Aus der Region, Veranstaltungen

Komm rechts in die Queere

Seit ein paar Jahren gehe ich gerne zur Demonstration am Christopher-Street-Day (CSD) Anfang August. Nicht nur weil diese Parade so schön bunt ist, vor allem weil hier für die Gleichstellung aller Menschen demonstriert wird.

Beim CSD gehen homosexuelle und überhaupt Menschen, die sexuell anders orientiert sind als das bisher bekanntere Schema Mann:Frau. Kurz die queere Szene geht auf die Straße, fordert gleiche Rechte und Schluss mit Diskriminierung, Kriminalisierung und Verfolgung weltweit. In Deutschland sind wir da schon ein Stück weiter als vor 20/30 Jahren, aber weltweit gibt es noch sehr viel zu tun. Wie entschlossen die queere Community ist, zeigt der Spruch auf einem Transparent: „Eines Tages gehen wir durch Teheran.“

Münster in Westfalen war die erste deutsche Stadt, die 1970 nach dem staatlichen Angriff auf Menschen in einer Bar für homosexuelle Menschen in der Christopher-Street von GreenwichVillage, New York 1969 eine Demonstration auf die Beine stellte. In Hamburg wird seit 1980 demonstriert. Da gab es noch Probleme zwischen Staatshütern und Demonstranten. Aber seit 2009 geht hier der Erste Bürgermeister mit auf die Parade, Peter Tschenscher sogar im rosa Hemd. Die Hände in den Schoß legen ist aber darum noch lange nicht angesagt. 2024 hieß das Motto für den CSD: „5 vor 12. Du & ich gegen Rechtsruck“. 2025: „ Wir sind hier, um zu bleiben. Queere Menschen schützen.“ Beide Aufrufe sprechen für sich. In Hamburg sind jeweils rund eine Viertelmillion Menschen den Aufrufen gefolgt, in diesem Jahr sogar noch mal 10 000 mehr.

In Hamburg schießen Bügermeisterin und Bürgermeister mit der Konfettikanone, in Berlin entrollen Demonstrant*Innen die Regenbogenflagge vor dem Reichtagsgebäude.

Die Demontrant*Innen sind jung und alt, bunt und schräg, dick und dünn angezogen.

Auch Engel sind gekommen.

Solidarität kommt von verschiedenen Seiten.

Hamburg bleibt bunt!

Text und Fotos Elisabeth Hartmann

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