Aus der Region, Wissenswertes

Das Sumpf-Blutauge: Ein Moor-Juwel als Blume des Jahres 2025

Beitrag: Thorsten Werner

Sumpfblutauge
Bild: Jutta Ende

Wer hätte gedacht, dass Moore so schön sein können?

Die Loki-Schmidt-Stiftung hat mit der Wahl des Sumpf-Blutauges zur Blume des Jahres 2025 für eine echte Überraschung gesorgt. Dieses unscheinbare, aber umso faszinierendere Gewächs aus den Mooren steht nicht nur für Schönheit, sondern auch für den dringenden Schutz unserer Ökosysteme.

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Aus der Region

Rätselhafte Wahlplakate

Beitrag: Boike Jacobs

Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Nein, anders: Man sieht die Bäume vor lauter Wahlplakaten nicht, wenn man z.B. den Serrahn hinunter bummelt. Hat man eines nach dem anderen betrachtet, weiß man genau, wo man am 23. Februar und am 2. März seine Kreuzchen hinsetzen wird. Oder etwa nicht?

„Auf Hamburg sein Nacken“ lese ich irritiert. Ein Rechtschreibfehler? Ein Scherz? Auch die Bilder geben keine Auskunft auf diese Frage: Ein Kinderfoto, die Gesichter mit Herzchen verdeckt, ein Arm in gestreiftem Pullover. Abschlussarbeit Kunst in Klasse 4, würde ich sagen. Aber nein, auf diese Weise wirbt die Linke, deren Kandidat ein T-Shirt trägt mit der Aufschrift „Tax the Rich“. Aha.

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Aus der Region, Freizeit & Reise

Mensch und Baum

Beitrag: Sabine Ziesmer

Skulpturen am Elbufer…

Bäume haben ähnlich mannigfaltige Erscheinungen wie wir Menschen. Einige sind von beeindruckender Statur, hochgewachsen und majestätisch. Im Hirschpark an der Elbchaussee findet man einige dieser Bäume, die noch heute von ihrer langen Reise aus fernen Ländern und ihrem harten Leben fern der Heimat erzählen – wenn man ihnen zuhören möchte. Andere sind klein und unscheinbar, kämpfen um ihr Überleben und um ihre Sichtbarkeit. Es sind oft die Straßenbäume, die uns etwas Schatten und Freude spenden, aber nur zu oft vergessen werden und immer weichen müssen, wenn die Stadtplanung es so entscheidet. Aber fast alle Bäume haben ihre Liebhaber.

Ich wandere täglich durch die Elbauen in den Vier- und Marschlanden. Wie ein Urwald säumen makaberen Skulpturen das Elbufer. Diese Bäume sind Überlebenskünstler. Sie stehen oft tief im Elbwasser und recken ihre Äste hoch in den Himmel, oder sie scheinen über den Elbsand zu kriechen als suchten sie stets neuen Halt. Bei Ebbe krallen sich die freien Wurzeln in den Sand, um so dem Wind widerstehen zu können. Eine Illusion, weil jede Flut ihren Halt fortgespült. Ich begrüße die Bäume täglich wie alte Freunde. Ich streiche mit der Hand über die raue Rinde, steige über ein Labyrinth aus freiliegenden verholzten Wurzeln und genieße den herben Duft von Holz und Brackwasser. Während der blattlosen Zeit der Stürme und des Hochwassers bietet sich mir immer wieder ein neues Bild. Die große Gruppe der geraden, schlanken Bäume trauert um die Freunde, die nun zersplittert zu ihren Füßen liegen. Jeder Baum erzählt seine eigene Geschichte. Ihr ungewöhnlicher Wuchs berichtet vom unermüdlichen Ringen gegen Sturm und Elbwasser. Kein Baum gleicht dem anderen. Wenn man diesen Urwald durchschreitet, fühlt man sich nicht mehr allein. Die Bäume machen mir Mut, mich den Herausforderungen zu stellen, meine Wurzeln tief einzugraben, oder neue zu schlagen im unbekannten Untergrund. Nur aufgeben ist keine Option. 

Fotos: Sabine Ziesmer

Plattdeutsche Texte

Kavaleer

Beitrag: Jürgen Sakuth

Siet de Barocktiet kennt wi bi uns de Beteken „Kavaleer“. So nöömt
een ’n Keerl mit ridderliche Döögden un höfliche Ümgangsformen, hett mi „Mister Google“ verkloort.
Man ik verbinn mit düssen Utdruck en Beleevnis, wat sik in mien Lehrtiet an’n Enn vun de föfftiger Johren todragen hett.
Ik heff bi de Firma Kiesewetter in Grömz den Goornerberoop lehrt. To de Tiet weer dat bi de Goornerutbillen begäng, wat de Lehrjungs ok in’t Huus vun n Lehrmeester wahnten un eten.
Middeweeks müss ik jümmers to de Beroopsschool na Eutin. So kunn ik an’n Dingsdagavend al mit den letzten Bus vun Grömz na Niestadt in Holsteen fohr’n un in mien Öllernhuus övernachten. Düsse letzte Bus an’n Avend weer jümmers rappelvull. Ik weer bitieden dor west un harr en Platz achtern in’n Bus funnen. As Gerda Steensen op’n letzten Drücker mit ehrn lütten Jung to’n Bus kümmt, weern all Plätz al besett. Dor stünn in’e drütte Reeg en junge Mann op un bööd de Fru sien Sittplatz an.
„Is jo wunnerbor!“ see dor Gerda Steensen, „dat gifft doch jümmers noch Kavalere!“
Ik höör noch, wat de Jung sien Modder fraag: „Mami, wat sünd denn Kavalere?“ Gerda anter dor: „En Kavaleer is to’n Bispill en Mann, de en Fru mit en Kind sien Platz anbeden deit. Jüst so as de nette junge Mann dat even bi uns daan hett!“
Veerteihn Daag later wull dat de Tofall, wat ik op de Fohrt vun Grömz na Niestadt in Holsteen blangen Gerda Steensen to sitten keem, un se vertell mi:
„Ik keem annerletzt op’n letzten Drücker mit mien lütten Jochen tơ’n Bus, un de weer brekenvull. Dor hett uns doch so’n netten junge Mann sien Platz anboden, un ik heff em en Kavaleer nöömt!“
„Jo“, see ik, „dat heff ik mitkregen, Gerda. Ok wat du dien Jochen noch verkloort hest, wat ’n Kavaleer is!“

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Plattdeutsche Texte

Steveln antrecken

Beitrag: Jürgen Sakuth

Ji wart villicht denken, ik tüder ju wat vör. Man dat is redig wohr. De nafolgen Geschicht heff ik jichtenswenn – aver in Hoochdüütsch – bi‘n Gottsdeenst in de Niestädter Stadtkark vun Paster Rathjen in sien Predigt höört:
En lütt Jung harr dat bi’t Antrecken vun sien Steveln in’n Kinnergoorn bannig swoor. He keem un keem dor nich mit kloor. Nu güng sien Optreckersche in’e Kneen, üm em dorbi to hölpen. Gemeensam weern se an’t Stöten, Trecken un Rieten, üm den eersten as ok den tweten Stevel mit Duld un Düer an de Fööt to kriegen.
As de Lütt denn see: „De Steveln sünd jo an’n verkehrten Foot,“ müss de Optreckersche kort Luft halen, üm den Anfloog vun Grull daaltoslucken. Se keek unglöövsch op de Fööt vun den Jungen un müss togeven, de Lütt harr Recht, links un rechts weern redig vertuuscht.
Mit desülvige Möh un Plaag as bi’t Antrecken, kreeg se de Steven aver vun’e Fööt daal. Se betähm sik ok allerbest, ehr Verfaten to beholen. Man denn wörrn de Steveln tuscht un ünner gräsig groot Trecken un Stöten gemeensam weller antrocken.
As dat Wark vullbröcht weer, see de Lütt:
„Dat sünd aver gor nich mien Steveln!“
Na dat weer jo wat för de Optreckersche, sowat aver ok. Se beet sik op de Tung, dormit dat gemene Woort, wat dor jüst noch op legen harr, nich ut ehr Snuut rutkeem. Se see nu blots:
„Verdori, Jung, worüm üm allens in’e Welt vertellst du mi dat eerst nu?“ Man dat hölp jo allens nix, se güng noch mal in’e Kneen un reet un tröck an de wedderböstigen Steveln bit dat se uttrocken weern.
Dor verkloor de Lütt al ’n beten wat düütlicher: „Dat sünd nich mien Steveln! De Steveln höört mien Broder to. Aver mien Modder hett seggt, ik müss ehr vundaag bi de övergrote Küll antrecken.“
In düssen Momang wüss de Fru nich mehr, wat se luut schriegen or still wenen sull.

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Aus der Region, Wissenswertes

Plattdeutsch – Mehr als nur ein Dialekt!

Beitrag: Thorsten Werner

Warum wir unsere Wurzeln nicht vergessen sollten

Haben Sie schon mal gehört, wie sich ein echter Norddeutscher über sein Wetter beschwert oder wie ein Ostfriese einen guten Tee beschreibt? Dann haben Sie wahrscheinlich schon Plattdeutsch, oder Niederdeutsch, wie es offiziell heißt, gehört. Diese Sprache, die oft als „Dialekt“ abgetan wird, ist viel mehr als das. Sie ist ein Stück unserer Kultur, ein Teil unserer Identität und ein Schatz, den es zu bewahren gilt.

Plattdeutsch – eine Sprache mit Geschichte

Niederdeutsch ist keine bloße Abwandlung des Hochdeutschen, sondern eine eigenständige westgermanische Sprache. Sie hat eine lange Geschichte und war einst die Sprache der Hanse, die einen bedeutenden Einfluss auf den Handel und die Kultur in Norddeutschland hatte. Plattdeutsch hat sich über Jahrhunderte entwickelt und ist in zahlreiche Dialekte aufgeteilt, die sich oft von Dorf zu Dorf unterscheiden.

Warum ist Plattdeutsch so wichtig?

  • Kultur und Identität: Plattdeutsch ist ein wichtiger Bestandteil der norddeutschen Kultur. Sprichwörter, Lieder und Geschichten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden, sind oft in Plattdeutsch verfasst. Die Sprache verbindet uns mit unseren Vorfahren und gibt uns ein Gefühl von Zugehörigkeit.
  • Sprachliche Vielfalt: Jede Sprache ist ein Schatz an Wissen und Erfahrung. Plattdeutsch trägt dazu bei, die sprachliche Vielfalt in Deutschland zu erhalten und zu fördern.
  • Tourismus: Plattdeutsch ist auch für den Tourismus interessant. Viele Besucher sind neugierig auf diese alte Sprache und möchten mehr darüber erfahren.
  • Bildung: Plattdeutsch zu lernen fördert das Sprachbewusstsein und die Fähigkeit, andere Sprachen zu lernen.

Plattdeutsch für die Zukunft

Plattdeutsch ist zwar eine alte Sprache, aber sie hat auch eine Zukunft. Immer mehr Menschen entdecken die Schönheit und den Wert dieser Sprache. Es liegt an uns allen, Plattdeutsch zu fördern und weiterzugeben, damit es auch für kommende Generationen erhalten bleibt.

Also, worauf warten sie noch? Wagen Sie den Sprung ins Plattdeutsche und entdecken Sie eine neue Welt voller Geschichten, Humor und Kultur!

Aus der Region, Wissenswertes

Die Lachmöwe braucht unsere Hilfe

Beitrag: Thorsten Werner

Lachmöwe
Foto: Pixabay

Ja, Sie haben richtig gelesen. Die Lachmöwe, unser quirliger Küsten- und Binnengewässerbewohner, ist zum Seevogel des Jahres 2025 gekürt worden. Aber warum eigentlich eine Möwe? Sind die nicht einfach nur laut und dreckig? Nun, da liegen sie ganz schön daneben! Die Lachmöwe ist viel mehr als nur ein Vogel, der uns gerne mal die Pommes stibitzt.

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