Veröffentlichung: Jürgen Sakuth
Text: Claudia Hafemann

Es ist 7 Uhr morgens. Ein Handyanruf weckt mich. Nach einer Schrecksekunde bin ich am Telefon. „Wer ist da?“
Max (Name geändert): „Oma, kann ich zu euch kommen? Papa ist zur Arbeit, Mama im Home-Office. Mir ist so langweilig. Meine Schulklasse macht einen Ausflug, aber ich habe solche Kopfschmerzen.“
Eigentlich ist heute unser freier Tag, kein Aushilfsjob, kein Babysitting, kein Ehrenamt, zumindest dachte ich das. Aber mein Herz schmilzt wie Butter in der Sonne schnell dahin.
Ich frage: „Wann bist du da?“
Max: „In 10 Minuten.“ Meine Antwort: „Aber wir haben noch nicht gefrühstückt.“
Darauf Max: „Das macht doch nichts. Ich auch nicht.“
Kurze Zeit später steht Max mit strahlendem Gesicht mit meiner Tochter vor der Tür.
Tochter: „Liebe Mama, toll, dass du immer so spontan bist.“ Und ist auch schon wieder verschwunden.
Max: „Was machen wir, Oma?“ (Die Kopfschmerzen scheinen schon wieder weg zu sein).
Ich antworte: „Wir können etwas basteln und Opa im Garten helfen.“ Max ist einverstanden, möchte aber auch noch, dass seine Spielautos von früher aus dem Keller geholt werden.
Bei einem Gespräch über mein Alter:
Max: „Wie alt bist du, wenn ich so alt bin wie meine Mama?“
Meine Antwort: „101.“
Darauf Max: „Das schaffst du nicht, Oma.“
Enkel sind einfach entwaffnend ehrlich!
Max, etwas später: „Was gibt es heute zu essen?“ Ich zeige ihm ein Bild zum Rezept und erwähne eine eher exotische Zutat.
Darauf Max: „Da bin ich raus, Oma.“
Also gibt es wieder die so beliebte Tomatensoße mit Nudeln.
Am späten Nachmittag wird Max abgeholt. Wir sind ziemlich geschafft aber warten auch schon gespannt auf das nächste Großeltern Abenteuer.
