Aus der Region, Veranstaltungen

Dem Leben eine Zugabe abringen

Beitrag: Sabine Ziesmer

Was ist eigentlich der Zugabe-Preis des KörberHauses genau? Wir sitzen in unserer monatlichen Sitzung von „bergedorf.blog“ und sprechen über mögliche Themen und anstehende Veranstaltungen. Ich bin ja immer noch ein Neuling im Kreise der versierten Schreiber und Schreiberinnen. Also frage ich mich zuerst einmal durch. Eigentlich möchte ich gern die Veranstaltung „Der Zugabe-Preis 24“ besuchen, angemeldet hatte ich mich bereits. Was liegt näher als auch darüber zu schreiben. Nun fühle ich mich doch etwas gestresst. Ich weiß eigentlich wenig über den Preis. Zu wenig, um darüber zu schreiben. „Geh einfach hin, lasse es auf dich wirken und entscheide dann, was du aus deinen Eindrücken machst.“ Ich freue mich über die Gelassenheit meiner Kollegin und auf die anstehende Veranstaltung.

Gustav Peter Wöhler Band

Seit 2019 werden jährlich in einer festlichen Gala „Gründerinnen und Gründer 60 plus“ wegen ihres besonderen gesellschaftlichen Engagements geehrt. Jeder Platz im Lichtwark Theater ist besetzt. Es herrscht eine fröhlich gespannte Atmosphäre. Man kennt einander, wenn nicht, kommt man trotzdem ins Gespräch. Fast alle wohnen dieser Verleihung nicht zum ersten Mal bei. Ich freue mich auf Gustav Peter Wöhler, dessen Musik die Feierlichkeiten flankieren wird. Durch den Abend führt die charmante NDR-Moderatorin Inka Schneider.

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Veranstaltungen

Ab die Post!

Beitrag: Jürgen Sakuth

„Was geht up mann?“, schreibt Klara (Name geändert) an ihre Freundin.
So einfach kann ein erster Satz sein, über den sich die Literaten
so viele Gedanken machen.

Ich darf als Leselernhelfer mit „meiner“ dritten Schulklasse an einem Workshop mit der Kinderbuchillustratorin Antje von Stemm teilnehmen.

Zunächst geht es um das fast vergessene Briefeschreiben und verschiedene Briefformen. Nach einer kurzen Anleitung schreiben und basteln die Kinder eigene Briefe.

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Aus der Region, Damals war's, Veranstaltungen

Geträumt, gelebt, verwirklicht

Beitrag: Boike Jacobs

Beruf und Berufung – passt das immer zusammen? War das gleichermaßen möglich zwischen den Jahren 1950 und 2010? Oder kann ein aus Not gewählter Beruf später zur Berufung werden? Fragen, die offenbar alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer berührten, die am 10. Juni ins KörberHaus kamen zur Vorstellung des Buches „45 Berufe geträumt, gelebt, verwirklicht“. Durch eine Anzeige neugierig gemacht, bildeten vor einem Jahr fünf Frauen und vier Männer unter der Leitung von Pastorin Angelika Schmidt ein Team, das in oft vielstündigen Interviews die Berufsbiografien von Menschen aus Bergedorf erfragten. Dabei sei schnell klar geworden, „wie abhängig wir in unseren Möglichkeiten und Entscheidungen sind von dem, was zu dieser Zeit gerade gesellschaftlich und wirtschaftlich in unserem Land angesagt ist“, so Pastorin Schmidt.

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„Das kann meine Frau nicht“

Beitrag: Jürgen Sakuth

Auszug aus: Wozu bin ich berufen? „45 Berufe geträumt, gelebt, verwirklicht“

Die Gespräche mit Annelene, geboren 1934 habe ich, Jürgen Sakuth, per Telefon geführt. Je öfter wir telefonierten, desto mehr Details aus ihrem Leben fielen ihr ein.
Annelene erzählt:

Wir, fünf Schwestern und ein Bruder, wuchsen in einem Dorf in Dithmarschen alle im Krieg auf. Die Dorfschule wurde besucht, so gut es ging. Ostern 1940 wurde ich im Alter von fünf Jahren eingeschult. In der Grundschule hatte ich täglich zwei Stunden Unterricht. Ein ganzes Schuljahr fiel total aus, da die Klassenräume mit Flüchtlingen aus Kiel und Hamburg belegt waren.
Die vier besten Schüler, ein Junge und drei Mädchen, zu denen ich auch gehörte, kamen in die Kreisstadt Heide auf die Oberschule. Wir waren stolz, aber total überfordert, mussten ganz schnell wieder abbrechen.

Trotz der schweren Zeit im Krieg hatten wir eine relativ gute Kinderzeit. Wir hatten unsere Pflichten und unsere Freizeit. Im Dorf war schon eine Badeanstalt. Obwohl es keine Badeaufsicht gab, ist nie etwas Schlimmes passiert. Dort lernten alle das Schwimmen, man half sich gegenseitig.


Unsere Eltern hatten ein Haus mit Gemüse- und Obstgarten, zwei Kühe auf einem Stück Pachtland, zwei Schweine im Stall, Hühner, Kaninchen, Enten und drei Gänse. Wir waren sogenannte Selbstversorger. Im Wohnhaus auf dem Boden befand sich eine große Räucherkammer. Dort wurden im Winter für die Dorfbewohner alle Sorten Wurst, Speck und Schinken geräuchert. Es war schwere schmutzige Arbeit. Die Schinken waren riesig. Ob es sich finanziell gelohnt hat, kann ich nicht beurteilen.


Unsere Mutter war eine tüchtige Frau, konnte gut kochen, backen, nähen, säen und ernten. Obwohl sie ständig arbeitete, war sie doch immer ansprechbar für uns Kinder. Sie hat uns gut auf das Leben vorbereitet. Unser Vater kehrte irgendwann schwer traumatisiert aus dem Krieg zurück. Zeitweise arbeitete er als Verwalter auf einem Bauernhof, dessen Besitzer noch im Krieg war, später als Friedhofsverwalter. Der Vater verstarb früh.

Mit 13 Jahren bekam ich mein Abschlusszeugnis und das Thema Schule war durch. Ich ging als Dienstmädchen oder Magd, wie es damals hieß, zum Bauern
ganz weg von zu Hause. Eine berufliche Ausbildung war für Mädchen in diesen schweren Zeiten nicht möglich.

Eigentlich wollte ich gerne einen Bauern heiraten. Doch meine Mutter sagte: „Das wird nichts, mein Kind. Wir sind viel zu arm. Dich nimmt keiner.“ Als ich das hörte, wollte ich ab sofort nicht mehr für die Bauern arbeiten und machte mich 1951 auf den Weg nach Hamburg. Meine ältere Schwester war schon dort. Sie hat dafür gesorgt, dass ich Arbeit und Unterkunft bekam. Dort lernte ich meinen Mann kennen, den ich 1956 heiratete. Wir bekamen eine Tochter. Mein Mann war Feinmechaniker, und wir kamen über die Runden.

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Bilderbuch der Generationenwerkstatt

Betrag: Boike Jacobs

Fröhliches Miteinander im KörberHaus bei der 2. Generationenwerkstatt

Kennenlernen und Ziele erarbeiten

Die ersten Gruppen werden gebildet

Intensive Arbeit an allen sechs Tischen

Projekte werden vorgestellt

Dank an Annalena Jonetzko und Florian Grimme, die diese Generationenwerkstatt organisierten, und an alle Mentorinnen und Mentoren, die bei der Durchführung halfen

Fotos: Claudia Höhne

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Generationenwerkstatt

Beitrag: Thorsten Werner

Blick auf das Podium
Foto: Claudia Höhne

Zum zweiten Mal lud das KörberHaus zur ganztägigen Ideenschmiede ein als Auftakt für die Bergedorfer Generationenwerkstatt 2024. Das diesjährige Thema: „Ankommen – Integration und Teilhabe vor Ort stärken“. Im Anschluss an die Ideenschmiede unterstützt die Körber-Stiftung gemeinsam mit Kooperationspartnern die Teilnehmenden über ein Jahr bei der Umsetzung ihrer Projektideen.

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Veranstaltungen

Im Mittelpunkt der Mensch

Beitrag: Boike Jacobs

Schon beim Betreten wird man geradezu hineingezogen in die Ausstellung der Künstlerin Christiane Leptien, die derzeit im Bergedorfer Schloss zu sehen ist. „Kontakt“ hat sie sie genannt, und der wird von Anfang an hergestellt, denn der erste Blick fällt auf ein großes Bild mit einer leuchtend-gelben Hand. Und Hände spielen in vielen ihrer Bilder eine zentrale Rolle: quer über dem Gesicht, groß über dem Kopf, gefaltet unter dem Kinn, nahe dem eigenen oder dem fremden Körper. „Kontakt ist Verbindung, Bindung, Beziehung, Berührung, ein Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz. Hände berühren, halten, schützen, klammern, sprechen. Bilder werden visuelle Umarmungen“, schreibt Christiane Leptien dazu.

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Zwischen Hafen und Serrahn

Beitrag: Boike Jacobs

Ja, ich habe sie auch diesmal vermisst, die prächtigen Großsegler „Mir“, „Kruzenshtern“ und „Sedow“, jahrelang Schmuckstücke beim Hamburger Hafengeburtstag. Seit Beginn des Überfalls auf die Ukraine hat Russland seinen Viermastern die Teilnahme an dem Fest verboten. Zum ersten Mal war ich in diesem Jahr nicht bei der Einlaufparade dabei, sondern wollte sehen, wie es wohl bei der Auslaufparade zugeht. Das gleich vorab: Sie ist nicht annähernd so schön, viele Schiffe waren bereits am Tag zuvor wieder in See gestochen, und die kleineren Traditionsschiffe ruhten sich im Övelgönner Museumshafen von den Turbulenzen der Geburtstagsfeiern aus. Schade – und doch war diese halbtägige Hin- und Rückfahrt von Bergedorf aus keine Enttäuschung.

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Aus der Region, Veranstaltungen

N e u s t a r t

Beitrag: Sabine Ziesmer

Es ist Sonntag, der 28. April, als sich am Lichtwarktheater im KörberHaus eine große Anzahl vergnügter Menschen mit verschiedensten Getränken vor dem Schmidtchen versammelt. Um 17.00 Uhr wärmt die Nachmittagssonne noch kräftig und so drängt sich die Frage nach der Art der augenscheinlich bevorstehenden Veranstaltung auf. Heute wird der Kabarettist Florian Schroeder in Bergedorf erwartet und das Lichtwarktheater ist ausverkauft. Die Aufführung soll um 18.00 Uhr beginnen. Eine bemerkenswerte Tageszeit für diesen Anlass. Auch Florian Schroeder wird sich noch mit dem ihm eigenen Humor diesem Umstand widmen.

Foto: Website KörberHaus

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