Geschichten und Gedichte

Sicherer Indikator für das Altsein

Von wegen, man ist so alt wie man sich fühlt

Beitrag: Elisabeth Hartmann

Woran merkt man eigentlich, dass man alt wird oder ist? An fehlenden Zähnen, grauen Haaren, knackenden Hüften oder knirschendem Knie? Zu- oder Abnahme von Hobbys? Dass man sich häufiger langweilt, weil man alles schon weiß? Dass man freiwillig früher ins Bett geht und eher aufsteht? Oder sich ein E-Fahrrad kauft?

Nein, nein – all das kann schon in jungen Jahren passieren. Aber, wenn Dinge aus der eigenen Lebensumgebung im Museum gelandet sind, dann ist man alt!

So habe ich Sense, Egge und Pflug im Volksdorfer Freilichtmuseum gesehen. Unsere Nachbarn auf dem Dorf bearbeiteten damit in den 1950er Jahren ihren Acker.

Die erste Schulbank, die ich gedrückt habe, steht im Schulmuseum in St. Pauli. Eine Schiefertafel mit Griffel und Loch für ein Schwämmchen gibt es dort auch. Natürlich auch das Lehrerpult.

Und Teedosen, die ich mir in den 1960iger Jahren bei Tee-Maass am Jungferstieg Ecke Alsterarkaden gekauft habe und heute noch benutze, sind schon seit ein paar Jahren im Museum für Kunst und Gewerbe ausgestellt.

Teedosen von Tee-Maass, ca. 1965

In der grünen Dose ist japanischer Grüntee, in der roten Südafrikanischer Roibusch und in der schwarzen russischer Rauchtee. Der Tee hält sich, denn die Dose hat einen doppelten Deckel.

Ich spreche hier nur von Hamburger Museen, wer weiß, was irgendwo noch alles zum Ausstellungstück für heutige Generationen geworden ist.

Vielleicht, liebe Leserin und lieber Leser, können Sie uns auch ein Foto schicken von einem Gegenstand ihrer Jugendzeit, der längst irgendwo als Zeugnis früherer Zeiten im Museum steht. Natürlich geht das nur, wenn sie alt sind. Na, dann gucken Sie mal nach!

Text und Foto: Elisabeth Hartmann

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