Dieses und Jenes

Der Tisch ist gedeckt

Seit 1997 gibt es die Bergedorfer Tafel und den Suppentopf

Wer hat sie nicht schon gesehen, die langen Schlangen von Menschen in der Schlossstraße am Gemeindehaus von St. Petri und Pauli? Manche stehen dort schon Stunden, bevor die Bergedorfer Tafel öffnet und Nummern verteilt werden, damit alle der Reihenfolge nach gespendete Lebensmittel in Empfang nehmen können – Brot, Brötchen, Kuchen, Joghurt, Obst und Gemüse und je nach Tagesangebot manches andere liegen dann zum kostenlosen Abholen bereit. Das alles ist in unserem Land reichlich vorhanden, aber 20 Prozent aller Lebensmittel werden weggeworfen. Dabei gibt es in Hamburg viele Menschen, die nicht genug zu essen haben, ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche.

Allerdings muss auch sichergestellt werden, dass dies Angebot nicht missbraucht wird, und daher gibt es eine Voraussetzung: „Bringen Sie uns eine Kopie Ihres Ausweises, ein Passfoto und ein amtliches Schriftstück, aus dem hervorgeht, dass Sie bedürftig sind. Erhalten Sie ALG II, ist das der Bescheid des Jobcenters. Haben Sie ein anderes geringes Einkommen (z.B. Rente, Lohn, Gehalt, Leistungen der Grundsicherung), bringen Sie bitte auch darüber einen Bescheid mit. Danach erhalten Sie von uns einen Abholausweis.“

Zwei Monate, ehe die Bergedorfer Tafel Anfang 1998 auf Initiative der Gemeinde St. Petri und Pauli zum ersten Mal ihre Tür öffnete, hatte sie bereits ein weiteres wichtiges Angebot ins Leben gerufen. Am 11.11.1997, dem Tag des Heiligen Martin, hob sich zum ersten Mal der Deckel des sogenannten Bergedorfer Suppentopfes. Am Dienstag und Donnerstag ab 12 Uhr wird seitdem im Keller an der Bergedorfer Schlossstraße 5 warme Suppe an bedürftige Menschen ausgegeben. Der Zuspruch ist gewaltig und wächst ständig: Zwischen 120 und 150 Männer, Frauen und immer wieder auch Kinder nehmen das Angebot an jedem dieser Tage an. Ermöglicht wird es, weil es mittlerweile viele Spender gibt. Vor allem Supermärkte und Bäckereien, aber auch Privatpersonen unterstützen diese Initiative seit Jahren.

Das alles geschieht auf ehrenamtlicher Basis. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von St. Petri und Pauli setzen sich gemeinsam mit den Ehrenamtlichen der Tafel auch in diesem Bereich der Gemeindearbeit zuverlässig und mit Freude ein. Dabei geht es nicht darum, für die Kirche zu werben oder gar Glauben zu wecken, sondern Menschen, die Unterstützung benötigen, zu helfen. Ohne Ansehen der Person, freundlich und effektiv.

Beitrag und Fotos: Kirchengemeinde St. Petri und Pauli

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