Geschichten und Gedichte, Wissenswertes

Weihnachten basteln wir uns ein Gedicht

Beitrag: Elisabeth Hartmann

Sie werden Weihnachten mit Freunden oder Verwandten, Kindern und Erwachsenen  feiern? Das ist schön, und Sie freuen sicherlich darauf. Aber manchmal, so nach dem Essen und dem Kaffee, hat man das Wichtigste schon gesagt, es drohen Langeweile oder gar ein bisschen Zwist aufzukommen. Die alten Spiele sind reizlos geworden, und ein neues lag nicht unterm Tannenbaum. Wie wäre es da mit Dichten? Ja – Sie machen einzeln, paarweise oder alle zusammen Gedichte. Und zwar Haikus. Ein Haiku ist ein japanisches Kurzgedicht mit 17 Silben, verteilt auf 3 Zeilen. Die erste Zeile hat 5, die zweite 7 und die dritte wieder 5 Silben. Auch mit der deutschen Sprache kann man so dichten. Ich habe es mal versucht:  

Roter Fensterstern
jetzt wieder im Dezember
öffnet mir das Herz.

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Geschichten und Gedichte, Plattdeutsche Texte

Afnadelt

Beitrag: Helmut Marquardt

Een Dag noch, dann is’t so wiet,
dann is vörbi de lange Tiet.
Dann is dat wohrhaftig wohr,
dann is Hillig Avend dor.
Hillig Avend, dat’s Tratschoon,
kriggt he sien Kleed, de Dannenboom.
De Kinner hölpt bi’n Utstaffeern,
dat makt se vun Harten geern.
Mudder dreiht noch mal een Runn,
dörch dat Huus un hett wat funn’n.
In de Stuuv dor geiht ehr Blick
un ehr Hals ward täämlich dick.
Mudder bölkt: Hier fählt doch wat !!!
Vadder fragt: Wat is denn dat?
Mudder in’n Kommandoton:
Wo steiht denn hier de Dannenboom !!!!
Vadder suust dann af geswind
dat he noch’n Dannenboom find.
Kummt tau’n Markt un hett noch Glück,
dor steiht noch een, dat letzte Stück.
De Macker seggt noch tau em lies:
Den gifft dat hüüt tau’n halven Pries.
De Boom kummt rin in’t Zimmer
Vadder harr so’n blassen Schimmer.
As he annern Morgen vör den Dannenboom steiht,
de Anblick em sien Puust versleit.
Sien Gesicht ward bannig lang,
denn all de Twiegen sünd blitzblank.
Un blangenbi de Wiehnachtskripp,
steiht blots ’n Dannenboomgeripp.
Mit n‘ Mal ward em de Pries ok kloor,
dat wörr’n Boom vun letztet Johr.

Bild: per KI generiert

Geschichten und Gedichte

Zwischenmenschliches

Beitrag: Helmut Marquardt

Photo by Andre Furtado on Pexels.com

Zunächst wussten wir gar nichts voneinander,
doch irgendwann fanden wir zueinander.
Weil wir spürten, wir sind bestimmt füreinander,
waren wir auch richtig verliebt ineinander.
Wir kuschelten ganz eng beieinander,
und streichelten uns zärtlich nacheinander.
Doch dann gerieten wir plötzlich aneinander
und wegen dem ganzen Durcheinander
waren wir fürchterlich sauer aufeinander.
Wir beschimpften uns gegeneinander
und das anfangs so zärtliche Miteinander
brach dann plötzlich auseinander.
In der Wohnung lag alles übereinander.
Wir kümmerten uns noch kurz umeinander,
und verließen das Haus dann hintereinander.
Vor der Tür standen wir noch kurz nebeneinander,
wir zeigten aber auch Respekt voreinander
verständigten uns dann untereinander,
vielleicht finden wir ja irgendwann wieder zueinander.
So viel zu menschlichem Zwischeneinander.

Photo by Vera Arsic on Pexels.com
Geschichten und Gedichte

Gäste

Beitrag: Helmut Marquardt

Photo by Valentin S on Pexels.com

Im Herbst der Baum vom Laube sich befreit,
bald ragen kahl gen Himmel alle Äste.
Die Blätter, wie immer nur ein Schmuck auf Zeit,
man könnte sagen, waren seine Gäste.
Dem Ende neigt sich zwischen Baum und Blatt
die Bindung hin zum Leben.
Weshalb sie jetzt, inzwischen welk und matt,
einer anderen Bestimmung sich ergeben.
Vom Baum herab entfernen sie sich leise,
fast schwerelos zur Erde gleiten,
um letztendlich auf diese Art und Weise
neuem Leben den Boden zu bereiten.
Für den Baum beginnt jetzt eine harte Zeit,
gilt es, den Winter zu überbrücken.
Um im Frühling sich erneut
mit grünen Blättern dann zu schmücken.

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Geschichten und Gedichte

Malwettbewerb

Beitrag: Edith Kalisch

Es ist nicht wichtig, ob man gut malen oder zeichnen kann. Wichtig ist nur der Spaß an der Sache.

Ja, Spaß haben wir, Janosch und ich. Wir haben es uns angewöhnt, neben vielen anderen Spielen einen Malwettbewerb zu veranstalten. Jedes Mal, wenn wir uns treffen. Und das ist nicht gerade selten.

Janosch malt für sein Leben gern. Viele Erlebnisse werden „auf Papier“ nachgearbeitet. Die Bilder kleben dann an Kacheln in der Küche und bei mir im Flur am Einbauschrank. Für alle gut sichtbar. Der Platz wird geringer. Wir müssen uns etwas einfallen lassen. Die Freude am Malen bleibt.

Auch jetzt wird Papier, werden Buntstifte auf dem Tisch verteilt. Es ist also wieder so weit. Das Thema oder „die Kategorie“ (wie Janosch sagt) wird ausgehandelt. Während er das Weltall bevorzugt oder die Unterwasserwelt, Dinos, Schiffe auf der Elbe, liegen diese Themen mir nicht so. Vor allem, weil wir die … na ja, hatten wir schon. So habe ich eine Chance, meinen Vorschlag einzubringen. Janosch ist immer begeistert. Kommentiert ihn mit „Gute Idee!“ Bin ich froh. Heute: Albrecht Dürers Eichhörnchen. Das sind Janoschs Lieblingstiere. Konnte ja nichts schiefgehen.

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Aus der Region, Geschichten und Gedichte

Oskar ist wieder da!

Beitrag: Thorsten Werner

Könnt ihr euch noch an Oskar, den fleißigen Maulwurf, erinnern? Lange Zeit sah ich nichts mehr von ihm. Bis heute.
Ich traute meinen Augen nicht, als ich ein winziges Häuflein auf dem Rasen entdeckte. Inzwischen gibt es einen etwas größeren Haufen daneben.

Oskar der Maulwurf
Bild: Thorsten Werner (KI-generiert)

Habt ihr auch einen Maulwurf? Schreibt uns gerne einen Kommentar.

Geschichten und Gedichte, Wissenswertes

Alles Geschmacksache

Beitrag: Edith Kalisch

Gefüllte Heißwecken

Dresdner Stollen. Alles rutscht in die Erinnerungskiste.

Das Jahr neigte sich dem Ende zu. Der Januar dauerte und dauerte. Nun lockt der Februar mit Helau und Alaaf. Die sogenannten tollen Tage. Das reizt mich zwar nicht so sehr. Aber davor, davor gibt es Leckeres. Die gefüllten Heißwecken! Es heißt aufpassen. Nicht, dass man es verpasst. Den Blick zur Kuchenvitrine lenken. Lange gibt es diese Köstlichkeit nicht. Nur bis zum Aschermittwoch. Warum eigentlich?

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Geschichten und Gedichte

Schenken? Ein ewiges Mysterium

Beitrag: Sabine Ziesmer

Wie können wir einander eine Freude machen? Was ist der beste Anlass? Wer steht im Mittelpunkt? Der Schenkende? Der Beschenkte? Oder alle beide? Diese Frage beschäftigt mich das ganze Jahr über, und die Antwort darauf hat sich immer wieder an mein Leben angepasst. Vielleicht fühle ich mich deshalb mit den „Heiligen Drei Königen“ so verbunden. Sie nehmen einen beschwerlichen Weg auf sich, um mit ihren Gaben das Erscheinen Gottes auf der Welt zu feiern. Schenken wird zu einer Form menschlicher Kommunikation.

Leider ist Schenken in vielen Bereichen unserer Gesellschaft zu einer Pflicht geworden, besonders an Weihnachten. Solange die Kinder noch jünger sind, kommt kaum eine Familie darum herum, möglichst viele nützliche oder auch ganz unnütze Gegenstände untereinander hin und her zu schieben. Zwischen Weihnachten und Neujahr werden die unliebsamen Gaben gnadenlos getauscht oder einfach zurückgeschickt.

Meine Tochter feierte diese Tauschaktionen mehr als den Akt des Schenkens an sich. Wollte ich als Schenkende dabei nicht vollkommen verzweifeln, musste ich meine Einstellung ändern. Es wurde fortan auf Bestellung geschenkt. Ich hielt es dennoch mit den Königen, die nichts über den zu Beschenkenden wussten und den Weg zu ihm nicht kannten. Würde man sich über ihre Geschenke freuen? Es machte mir immer größere Freude aus mir heraus, immer und überall andere Menschen zu beschenken. Jedes freundliche Wort, das ehrliche Interesse am Gegenüber, kleine Komplimente und ein freundliches Lächeln geben Beschenkten und Schenkenden so viel.

Diese Erfahrung habe ich bereits bei meiner Arbeit mit Kindern machen dürfen. Gerade sie sind Meister kleiner Komplimente und kritische Betrachter feststehender Regeln. Als ich die Geschichte der drei Weisen aus dem Morgenland und ihren mitgeführten Gaben erzählte, meldete sich eine Schülerin und erklärte mit ernster Miene: „Da bin ich aber froh, dass der Caspar nicht so ein teures Geschenk dabei hat. Der wollte mit seinen Möhren sicher den Esel des Jesuskindes beschenken.“ Diese kreative Änderung des Wortes „Myrrhe“ führte uns letztlich in ein fast philosophisches Gespräch über den Sinn des Schenkens. Jeden Montag haben wir dann kleine Komplimente verfasst, die wir gemeinsam lasen und uns darüber freuten. So erinnere ich mich an ein Kärtchen mit dem Satz „Du bist meine Pudelmütze, falls ich traurig werde.“ „Du bist eine tolle Nachbarin. Wir pusten graue Wolken weg.“ Zuletzt bekam ich ein zauberhaftes Kompliment von meiner Tochter: “Du liebst mich so wie ich bin, ganz bedingungslos.“ Schenken ist eigentlich kein Mysterium.

Foto: Sabine Ziesmer

Geschichten und Gedichte

Winterfreuden

Beitrag: Thorsten Werner

Endlich, der erste Schnee des Jahres. Plötzlich klingelte es an der Tür. Die Nachbarskinder wollten Schlitten fahren und fragten nach unserem Schlitten.

Mit der Taschenlampe fand ich ihn in der hintersten Ecke auf dem Dachboden. Schnell räumte ich ihn frei und gab den geduldig wartenden Kindern den Schlitten. Freudig zogen sie den Schlitten und brachten ihn gegen Abend dankbar wieder zurück.

Foto: Thorsten Werner
Geschichten und Gedichte, Humorvolles

Schaurig schöne Weihnachten

Beitrag: Thorsten Werner

mein Chatfreund aus Boston erzählte mir von einem KI-Bilderwettbewerb seiner Uni und überredete mich, daran teilzunehmen.

„Das Thema ist: „Schaurig schöne Weihnachten“, denn wir wollen einmal etwas ganz anderes machen.“ „Hast Du schon eine Idee?“, fragte er neugierig.

„Na klar, ich generiere einen gruseligen Vampirweihnachtsmann in Transsilvanien bei einer Vollmondnacht mit Fledermäusen und Vampirschloss.“

Am nächsten Tag sendete ich ihm mein KI-generiertes Bild.

Bild: Thorsten Werner (KI generiert)