Geschichten und Gedichte

Weltweit

Beitrag: Helmut Marquardt

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Herr und Frau F. aus Altenahr
waren ein gut betuchtes Ehepaar.
Weil sie konnten es sich leisten,
taten sie meist eines nur, sie reisten.
Beinah schon um die ganze Welt,
es mangelte ihnen ja nicht an Geld.
Von dieser Reise sie noch träumten,
weil sie die bisher versäumten.
Eine Kreuzfahrt auf der Hurtigruten,
wollten sie sich noch zumuten.
Zum Nordkap sollt‘ die Reise geh’n,
denn das hatten sie noch nicht geseh’n.
In Hamburg dann, ganz unbefangen,
sind die beiden hier an Bord gegangen.
Wenig später hieß es Leinen los,
ihre Erwartungen waren groß.
Entlang an Bergen und an Fjorden
gings ab Richtung Kap im Norden.
Es kam die Zeit, sich zu bequemen,
im Salon die Speisen einzunehmen.
Daraufhin begannen die beiden,
sich dementsprechend einzukleiden
und ihre Garderobe bitte sehr
gab doch wirklich schon was her.
Das Buffet war reich und haltig
und die Auswahl ganz gewaltig.
Frau F., ihr Name war Beate,
probierte zunächst mal die Salate.
Danach die Suppe mit der Zwiebel,
das Rezept, das stand schon in der Bibel.
Dazu vier leckre Taubenbrüstchen,
gehüllt in leckre Mandelkrüstchen.
Alwin, ihr Gatte, das Buffet erstürmt,
Fleisch sich auf seinem Teller türmt.
Dann, er konnt’s einfach nicht lassen,
als würd‘ er irgendwas verpassen,
kamen noch hinzu, statt nacheinander,
drei Filets vom leckren Zander.
Derweil ist hier im hohen Norden,
die See etwas rauher schon geworden.

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Weil sie bisher war kaum bewegt,
jetzt aber hohe Wellen schlägt,
ist Alwin doch so ziemlich platt,
daß so eine See auch Seegang hat.
Ein Sturm bricht los, es wogt die See,
das Schiff es rollt von Luv nach Lee.
Und auf Grund dieser Beschwerden,
die beiden so richtig seekrank werden.
Diese Umstände auch dazu führen,
dass im Magen sie Bewegung spüren.
Tatsächlich dauert es dann auch nicht lang
Alwin’s Speise nimmt den Rückwärtsgang.
Auch bei Beate, seinem treuen Weibe
grummelt es laut in ihrem Leibe.
Die Brüstchen mit den Krüstchen und die Suppe
drängen aufwärts jetzt und zwar in Gruppe.
Eben gemeinsam noch bei Tische,
füttern sie gemeinsam jetzt die Fische.
Nachdem nun hat die Speise
auf diesem Weg beendet ihre Reise,
zu zweit sie an der Reling stehen
und ganz erbärmlich hier aussehen.
Grün im Gesicht sind jetzt die Beiden,
aus ihren Augen spricht das Leiden.
Die Verdauung, welche arg geschunden,
in ihrer Kabine lassen sie gesunden.
Um dann nach dreien bis vier Tagen,
sich wieder an die frische Luft zu wagen.
Weil sie wollten nicht noch mal erleben,
was ihnen wiederfuhr hier gerade eben,
entschieden zusammen dann die Beiden,
um wirklich auszuschließen jene Leiden
und weil sie ja sehr gut bei Kasse
zu nehmen den Rückflug 1. Klasse.
Weil auf dem Flug sie auch der Hunger quält,
ist das Ende der Geschichte schnell erzählt.
Das Leid auf See ist längst vergessen,
sie haben sich so richtig satt gegessen.
Daraufhin gerät der Flieger in schwere Turbulenzen,
was dann geschieht, muss ich hier nicht mehr ergänzen.

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