Humorvolles

Wenn die Zeit drängt….

Beitrag: Jürgen Sakuth

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Clara, drei Jahre alt, soll zur Musikschule. Sie möchte sich die Schuhe selbst anziehen, aber kommt nicht voran.

Zwischendurch erzählt sie Oma, dass sie eigentlich lieber lila Schuhe gehabt hätte.

Oma wird ungeduldig und sagt zu Clara:

„In einem Jahr kannst du lilafarbene neue Schuhe bekommen, wenn deine Füße wieder gewachsen sind. Heute ziehst du diese Schuhe an.“

Als Clara weiter rumtrödelt und nicht vorankommt, will Oma ihr helfen.

Aber Clara hat schnell gelernt und sagt prompt:

„Oma, in einem Jahr kannst du mir helfen. Heute mache ich es alleine.“

Aus der Region

Gabriele und ich

Beitrag: Rieta Stukenbrock

Rieta Stukenbrock, Jahrgang 1944, blickt zurück auf ihren Berufsweg, der für sie begann, als sie 17 Jahre alt war.

Meine kleine Enkelin, 8 Jahre alt, verschwand sehr gerne ganz still und heimlich Richtung Dachboden. Dort gab es eine kleine Tür zur Abseite in der Dachschrägen. Man konnte dort Schätze finden, die seit vielen Jahren unbeachtet aufbewahrt wurden. So kroch sie eines Tages auf allen Vieren in diese dunkle Höhle hinein. Oma, Oma, du musst mir mal helfen, komm mal bitte hoch. Ich stieg die zwei Treppen zum Dachboden hoch. Sie hing halb in der kleinen, schmalen Tür und versuchte einen kofferartigen Gegenstand aus dem Dunkel herauszuziehen. Ach, du meine Güte! Sie hatte „Gabriele“ entdeckt, meine alte Reise- Schreibmaschine. Ganz aufgeregt und neugierig bat sie mich, den verstaubten grauen Deckel mit dem rostigen Schloss zu öffnen. „Kannst du damit mal was schreiben?“ fragte sie. Ich besorgte ein Blatt Papier, spannte es in die Maschine ein, schrieb ihren Namen und ein paar Sätze dazu. Das Geschriebene konnte man so eben lesen, das Farbband war schon sehr schwach.

Seit 1975 hatte ich die Schreibmaschine nicht mehr benutzt. Der Firmeninhaber von Triumph hat sie nach dem Namen seiner Tochter Gabriele benannt. Meine Enkelin, 2005 bereits im Computerzeitalter geboren, hatte noch nie eine Schreibmaschine gesehen und kam aus dem Staunen nicht heraus. Ich selbst war erfreut, dass meine Gabriele noch funktionierte. Ich dachte daran, wie viele Seiten ich auf dieser kleinen Schreibmaschine in meinem Leben schon geschrieben hatte. Immer war sie verlässlich und überall einsetzbar ohne Strom, Akkus und Programme.

Zum 15. Geburtstag hatte ich diese Schreibmaschine bekommen, nachdem einige Geldgeschenke zur Konfirmation für den Kauf reichten. Ich sollte auf eine berufsvorbereitende Handelsschule. Ich hatte die Aufnahmeprüfung bestanden, und für die Schule brauchte ich eine Schreibmaschine. Dort wurden Wirtschafts-fächer unterrichtet, aber auch Stenografie und Maschinenschreiben gehörten dazu und waren sehr wichtig. Das Maschinenschreiben musste man im 10-Finger-Blind-System erlernen. Das Ziel war, möglichst fehlerfrei, ohne auf die Tasten zu schauen, viele Anschläge in der Minute zu erreichen. Fleißig sein, bescheiden sein, höflich sein und vor allem der Mutter keine Sorgen bereiten – das hatte ich frühzeitig begriffen. Als Lohn für meinen Fleiß in der Schule mussten meine Eltern kein Schulgeld bezahlen. Mit 17 Jahren machte ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau in einem großen Wohnungsunternehmen in Kiel. Ich hatte mich schnell eingelebt. Es machte mir Spaß Neues zu lernen, mit vielen jungen Menschen und netten Kollegen zusammenzuarbeiten.

Das letzte halbe Jahr meiner Ausbildung hatte mich die Chefsekretärin unter ihren Fittichen. Sie hatte eine elektrische Kugelkopfmaschine, die gerade vor zwei Jahren von IBM als technische Neuheit auf den Markt gekommen war.

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Aus der Region

Dat Auto quietscht …

Beitrag: Tom Schmidt

Als ich nach knapp 18 Jahren aus dem quirligen Stadtteil Winterhude in Hamburg in das beschauliche Kirchwerder in den Vier- und Marschlanden gezogen bin, habe ich mir nicht allzu viel Gedanken gemacht, was auf mich zukommt. Die Landschaft mit ihren historischen Fachwerkhäusern gefiel mir, ein Spaziergang an der Elbe mit seinen tuckernden Transportschiffen war wie Urlaub, und im Gegensatz zur Geräuschkulisse der Großstadt hatte die Stille etwas Beruhigendes nach einem langen Arbeitstag. Mein Freundeskreis nannte das, freundlich ausgedrückt, einen Kulturschock. Letztendlich aber bin ich wie ein Chamäleon, das sich jeder Situation anpassen kann. Also ging ich vorbehaltlos den Umzug von der Stadt aufs Land an.

Als zugezogener Hamburger steht man in den Vier- und Marschlanden natürlich die ersten Monate unter Beobachtung. Ungeachtet der eher zurückhaltenden Art der einheimischen Bevölkerung Zugezogenen gegenüber war aber unterschwellig schnell festzustellen, ganz ohne Informationen über den Neuling ging es nun auch nicht: Alter, Beruf, Familienstand, letzter Wohnort und sonstige Nebensächlichkeiten musste man zwecks Einordnung der Person schon wissen.

Aufgrund meiner Frau, in Kirchwerder geboren und gut vernetzt, hatte ich glücklicherweise einen Bonus und wurde relativ schnell von den Menschen akzeptiert. Die einzuhaltenden Regeln waren relativ einfach und doch für einen Städter etwas vollkommen Neues. Man grüßte sich, unabhängig davon, ob sich die Personen kannten oder nicht. Das Wort „Moin“ gehört heute zum festen Bestandteil meines Wortschatzes. Aber auch sonst ist Kommunikation alles, ein kurzer Klönschnack mit den Menschen war Pflicht. Man war halt neugierig, erfuhr aber auch Interessantes aus der Nachbarschaft und Umgebung. Ebenfalls neu war die Hilfsbereitschaft untereinander. Egal, ob bei den Nachbarn ein Baum gefällt werden muss, mal wieder eine Kuh ausgebüxt ist oder jemand einen Fahrdienst braucht, man hilft sich. Für mich, aus der Anonymität der Großstadt kommend, ungewohnt und ein positiver Indikator für den Zusammenhalt untereinander, den ich heute nicht mehr missen möchte. 

Obwohl sich auch in Kirchwerder der Strukturwandel bemerkbar macht, gibt es immer noch Gemüse- und Blumenanbaubetriebe. Das bedeutet, viele Anwohner haben häufig eine 7 Tage-Woche und wenig Zeit. Unabhängig davon wird aber auch gern gefeiert, häufig auf dem Saal und meistens bis in die Morgenstunden. Schnell lernte ich, was für ein feines Getränk der Sommerkorn ist. Es ist ein Überlebensgetränk, zumal beim Tanzen häufig nach jedem 2. Tanz eine Trinkpause eingelegt wird, um zum Beispiel einen Kurzen zu sich zu nehmen. Danach wechselt man die Tanzpartner, so dass alle Gäste in den Genuss kommen, ausgiebig zu tanzen und sich kennenzulernen. Das überleben bis zum nächsten Morgen wenige, aber der Sommerkorn (Wasser im Korn Glas) hilft Anfängern wie mir, wie ein trinkfester Vierländer den Abend zu überstehen. Das ist eine Kurzbeschreibung meines Eintritts ins Landgebiet von Kirchwerder. Auch wenn ich kein Einheimischer bin, gefühlt gehöre ich heute dazu.  

Und die Anzahl an Anekdoten ist unendlich und betrifft alle Lebensbereiche. So wie auch die kommende, banale Geschichte. Häufig, wenn ich morgens gegen 7.00 Uhr zur Arbeit gefahren bin, traf ich meinen Nachbarn Otto draußen. Er begrüßte mich immer vor dem Haus mit den Worten: „Na, geiht dat Elend wedder los?“ Das war der Opener für einen kleinen Plausch, der jedes Mal mit den Worten endete: „Wat mutt, dat mutt.“ Wenn Otto morgens verhindert war und mich nicht begrüßte, fehlte mir tatsächlich etwas, es war nach kurzer Zeit ein lieb gewordenes Ritual. 

Der Zufall wollte es, dass ich nach einigen Wochen einen neuen Firmenwagen bekommen habe. Für mich nichts Besonderes, da ich aufgrund der Leasingverträge alle drei Jahre ein neues Auto bekam. Als ich morgens dann zur Arbeit fahren wollte, war Otto bereits im Garten am Arbeiten. Ich freute mich wieder auf seinen Standardsatz, der dieses Mal ausblieb. „Dat Auto quietscht“, sagte er, ohne eine Miene zu verziehen. „Der ist neu“, antwortet ich umgehend, „hat gerade erst 25 Kilometer gelaufen“. „Dat Auto quietscht. Frog mol Bettina, dien Frau hat dat bestimmt ok all heurt.“. „Alles klar, mach ich“, war meine Antwort und fuhr zu Arbeit. Als ich meine Frau abends auf die ominöse Bemerkung ansprach, lachte sie laut los und erzählte mir, dass man für ein neues Autos in der Nachbarschaft einen ausgeben muss, damit er zukünftig nicht quietscht. Wurde natürlich umgehend gemacht, und das Auto freute sich, dank Otto nicht mehr quietschen zu müssen. Das war vor gut 20 Jahren. Letzte Woche lud unser Nachbar, auch ein Zugezogener, ebenfalls zum Umtrunk ein, da ein neuer Wagen vor seiner Tür stand. Entsprechend trafen sich die Nachbarn, um auch hier ein mögliches Quietschen des Autos im Vorfeld zu verhindern. Auch wenn der eine oder andere jetzt berechtigt anmerkt, Auto und Alkohol, das geht ja wohl gar nicht, hat er natürlich recht. Hier geht es aber nicht um eine Probefahrt, wobei probesitzen darf man auf Wunsch schon. Fazit: Es war wieder einmal ein gelungener Anlass, mit den Nachbarn entspannt zu klönen und sich auszutauschen. Das neue Auto hingegen war schnell vergessen.

Warum schreibe ich jetzt diese banale Geschichte? Weil es hier im Landgebiet aufgrund der Tradition und der Hilfsbereitschaft untereinander viele Anlässe und Möglichkeiten gibt, soziale Kontakte zu knüpfen. Immer unter dem Aspekt, dass man es auch möchte und es keine Verpflichtung gibt, immer dabei sein zu müssen. Und das nicht nur durch vermeintlich quietschende Autos oder Trecker, sondern auch durch das ausgeprägte Engagement der Bevölkerung im Ehrenamt. Wie ich feststellen konnte, sind die Möglichkeiten und die Vielfalt unendlich, bieten Jugendlichen, Erwachsenen und besonders Rentnern je nach Interesse ungeahnte Möglichkeiten, sich in im Landgebiet oder Bergedorf zu engagieren und entsprechend ihren Neigungen aktiv mit Gleichgesinnten Projekte mitzugestalten.  

Plattdeutsche Texte

Fraagerie

Beitrag: Jürgen Sakuth

Kinner künnt een jo ’n Lock in’n Buuk fragen. Ik besinn mi noch op ’n poor vergnöögte Fragen so as:
„Hebbt de Dinosauriers noch leevt as Opi to Welt keem?“
„Wo slöppt denn de Sünn, wenn dat bi uns Nacht warrt?“
„Papi, weerst du ok mal ’n lütt Kind?“
„Mami, as ik op de Welt keem, wo hest du her wusst, wat ik en Jung or
Deern bün?“


„Papi, kummt de Deerten ok
all in’n Heven?“
»Jo!“
„All?“
»Jo, al!!“
„Mieze un Bello ok?“ „Jo seker, ok Mieze un Bello!“
„Ok Swiens?“

Jo, ok Swiens!“
„Ok dat Swien, vun dat wi ehr
güstern de Kottletts eten hebbt?“
En Ertreckersche ut’n Kinnergoorn hett mi dorto verkloort: „Wees vergnöögt, wenn Kinner veel fraagt. Se sünd nu in dat Fraagöller. Dat mutt so sien. So warrt se bilütten jümmers klöker un blievt nich in’t Ent-wickeln torüch.“
Ik heff dacht, dat weer vörbi, as mien Grootdeern to School keem. Man dor harr ’n Uhl seten, de Fraagerie güng jümmers noch wieder. Anner-erletzt hett mi mien Enkelkind fraagt:
„Opi, was ist eine rythmische Reihe mit der Zahl zehn?“
Ik heff ehr dat so versöcht to verklor’n:
„Kiek mal, mien Deern, vör 10 Daag, an 20sten Märzmaand, hett dien Schoolmeestersche mit ehr 30 Johren na 40 Fohrstünnen, de jede 50 Euro kost hett, ehrn Föhrerschien kregen. Se hett sik en ole Bezinkutsch, Bujohr 60, mit ’n 70PS-Motor köfft un is denn mi 80 op de B 90 in en Rechtskurv fohrt. Nu liggt se in’t Krankenhuus op Zimmer 100, betahlt dorför jeden Dag 110 Euro dorto, un ehr Luun is blots noch op 120!“
Wat se dat begrepen hett? Ik bün dor nich ganz klook ut worrn!

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Veranstaltungen

Ab die Post!

Beitrag: Jürgen Sakuth

„Was geht up mann?“, schreibt Klara (Name geändert) an ihre Freundin.
So einfach kann ein erster Satz sein, über den sich die Literaten
so viele Gedanken machen.

Ich darf als Leselernhelfer mit „meiner“ dritten Schulklasse an einem Workshop mit der Kinderbuchillustratorin Antje von Stemm teilnehmen.

Zunächst geht es um das fast vergessene Briefeschreiben und verschiedene Briefformen. Nach einer kurzen Anleitung schreiben und basteln die Kinder eigene Briefe.

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Plattdeutsche Texte

Ackermann

Beitrag: Jürgen Sakuth

As ik nülichs mit mien lütten Hutschefiedel an’e Tanksteed föhr, heff
ik mien olen Fründ Ackermann wellerdrapen. He steeg ut sien groten
swatten Mercedes un weer püükfien kleedt.
Ik gah op em to un see:
„Moin, Ackermann, dat is jo en Tofall, wat ik di mal weller draap. Wi
hebbt uns jo ’n Ewigkeit nich sehn. Aver novel büst du
worrn, siet du di domals in’e Dosenfabrik vun’e Glücksklee in Niestadt in Holsteen afmaracht hest!“
„Ik heff ni nich bi de Glücksklee-Fabrik in Niestadt arbeidt. Dat mutt ’n
Irrtum sien!“
„Nanu? Wi hebbt aver doch beide vele Johrn ünner Kalle Struck in’e Niestädter Liedertafel in’n tweten Tenor sungen!“
„Ik bün mien Leevdaag nich Maat vun’e Niestädter Liedertafel west! Ik
kann gar nich singen!“
„Minsch, Ackermann, wi Twee hebbt doch ok so manchen Kliester tosamen
hatt. Wat weern wi doch faken na de Chorproov sprüttenduun.
Kannst du di dor gor nich mehr op besinnen?“
„Dat kann ik utslüten. Mit mien kranke Lebber drink ik al siet Johrteihnten
keen Spriet mehr!“
Ik heff luut lacht un meent:
„Nu fehlt blots noch, wat du seggst, dien Naam is nich Ackermann!“
„Nee, so heet ik ok nich!“
Dor heff ik em blots noch duersam ankeken un seggt:
„Minsch, Ackermann, wat hest du di verännert!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)

Aus der Region, Veranstaltungen

„Das kann meine Frau nicht“

Beitrag: Jürgen Sakuth

Auszug aus: Wozu bin ich berufen? „45 Berufe geträumt, gelebt, verwirklicht“

Die Gespräche mit Annelene, geboren 1934 habe ich, Jürgen Sakuth, per Telefon geführt. Je öfter wir telefonierten, desto mehr Details aus ihrem Leben fielen ihr ein.
Annelene erzählt:

Wir, fünf Schwestern und ein Bruder, wuchsen in einem Dorf in Dithmarschen alle im Krieg auf. Die Dorfschule wurde besucht, so gut es ging. Ostern 1940 wurde ich im Alter von fünf Jahren eingeschult. In der Grundschule hatte ich täglich zwei Stunden Unterricht. Ein ganzes Schuljahr fiel total aus, da die Klassenräume mit Flüchtlingen aus Kiel und Hamburg belegt waren.
Die vier besten Schüler, ein Junge und drei Mädchen, zu denen ich auch gehörte, kamen in die Kreisstadt Heide auf die Oberschule. Wir waren stolz, aber total überfordert, mussten ganz schnell wieder abbrechen.

Trotz der schweren Zeit im Krieg hatten wir eine relativ gute Kinderzeit. Wir hatten unsere Pflichten und unsere Freizeit. Im Dorf war schon eine Badeanstalt. Obwohl es keine Badeaufsicht gab, ist nie etwas Schlimmes passiert. Dort lernten alle das Schwimmen, man half sich gegenseitig.


Unsere Eltern hatten ein Haus mit Gemüse- und Obstgarten, zwei Kühe auf einem Stück Pachtland, zwei Schweine im Stall, Hühner, Kaninchen, Enten und drei Gänse. Wir waren sogenannte Selbstversorger. Im Wohnhaus auf dem Boden befand sich eine große Räucherkammer. Dort wurden im Winter für die Dorfbewohner alle Sorten Wurst, Speck und Schinken geräuchert. Es war schwere schmutzige Arbeit. Die Schinken waren riesig. Ob es sich finanziell gelohnt hat, kann ich nicht beurteilen.


Unsere Mutter war eine tüchtige Frau, konnte gut kochen, backen, nähen, säen und ernten. Obwohl sie ständig arbeitete, war sie doch immer ansprechbar für uns Kinder. Sie hat uns gut auf das Leben vorbereitet. Unser Vater kehrte irgendwann schwer traumatisiert aus dem Krieg zurück. Zeitweise arbeitete er als Verwalter auf einem Bauernhof, dessen Besitzer noch im Krieg war, später als Friedhofsverwalter. Der Vater verstarb früh.

Mit 13 Jahren bekam ich mein Abschlusszeugnis und das Thema Schule war durch. Ich ging als Dienstmädchen oder Magd, wie es damals hieß, zum Bauern
ganz weg von zu Hause. Eine berufliche Ausbildung war für Mädchen in diesen schweren Zeiten nicht möglich.

Eigentlich wollte ich gerne einen Bauern heiraten. Doch meine Mutter sagte: „Das wird nichts, mein Kind. Wir sind viel zu arm. Dich nimmt keiner.“ Als ich das hörte, wollte ich ab sofort nicht mehr für die Bauern arbeiten und machte mich 1951 auf den Weg nach Hamburg. Meine ältere Schwester war schon dort. Sie hat dafür gesorgt, dass ich Arbeit und Unterkunft bekam. Dort lernte ich meinen Mann kennen, den ich 1956 heiratete. Wir bekamen eine Tochter. Mein Mann war Feinmechaniker, und wir kamen über die Runden.

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Plattdeutsche Texte

Beitrag: Jürgen Sakuth

Een kann dat jo fast nich glöven, man ik heff leest, wat över en Halfpart vun’e Düütschen nich weet, wat an Pingsten egens vun uns fiert warrt. Dorbi is Pingsten doch neven Oostern un Wiehnachten en vun de dree groten Christenfesten.
Wi hebbt dat doch allens mal in de Pasterstünn höört un lehrt, wat de Jünger an Pingsten mit ’n groot Brusen an’n Heven vun den Hilligen Geist överrascht wörrn. Denkt wi doch mal torüch: Wo weer dat doch noch mit dat Utsennen vun den Hilligen Geist un de Füertungen op de Köpp vun de Apostel? De Bibel beschrifft dat Pingstwunner in’e Apostelgeschicht üm un bi so:
De Junger Jesu fringen dorna, fuilt vun den Hiligen Geist, dat Predigen in vele frömde Spraken an: „Jesus, wo ji meent, wat he doot is, Jesus leevt un snackt dörch uns to ju!“ Pingsten gilt ok as de Geboortsstünn vun de „Christlich Kark“.
De Duuv is al siet dat sösste Johrhunnert en vun de bekannsten Pingstsymbolen. In vele Karken smückt en Duuv dat Karkenschipp, dat Dööpbecken or de Kanzel. Neven den biblischen Oorsprung hett de witt Duuv jo ok in vele anner Kulturen dat Bedüden vun Reenheit, Freden, Höpen un Niebeginn.
As ik maleenst en Open-Air-Pingstgottsdeenst op de Appelwiesch vun Borby mitfiert heff, harr ik en Beleevnis, wat mi vundaag noch jümmers lütt beten smuustergrienen lött.
En blaaggriese Duuv seet de hele Tiet in en vun’e Appelbööm, wieldess de Paster över dat Utsennen vun de Hilligen Geist preestern de. „Keen harr de Duuv op den Infall bröcht, den Gottsdeenst bitowahnen?“ heff ik simuleert. Un se hett redig leevt. An’n Enn vun den Gottsdeenst heff ik de Duuv sülvst wegflegen seh’n.
Aver ik müß ok an’n Geschicht denken, de ik in en vun mien velen plattdüütschen Böker maleenst över en Duuv to Pingsten leest harr:
In en Gottsdeenst in Dithmarschen vör över hunnert John harr sik de Paster wat Besünneres to Pingsten utklamüstert. He wull sien unglöövschen Buern vun de grote Kraft vun den Hiligen Geist övertügen. Dorto köff he sik en witte Duuv un geev de sien Küster mit de Wöör:
 „Wannehr ik an’t Enn vun mien Predigt luut roop: Nu kumm, Hillige Geist‘, sodennig löttst du düsse witte Duuv vun de Empore daalflegen!“ „Dat geiht kloor, so warrt dat maakt“, see de Küster un nehm de Duuv an sik. Nu, an’n Enn vun de Predigt reep de Paster luut un düütlich: „Nu kumm, Hillige Geist!“

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Humorvolles

Wer wohnt im Duschgel?

Beitrag: Jürgen Sakuth

Meine Frau holt Max (8 Jahre) mit dem Auto von der Schule ab. Während der Fahrt fragt Max sie: „Oma, weißt du eigentlich, dass es bald selbst fahrende Autos gibt, die von ganz alleine fahren?“

Nach kurzer Pause kommt ihm die Frage wohl so absurd vor, dass er sie selbst beantwortet:

„Oma, das erlebst du sowieso nicht mehr.“

Zuhause machen sie Hausaufgaben. Im Lesebuch müssen Wissensfragen mit „ja“ oder „nein“ beantwortet werden.

Auf der linken Seite ist viermal „ja“ die richtige Antwort.

Als auf der rechten Seite dreimal „nein“ die richtige Antwort ist, sagt Max: „Wenn die vierte Antwort auch „nein“ wäre, das wäre doch perfekt.“
Als die vierte Antwort „ja“ ist, ist er sichtlich enttäuscht.

Aber wer wohnt im Duschgel?

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