Aus der Region

Erst auf den zweiten Blick

Beitrag: Edith Kalisch

Das KörberHaus ist schon auf dem ersten Blick zu sehen. Raffiniert angebrachte Kupferlamellen an der Fassade, viel Glas, dass Licht ins Innere des Hauses bringt. Sodass auch das Hamburger Schmuddelwetter die Besucher nicht davon abhalten soll, es zu besuchen. Besser noch, es für Alle zu erobern. Es spiegelt sich in der Bille. Doppelt hält eben besser.

Für die, die es noch nicht wissen: Es ist nur ein kurzer Weg vom Bahnhof hierher. So ca. 99 Schritte. Glaube ich. Ein Weg, ein „Bauweg“, der noch ein richtiger werden soll, von Pflanzen gesäumt wird, bald, bald. Direkt zum Haupteingang. Einige breite Stufen deuten es schon an. Es wird!

Wir betreten aber nun das Haus. Es gibt einen automatischen Türöffner. Aber entweder bin ich zu schwach, oder er ist doch häufiger defekt. Auch das wird sich bessern. Also, egal, ich bekomme die Tür auch mit Muskelkraft geöffnet.

Rechts duftet es nach Kaffee, Musik übertönt das Gemurmel der Gäste. Mich reizt heute das „Schmidtchen“ nicht. Im großen Vorraum mit vielen Pflanzen und Sitzmöglichkeiten, die Bücherhalle, geradeaus der Eingang zum Lichtwarktheater, noch geschlossen, weil zu früh.

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Aus der Region

Kein Hospiz im Park – und dennoch

Beitrag: Christian Roedel

Mit großen Plänen, Hoffnungen und viel Elan sind wir gemeinsam mit dem Plan gestartet, in Bergedorf ein modernes zeitgemäßes Hospiz zu bauen. Mit dem Hospiz im Park wollten wir Jungen und Alten die Möglichkeit geben, ihr Leben bis zum Schluss selbstbestimmt zu leben. Wir haben die Planungen vorangetrieben und für die Finanzierung des Projektes geworben. Nun müssen wir leider mitteilen, dass wir als Infinitas Hospiz im Park gGmbH  das Hospiz im Park in Bergedorf nicht weiterentwickeln können. Der plötzliche Tod des Stifters Hans-Michael Kay hat nicht nur seine Familie, sondern auch das Projekt hart getroffen. In wirtschaftlich sehr schwierigen Zeiten konnte die Finanzierung des Projektes trotz aller Bemühungen nicht aufgebracht werden. Da ein Vollzug des Kaufvertrages ohne die notwendigen Mittel nicht möglich war, wurde der Vertrag über den Grundstückskauf mit dem Grundstückseigentümer, der Körber-Stiftung, einvernehmlich aufgehoben.

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Aus der Region

Kunst am Fluss – Andrea Cziesso

Beitrag: Sabine Ziesmer

Ich lebe seit nunmehr 35 Jahren in Kirchwerder und brauchte recht lange, bis ich die Landschaft und die Menschen, die hier leben, verstehen lernte. Die Vierlande besteht aus den vier Stadteilen Altengamme, Curslack, Kirchwerder und Neuengamme und gehört zum Bezirk Bergedorf. Bei einem Besuch des Bergedorfer Schlosses erfährt man viel über die Geschichte dieser einzigartigen Kulturlandschaft. Möchte man aber die einmalige Landschaft erspüren, sollte man sich mit dem Rad auf den Weg machen, die ursprünglich vier Flussinseln im Urstromtal der Elbe zu erkunden. Ein Fußmarsch von Elbstrand zu Elbstrand entlang des Deiches, durch Auenwälder im Naturschutzgebiet, ist fast mystisch und immer anders. Die Elbe gibt täglich Neues frei und nimmt im Wechsel von Ebbe und Flut Bestehendes mit sich fort.

Diesem Zauber können sich auch Künstler nur schwer entziehen, und so bieten die ständigen Veränderungen, verursacht durch die Gezeiten, das Licht und die Jahreszeiten, für Fotografen und Maler einzigartige Motive. Folgerichtig haben sich in den vergangenen Jahrzehnten viele Kunstschaffende hier angesiedelt. Wenn man viel Glück hat, finden vereinzelt Veranstaltungen in offenen Ateliers statt oder man kann Ausstellungen im Rieckhaus, im Bergedorfer Schloss, in der Riepenburger Mühle, im Kulturhaus Serrahn und an vielen anderen Orten besuchen.

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Geschichten und Gedichte

Kein Karneval im Norden

Beitrag: Boike Jacobs

Marc Chagall: Karneval

O wär im Februar doch auch,
Wie`s ander Orten ist der Brauch
Bei uns die Narrheit zünftig!
Denn wer, so lang das Jahr sich misst,
Nicht einmal herzlich närrisch ist,
Wie wäre der zu andrer Frist
Wohl jemals ganz vernünftig.

Theodor Storm

Aus der Region, Veranstaltungen

Ein ganz besonderer Theaterabend

Beitrag: Sabine Ziesmer

Ich war schon immer sehr gern in der Hamburger Theaterlandschaft unterwegs. Auch auf den kleinen Bühnen stoße ich auf herausragende Produktionen und großartige Regisseur*innen. Die Eröffnung des neuen Lichtwark-Theaters im KörberHaus habe ich mit Spannung erwartet – und ich wurde bislang auch nicht enttäuscht.

Dennoch zieht es mich immer wieder in die großen Säle des Schauspielhauses und des Thalia Theaters. Eine Freundin schwärmte so begeistert von dem Stück „Barocco“, dass ich sofort begann, mir entsprechendes Hintergrundwissen anzueignen. Dass man die europäische Stilepoche des 17. und 18. Jahrhunderts heute als Barock bezeichnet, war mir natürlich bekannt. Neu war mir allerdings, dass das Wort „barocco“ ursprünglich portugiesisch ist, aus dem dortigen Goldschmiedehandwerk stammt und übersetzt „unrunde, schiefrunde Perle“ heißt. Meine Neugier war geweckt. Zumal diese Perle auch als „eigenartig, wunderlich und ein bisschen verrückt“ galt.

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Aus der Region, Wissenswertes

Kreuzzug gegen den Branntwein

Beitrag: Boike Jacobs

Kaum bin ich in meine Wohnung am Gojenbergsweg eingezogen, entdecke ich in der August-Bebel-Straße das schmucke weiße Haus. In altmodischer Schrift ist darauf der ebenso altmodische Name zu lesen: „Guttemplerhaus“. Das hat irgendwas mit Alkohol zu tun, erinnere ich mich dunkel. Aber warum dieser seltsame Name, der an die Tempelritter erinnert, die einst einen Kreuzzug gegen die sogenannten Ungläubigen führten? Dem muss ich auf den Grund gehen.

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Festliches

ABC der Inspirationen für 2024

Beitrag: Sabine Ziesmer

A Akzeptanz – Meinungsvielfalt provoziert Gespräche.

B Barmherzigkeit – gemeinsame Wege suchen

C Chancengleichheit – von Geburt auch gleich

D Demut – wahrnehmen und würdigen

E Ermächtigung – wer eine Stimme hat, solle sie erheben

F Freiheit – folgt dem Frieden still nach

G Gelassenheit – das Ende destruktiver Aufgeregtheit

H Heimat – ein Ort im Innern der Seele

I Imagination – die Zukunft sichtbar machen

J Juwel – den Freund an der Seite erstrahlen lassen

K Klausur – Rückzug und Besinnung in der Stille

L Leichtigkeit – sich treiben lassen, den Augenblick spüren

M Momentum – im richtigen Moment am richtigen Ort

N Nonkonformismus – umdrehen und gehen

O Optimismus – ein frohes Herz sucht neue Wege

P Partizipation – Teilhabe ist teilen und vervielfältigen zugleich

Q Quadratur – des Kreises, alles kann gehen…..

R Reflektion – Streuung der Gedanken bis zur Wiederkehr

S Sackgasse – auch an ihr Ende gelangt Sonnenschein

T Tabernakel – Zelt Gottes, Geborgenheit auf dem Weg

U Utilitarismus – Moral als Summe des Wohlergehens

V Vanillegeruch – Erinnerungsräume aufsuchen

W Wunder – nicht nur eine Frage des Glaubens X/Y

Z Zartgefühl – beim Berühren der anderen Seele