Beitrag: Thorsten Werner

Beim Aufräumen entdeckte ich ein Buch aus meiner Kindheit „Die schönsten Seefahrergeschichten“. Neugierig blätterte ich in dem Buch, las von Francis Drake und seiner Weltumsegelung. Die Golden Hind ist etwa genau so lang wie die Sea Explorer von Boris Hermann.
Drake hatte Besatzung, 18 Kanonen und Proviant in so einem kleinen Schiff untergebracht. Wie war es bei seiner Weltumsegelung? Ich träumte:
„Francis Drakes Weltumsegelung – Der Piratenkapitän wird Ritter“
Die Reise der Pelican (später Golden Hind), das Herz der Flotte, sollte fast drei Jahre dauern und die geopolitischen Karten Europas neu schreiben.
Am 13. Dezember 1577 stach Francis Drake mit einer Flotte von fünf Schiffen – darunter sein Flagschiff, die Pelican – aus dem Hafen von Plymouth in See. Der Auftrag von Königin Elisabeth I. war ein staatliches Geheimnis: Nicht nur die Welt sollte umsegelt werden, sondern vor allem sollten die spanischen Goldschiffe im Pazifik geplündert werden, wo die Küsten Perus und Chiles kaum verteidigt wurden.
Das Flagschiff war Drakes ganzer Stolz und sein Überlebensgarant. Es war zwar klein im Vergleich zu spanischen Kriegsgaleonen, aber schnell, wendig und robust für die gewaltigen Ozeane.
I. Verrat und Disziplin (Dezember 1577 – August 1578)
Die Reise begann mit einem schweren Sturm, der die Flotte zur Reparatur nach Falmouth zwang, bevor sie Kurs auf Afrika nahm. Die erste Etappe diente der Auffüllung der Vorräte durch kleinere Kaperfahrten vor den Kapverdischen Inseln. Doch das größte Problem lauerte an Bord: Thomas Doughty, einer der Hauptorganisatoren, wurde des Verrats und der Meuterei angeklagt und in Patagonien hingerichtet.
II. Schrecken der Meerenge (September – Oktober 1578)
Mit nur noch drei Schiffen begann Drake die gefürchtete Passage. Die Flotte geriet südlich der Meerenge in einen der schlimmsten Stürme.
III. Rausch im Pazifik (Dezember 1578 – März 1579)
Der Pazifik war für Spanien unverteidigt. Die Golden Hind nutzte diesen Vorteil skrupellos aus und plünderte Städte und Schiffe. Insgesamt wurde der Wert auf über 400.000 Pfund Sterling geschätzt.
IV. Flucht und Neue Welt (April – Juni 1579)
Um den spanischen Verfolgern zu entkommen, suchte Drake vergeblich nach der Nordwest-Passage, bevor er sich zur Überquerung des Pazifiks entschloss. Die Golden Hind hatte genug Proviant, um den größten Ozean der Erde zu überqueren.
V. Durch die Tropen (Juli 1579 – September 1580)
Die Reise führte über den Pazifik zu den Molukken, wo die Golden Hind mit Gewürzen beladen wurde, und dann um Afrika herum. Aber das Schiff lief auf ein Korallenriff, die Mannschaft warf u.a. Kanonen von Bord, und es gelang, das Schiff wieder freizuschleppen und zu reparieren. So konnte Drake das Kap der Guten Hoffnung umrunden und den Atlantik einfahren.
VI. Rückkehr und Ruhm (September 1580 – 1668)
Nach fast drei Jahren erreichte die Golden Hind die Heimat. Königin Elisabeth I. schlug Francis Drake zum Ritter, und so hieß er von nun an Sir Francis Drake. Der Pirat wurde zum Nationalhelden. Die Weltumsegelung war vollbracht.
Die Golden Hind als nationales Denkmal
Nach der triumphalen Rückkehr wurde die Golden Hind nie wieder auf eine lange Reise geschickt. Ihr Wert als Symbol der englischen Seemacht und des Triumphs über Spanien war weitaus größer als ihr Nutzen als Kriegsschiff. Sie wurde erst als Museumsschiff genutzt, war aber schon einige Jahrzehnte später in einem beklagenswerten Zustand und wurde 1668 abgewrackt. Statt dessen gibt es mehrere Nachbauten. Einer davon ist auf dem Foto zu sehen.
Fotos: pixabay. Dieser Artikel wurde teilweise mit Hilfe von KI erstellt.