Beitrag und Fotos: Elisabeth Hartmann

Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?
Diese Anfangszeilen des Brecht-Gedichts „Fragen eines lesenden Arbeiters“ kamen mir in den Sinn, als ich durch die jüngste Baustelle der HafenCity, den südlichen Teil des Überseequartiers, radelte.
Hier baut nicht Hamburg oder irgend ein Baukonzern, sondern hier bauen rund 2000 überwiegend Männer und wenige Frauen. Die Arbeiter kommen aus aller Herren Länder, von Bayern über Albanien bis nach Polen. Obwohl sie „in verschiedenen Zungen reden“, hier ist nicht der Turmbau zu Babel, wo ja wegen Sprachverwirrung nicht zu Ende gebaut werden konnte. Diese Bauten im Überseequartier werden fertig! Zur Not verständigt man sich mit Händen und Füßen. So errichten die Bauarbeiter Gerüste, führen Kräne, ziehen Mauern hoch, verlegen Rohre, Kabel und Fußböden, setzen Fensterrahmen und -scheiben ein und streichen Wände.



Sicherheitspersonal passt auf, dass alles reibungslos läuft und den Arbeiter*innen nichts passiert. Für den Notfall gibt es eine Sanitätsstelle gleich vor Ort, denn Bauarbeiter*innen leben nicht ungefährlich. Gearbeitet wird in mehreren Schichten, manchmal sogar nachts.


Bauarbeiter, sie kommen aus aller Herren Länder