Freizeit & Reise

10 Tausend Schritte im Stadtpark

Beitrag: Elisabeth Hartmann

Dr. Internet empfiehlt: Menschen ab 60 sollten täglich 6 bis 8 Tausend Schritte gehen, es trüge dazu bei, “das Sterberisiko zu senken”. Aha! Also mache ich mich auf. Es geht in den Hamburger Stadtpark.

Die Bank auf dem obigen Foto steht hinter dem Haus des Stadtparkvereins e.V.. Es ist ein Forsthaus aus dem 19. Jahrhundert und wurde dort von dem damaligen Besitzer des umgebenden Gehölzes , Adolph Sierich, für den Hüter des Waldes gebaut. Zwei Parteien haben das Haus bewohnt, heute ist es Museum des Vereins und heißt Das Sierichsche Forsthaus. Frühjahr und Sommer ist es geöffnet.

An die Rücklehne der Bank hinterm Haus ist ein kleines Schild montiert: In Erinnerung an Carl-Wilhelm Edding, der den Stadtpark sehr geliebt hat. Gute Idee! Ich will auch eine Bank spenden, auf der Spaziergänger*innen ausruhen, denken oder träumen können, während sie an mich erinnert werden. Denn auch ich liebe den Stadtpark. Mit Kirschbäumen im Frühling, Maronen im Herbst, umgestürzten Baumriesen, außerdem die Eichen- und die Kirschhaine, den Rhododendronweg, den Stadtparksee zum Schwimmen und zum Paddeln, die Freilichtbühne, das Lesecafé und noch viel, viel mehr, was ich jetzt gar nicht alles aufzählen kann. Ja, natürlich das Planetarium!

Auch die Menschen, die ihn nutzen, mag ich. Heute, im November, sind es nicht so viele, und es ist ruhig.

Das Verkehrsrauschen aus der Umgebung denke ich mir als Fluss, unter den Füßen raschelt das Laub. Ab und zu ruft jemand seinen Hund. Fahrräder sind so leise, dass ich erschrecke, wenn sie von hinten an mir vorbeiflitzen. Wer zu zweit geht unterhält sich. Ich bin allein und kann der Umgebung meine volle Aufmerksamkeit schenken.

Im lang gestreckten Garten hinter der Trinkhalle blüht eine Hortensie tapfer gegen das herbstliche Vergehen an. Diana aus Bronze trotzt seit 1911 allen Jahreszeiten und bricht mit ihren Hunden zur Jagd auf.

Weitere Kunst von Menschenhand finde ich auf einem Müllcontainer, an der Hauswand vom Café am Planschbecken und im runden Wasserbecken in der Nähe von Landhaus Walter. Das war ein Restaurant mit Garten. Jetzt ist dort von November bis Februar ab 16 Uhr StadtParkZauber.

Für mich is dat nix, und außerdem habe ich Hunger. Im ganzen Stadtpark und drum herum finde ich nichts Gemütliches zum Essen. Neben dem Bahnhof Borgweg trinke ich einen Kaffee, esse ein belegtes Brötchen dazu und fahre dann nach Hause. Es wird ja auch schon allmählich dunkel. Über 10 Tausend Schritte bin ich gegangen!

Text und Fotos © Elisabeth Hartmann

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