Es ist weder Sonntag (oder Zufall). Nicht abends (oder Zufall). Auf gar keinem Fall Couch, Sessel und gemütliches Zurücklehnen. Und – ganz wichtig – das Fernsehgerät hat Pause.
Aber trotzdem Krimi!
Krimidinner gibt es schon seit langem. Nun auch bei uns. Es ist ganz einfach. Es gibt in Buchhandlungen oder Spielwarengeschäften entsprechende Vorlagen. Wir haben uns für ein mörderisches Klassentreffen entschieden. Wir sind ja schon ein paar Jährchen älter, haben so einiges erlebt. Berichten davon. Versuchen bei den früheren Mitschülerinnen und Mitschülern ein bisschen anzugeben. Also ganz wie im richtigen Leben.
Es gilt natürlich etwas vorzubereiten.
Wir hocken zusammen. Wir zwei. Erst einmal stellt sich die Frage: Wer hat Lust mitzumachen? Zum Glück kennen wir so einige Leutchen, die wir überzeugen müssen. Unbedingt. Wir sind uns sicher.
Zu diesem kleinen Bericht muss ich ein kleines Vorwort schreiben. Es begreift sonst kein Mensch. Also, ich sammle Scherben. Warum? Ich weiß es doch auch nicht. Das war jetzt alles. Es gibt so eine Erinnerung an Erzählungen meiner Mutter, die den schrecklichen Angriff auf Hamburg im Juli 1943 miterleben musste. Wie so viele Menschen nahm sie einen kleinen Koffer mit den wichtigsten und liebsten Dingen in den Keller ihres Wohnhauses. Meine Oma hatte wohl an diesem Tag eine Ahnung. Sie wollte nicht den Keller aufsuchen. Sie flüchteten zum Bunker am Berliner Tor. Die Ahnung erwies sich als folgerichtig. Das Haus, in dem sie gelebt hatten, war nur noch ein Trümmerhaufen.
Zu diesem fürchterlichen Ereignis gibt es noch viel zu erzählen. Aber, wie Erich Kästner oft gesagt hat, das gehört hier nicht her.
Nur, dass ich später die geretteten Fotos aus dem kleinen Koffer, immer mal wieder ansah. Eines zeigt die Puppenstube meiner Mutter. Und von da an bat ich meine Mutter, doch mal mit mir nach Borgfelde zu fahren. „Vielleicht finden wir ja noch etwas in den Trümmern.“ Nein, sie wollte es nicht. Damals verstand ich ihre Reaktion nicht. Heute, ja heute kann ich es nachvollziehen. So blieb es dabei.
Es ist 7 Uhr morgens. Ein Handyanruf weckt mich. Nach einer Schrecksekunde bin ich am Telefon. „Wer ist da?“
Max (Name geändert): „Oma, kann ich zu euch kommen? Papa ist zur Arbeit, Mama im Home-Office. Mir ist so langweilig. Meine Schulklasse macht einen Ausflug, aber ich habe solche Kopfschmerzen.“
Eigentlich ist heute unser freier Tag, kein Aushilfsjob, kein Babysitting, kein Ehrenamt, zumindest dachte ich das. Aber mein Herz schmilzt wie Butter in der Sonne schnell dahin.
Still ruht die Stadt. Es wogt die Flur. Die Menschheit geht auf Reisen oder wandert sehr oder wandelt nur. Und die Bauern vermieten die Natur zu sehenswerten Preisen.
Sie vermieten den Himmel, den Sand am Meer, die Platzmusik der Ortsfeuerwehr und den Blick auf die Kuh auf der Wiese. Limousinen rasen hin und her und finden und finden den Weg nicht mehr zum Verlorenen Paradiese.
Bei einem Kaffeekränzchen mit Seniorinnen und Senioren wurde ich gefragt, ob ich nicht mal einen kurzen Artikel über das Positive im Alter schreiben könne. Das hat mich doch ins Grübeln gebracht. Ich hatte gerade in der letzten Zeit jeden Tag als Herausforderung empfunden, weil mein Rücken mir ständig Schmerzen bereitete. Aber dann wurde mir doch bewusst, wie gut es mir mit meinen 93 Jahren im Grunde geht.
Ellen Lotichius lebt in der Seniorenwohnanlage der Poensgen-Stiftung. Foto: Archiv
April! April!
Der weiß nicht, was er will.
Bald lacht der Himmel klar und rein,
Bald schaun die Wolken düster drein,
Bald Regen und bald Sonnenschein!
Was sind mir das für Sachen,
Mit Weinen und mit Lachen
Ein solch Gesaus zu machen!
April! April!
Der weiß nicht, was er will.
O weh! O weh!
Nun kommt er gar mit Schnee!
Und schneit mir in den Blütenbaum,
In all den Frühlingswiegentraum!
Ganz greulich ist's, man glaubt es kaum:
Heut Frost und gestern Hitze,
Heut Reif und morgen Blitze;
Das sind so seine Witze.
O weh! O weh!
Nun kommt er gar mit Schnee!
Hurra! Hurra!
Der Frühling ist doch da!
Und kriegt der raue Wintersmann
Auch seinen Freund, den Nordwind, an
Und wehrt er sich, so gut er kann,
Es soll ihm nicht gelingen;
Denn alle Knospen springen,
Und alle Vöglein singen.
Hurra! Hurra!
Der Frühling ist doch da!
Heinrich Seidel
Hast du auch das Gefühl, dass die heutige Zeit immer hektischer wird? Die Menschen sind seit der Corona Pandemie unzufriedener und unfreundlicher geworden. So kann es nicht weitergehen. Es ist Zeit gegenzusteuern!
Das mache ich gerne, wird ergänzt.