Plattdeutsche Texte

Wiehnachtsbraden

Beitrag: Helmut Marquardt

Photo by Engin Akyurt on Pexels.com

Düt Johr, tau Wiehnacht, hebbt wü  beslaten,
gifft dat’n ganz besünnern Wienachtsbraden.
Mudder mellt sik glieks tau Stell
un ehr Ogen, de ward bannig hell.
Se hätt dor wat in’n Kääsblatt läsen
un meent, so leeg kann dat nich wäsen.
Hätt ok fix dat Blatt parat
un wies uns all dat Inserat.
Wat dor in dat Blatt binnen steiht,
ok Vadder meist sien Puust versleit.
1 Gans direkt ab Wiese
60,00 Euro kostet diese.
De Kinner schreen, dat is famos
tau’n Wiehnachtsfest n‘ scheune Goos
un hebbt dann in Gedanken all,
up’n Disch de Goos, bruun un drall.
Se föhrt glieks hen na Buer Drischen,
de wiest jem de Göös up sien Wischen,
grient dann mit sien breden Snuut:
Nu söök di man de allerbest dor ruut. 
All Ogen sünd up Vadder richt,
doch de meent blots, dat mak ik nich.
Wü hebbt em upletzt noch rümkrägen
un mit bäbern Knee is he in’t Gatter stägen.
Hett sik ok n‘ Goos utkäken,
man, blots mit de Goos hett he nich räken.
Se kiekt uns Vadder in’t Gesicht,
as wenn se seggen will, mien Fründ dat büst du nich.
As se nu markt, dat ehr dat an’n Kragen geiht,
se düchtig mit de Flünken sleit.
Un ogenblicklich geiht doch düsse Goos
op uns verdutzten Vadder los.
De dreiht sik üm un so gau he kann,
nimmt he de Been dann in sien Hann.
Achter em een groot Gesnatter
un mit een Satz is he över’t Gatter.
Vadder is noch fix up Tour’n
un wies uns all sien groot Blessuurn.
In denn Oors hett se em bieten,
dorbi n’Stück Stoff ut de Büx rutrieten,
wieter rünner an sien linken Been
kannst fief blaue Placken sehn.
De Blessuurn, de sünd al lang Geschicht,
Vadder kann ok wedder richtig sitten,
aver äten hett he n‘ Goos vundaag noch nich
dor hölpt keen Beddeln un ok keen Bidden.

Photo by Maria Orlova on Pexels.com

Aus der Region, Veranstaltungen

Vorlesetag im KörberHaus

Beitrag: Jürgen Sakuth

Vorleserinnen in Aktion

Der einsame kleine Elefant Winzig hätte sich sicher gefreut, dass so viele Kinder gekommen waren.

Zum bundesweiten Vorlesetag war es einmal andersherum. Nicht die Kinder hatten uns Leselernhelfern vorgelesen.
Wir lasen stattdessen den Kindern selbst etwas vor. Dazu hatten wir in einen Extraraum der Bücherhalle im KörberHaus eingeladen.

Es kamen mehr Kinder als erwartet und die Stimmung war prächtig. Zur Leseunterstützung hatten wir auch tierische Helfer dabei. Die Handpuppen Leserabe, Schaf und Wolf machten das Ganze noch anschaulicher.

Handpuppen Wolf und Schaf

Eigentlich hatten wir mehrere Leseabschnitte mit unterschiedlichen Kindergruppen geplant, aber nach den Pausen kamen die gleichen Kinder immer wieder. Die meisten der anwesenden Kinder waren noch ziemlich klein, so dass die Aufmerksamkeit zwischendurch immer mal nachließ.

Trotzdem empfanden wir unsere Veranstaltung als vollen Erfolg. Das wollen wir im nächsten Jahr wiederholen.

Text und Fotos: Jürgen Sakuth

Plattdeutsche Texte

Bi’n Putzbüdel

Beitrag: Jürgen Sakuth

Dat is nu puttegal, wat een to’n Keerl seggt, de di de Hoor snieden or den Boort raseren deit: Hoorsnieder, Putzbüdel, Barbeer, Barbutsch or Snutensraper, wohr is, du höörst jümmers dat Niegeste ut’e Stadt, or beleevst dor faken wat Vergnöögtet. Guschi Reddmann vertell mi, wat em annerletzt in Eckernföör passeert weer. En lütt Jung keem in den Salon, un de Putzbüdel fluuster sien Kunn op’n Stohl to:
„Dat is wull dat döschigste Kind vun’e Stadt, glööv mi dat. Wenn ik mit dat Hoorsnieden bi di trecht bün, warr ik di dat wiesen!“ As de Kunn betahlt harr, nimmt de Barbeer in de een Hand en Fief-Euro-Schien un in de anner Hand twee Een-Euro-Münten, geiht op den Jung to, wiest op sien Hannen un seggt: „Na, mien Jung, wüllt wi mal weller uns lütt Speel maken? Söök di doch wat ut!“ De lütt Buttjer grippt na de twee Geldstücken un haut foorts af. „Na, wat heff ik di seggt“, meen de Hoorsnieder nu heel spöttsch to sien Kunn, „de Jung lehrt dat wull nie nich. He warrt un warrt nich klöker!“
Lütt beten later geiht de Kunn ut den Salon un süht den lütten Knirps mit’n groot les vör de lesdeel stahn. Nielig fraagt de Mann em: „Hey, mien Lütten, vertell mi doch blots mal, worüm du de twee Een-Euro-Münten namen hest un nich den Fief-Euro-Schien!“ „Nee, ik bün doch plietsch. Denn speelt de Frisör doch nie weller mit mi!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Aus der Region, Veranstaltungen

Kultur und Öffentlicher Nahverkehr

Beitrag: Jürgen Sakuth

Photo by Wolfgang Weiser on Pexels.com

Wie können noch mehr Menschen dazu bewegt werden, die vielfältigen Hamburger Theater zu besuchen“

Dies war ein Thema am Freitag beim Besuch der Intendantin des Ernst-Deutsch Theaters Isabella Vértes-Schütter im KörberHaus. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe „Altersbilder“ statt. Ich kann den Besuch dieser Gespräche nur empfehlen.

Dies war aber nur die Einleitung zu meinem eigentlichen Thema, denn am nächsten Tag waren wir im Theater und erlebten, wie Menschen wie wir, die Bus und Bahn benutzen, davon abgehalten werden.

Wir erlebten im Altonaer Theater „Der Club der toten Dichter“. Ein schöner Theaterabend. Die Vorstellung war nahezu ausverkauft und die Schauspieler wurden zu Recht mit stehenden Ovationen gefeiert.

Aber nach unserer Rückkehr hatten wir lange darüber gesprochen, ob wir so etwas noch einmal machen. Unsere Bahn fuhr nur bis zum Berliner Tor. Dort mussten wir in den Schienen-Ersatz-Verkehr umsteigen. Das lässt sich manchmal nicht vermeiden und war lange angekündigt. Trotzdem in dieser Form ärgerlich. Als wir von der Bahn in den Bus umsteigen wollten, sahen wir den abfahrenden Bus, der nur zu einem Drittel voll war. Viele winkten und riefen, um den Bus noch zu stoppen, vergeblich. Daneben stand die ganze Zeit ein vollbesetzter Dienstwagen mit laufendem Motor und der Aufschrift „Verkehrslenkung“, ohne einzugreifen.

Der irgendwann folgende Bus war dann natürlich übervoll. Als wir Billwerder-Moorfleet wieder in den Zug umsteigen wollten, stand dort schon eine Bahn. Ich sagte noch zu meiner Frau „Diesmal haben wir aber Glück“. Aber in dem Moment, in dem die Bus-Gäste ausstiegen, fuhr die Bahn ab.

Neben den Problemen der fehlenden Anschlussmöglichkeiten hatten wir in jedem Bahnabschnitt heruntergekommene jugendliche Bettler im Zug, aber das nur nebenbei.

Mich interessiert wie andere Bergedorfer das sehen.
Fahren Sie abends noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln in andere Hamburger Stadtteile?
Nutzen Sie nur noch den privaten PKW, falls vorhanden?
Oder nur noch Taxis?
Oder besuchen Sie keine Theater, Kinos oder Konzerte am Abend mehr, wenn Sie auf Bus und Bahn angewiesen sind?

Plattdeutsche Texte

Vergeterie

Beitrag: Jürgen Sakuth

Twee öllere Mannslüüd, Odje Packen un Kuddi Peters, draapt sik op’n
Markt vun Niemünster, de dor Grootplacken nöömt is. Dat is allerbest Summerweder, de Sünn schient, keen Wulken an’n Heven, un keen
Lüftchen weiht. So ’n recht Weder to’n Geneten, un de beiden sett sik
op ’ne Bank un laat sik dat goot gahn.
Maleenst seggt Kuddl:
„Du, Odje, bi dit schöne Weder harr ik egens mal so richtig Aptiet op’n
kolet les. Vanillje, Kassberen, Schokolaad, jo un denn noch ’n olligen
Dutt Slackermaschü dorop! Wat meenst du dorto?“
„Ik haal di dat geern, ik kann jo noch beter lopen as du“, seggt Odje dor.
„Na, denn man to“‚, meen nu Kuddl, „aver schriev di dat man lever op,
wat ik hebb’n will. Anners vergitts du dat weller bit du dor achter an’e
lesbood ankam’n büst!“
„Nee“, antert nu Odje, „ik vergeet dat nich, dor bruukst du keen Bang‘
vör to hebb’n!“
Na ’n Veertelstünn kümmt Odje weller to de Bank torüch un hett statts
les twee Braadwüst op’n Töller.
Dor meen Kuddl glieks:
„Sühstwull Odje, wat heff ik di seggt, lever allens opschrieven. Nu hest du doch glatt weller den Mostrich vergeten!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Humorvolles

Männer, die am Herd stehen

Beitrag: Jürgen Sakuth

Photo by cottonbro studio on Pexels.com

Wir sind noch altmodisch und kochen unser Mittagessen selber. Normalerweise kocht meine Frau. Und sehr gut, wie ich finde.

Wenn sie Termine hat, bin ich auch mal dran. Ich wollte „Spaghetti alla Puttanesca“ machen (Spaghetti nach Hurenart). Eigentlich nicht besonders schwer.

Da ich schnell nervös werde, wollte ich gut vorbereitet sein und platzierte schon alle benötigten Töpfe auf die Herdplatten. Den Topf mit dem Nudelwasser stellte ich auf die höchste Stufe an. Dachte ich zumindest. Dann machte ich mich zunächst an das Schnippeln der Zutaten.

Nach einiger Zeit wollte ich Butter und Olivenöl in einem anderen leeren Topf langsam erhitzen. Als die Butter den Topfboden erreichte, passierte es. Ein explosionsartiges Zischen mit extremer Rauchentwicklung setzte ein. Ich hatte die falsche Platte angemacht.

In meiner Panik wollte ich den Topf mit Wasser schnell wieder abkühlen, was natürlich zu noch mehr Rauch- und Dampfentwicklung führte. In diesem Moment ertönte zusätzlich der laute Warnton des Rauchmelders. Und das in dem Augenblick, wo ich in der Küche kaum noch etwas sehen konnte.

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Aus der Region

Die letzten Sommertage

Beitrag: Jürgen Sakuth

An dieser Stelle habe ich vor einiger Zeit schon geschrieben, wie gerne ich besonders im Winter im Billebad im Außenbecken schwimme.

Jetzt habe ich für den Sommer noch etwas Besseres für mich entdeckt.

Ich fahre mit dem Fahrrad durch das Bergedorfer Gehölz, über die Pionierbrücke und das Billetal bis zum Tonteich in Wohltorf.

Weiterlesen „Die letzten Sommertage“
Plattdeutsche Texte

Instellen

Beitrag: Jürgen Sakuth

De Direktor vun de Bank, Hubert Holthusen, is ’n bannig netten Keerl un hölpt elkeen, wo dat blots mööglich is. He ünnerstütt dat Kulturleven vun’e Stadt, is ’n goden Stadtvertreder, maakt as Brandmeester bi de Füerwehr heel goden Deenst, hett dat Seggen bi de Schüttengill, hölpt de Nedderdüütsch Bühn un sünnerlich ok de Maten vun’t Olenparlament vun’e Stadt. Een mutt also segg’n: Vun solk hölpen Lüüd kunn elk Stadt bannig veel bruken, solk Minschen muttst söken.

Man Hubert kann ok anners. He kriegt sik licht in’e Klatten, kann pennschieterig as ok’n övergroot Sluusohr sien. Dat wiest sik jümmers, wenn dat heet, en niegen Mitarbeider bi de Bank intostell’n.

So weer dat also ok, as Herr Direktor Holthusen mit den Bewarver för den Huusmeesterposten, Matten Ohlsen, dat Gesprääk to’n Instellen föhr. „Aso, mien leve Herr Ohlsen“, so füng de Direktor Holthusen dat Snakken an, „dat gifft twee Saken in uns Bank, de mi heel wichtig sünd. Dat Eerste is dat Schier maken un de Rennlichkeit. Mal ’n kotte Fraag blangenbi: Hebbt Se sik egens op de Footmatt vör mien Ruum de Fööt afpedd?“

Aver seker doch, Herr Direktor!“ anter Matten Ohlsen. „Un nu süllt Se ok noch erfohr’n, wat dat Twete is, op dat ik groten Weert legg. Dat is de Ehrlichkeit. Ik kann blots oprecht Lüüd bi mi bruken. Buten vör mien Döör liggt gor keen Footmatt!“

Quelle: Heinrich Evers „Dat dröfft doch mal seggt warrn!“
(Balticum Verlagsgesellschaft und Werbeagentur GmbH)
Illustration: Elke Grotelüschen

Freizeit & Reise

Die dicke Berta

Beitrag: Jürgen Sakuth

Ich war bei der dicken Berta. Die schlanke Anna habe ich nur in der Ferne gesehen.

Damit es kein Missverständnis gibt, eine kurze Erklärung: Es geht hier um zwei Leuchttürme an der Elbe in Cuxhaven.

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Plattdeutsche Texte

Op grote Fohrt

Beitrag: Jürgen Sakuth

Jichtenswann passeert dat jo in elk Familie: De Kinner sünd grötter worrn, hebbt de School achter sik, un de Tiet vun de Beroopswahl un Utbillen beginnt. Mien Naver, Peter Suerbohn, preestert denn jümmers: „Dat hebbt wi all achter uns. Nu beginnt de Eernst vun’t Leven!“

Man ik meen: Bang maken tellt nich. In’n Beroop mutt ok veel Spooß un Vergnögen dorbi sien, un dat sull een bi de Wahl afsluut bedenken.
Gerda un Odje Möller ut Lütt Slamien, de harrn annerletzt dormit to
doon. Ehr Söhn Robert harr op de Jacob-Lienau-School in Niestadt
in Holsteen den Realschoolafsluss maakt un wull sik nu sien Levens-
droom erfüll’n: To See for’n. Vadder Möller harr em över sien Skat-
broder en Steed to’n Utbillen op’n Hannelschipp in Hamborg
besorgen kunnt. Un nu sull dat losgahn.
Modder, Vadder un Robert Möller seten in’t Auto op’n Weg na Ham-
borg. Bi’t Afscheednehm’n an’e Kaimuer gifft Modder Möller ehrn Ro-
bert noch vele levenswichtige Raatslääg mit op’n Weg, so as:

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