Im Stall bei Esel, Ochs und Rind zur Nacht geboren ward das Kind. Und wieder still wie ehedem der Stern leucht‘ über Bethlehem. Gott in der Höh sei Preis und Ehr, und Fried den Menschen weit umher.
Gevatter, schlachte du ein Schwein, back Honigbrot, fahr auf den Wein und heiz die Stuben nach Gebühr, dass uns das Kindlein ja nicht frier! Wir feierns mit bei Trunk und Schmaus: Die Glock schlägt zwölf — das Jahr ist aus.
Wenn ich mit meiner kleinen Lerngruppe am Mittag zusammenkomme, werden zuerst einmal alle anfallenden Fragen, Tagesereignisse und Probleme erörtert, die die kleinen Kinderseelen so beschäftigen. Nicht selten werden auch ganz persönliche Fragen gestellt, die im Elternhaus nicht beantworten werden können.
Überall erstrahlt die Adventszeit in hellem Licht. Die Geschäfte sind auf das Weihnachtsgeschäft eingestellt, und auch die Klassen der Grundschule sind festlich geschmückt. Ich kenne das aus meiner Zeit als Klassenlehrerin. Es war immer die schönste und intensivste Zeit des Jahres. Nun sitzen mir acht Kinder aus sechs verschiedenen Ländern gegenüber, die überwiegend muslimischen Glaubens sind. Ich habe von ihnen bereits viel über das Opferfest, das islamische Neujahr oder Ramadan mit dem Zuckerfest erfahren. Nun bemerke ich, dass einigen Kindern etwas auf dem Herzen liegt: Was weiß ich über das Christentum und Weihnachten? Was kann ich auch mitmachen? Wie erkläre ich das meiner Familie?
Was ist für die meisten Jugendlichen der Lieblingsplatz in Bergedorf und Lohbrügge? Im Rahmen des Workshops „Generationenwerkstatt“ des KörberHauses fiel die Antwort eindeutig aus: das Gym. Wie bitte? Ja, gemeint ist das Fire Gym im Rudorffweg 25, das viel mehr ist als die Mucki-Buden, wie sie mir bisher bekannt waren. Auch mein 20-jähriger Nachbar Ibrahim trainiert dort mehrmals in der Woche. Ermutigt dazu wurde er durch einen Text auf der Website vom Fire Gym: „Fortschritt beginnt mit dem ersten Schritt. Und manchmal ist der schwerste … der zur Studiotür. Aber hey – wenn du erstmal da bist, läuft’s. Versuche es doch mal mit einem unserer vielen Kurse. Manchmal hilft es, in der Gruppe zu schwitzen und einen festen Termin zu haben, um sich aus dem Haus zu bewegen.“ Diese Kurse nehmen besonders viele Mädchen und junge Frauen wahr.
Pastor Andreas Baldenius in action: mit Konfirmand und Konfi-Team bei der „Konfirmation im Garten“ unter Corona-Bedingungen
Es geht um Visionen, die Andreas Baldenius sich erfüllen möchte, wenn er am 1. März in den vorzeitigen Ruhestand tritt und sich nach Limburg an der Lahn verabschiedet. Dort will der gerade bei Jugendlichen so beliebte Seelsorger nach 21 Jahren als Pastor von St. Petri und Pauli seinen Beruf zwar noch gelegentlich ausüben, aber gleichzeitig zu neuen Ufern aufbrechen. Denn es geht nicht nur um seine eigenen Visionen, er wird in Zukunft vor allem als ausgebildeter Mentor für Visionssuche arbeiten.
Aber haben nicht fast alle Menschen ohnehin Visionen? Die Schule beenden, den Führerschein machen, in die Lehre oder an die Uni gehen, Ausbildung oder Studium abschließen, schnell einen möglichst gut bezahlten Arbeitsplatz finden, die Karriereleiter hochklettern. Und dann natürlich heiraten, Kinder bekommen, ein Haus bauen. Lauter Ziele, erreichbar und messbar, die schon früh ins Auge gefasst werden. Wie kommt es, dass junge wie ältere Menschen plötzlich einen Burn-out bekommen, aus vorgezeichneten Bahnen ausbrechen, oft krank werden? Alles scheint doch wunderbar zu laufen.
Diesen Titel trug eine Performance mit anschießender Podiums-Diskussion im KörberHaus. Im Vorwege versuchte ich mir einen Reim auf diese Ankündigung zu machen. Gäste kommen mit und ohne Einladung, bereichern das Beisammensein mal mehr, mal weniger und gehen dann irgendwann auch wieder. Was aber sind nun „Steinerne Gäste“?
Der Theatermacher und Performer Oliver Zahn stellte das Entfernen öffentlicher Denkmäler und deren Auswirkungen für die Gesellschaft in den Mittelpunkt der Darbietung. Er stand fast unsichtbar am Rand der Bühne inmitten aufsteigender Rauchschwaden und berichtete von gestürzten Statuen in stürzenden Gesellschaften. Im Mittelpunkt stand ein vereinsamter Sockel stellvertretend für alle vergessenen Statuen und Denkmäler auf abgelegenen Friedhöfen, vergessenen Schlachtfeldern und als stete Mahnung mitten unter uns. Diese Gäste kennen wir alle. Manche sind gekommen, um zu bleiben, andere sind einfach verschwunden.
Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel. Als direkter Anwohner am "Konzertsaal" Kirchwerder Wiesen werde ich das kostenlose Froschkonzert zukünftig etwas…