Der einsame kleine Elefant Winzig hätte sich sicher gefreut, dass so viele Kinder gekommen waren.
Eine kleine Buchauswahl
Zum bundesweiten Vorlesetag war es einmal andersherum. Nicht die Kinder hatten uns Leselernhelfern vorgelesen. Wir lasen stattdessen den Kindern selbst etwas vor. Dazu hatten wir in einen Extraraum der Bücherhalle im KörberHaus eingeladen.
Es kamen mehr Kinder als erwartet und die Stimmung war prächtig. Zur Leseunterstützung hatten wir auch tierische Helfer dabei. Die Handpuppen Leserabe, Schaf und Wolf machten das Ganze noch anschaulicher.
Handpuppen Wolf und Schaf
Eigentlich hatten wir mehrere Leseabschnitte mit unterschiedlichen Kindergruppen geplant, aber nach den Pausen kamen die gleichen Kinder immer wieder. Die meisten der anwesenden Kinder waren noch ziemlich klein, so dass die Aufmerksamkeit zwischendurch immer mal nachließ.
Trotzdem empfanden wir unsere Veranstaltung als vollen Erfolg. Das wollen wir im nächsten Jahr wiederholen.
Im November gedenken wir Bergedorferinnen und Bergedorfer wieder gemeinsam der Opfer des Nationalsozialismus. Bereits vor einem Jahr habe ich einen Beitrag über das Gedenken und die Frage nach den Menschen, derer wir gedenken, in den Blog gestellt. Diese Frage treibt mich immer noch um. Durch den Besuch der Ausstellung „Rechte Gewalt in Hamburg von 1945 bis heute“ im KörberHaus wurde mein Fokus auf das gelenkt, was rechte Gewalt ausmachte und immer noch ausmacht. Rechtsextreme Überzeugungen, die Relativierung des Holocausts und antisemitische Positionen werden häufiger offen geäußert. Menschen mit Migrationsgeschichte erleben in ihrem Alltag viele Vorurteile und Ausgrenzungen, zunehmend auch Gewalt. In Bergedorf und dem „Drumrum“, wie es die „OMAS GEGEN RECHTS“ so treffend umschreiben, ist es ebenfalls Teil unseres gesellschaftlichen Diskurses geworden. Wahrscheinlich war es aber auch nie ganz weg, dieses verbindende Gefühl, rechte Weltanschauung zu vertreten.
Als ich am Montag zur Eröffnung der Ausstellung kam, war ich über den Ansturm zunächst erstaunt, dann aber vor allem begeistert, dass ein so großes Interesse bestand. Neben den vielen älteren Menschen konnte ich auch Jugendliche ausmachen, die in Gruppen beieinander standen und interessiert den Vorträgen der verschiedenen Unterstützer lauschten. Die „OMAS GEGEN RECHTS“ legten eine beeindruckende musikalische Performance hin, die die Kraft des Wortes und einer eindeutigen Haltung schwungvoll begleitete. In drei Räumen erfahren Besucher und Besucherinnen in Bild und Text schockierende Berichte über Menschen, die in Hamburg Opfer rechter Gewalt wurden. Schulklassen haben sich bereits für den Besuch der Ausstellung angemeldet. Engagierte Lehrerinnen und Lehrer können aus dem großen Angebot entsprechende Teilbereiche auswählen.
Im Rahmen der Wochen des Gedenkens werden aber auch Rundgänge angeboten, zum Beispiel auf dem Friedhof oder entlang der Stolpersteine, Konzerte gegeben, Filme gezeigt und Gottesdienste abgehalten. Im Mittelpunkt steht immer das Leitmotiv „Nie wieder ist jetzt“. Alle Angebote dienen dem Innehalten und Gedenken und helfen beim Erkennen und Benennen von Hetze und Lüge. Der „bedauerliche Einzelfall“ ist zum Alltag vieler Menschen geworden, die sich vermeintlich von der Masse unterscheiden. Die Gleichwertigkeit aller Menschen ist nicht nur wesentlicher Bestandteil unserer Verfassung, es muss auch ein erklärtes Ziel von uns allen sein, Verantwortung zu übernehmen und eigenes alltägliches Handeln immer wieder zu überprüfen. Das ist eine große Aufgabe, der sich die Initiatoren der Wochen des Gedenkens gestellt haben.
Als ich gegen 19.00 Uhr die Treppen zum Eingangsbereich des KörberHauses hinabstieg, konnte ich auf allen Ebenen junge Leute unterschiedlichster Herkunft und Sprache beobachten, die in Kleingruppen am Tablet oder mit Schulbüchern in die unterschiedlichsten Themen vertieft waren. Immer wenn ich hier sein kann, fallen mir diese fröhlich lernenden Jugendlichen auf. Das KörberHaus bietet ihnen einen Ort, an dem sie lernen, diskutieren, lachen und zusammenkommen dürfen. Das ist gelebtes Miteinander, Akzeptanz auf Augenhöhe und ein Stück Heimat. Diese Momente lassen mich hoffen.
Fotos aus dem Katalog zur Ausstellung „Rechte Gewalt in Hamburg: von 1945 bis heute“, KZ Gedenkstätte Neuengamme.
„Wie können noch mehr Menschen dazu bewegt werden, die vielfältigen Hamburger Theater zu besuchen“
Dies war ein Thema am Freitag beim Besuch der Intendantin des Ernst-Deutsch Theaters Isabella Vértes-Schütter im KörberHaus. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Reihe „Altersbilder“ statt. Ich kann den Besuch dieser Gespräche nur empfehlen.
Dies war aber nur die Einleitung zu meinem eigentlichen Thema, denn am nächsten Tag waren wir im Theater und erlebten, wie Menschen wie wir, die Bus und Bahn benutzen, davon abgehalten werden.
Wir erlebten im Altonaer Theater „Der Club der toten Dichter“. Ein schöner Theaterabend. Die Vorstellung war nahezu ausverkauft und die Schauspieler wurden zu Recht mit stehenden Ovationen gefeiert.
Aber nach unserer Rückkehr hatten wir lange darüber gesprochen, ob wir so etwas noch einmal machen. Unsere Bahn fuhr nur bis zum Berliner Tor. Dort mussten wir in den Schienen-Ersatz-Verkehr umsteigen. Das lässt sich manchmal nicht vermeiden und war lange angekündigt. Trotzdem in dieser Form ärgerlich. Als wir von der Bahn in den Bus umsteigen wollten, sahen wir den abfahrenden Bus, der nur zu einem Drittel voll war. Viele winkten und riefen, um den Bus noch zu stoppen, vergeblich. Daneben stand die ganze Zeit ein vollbesetzter Dienstwagen mit laufendem Motor und der Aufschrift „Verkehrslenkung“, ohne einzugreifen.
Der irgendwann folgende Bus war dann natürlich übervoll. Als wir Billwerder-Moorfleet wieder in den Zug umsteigen wollten, stand dort schon eine Bahn. Ich sagte noch zu meiner Frau „Diesmal haben wir aber Glück“. Aber in dem Moment, in dem die Bus-Gäste ausstiegen, fuhr die Bahn ab.
Neben den Problemen der fehlenden Anschlussmöglichkeiten hatten wir in jedem Bahnabschnitt heruntergekommene jugendliche Bettler im Zug, aber das nur nebenbei.
Mich interessiert wie andere Bergedorfer das sehen. Fahren Sie abends noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln in andere Hamburger Stadtteile? Nutzen Sie nur noch den privaten PKW, falls vorhanden? Oder nur noch Taxis? Oder besuchen Sie keine Theater, Kinos oder Konzerte am Abend mehr, wenn Sie auf Bus und Bahn angewiesen sind?
„Was der Mensch sät, das wird er ernten“, so steht es bereits in der Bibel. Wir schenken der Arbeit von Bauern und Bäuerinnen nicht mehr die Beachtung, die sie früher einmal fand und die ihnen angesichts ihrer Bedeutung auch zusteht. Die Erzeugung unserer Grundnahrungsmittel ist in unserer Gesellschaft ein großes Mysterium. Wir kaufen unsere Lebensmittel in üppig gefüllten, hell ausgeleuchteten Supermärkten. Dass der Apfel aus Südafrika kommt, wenn bei uns die ersten Blüten an den Bäumen sichtbar werden, fällt uns bisweilen gar nicht auf. Erdbeeren im Dezember sind so normal wie Kartoffeln aus Ägypten. Aber auch hier hat der Mensch gesät und die Ernte eingebracht. Es stünde uns gut zu Gesicht, wenn wir darauf mit Dankbarkeit blickten.
Aus dieser Perspektive schaut man ganz anders auf das Erntedankfest, das bereits in der Antike gefeiert wurde. Es dient nicht nur der Freude, mit anderen Menschen die Fülle des Lebens zu bestaunen, es ist auch ein Innehalten in unserer schnellen und unübersichtlichen Welt.
Der große Festumzug, der an jedem ersten Sonntag im Oktober in Kirchwerder stattfindet und zu den bedeutendsten Ernteumzügen deutschlandweit zählt, bietet dazu Anlass. Seit annähernd 50 Jahren engagiert sich die bäuerliche Gemeinschaft aus den Vier- und Marschlanden, unterstützt von Vereinen, Handwerksbetrieben und verschiedensten Gruppen, für dieses Fest. 30 herbstlich geschmückte Wagen und noch einmal so viele Spielmannszüge, Pferdegespanne, Trachtengruppen, Sportvereine und Kindertagesstätten ziehen vorbei an mehreren zehntausend begeisterten Zuschauern und Zuschauerinnen Richtung Zollenspieker. Ein Fest für die Sinne, angesichts der Farbenpracht, für die Kinder, deren Beutel sich mit bunten Bonbons füllen und für alle Beteiligten aus dieser Region. Sie fühlen sich in ihrer Arbeit gesehen und geschätzt. Ich mag die großen Erntekronen sehr, deren vier Streben für Hoffnung, Glaube, Dank und Fürsorge stehen. Darauf sollte man sich nicht nur zum Erntedankfest besinnen.
Am Zollenspieker findet ein kleiner Landmarkt statt, auf dessen Bühne neben den Ernteköniginnen auch der Hamburger Bürgermeister lobende Worte für das gelungene Fest findet und Musik und Kuchen von den Landfrauen für eine fröhliche Atmosphäre sorgen. Am Deich stehen die geschmückten Fahrzeuge, Menschen lachen miteinander, Kinder tauschen ihre Naschereien, die sie entlang des Umzuges einsammeln konnten und die Sonne taucht alles in herbstliches Licht.
Danke für diese Fülle an Fröhlichkeit und Vielfalt.
Schöner könnte sich Hamburg an diesem Freitagabend nicht präsentieren. Ein Flirren und Summen hängt in der lauen Sommerluft. Von allen Seiten strömen Menschen zum Rathausplatz in Hamburg. Unter freiem Himmel wird Chefdirigent Kent Nagano die Hamburger Opernliebhaber mit einem besonderen Geschenk überraschen, der Kantate „Carmina Burana“ von Carl Orff. Auf 3000 eigens für diesen Anlass aufgestellten Stühlen freuen sich Zuschauer aller Altersgruppen auf dieses gemeinsame Erlebnis.
Man kann den Moment magisch nennen, als Kent Nagano den Taktstock hebt, um den Streichern das Summen eines Bienenschwarms zu entlocken. Das Stück trägt den Namen „Wenn Bach Bienen gezüchtet hätte…“ und fängt die Stimmung des Abends wunderbar ein, der auf eine unerwartet stille Art Harmonie und Verbundenheit weiterträgt. Wie in einer blauen Wabe entwickeln sich die einzigartigen Klänge des Philharmonischen Orchesters und finden Widerhall in den Stimmen des Chores der Hamburger Staatsoper und des Hamburger Knabenchors. Auch das ehrwürdige Hamburger Rathaus und die umliegenden Fleete erstrahlen in diesem Blau.
(Anmerkung: die Veranstaltung ist barrierefrei, kostenlos und sehr gut organisiert)
Umwerfend. Einzigartig. Wunderschön. Sprachlos stehe ich vor den rund 30 Arbeiten von Kathleen Ryan, die zur Zeit in der Hamburger Kunsthalle zu sehen sind. Besonders beeindrucken mich ihre übergroßen Früchte, Zitronen, Aprikosen, Kirschen, Melonen, voller Schimmel und Fäulnis. Und gerade diesen Prozess hat Kathleen Ryan durch Hunderte von farbigen Halbedelsteinen akribisch nachgebildet. Was ursprünglich abstoßend ist, erfährt auf diese Weise eine neue Schönheit, aus dem Glatten, Unberührten wird Bewegtes, Vielfarbiges.
Was ist eigentlich der Zugabe-Preis des KörberHauses genau? Wir sitzen in unserer monatlichen Sitzung von „bergedorf.blog“ und sprechen über mögliche Themen und anstehende Veranstaltungen. Ich bin ja immer noch ein Neuling im Kreise der versierten Schreiber und Schreiberinnen. Also frage ich mich zuerst einmal durch. Eigentlich möchte ich gern die Veranstaltung „Der Zugabe-Preis 24“ besuchen, angemeldet hatte ich mich bereits. Was liegt näher als auch darüber zu schreiben. Nun fühle ich mich doch etwas gestresst. Ich weiß eigentlich wenig über den Preis. Zu wenig, um darüber zu schreiben. „Geh einfach hin, lasse es auf dich wirken und entscheide dann, was du aus deinen Eindrücken machst.“ Ich freue mich über die Gelassenheit meiner Kollegin und auf die anstehende Veranstaltung.
Gustav Peter Wöhler Band
Seit 2019 werden jährlich in einer festlichen Gala „Gründerinnen und Gründer 60 plus“ wegen ihres besonderen gesellschaftlichen Engagements geehrt. Jeder Platz im Lichtwark Theater ist besetzt. Es herrscht eine fröhlich gespannte Atmosphäre. Man kennt einander, wenn nicht, kommt man trotzdem ins Gespräch. Fast alle wohnen dieser Verleihung nicht zum ersten Mal bei. Ich freue mich auf Gustav Peter Wöhler, dessen Musik die Feierlichkeiten flankieren wird. Durch den Abend führt die charmante NDR-Moderatorin Inka Schneider.
„Was geht up mann?“, schreibt Klara (Name geändert) an ihre Freundin. So einfach kann ein erster Satz sein, über den sich die Literaten so viele Gedanken machen.
Ich darf als Leselernhelfer mit „meiner“ dritten Schulklasse an einem Workshop mit der Kinderbuchillustratorin Antje von Stemm teilnehmen.
Zunächst geht es um das fast vergessene Briefeschreiben und verschiedene Briefformen. Nach einer kurzen Anleitung schreiben und basteln die Kinder eigene Briefe.
Danke für diesen schönen Beitrag, liebe Elisabeth. Vielleicht gelingt uns Geschwistern beim Familientreffen auch so ein Haiku. Fröhliche Weihnachten!