Geschichten und Gedichte

Scherben … nichts als Scherben

 Beitrag: Edith Kalisch

Zu diesem kleinen Bericht muss ich ein kleines Vorwort schreiben. Es begreift sonst kein Mensch. Also, ich sammle Scherben. Warum? Ich weiß es doch auch nicht.  Das war jetzt alles.  Es gibt so eine Erinnerung an Erzählungen meiner Mutter, die den schrecklichen Angriff auf Hamburg im Juli 1943 miterleben musste. Wie so viele Menschen nahm sie einen kleinen Koffer mit den wichtigsten und liebsten Dingen in den Keller ihres Wohnhauses. Meine Oma hatte wohl an diesem Tag eine Ahnung. Sie wollte nicht den Keller aufsuchen. Sie flüchteten zum Bunker am Berliner Tor. Die Ahnung erwies sich als folgerichtig. Das Haus, in dem sie gelebt hatten, war nur noch ein Trümmerhaufen.

Zu diesem fürchterlichen Ereignis gibt es noch viel zu erzählen. Aber, wie Erich Kästner oft gesagt hat, das gehört hier nicht her.

Nur, dass ich später die geretteten Fotos aus dem kleinen Koffer, immer mal wieder ansah. Eines zeigt die Puppenstube meiner Mutter. Und von da an bat ich meine Mutter, doch mal mit mir nach Borgfelde zu fahren. „Vielleicht finden wir ja noch etwas in den Trümmern.“ Nein, sie wollte es nicht. Damals verstand ich ihre Reaktion nicht. Heute, ja heute kann ich es nachvollziehen.  So blieb es dabei.

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Geschichten und Gedichte

Oma, das schaffst du nicht

Veröffentlichung: Jürgen Sakuth

Text: Claudia Hafemann

Photo by Los Muertos Crew on Pexels.com

Es ist 7 Uhr morgens. Ein Handyanruf weckt mich. Nach einer Schrecksekunde bin ich am Telefon. „Wer ist da?“

Max (Name geändert): „Oma, kann ich zu euch kommen? Papa ist zur Arbeit, Mama im Home-Office. Mir ist so langweilig. Meine Schulklasse macht einen Ausflug, aber ich habe solche Kopfschmerzen.“

Eigentlich ist heute unser freier Tag, kein Aushilfsjob, kein Babysitting, kein Ehrenamt, zumindest dachte ich das. Aber mein Herz schmilzt wie Butter in der Sonne schnell dahin.

Ich frage: „Wann bist du da?“

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Geschichten und Gedichte

Der Juli

Still ruht die Stadt. Es wogt die Flur.
Die Menschheit geht auf Reisen
oder wandert sehr oder wandelt nur.
Und die Bauern vermieten die Natur
zu sehenswerten Preisen.

Sie vermieten den Himmel, den Sand am Meer,
die Platzmusik der Ortsfeuerwehr
und den Blick auf die Kuh auf der Wiese.
Limousinen rasen hin und her
und finden und finden den Weg nicht mehr
zum Verlorenen Paradiese.

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Geschichten und Gedichte

Wenn der Paketbote zweimal klingelt…

Beitrag: Thorsten Werner

„Hallo, ein Paket für sie.“

„Dankeschön.“

„Ach übrigens, ich habe ihren Wagen gerammt…“

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Geschichten und Gedichte

Ich freue mich, dass ich eine Alte bin

Gastautorin Ellen Lotichius

Bei einem Kaffeekränzchen mit Seniorinnen und Senioren wurde ich gefragt, ob ich nicht mal einen kurzen Artikel über das Positive im Alter schreiben könne. Das hat mich doch ins Grübeln gebracht. Ich hatte gerade in der letzten Zeit jeden Tag als Herausforderung empfunden, weil mein Rücken mir ständig Schmerzen bereitete. Aber dann wurde mir doch bewusst, wie gut es mir mit meinen 93 Jahren im Grunde geht.

Ellen Lotichius lebt in der Seniorenwohnanlage der Poensgen-Stiftung. Foto: Archiv
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Geschichten und Gedichte

April

Beitrag: Edith Kalisch

April! April!
Der weiß nicht, was er will.
Bald lacht der Himmel klar und rein,
Bald schaun die Wolken düster drein,
Bald Regen und bald Sonnenschein!
Was sind mir das für Sachen,
Mit Weinen und mit Lachen
Ein solch Gesaus zu machen!
April! April!
Der weiß nicht, was er will.

O weh! O weh!
Nun kommt er gar mit Schnee!
Und schneit mir in den Blütenbaum,
In all den Frühlingswiegentraum!
Ganz greulich ist's, man glaubt es kaum:
Heut Frost und gestern Hitze,
Heut Reif und morgen Blitze;
Das sind so seine Witze.
O weh! O weh!
Nun kommt er gar mit Schnee!

Hurra! Hurra!
Der Frühling ist doch da!
Und kriegt der raue Wintersmann
Auch seinen Freund, den Nordwind, an
Und wehrt er sich, so gut er kann,
Es soll ihm nicht gelingen;
Denn alle Knospen springen,
Und alle Vöglein singen.
Hurra! Hurra!
Der Frühling ist doch da! 

Heinrich Seidel

Foto: Edith Kalisch

Geschichten und Gedichte

Carpe Diem

Beitrag: Thorsten Werner

Hast du auch das Gefühl, dass die heutige Zeit immer hektischer wird? Die Menschen sind seit der Corona Pandemie unzufriedener und unfreundlicher geworden. So kann es nicht weitergehen. Es ist Zeit gegenzusteuern!

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Geschichten und Gedichte

Straßenjäger oder die Treibjagd

Ein Gastbeitrag von Otto Nitze

Also liebe in Mitleidenschaft gezogene. Es ist ja nicht nur die Gesundheitsreform, die uns krank macht.
Auch nicht nur die Steuern, die uns das Geld aus der Tasche ziehen. Nein, da gibt es noch was.
Was ich meine? Na, die Parkgebühren. Für 'ne halbe Stunde einen EURO.
Was sagt man da! Ich sage es mal so!
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