Geschichten und Gedichte

Oma, beruhig‘ dich

Veröffentlichung: Jürgen Sakuth

Text: Claudia Hafemann

Max (Name geändert) ist mal wieder bei uns. Die Ferienbetreuung in der Schule ist heute nicht ganz nach seinem Geschmack. Da geht er doch lieber zu den Großeltern.

Seine neues BMX-Rad und ein Basketball kommen mit. Das Programm steht also fest.

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Aber zuerst spielen wir ein altes Spiel aus der Kindheit seiner Mutter: „Schweinerei.“ Man würfelt 2 Mini-Plastikschweine. Je nachdem, worauf sie zum Stehen kommen, Füße, Backe, Rücken, gibt es Punkte. Max findet es voll cool. Aber nach kurzer Zeit findet er sie doch zu klebrig. „Die sind schon ein bisschen alt, oder?“

Wir gehen lieber auf den nahegelegenen Basketball-Platz. Max natürlich mit seinem neuen BMX-Rad. Auf meinen ängstlichen Hinweis, dass es auf dem Weg viele Auto-Ausfahrten gibt, höre ich nur: „Oma, beruhig‘ dich!“

Das neue Fahrrad muss bei Ankunft mit Opas absolut sicheren Fahrradschloss angeschlossen werden, auch wenn wir uns in 5 Meter Sichtweite aufhalten.

Max wirft jetzt immer wieder Bälle auf den Basketball-Korb. Nie ohne einen Seitenblick, ob Oma auch guckt.

Nach kurzer Verletzungs- und Trinkpause: „Jetzt du, Opa.“ Max erwartet von Opa nicht nur den perfekten Wurf, sondern die Direktablage des Balls in den Korb nach einem Sprung, einem sogenannten „dunk“. Aber die Sprungkraft Opas reicht trotz seiner Körperlänge nicht mehr aus. Das Bemühen wird immerhin anerkannt:
„Top, Opa“

Oma versagt kläglich bei ihren Spielversuchen, so dass die Männer wieder übernehmen.

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Schon um halb 11 kommt von Max: „Ich habe langsam Hunger.“ Opa auch. Max‘ Lieblingsessen wartet, Nudeln mit Tomatensoße.

Zuhause muss das neue BMX-Rad mit in die Wohnung. Draußen abstellen ist viel zu gefährlich. Antwort von Max auf unsere Einwände: „Euer Flur ist doch sowieso megadreckig.“

Trotz dieser Sprüche von Max war das wieder ein schöner gemeinsamer Tag.

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