Aus der Region, Damals war's, Veranstaltungen

Geträumt, gelebt, verwirklicht

Beitrag: Boike Jacobs

Beruf und Berufung – passt das immer zusammen? War das gleichermaßen möglich zwischen den Jahren 1950 und 2010? Oder kann ein aus Not gewählter Beruf später zur Berufung werden? Fragen, die offenbar alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer berührten, die am 10. Juni ins KörberHaus kamen zur Vorstellung des Buches „45 Berufe geträumt, gelebt, verwirklicht“. Durch eine Anzeige neugierig gemacht, bildeten vor einem Jahr fünf Frauen und vier Männer unter der Leitung von Pastorin Angelika Schmidt ein Team, das in oft vielstündigen Interviews die Berufsbiografien von Menschen aus Bergedorf erfragten. Dabei sei schnell klar geworden, „wie abhängig wir in unseren Möglichkeiten und Entscheidungen sind von dem, was zu dieser Zeit gerade gesellschaftlich und wirtschaftlich in unserem Land angesagt ist“, so Pastorin Schmidt.

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„Das kann meine Frau nicht“

Beitrag: Jürgen Sakuth

Auszug aus: Wozu bin ich berufen? „45 Berufe geträumt, gelebt, verwirklicht“

Die Gespräche mit Annelene, geboren 1934 habe ich, Jürgen Sakuth, per Telefon geführt. Je öfter wir telefonierten, desto mehr Details aus ihrem Leben fielen ihr ein.
Annelene erzählt:

Wir, fünf Schwestern und ein Bruder, wuchsen in einem Dorf in Dithmarschen alle im Krieg auf. Die Dorfschule wurde besucht, so gut es ging. Ostern 1940 wurde ich im Alter von fünf Jahren eingeschult. In der Grundschule hatte ich täglich zwei Stunden Unterricht. Ein ganzes Schuljahr fiel total aus, da die Klassenräume mit Flüchtlingen aus Kiel und Hamburg belegt waren.
Die vier besten Schüler, ein Junge und drei Mädchen, zu denen ich auch gehörte, kamen in die Kreisstadt Heide auf die Oberschule. Wir waren stolz, aber total überfordert, mussten ganz schnell wieder abbrechen.

Trotz der schweren Zeit im Krieg hatten wir eine relativ gute Kinderzeit. Wir hatten unsere Pflichten und unsere Freizeit. Im Dorf war schon eine Badeanstalt. Obwohl es keine Badeaufsicht gab, ist nie etwas Schlimmes passiert. Dort lernten alle das Schwimmen, man half sich gegenseitig.


Unsere Eltern hatten ein Haus mit Gemüse- und Obstgarten, zwei Kühe auf einem Stück Pachtland, zwei Schweine im Stall, Hühner, Kaninchen, Enten und drei Gänse. Wir waren sogenannte Selbstversorger. Im Wohnhaus auf dem Boden befand sich eine große Räucherkammer. Dort wurden im Winter für die Dorfbewohner alle Sorten Wurst, Speck und Schinken geräuchert. Es war schwere schmutzige Arbeit. Die Schinken waren riesig. Ob es sich finanziell gelohnt hat, kann ich nicht beurteilen.


Unsere Mutter war eine tüchtige Frau, konnte gut kochen, backen, nähen, säen und ernten. Obwohl sie ständig arbeitete, war sie doch immer ansprechbar für uns Kinder. Sie hat uns gut auf das Leben vorbereitet. Unser Vater kehrte irgendwann schwer traumatisiert aus dem Krieg zurück. Zeitweise arbeitete er als Verwalter auf einem Bauernhof, dessen Besitzer noch im Krieg war, später als Friedhofsverwalter. Der Vater verstarb früh.

Mit 13 Jahren bekam ich mein Abschlusszeugnis und das Thema Schule war durch. Ich ging als Dienstmädchen oder Magd, wie es damals hieß, zum Bauern
ganz weg von zu Hause. Eine berufliche Ausbildung war für Mädchen in diesen schweren Zeiten nicht möglich.

Eigentlich wollte ich gerne einen Bauern heiraten. Doch meine Mutter sagte: „Das wird nichts, mein Kind. Wir sind viel zu arm. Dich nimmt keiner.“ Als ich das hörte, wollte ich ab sofort nicht mehr für die Bauern arbeiten und machte mich 1951 auf den Weg nach Hamburg. Meine ältere Schwester war schon dort. Sie hat dafür gesorgt, dass ich Arbeit und Unterkunft bekam. Dort lernte ich meinen Mann kennen, den ich 1956 heiratete. Wir bekamen eine Tochter. Mein Mann war Feinmechaniker, und wir kamen über die Runden.

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Bilderbuch der Generationenwerkstatt

Betrag: Boike Jacobs

Fröhliches Miteinander im KörberHaus bei der 2. Generationenwerkstatt

Kennenlernen und Ziele erarbeiten

Die ersten Gruppen werden gebildet

Intensive Arbeit an allen sechs Tischen

Projekte werden vorgestellt

Dank an Annalena Jonetzko und Florian Grimme, die diese Generationenwerkstatt organisierten, und an alle Mentorinnen und Mentoren, die bei der Durchführung halfen

Fotos: Claudia Höhne

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Generationenwerkstatt

Beitrag: Thorsten Werner

Blick auf das Podium
Foto: Claudia Höhne

Zum zweiten Mal lud das KörberHaus zur ganztägigen Ideenschmiede ein als Auftakt für die Bergedorfer Generationenwerkstatt 2024. Das diesjährige Thema: „Ankommen – Integration und Teilhabe vor Ort stärken“. Im Anschluss an die Ideenschmiede unterstützt die Körber-Stiftung gemeinsam mit Kooperationspartnern die Teilnehmenden über ein Jahr bei der Umsetzung ihrer Projektideen.

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Veranstaltungen

Im Mittelpunkt der Mensch

Beitrag: Boike Jacobs

Schon beim Betreten wird man geradezu hineingezogen in die Ausstellung der Künstlerin Christiane Leptien, die derzeit im Bergedorfer Schloss zu sehen ist. „Kontakt“ hat sie sie genannt, und der wird von Anfang an hergestellt, denn der erste Blick fällt auf ein großes Bild mit einer leuchtend-gelben Hand. Und Hände spielen in vielen ihrer Bilder eine zentrale Rolle: quer über dem Gesicht, groß über dem Kopf, gefaltet unter dem Kinn, nahe dem eigenen oder dem fremden Körper. „Kontakt ist Verbindung, Bindung, Beziehung, Berührung, ein Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz. Hände berühren, halten, schützen, klammern, sprechen. Bilder werden visuelle Umarmungen“, schreibt Christiane Leptien dazu.

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Zwischen Hafen und Serrahn

Beitrag: Boike Jacobs

Ja, ich habe sie auch diesmal vermisst, die prächtigen Großsegler „Mir“, „Kruzenshtern“ und „Sedow“, jahrelang Schmuckstücke beim Hamburger Hafengeburtstag. Seit Beginn des Überfalls auf die Ukraine hat Russland seinen Viermastern die Teilnahme an dem Fest verboten. Zum ersten Mal war ich in diesem Jahr nicht bei der Einlaufparade dabei, sondern wollte sehen, wie es wohl bei der Auslaufparade zugeht. Das gleich vorab: Sie ist nicht annähernd so schön, viele Schiffe waren bereits am Tag zuvor wieder in See gestochen, und die kleineren Traditionsschiffe ruhten sich im Övelgönner Museumshafen von den Turbulenzen der Geburtstagsfeiern aus. Schade – und doch war diese halbtägige Hin- und Rückfahrt von Bergedorf aus keine Enttäuschung.

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N e u s t a r t

Beitrag: Sabine Ziesmer

Es ist Sonntag, der 28. April, als sich am Lichtwarktheater im KörberHaus eine große Anzahl vergnügter Menschen mit verschiedensten Getränken vor dem Schmidtchen versammelt. Um 17.00 Uhr wärmt die Nachmittagssonne noch kräftig und so drängt sich die Frage nach der Art der augenscheinlich bevorstehenden Veranstaltung auf. Heute wird der Kabarettist Florian Schroeder in Bergedorf erwartet und das Lichtwarktheater ist ausverkauft. Die Aufführung soll um 18.00 Uhr beginnen. Eine bemerkenswerte Tageszeit für diesen Anlass. Auch Florian Schroeder wird sich noch mit dem ihm eigenen Humor diesem Umstand widmen.

Foto: Website KörberHaus

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Veranstaltungen

Plattdeutschtag im KörberHaus

Beitrag: Jürgen Sakuth

Zum Plattdeutschtag am 20. April in Hamburg fanden auch einige Veranstaltungen im KörberHaus statt. Ich war bei zwei Höhepunkten dabei. Eigentlich hätte dieser Beitrag auch auf Plattdeutsch geschrieben werden sollen, aber leider kann ich Platt nur verstehen und nicht schreiben.

Der erste Höhepunkt war die gut besuchte Lesung von Ove Thomsen im Körber Saal. Er las aus seinem ersten Kinderbuch „Regen im Kopf“ (oder op Platt „Regen in’n Kopp“)

Das Thema ist nicht nur für Kinder interessant, sondern auch für Erwachsene. Ich denke, wir alle kennen das. Man will zu viel schaffen und macht sich selbst am meisten Druck. Wie meine Frau immer sagt, wenn ich mir zu viel vornehme: „Musst du schon wieder Haken setzen?“

Das Buch (Jumbo-Verlag) ist wunderschön und sehr empfehlenswert. Auch die Illustrationen von Melf Petersen sind phantastisch.

Ove Thomsen ist auch Liedermacher. Zwischen den Lesungen hat er eigene Lieder vorgetragen.

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„Kein Verkauf von Stadteigentum!“

Einfrucksvolle Forderung der Hafenarbeiter

Beitrag: Elisabeth Hartmann

Foto© Karin Desmarowitz

Der Platz war gut zu finden: Ein Konzert mit Trillerpfeifen, Sirenengeheul, Klatschen, Trommeln, Reden und Rufen wies mir den Weg durch Hafencity und Speicherstadt. An die Tausend Mann und Frau hatten sich am 21. Februar bei St. Annen versammelt, um gegen den Verkauf von großen Anteilen der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) an die Mediterranean Shipping Company (MSC), die weltweit größte Reederei, zu demonstrieren.

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