Beitrag: Jürgen Sakuth
Als wir im Juni nach Amerika reisten, wussten wir vorher, dass es große Unterschiede zwischen dem Frühstück in Kontinental-Europa und den USA gibt.
Trotzdem waren wir immer wieder überrascht, was uns dort angeboten wurde.

Foto: Jürgen Sakuth
Ein besonderes Service-Erlebnis hatten wir in einem Hotel in Brooklyn.
Im Foyer des Hotels saß ein junger Mann, der unsere Frühstückswünsche aufnehmen wollte.
„Coffee, orange-juice und scrambled eggs“ kannten wir. Das war kein Problem. Aber wie weiter? Ich versuchte es mit “toast, butter and jam“. Aber Toast ist nicht gleich Toast in Amerika. Sofort rappelte er uns in einem irren Tempo 6 Alternativen herunter. Gleichzeitig fing er mit seinen Fingern an, laut auf der Tischplatte zu trommeln. Dies zum Zeichen seiner Ungeduld, obwohl niemand anderes wartete.
Zum Glück hatte meine Frau als einziges Wort „english“ verstanden und antwortete auch nur mit diesem Wort.
Jetzt war er erstmal zufrieden und führte uns zu unserem Tisch im Innenhof. Leider schloss sich die Außentür hinter uns und unser aller Rückweg war versperrt. Es handelte sich dabei nicht um ein altmodisches, mechanisches Schloss. Das Öffnen war nur per digitaler Schlüsselkarte möglich. Aber, Fluch der Technik, keine Karte funktionierte. Es half nur rohe Gewalt per Schraubenzieher seitens der Hotelangestellten.
Danach wollte ich unseren Kaffee vom sogenannten „marketplace“ holen. Aber die Maschine ließ sich nicht dazu bewegen, irgendeine Art von Kaffee auszugeben. Also musste ich mich notgedrungen wieder an unseren Service-Freund wenden. Sichtlich genervt kam er mit mir. Dabei murmelte er so was wie „Manche Leute sind zu dumm, eine einfache Taste zu drücken“
Nur leider hatte die Maschine tatsächlich eine technische Störung, die nur er beheben konnte. Von da an wurde er etwas freundlicher.
Jeden weiteren Wunsch aus dem „marketplace“ musste man wie im Supermarkt einscannen und auf einem zusätzlichen digitalen Empfangsgerät per Schlüsselkarte oder Kreditkarte bezahlen. Alles kein Hexenwerk. Aber nett wäre es gewesen, wenn er uns das vorher erklärt hätte. So kam ich doch noch zu einem zusätzlichen Joghurt zum Frühstück.
Dieses Erlebnis war aber einmalig in den USA. Sonst waren die Dienstleistungs-Mitarbeiter ausgesprochen freundlich. Aber dieser Kollege war uns doch etwas zu „cool“. Wie sehr hatte meine Frau das gewohnte „More coffee m’am?“ vermisst.

Das ist ja ein Horror – nicht nur die Art, wie Ihr an Euer Frühstück gekommen seid, sondern auch das Angebotene selbst. O Gott, dann lieber fasten!
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… aber Frühstück in Hongkong kann auch gruselig sein, schon morgens Nudelsuppe!
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