pasterkra-
gen, Saffraan un Zittlööschen dörch de faken noch froren Eerd quält
hebbt, un wenn een bi apen Finster de Vagels weller ehr Leevswarven
tirilieren hör’n kann. Fröhjohr. Vörfreid op de Summertiet.
In’t Fröhjohr geiht mi dat elk Johr so, as in de Kinntertiet mit dat smach-
ten Lengen op Wiehnachten. Woken seggt:
„De Vörfreid is doch jümmers noch dat Schönste an de Freid!“ Ik mutt
togeven, de hett unbedingt Recht.
As ik noch mien Ladengeschäft harr un as Quekenpuker un Blomenhö-
ker arbeidt heff, weern de Weken vör Wiehnachten bit to’n Ooltjohrs-
avend un Niejohr alltiets böös hektisch un randvull mit Schufteree un
Schinneree. Dat is för mi al jümmers so west, denn as Kinner hebbt wi 
dat bi uns Öllern ok blots so beleevt.
Man, vuntjohr weer dat mal ’n ganz annern Snack. Allens mal heel an-
ners. Beter.
In‘ Januarmaand, as ik sünst jümmers an’t Inventur opschrieven un
utreken weer, bün ik nu mal in’n Süden utneiht, un heff de düüster Joh-
restiet ollig körter maakt. Dat scheelt doch wat, dat niege Johr mit blau-
en Heven un Sünnenschien to beginn’n un bi 25 Graad in’e Baadbüx
an’n Pool to liggen un blots dat to maken, wat een sülvst will. Sowat
heff ik noch ni nich hatt un maakt. Aver ik will ju dat liekut segg’n: Ik
kunn mi dor an gewöhn’n!
Mien Leevste, de ok mien dree Hörböker illustreert hett, hett bannig
veel tekent un ik findt, se hett ehr Studien vun övergewichtige Touristen
an’n Pool den richtigen Naam geven:
Triglyceride-Sammeln – Düütsche Elite an‘ Pool.

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Geschichten und Gedichte

Scherben … nichts als Scherben

 Beitrag: Edith Kalisch

Zu diesem kleinen Bericht muss ich ein kleines Vorwort schreiben. Es begreift sonst kein Mensch. Also, ich sammle Scherben. Warum? Ich weiß es doch auch nicht.  Das war jetzt alles.  Es gibt so eine Erinnerung an Erzählungen meiner Mutter, die den schrecklichen Angriff auf Hamburg im Juli 1943 miterleben musste. Wie so viele Menschen nahm sie einen kleinen Koffer mit den wichtigsten und liebsten Dingen in den Keller ihres Wohnhauses. Meine Oma hatte wohl an diesem Tag eine Ahnung. Sie wollte nicht den Keller aufsuchen. Sie flüchteten zum Bunker am Berliner Tor. Die Ahnung erwies sich als folgerichtig. Das Haus, in dem sie gelebt hatten, war nur noch ein Trümmerhaufen.

Zu diesem fürchterlichen Ereignis gibt es noch viel zu erzählen. Aber, wie Erich Kästner oft gesagt hat, das gehört hier nicht her.

Nur, dass ich später die geretteten Fotos aus dem kleinen Koffer, immer mal wieder ansah. Eines zeigt die Puppenstube meiner Mutter. Und von da an bat ich meine Mutter, doch mal mit mir nach Borgfelde zu fahren. „Vielleicht finden wir ja noch etwas in den Trümmern.“ Nein, sie wollte es nicht. Damals verstand ich ihre Reaktion nicht. Heute, ja heute kann ich es nachvollziehen.  So blieb es dabei.

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Damals war's

Hammerbrook – verbrannte Kindheit

Beitrag: Ursel Tenne

Wir wohnten in der Wendenstraße in Hammerbrook, in der Nähe der Hamburger Innenstadt. Meine Eltern hatten einen „Seifenladen“ – so nannte man damals eine Art von Drogerie. Unsere Wohnung war zwar klein, aber in meinen Erinnerungen erlebte ich eine kurze glückliche Kindheit, trotz der vielen Luftangriffe. In einem großen Hof hinter den vielen Wohnblocks traf ich mich täglich mit vielen Kindern zum Spielen. Dann kam der Tag, der mein und das Leben meiner Eltern von nun an total verändern sollte.

Nachmittags beschloss meine Mutter, mit mir auf dem Fahrrad zu meinen Großeltern zu fahren – mein Vater musste im Geschäft bleiben, versprach uns aber, später nachzukommen. Auf dem Weg zu den Großeltern stürzte ich mit dem Rad, mein Knie blutete, und meine Mutter wollte wieder nach Hause fahren. Ich weinte aber, wollte unbedingt zur Oma, und meine Mutter gab nach. Wie sich später herausstellte, rettete diese Entscheidung unser Leben.

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