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Kurt A. Körber als Kunstmäzen

Beitrag: Boike Jacobs

Am 15. Dezember wurde sie in der Hamburger Kunsthalle endlich eröffnet, die schon lange mit großer Spannung erwartete Ausstellung mit 60 Bildern von Caspar David Friedrich (1774 -1840). Anlass ist dessen 250. Geburtstag im kommenden Jahr, und gezeigt wird die umfangreiche Werkschau bis zum 1. April 2024.

Seit vielen Jahren sind die großformatigen Werke des Malers der Romantik Anziehungspunkte und beliebte Postkartenmotive und schlagen die Betrachter zunehmend in ihren Bann. In einer Zeit, in der wir uns immer weiter von der Natur entfernen, scheinen sie Werke wie der Blick in eine noch heile Welt. Aber Caspar David Friedrich zeigte schon damals die Sehnsucht nach Verlorenem und die Sorge vor einer ungewissen Zukunft.

Das gilt besonders für das mittlerweile weltbekannte Bild „Der Wanderer über dem Nebelmeer“, scherzhaft die „Mona Lisa der Hamburger Kunsthalle“ genannt. Aber war die Kunsthalle schon immer so stolz auf dieses Meisterwerk?

Caspar David Friedrich: „Der Wanderer über dem Nebelmeer“

Kaum zu glauben, aber als es der Kunsthalle im Jahre 1970 angeboten wurde, musste der damalige Kunsthallendirektor Werner Hofmann gegen starken Widerstand kämpfen, weil die Vertreter der „Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Kunstsammlungen“ eher abschätzig auf Bilder der Romantik sahen. Caspar David Friedrichs Werk erschien ihnen als ebenso unmodern wie teuer – 600.000 DM verlangte das Stuttgarter Kunsthaus Bühler dafür. Aus heutiger Sicht ein Spottpreis, denn es ist mittlerweile ein Vielfaches wert.

Und hier kommt Kurt A. Körber als großer Kunstmäzen ins Spiel. Er erkannte sofort den wahren Wert dieses Meisterwerkes und kaufte es für die Kunsthalle. Jahre später erwarb die Stiftung es dann von ihm – andere Meisterwerke Caspar David Friedrichs folgten, wie die großformatigen Bilder „Das Eismeer“ und „Der Mönch am Meer“. Mit untrüglichem Kunstsinn sponserte Kurt A. Körber noch weitere wichtige Bilder für die Hamburger Kunsthalle, wie etwa Max Liebermanns „Am Strand von Noordwijk“. Und bis heute arbeiten die Kunsthalle und die Körber-Stiftung eng zusammen.

Interessant und amüsant ist, dass bei dieser Ausstellung auch Bilder gezeigt werden, die das Thema „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ aufnehmen und in die Moderne übertragen.

Ich werde sie mir jedenfalls so bald wie möglich ansehen. Die Kunsthalle ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet, sonntags sogar bis 21 Uhr. Allerdings muss ich wohl Geduld haben, denn 50.000 Tickets wurden bereits im voraus verkauft.

Fotos: pixabay

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