Beitrag: Jürgen Sakuth

Popcorn stand schon auf den Tischen. Dazu ein leckerer Sommersalat. Am Montagabend war es wieder so weit. Filmauswahl für das kommende Quartal.
Wir sind Ehrenamtliche vom Filmring-Reinbek. Vorher hatte jeder Filmring-Teamer je drei Vorschläge eingereicht. Dazu kamen die Zuschauerwünsche. 38 Filme für drei Filmabende standen zur Auswahl.
Der gemeinsame Abend begann aber mit einem überraschenden Anruf vom Augustinum Aumühle. „Wo bleibt ihr denn? Wir hatten doch vereinbart, dass ihr bei uns Maria Callas zeigt.“ Zu diesem Termin gab es bei uns eine abweichende Erinnerung. Trotzdem fuhr ein Filmring-Teammitglied sofort nach Aumühle, um den Film dort vorzuführen.
Weiter zur Filmauswahl für das Sachsenwald-Forum. Zunächst wurden die Filme aussortiert, die nicht unseren Kriterien entsprechen: Gesamtlänge höchstens zwei Stunden, FSK-Altersbegrenzung nicht höher als 12 Jahre und zum Zeitpunkt unserer Vorführung noch kein DVD-Verkauf bzw. Streaming. Jetzt blieben noch 30 Film übrig, deren Trailer wir uns gemeinsam ansehen wollten. In diesem Quartal waren viele Filme so gut, dass uns die Auswahl sehr schwer fiel. Wir sind im Moment 16 Mitglieder im Filmring. Natürlich treffen hier unterschiedliche Meinungen aufeinander, aber eine einvernehmliche Einigung gab es bisher immer. Ich erinnere mich an folgende Aussagen an diesem Abend:
„Charly Hübner geht immer“
„Adams Acht spielt in unserer Region in Ratzeburg, der Film ist eigentlich gesetzt“
„Jede gute Komödie enthält auch einen Schuss Tragik.“
„Die Eberhofer-Krimis sind eine Klasse für sich.“
„Nicht schon wieder eine romantische Komödie mit schönen Bildern aus Italien.“
Wir verstehen uns als Programmkino. Die Hollywood-Blockbuster überlassen wir anderen. Unsere Filme sind meistens etwas abseits vom Mainstream. Trotzdem freuen wir uns über einen vollen Kinosaal wie bei unseren jüngsten Erfolgen Amrum und Extrawurst. Diese Filme zeigen, dass sowohl Drama als auch Komödie gut laufen.
Nachdem wir alle Trailer angesehen hatten, ging es an die Abstimmung. Jeder Anwesende kann drei Filme für das Quartal vorschlagen. Nach der Wahl waren drei Filme eindeutig vorne. Die in der Überschrift Genannten waren schon nicht mehr dabei.
Dann fiel jemand auf, dass wir nur deutsche Filme ausgewählt hatten. Das widersprach unserem Anspruch, den Zuschauern ein abwechslungsreiches, internationales Programm zu bieten. Ein deutscher Film sollte wieder herausfallen. Aber welchen internationalen Film nehmen? Die französischen Komödien, die sonst immer gut ankommen, fanden diesmal keine allgemeine Zustimmung. Mit Dokumentationen haben wir gemischte Erfahrungen gemacht. Auf der einen Seite gibt es davon sehr viele im Fernsehen. Auf der anderen Seite wirken die Naturaufnahmen auf unserer Leinwand ganz anders. Wir denken auch, dass unsere Zuschauer in erster Linie durch gute Geschichten unterhalten werden möchten.

Wenn wir uns nicht einigen können, greifen wir auch auf professionelle Filmkritiken zurück. In der Regel verlassen wir uns aber auf unser Bauchgefühl nach Ansicht der Trailer.
Schließlich einigten wir uns auf eine spanische Tragik-Komödie als dritten Film.
Zum Abschied waren wir uns alle einig. Das war trotz der langen Diskussionen ein sehr schöner Abend.