Aus der Region

Erinnerung an einen Fluchthelfer

Beitrag und Fotos: Elisabeth Hartmann

Beim Spazierengehen auf dem Altonaer Grünstreifen zwischen Holstenstraße und Fischmarkt findet man, etwas ab vom Weg, in der Ecke von Pepermöhlenbek und Breite Straße einen Anker mit Gedenktafel.

Beides erinnert an Gustav Schröder, der als Kapitän 1939 über 900 jüdischen Menschen zur Flucht vor den Nazimördern nach Kuba verhalf. Leider gestattete die kubanische Regierung nur wenigen der Flüchtlinge an Land zu gehen, während die USA und Kanada ihre Hilfe ganz verweigerten. Kapitän Schulze mußte das Schiff zurück nach Europa bringen. Aber statt Cuxhaven steuerte er Antwerpen an. Hier erreichte er, dass die Flüchtenden, in Gruppen aufgeteilt, von Belgien, England, Niederlande und Frankreich aufgenommen wurden. Weil außer Großbritannien diese Länder später von Deutschland besetzt wurden, hatten letzten Endes nur die nach England entkommenen Jüdinnen und Juden eine Überlebenschance, wenn sie nicht weiter deportiert wurden.

Obwohl Gustav Schröder NSDAP-Mitglied war, setzte er sich nach seinen Kräften für das Überleben jüdischer Mitmenschen ein. Dafür wurde er später von Deutschland und Israel geehrt.

In Altona-Altstadt gibt es Anker, Gedenktafel und den Kapitän-Schröder-Park seit 2019.

Ein Gedanke zu „Erinnerung an einen Fluchthelfer“

  1. Die dramatische Geschichte der „St. Louis“ war mir zwar bekannt, aber ich wusste weder, dass der Kapitän ein Hamburger, noch dass er Partei-Mitglied war. Danke für die wichtigen Informationen.

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