Festliches

Weihnachten – auf den Kopf gestellt

Beitrag: Sabine Ziesmer

Auf den Kopf gestellt. Zeichnung HGZstudioDE

     Weihnachtswelt – auf den Kopf gestellt

Weiß verschneit sind Äste und Kronen,

als müsste es dieses Jahr richtig lohnen. 

Ich stapfe froh ums Haus herum,

da seh` ich ihn stehen – ganz stumm.

Das rote Gewand arg verschmutzt,

der Jutesack scheint oft benutzt.

Er zeigt zur weißen Pracht,

als sei sie selbstgemacht.

Der Schnee verwandelt meine Welt,

alles ist auf still gestellt.

 Doch Schnee, ein scheues Geschenk, ist nicht zu planen.

Er huscht über das Land, ist nur zu erahnen.

Man kann ihn nicht machen, nicht erzwingen –

Der Winter muss ihn einfach nur bringen.

In meinen warmen Händen wird er zerfließen,

er lässt sich nicht umschließen.

Dann hört er auf, Schnee zu sein –

So weiß, so klar, so fein.

Der rote Kerl in meinem Garten

musste lange auf weiße Tage warten.

Er kennt Vergänglichkeit –

Alles hat seine Zeit.

Der ernste Mann mit hohen Stiefeln und Bart

reicht mir ein Geschenk – ganz zart.

Ich nehme den Weg zurück zum Haus –

Es war wohl der Nikolaus.

In meinem Stiefel steckt ein Tannenbaum,

verkehrt herum – man glaubt es kaum.

Er wird die Stube schmücken,

Groß und Klein entzücken,

wenn er dann richtig aufgestellt – 

in der verdrehten Weihnachtswelt.

Aus der Region, Veranstaltungen

Lesetraining in der Bücherhalle

Beitrag: Thorsten Werner

Bild: Pixabay

Gesucht:

Grundschulkinder ab Klasse 2 – 4

für ein 3 monatiges Lesetraining in der Bücherhalle im KörberHaus

Das Projekt Bergedorfer LeseLernhilfe der SHiP – Stiftung für Engagement in Bergedorf geht mit dem „Lesetraining“ in der Bücherhalle im KörberHaus auf besondere Weise auf die Bedürfnisse von Grundschulkindern ein.

Beginn: Mittwoch, 17. Januar oder Donnerstag, 18. Januar 2024

Dauer: 3 Monate

Beim Lesetraining hat das Kind einmal pro Woche am Nachmittag die Chance, mit „seiner“ LeseLernhelferin bzw. „seinem“ LeseLernhelfer in der Bücherhalle Bergedorf im KörberHaus zu üben und eine Stunde lang miteinander spannende oder lustige Geschichten zu entdecken.

Ziel ist es, Kinder mit Spaß und ohne Leistungsdruck an das selbstständige Lesen heranzuführen.

Die Kinder werden drei Monate, bei Bedarf auch länger, einzeln gefördert:
Die Teilnahme ist kostenlos.

Wenn sie ihr Kind anmelden möchten, schicken sie gerne eine E-Mail an das Projekt Bergedorfer LeseLernhilfe der SHiP – Stiftung für Engagement in Bergedorf:

leseLernhelfer@outlook.de

Geschichten und Gedichte

Logisch …

Beitrag: Edith Kalisch

Wir besuchen Janoschs Opa. Auf dem Land. Ein kleines Dorf. Viel Fachwerk. Und es gibt auch einen Wald.

Wir müssen also an die frische Luft. Immer. Das ist das Prinzip meiner Tochter. Einmal am Tag, das Wetter mag sein, wie es will.

Immer auf der Suche. Foto: Edith Kalisch

Ein Wald, vor allem dieser, weil er sich wie ein Urwald präsentiert. Wir erkunden ihn. Stolpern über Äste, pieksen uns an Brombeersträuchern, treten in Mäuselöcher.  Wege sind nicht zu finden. Spannend, spannend. Janosch sammelt unentwegt Blätter, kleine Zweige, winzige Federn. Überreicht alles uns. Wir müssen tragen. Argumente dagegen gelten nicht. Zur Not haben wir ja Taschen in unseren Anoraks. Er muss weitersuchen und hat deshalb keine Hand frei.

Nun entdecken wir kleine Mulden, die mit grauen fluschigen Haaren (?) ausgepolstert sind. Nanu? Interessant.

Anna fragt ihn: “Wer meinst du, hat hier wohl geschlafen?“

Kurzes Überlegen:  „OMA!“

Humorvolles

„Kohflex“ am Morgen

Text und Foto: Jürgen Sakuth

Wir hatten Besuch von unseren drei kleinen Enkelinnen. Die „Drei Damen aus der Neustadt“, wie wir immer sagen. Diesmal ein ganzes Wochenende.

Nach der ersten Übernachtung beginnt der neue Tag ziemlich früh. Schon vor dem Frühstück wollte Anna (Name geändert) uns überlisten und sagte zum Apple-Sprachassistenten:

„Siri, kannst du bitte das iPad entsperren?“ Das machte Siri natürlich nicht.

Beim Frühstück ging es zunächst darum, wer was essen möchte.

Klara (Name geändert), 3 Jahre alt: „Ich möchte „Kohflex“ (Cornflakes) mit Milch“

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Wissenswertes

Neues vom James Webb Telescope

Jetstream mit 515 Km/h nahe des Äquators vom Jupiter

Beitrag: Thorsten Werner

Credits: Image: NASA, ESA, CSA, STScI, Ricardo Hueso (UPV), Imke de Pater (UC Berkeley), Thierry Fouchet (Observatory of Paris), Leigh Fletcher (University of Leicester), Michael H. Wong (UC Berkeley), Joseph DePasquale (STScI)

Dieses Bild des Jupiters, aufgenommen mit der NIRCam (Nahinfrarotkamera) des James-Webb-Weltraumteleskops der NASA, zeigt atemberaubende Details des majestätischen Planeten im Infrarotlicht. Je heller ein Fleck, desto höher ist er. Bei den zahlreichen hellen weißen „Flecken“ und „Streifen“ handelt es sich wahrscheinlich um sehr hoch gelegene Wolkenoberseiten von kondensierten konvektiven Gewittern. Polarlichter, die in diesem Bild rot erscheinen, erstrecken sich in höhere Lagen sowohl über dem Nord- als auch über dem Südpol des Planeten. Im Gegensatz dazu haben dunkle Bänder nördlich der Äquatorregion eine geringe Bewölkung.

In Webbs Bildern vom Jupiter vom Juli 2022 entdeckten Forscher kürzlich einen schmalen Jetstream, der sich mit einer Geschwindigkeit von 515 Kilometern pro Stunde über dem Äquator des Jupiters über den Hauptwolkenschichten bewegt.

Aus der Region, Wissenswertes

Seeleute schätzen die besondere Atmosphäre

Beitrag: Elisabeth Hartmann

Jetzt im Herbst gehe ich wieder in meinem näheren Umkreis spazieren. Da komme ich bei der Seemanns Mission an der Großen Elbstraße 132 vorbei.

Eingang Große Elbstraße Foto © Elisabeth Hartmann

Die bietet an: „Natürlich können auch Touristen jederzeit einen Blick in den Club werfen und auf ein frisches Bier bleiben.“ Das Angebot nehme ich an. Ich bin zwar keine Touristin, aber ich wohne im selben Stadtteil: Altona-Altstadt.

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Aus der Region, Veranstaltungen

Schätzchen sucht neues Zuhause

Beitrag: Elke Pieprzyk

Foto: Pixabay

Im vollen Kleiderschrank ist nichts Anziehendes mehr drin? Dann ist es Zeit den Schätzchen ein neues Zuhause zu geben.

Also auf zum Kleidertausch –
am 5. Dezember ab 14.30 Uhr im KörberHaus Raum 102.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

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Plattdeutsche Texte

Noorddüütsche Gesetten

Beitrag: Jürgen Sakuth

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Dat hett al sienen Grund, wat elk Johr so veel Touristen in uns smucken
Noorden kaamt. Wi hebbt glieks twee Meere, vele Seen un Hölter, un
de Deerns sünd in’n Noorden – anners as in Bayern – smucker as de
Köh.
Een seggt de Noorddüütschen jo na, se weern muulfuul, fuulsnutig,
un se harrn kenen Humor, un wen doch, denn en heel sünnerboren.
Dorbi seggt de Noorddüütsche jüst so veel as de Hesse, de Sass or
de Rheinlänner. Aver he seggt dat op Plattdüütsch un mit veel weniger
Wörr as de annern Landslüüd.
Wenn een in Urlaub fort, sull een aver geern de Brüük un Sitten kenn’n,
de vör Oort gellen doot. Hier een Oplisten vun Gesetten un Spröken
för reisen Lüüd in Noorddüütschland, de den so typschen Humor an’e
Küst wiest:

~ De noorddüütsche Flagg is de Feudel.
~ De velen witten Duven an’t Meer sünd Möven.
~ För den Noorddüütschen tell allens, wat in’n Süden vun’n
   Harz liggt, to Bayern.
~ De echte Noorddüütsche kann dat Meer ok in’t Binnenland un
   bit 150 km gegen den Wind rüken.
~ Narms strahlt de Heven so smuck griesgrau as in
   Noorddüütschland.
~ An’e Küst regent dat egens nich, dat is blots fuchte Luft.
~ De Wind kümmt an’e Küst jümmers vun vörn, un Gegenwind
   formt den Charakter so goot.
~ Sturm is eerst, wen de Schaap keen Locken mehr hebbt.
~ Is Orkan anseggt, denn nöömt de Lüüd an’e Küst dat
   „’n büschen Wind“ or ,, dat puust lütt beten“
~ Schietweder fangt eerst bi Windstärk 12 an.
~ Vun Regen snackt man in‘ Noorden eerst, wenn de Fisch op
   Ogenhööchde swümmt.
~ Solang as de Pütten nich tofreert, is an de Ostsee Sommer.
~ Noorddüütsch gröten deit een mit „moin“.
   „Moin, moin“ is al Gesabbel, un een warrt „Sabbelbüdel“ nöömt.
~ De Anter op „moin“ is „moin“, man nich verjagen, maandags
   is faken ok eenfach „Fresse“ as Anter mööglich.
~ „Klei mi an’n Moors“ bedüüdt: „Lm a A, du mi ok, is mi doch
    eendoont, maak doch wat du wullt!“
~ „Moin“ bedüüdt heel veel: „Goden Morgen, goden Dag,
    Mahltiet, ’n Avend, Dag ok, hallo, wo geht di dat?“
~ Wenn en Noorddüütschen nich quarken deit, is dat al Loff
    noog.
~ Rastet en Noorddüütschen vör Begeistern total ut, so wiest he
   dat dörch ’n Brummeln vun „Jo“ un dat noorddüütsche „Jo“ is
   ’n kumpleten Satz mit Subjekt, Prädikat un Objekt. Punkt.
~ Seggt en noorddüütschen Handwarker „Oha“, denn lött sik
   dat meist noch licht repareern. Man segt de „Ohaue-haue-
   ha“, denn warrt dat faken richtig düer.
~ Een mutt ’n Noordüütschen nich all söss Maande an en
   Arbeit, de noch nich torecht is, erinnern! He hett keen
   Alzheimer. He överleggt blots noch.
~ Warrt dat wat?“„Dat warrt wat!“ is keen Aantengesnatter. Dat
    is ’n typsche noorddüütsche Snackeree.
~ De Noorddüütsche ünnerscheedt mank Schlickwatt, Kilowatt,
   Sandwatt un Bringt-dat-wat.
~ Krabbenpulen kann een nich lehren, een hett dat in’e Gene.
~ De Noorddüütsche steiht jümmers to sien Ecken un Kanten.
   Diamanten sünd nu mal nich rund.
~ Dat Leevsverkloren an’e Küst heet: „Du büst mi nich ganz
   unsympaatsch!“

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Freizeit & Reise, Wissenswertes

Hochbegabt und schnell vergessen

Beitrag: Boike Jacobs

Nein, dazu sei eine Frau nun wirklich nicht imstande, befanden die Herren der Schöpfung. Zu schwach, zu ungebildet, zu wenig kreativ. Eine Künstlerkarriere war für Frauen zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert jedenfalls nicht vorgesehen – es sei denn, sie stammten aus Künstlerfamilien. Da arbeiteten sie schon früh ihren Vätern und Brüdern zu und lernten ganz nebenbei das Malerhandwerk. In der Ausstellung „Geniale Frauen. Künstlerinnen und ihre Weggefährten“ präsentiert das Bucerius Kunst Forum nun 30 solche Frauen mit 150 Werken von der Renaissance bis zum Barock. Ihnen war der Sprung aus Küche und Kirche in die Welt der Künstler tatsächlich geglückt.

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