Aus der Region, Freizeit & Reise

Mensch und Baum

Beitrag: Sabine Ziesmer

Skulpturen am Elbufer…

Bäume haben ähnlich mannigfaltige Erscheinungen wie wir Menschen. Einige sind von beeindruckender Statur, hochgewachsen und majestätisch. Im Hirschpark an der Elbchaussee findet man einige dieser Bäume, die noch heute von ihrer langen Reise aus fernen Ländern und ihrem harten Leben fern der Heimat erzählen – wenn man ihnen zuhören möchte. Andere sind klein und unscheinbar, kämpfen um ihr Überleben und um ihre Sichtbarkeit. Es sind oft die Straßenbäume, die uns etwas Schatten und Freude spenden, aber nur zu oft vergessen werden und immer weichen müssen, wenn die Stadtplanung es so entscheidet. Aber fast alle Bäume haben ihre Liebhaber.

Ich wandere täglich durch die Elbauen in den Vier- und Marschlanden. Wie ein Urwald säumen makaberen Skulpturen das Elbufer. Diese Bäume sind Überlebenskünstler. Sie stehen oft tief im Elbwasser und recken ihre Äste hoch in den Himmel, oder sie scheinen über den Elbsand zu kriechen als suchten sie stets neuen Halt. Bei Ebbe krallen sich die freien Wurzeln in den Sand, um so dem Wind widerstehen zu können. Eine Illusion, weil jede Flut ihren Halt fortgespült. Ich begrüße die Bäume täglich wie alte Freunde. Ich streiche mit der Hand über die raue Rinde, steige über ein Labyrinth aus freiliegenden verholzten Wurzeln und genieße den herben Duft von Holz und Brackwasser. Während der blattlosen Zeit der Stürme und des Hochwassers bietet sich mir immer wieder ein neues Bild. Die große Gruppe der geraden, schlanken Bäume trauert um die Freunde, die nun zersplittert zu ihren Füßen liegen. Jeder Baum erzählt seine eigene Geschichte. Ihr ungewöhnlicher Wuchs berichtet vom unermüdlichen Ringen gegen Sturm und Elbwasser. Kein Baum gleicht dem anderen. Wenn man diesen Urwald durchschreitet, fühlt man sich nicht mehr allein. Die Bäume machen mir Mut, mich den Herausforderungen zu stellen, meine Wurzeln tief einzugraben, oder neue zu schlagen im unbekannten Untergrund. Nur aufgeben ist keine Option. 

Fotos: Sabine Ziesmer

Freizeit & Reise

10 Tausend Schritte im Stadtpark

Beitrag: Elisabeth Hartmann

Dr. Internet empfiehlt: Menschen ab 60 sollten täglich 6 bis 8 Tausend Schritte gehen, es trüge dazu bei, “das Sterberisiko zu senken”. Aha! Also mache ich mich auf. Es geht in den Hamburger Stadtpark.

Weiterlesen „10 Tausend Schritte im Stadtpark“
Festliches, Freizeit & Reise, Veranstaltungen

Wenn Bach Bienen gezüchtet hätte

Beitrag: Sabine Ziesmer

„Wenn Bach Bienen gezüchtet hätte“

Schöner könnte sich Hamburg an diesem Freitagabend nicht präsentieren. Ein Flirren und Summen hängt in der lauen Sommerluft. Von allen Seiten strömen Menschen zum Rathausplatz in Hamburg. Unter freiem Himmel wird Chefdirigent Kent Nagano die Hamburger Opernliebhaber mit einem besonderen Geschenk überraschen, der Kantate „Carmina Burana“ von Carl Orff. Auf 3000 eigens für diesen Anlass aufgestellten Stühlen freuen sich Zuschauer aller Altersgruppen auf dieses gemeinsame Erlebnis.

Man kann den Moment magisch nennen, als Kent Nagano den Taktstock hebt, um den Streichern das Summen eines Bienenschwarms zu entlocken. Das Stück trägt den Namen „Wenn Bach Bienen gezüchtet hätte…“ und fängt die Stimmung des Abends wunderbar ein, der auf eine unerwartet stille Art Harmonie und Verbundenheit weiterträgt.  Wie in einer blauen Wabe entwickeln sich die einzigartigen Klänge des Philharmonischen Orchesters und finden Widerhall in den Stimmen des Chores der Hamburger Staatsoper und des Hamburger Knabenchors. Auch das ehrwürdige Hamburger Rathaus und die umliegenden Fleete erstrahlen in diesem Blau.

(Anmerkung: die Veranstaltung ist barrierefrei, kostenlos und sehr gut organisiert)

Fotos: Sabine Ziesmer

Freizeit & Reise

Die dicke Berta

Beitrag: Jürgen Sakuth

Ich war bei der dicken Berta. Die schlanke Anna habe ich nur in der Ferne gesehen.

Damit es kein Missverständnis gibt, eine kurze Erklärung: Es geht hier um zwei Leuchttürme an der Elbe in Cuxhaven.

Weiterlesen „Die dicke Berta“
Freizeit & Reise

Von der Toskana zum Nordkap

Beitrag: Boike Jacobs

Am Hamburger Flughafen geht es bereits los. Der Schalter der spanischen Fluglinie ist zwar geöffnet, aber irgendetwas funktioniert nicht mit dem Computer. Angestellte eilen hin und her, ein Mechaniker erscheint, der Erfolg jedoch scheint gering. Es ist 7.30 Uhr, ich bin noch müde und sehne mich nach einer Tasse Kaffee. „In Malaga habe ich das auch schon erlebt, nix ging mehr, der Drucker kaputt, und alles musste mit der Hand geschrieben werden“, sagt Lieselotte. „Kenn ich“, antwortet Regina, „Spanien ist doch berüchtigt für solche Ausfälle.“ Alle vier Frauen, mit denen ich nach Florenz fliegen will, haben da schon ihre Erfahrungen gemacht, keine hält damit hinter dem Berge. „Und Du?“, fragt Barbara mich schließlich. „Ich bin vielleicht zehnmal in meinem Leben geflogen, da gibt es nicht viel zu berichten“, antworte ich. Schweigen. Ungläubiges Staunen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich werde in unseren gemeinsamen zehn Tagen in der Toskana noch viel zu hören bekommen von den Stränden, Bergen, Unwettern, Straßenzuständen, Häfen, Himmeln, Temperaturen, Trink- und Essgewohnheiten dieser Welt. Wir zwölf Frauen wohnen in einer wunderbaren alten Hofanlage, liebevoll gestaltet, mit dem Blick auf Weinfelder und Olivenhaine vor dem Hintergrund der Appeninen. Hier zeichnen und malen wir, halten etwas fest von der Schönheit ringsum. So entstehen unter anderem diese beiden Bilder von mir.

Gasse in Montefioralle

Morgendlicher Blick aus meinem Fenster

Weiterlesen „Von der Toskana zum Nordkap“
Aus der Region, Freizeit & Reise

Kulturperlen – Barrierefreie Kulturorte in Hamburg

Beitrag: Thorsten Werner

Wie kommen Menschen mit Behinderung in den Genuss der schönsten Kulturperlen Hamburgs? Auf KulturPerlen.hamburg gibt es Infos zu immer mehr Kultureinrichtungen in Hamburg. Hier finden Menschen mit Behinderung wichtige Angaben über Museen, Theater, Kinos, Clubs, Musik und Stadtteilkultur. Die Infos sind übersichtlich geordnet – nach Veranstaltungsart und Beeinträchtigungen. So lässt sich der Kulturbesuch leichter planen und man trifft vor Ort nicht auf unerwartete Hindernisse.

Mehr dazu in unseren Links.

Freizeit & Reise

Im Museumscafé

Dort gibt es auch etwas zu sehen

Beitrag: Elisabeth Hartmann

Zur Erholung nach anstrengender Besichtigung gehe ich ins Museumscafé. Einen Pott Kaffee dazu ein Stück Blechkuchen gibt es für 6.20 €, und „Zahlung ist nur mit Karte möglich”. Die junge Frau, die den Kaffee einschenkt und den Schokoladenkuchen auf den Teller legt, sagt Bitte, Danke, Guten Appetit und Wiedersehen ohne aufzublicken. Ich finde einen guten Platz am Rande. Aber ich gucke nicht etwa einen Ausstellungskatalog an sondern beobachte die Leute und lasse dabei meiner Phantasie freien Lauf.

Weiterlesen „Im Museumscafé“
Freizeit & Reise

Hamburg Großneumarkt

Wo die Currywurst erfunden wurde

Beitrag: Elisabeth Hartmann

Hier am Großneumarkt wurde zwar die Currywurst erfunden, aber ich essen einen Schokoladenbecher! Während ich Eis und Sahne auf der Zunge zergehen lasse, schweift mein Blick vom Tischchen der Eisbude Porto Lucia, ein ehemaliges Klohäuschen im expressionistischen Stil, in die Runde. „Das Herz der Neustadt”, so nennen die Anwohner ihren Platz. Das Herz des Platzes ist für mich der Kandelaber aus Wilhelminischer Zeit mit einer Steinbank rundum. Da sitzt fast immer jemand, mal eine mit Buch, mal einer mit Bierflasche, mal eine ganze Familie mit Schleckeis.

Die hohen Linden spenden zur Mittagszeit lichten Schatten. Das ist gut, denn so können die Leute aus den umliegenden Büros, die an sommerlichen Markttagen wie Stare in die Imbissbuden einfallen, ihre Pause bei gedämpfter Hitze verbringen. Aber engagierte Anwohner sorgen sich: Hitze, Dürre, Versiegelung und Wurzelverletzungen bei Baumaßnahmen machen den alten Bäumen zu schaffen, hin und wieder fällt einer um. Leider sei für Baumschutzmaßnahmen kein Geld da, so wird die Bezirkspolitik zitiert. Für ein Dixieklo gibt es einen Spendenaufruf: „Sei dabei und spende jetzt für ein sauberes , gesundes Umfeld für Bäume und Menschen auf und um den Großneumarkt.”

In den Restaurants am Rande des Platzes essen und trinken entspannte Hamburger*Innen und Tourist*Innen. Letztere sind an fortgeschrittenem Alter zu erkennen. Denn ab 40 essen der Hanseat und die Hanseatin zu Hause oder in einer vornehmeren Gegend als es die am Großneumarkt ist. Apropos Essen, Uwe Timm verortet die Erfindung der Currywurst in seinem gleichnamigen Roman von 1993 auf den Großneumarkt. Hier soll die Wurstbude gestanden haben, in der in den 1940er Jahren alles seinen Anfang nahm. Heute ist in einer übrig gebliebenen Bude ein kleines Kulturzentrum für Jung und Alt untergebracht, und im Stadtgarten nebenan grünt und blüht es.

Mitten auf dem Großneumarkt gibt es diese wunderbare Eisbude, s.o.; am Rande und drum herum ist aber auch was los! Die ehemals berühmt-berüchtigte Kneipe Schmales Handtuch war hier, heute ist es eine Bier&Coctailbar und gehört einem gewissen Micky. Es soll dort den besten Caipirinha der Stadt geben!

Der Michel ist nicht fern. Am Alten Steinweg geht es immer noch ein paar Stufen runter in den Cotton Club, ein Kellerlokal aus den Hochzeiten des Hamburger Oldtime-Jazz. Mittwochs ist zum Kennenlernen der Eintritt frei. Im AKIKO, Wexstaße 39, gibt es Papier, Stoffe, Bücher und andere feine Sachen aus Japan.

Und in der Brüderstraße, gleich um die Ecke soll Uwe Timm bei seiner Tante zum Schreiben gekommen sein.

Text und Fotos: Elisabeth Hartmann