Freizeit & Reise

Besuch im Glasmuseum

Beitrag: Edith Kalisch

Es gibt so viele Museen in Hamburg. Längst habe ich nicht alle besucht. Aber wie es so ist, kaum gibt´s was Neues, schon ist die Neugier erwacht. Eröffnet wurde das Achilles-Stiftung Glasmuseum im Oktober 2022. In einem Sektionssaal der ehemaligen Pathologie des denkmalgeschützten Krankenhauses in Barmbek.

Wen erst einmal die Sammelleidenschaft gepackt hat, kommt davon nicht mehr los.  So erging es auch Edith Achilles (später auch ihrer Tochter). Sie begann bereits in den 60er Jahren Glas zu sammeln. Erst war es der Jugendstil, der sie begeisterte.  Aber Jahre später versteigerte sie ihre Sammlung und widmete sich dem „schweren Glas“ (sagte sie von sich). Das kann ich nur bestätigen, nachdem  wir die Sammlung angeschaut haben. Das sind „ganz schöne Brocken“.  Das 20. Jahrhundert bis ins Heute war nun ihr Thema. Spannend!

Aber gehen wir mal rum. Eine Farbenpracht erwartet uns in den einzelnen kleinen Räumen.  Abstrakte Formen, im Glas eingeschlossene Elemente. Einige der Exponate sind direkt vor den Fenstern platziert. Lassen das Licht reflektieren. Wir versuchen, das Dahinter zu ergründen. Unfassbar. Auffallend viele Künstlerinnen und Künstler tragen Namen, die erkennen lassen, dass sie offensichtlich  aus Tschechien und Polen stammen. Nun, Böhmen und Mähren war ja schon vor vielen, vielen Jahren eine Hochburg der Glaskunst. Mehr für Wein- und Likörchen- Gläser. Und wer von uns hat nicht schon einmal aus so einem Glas ein Schlückchen genossen? Jetzt fristen die meisten von diesen ihr Dasein in Stöberstübchen, wo man sie für wenig Geld kaufen kann. Und nun wird aus Gläsern getrunken, die schlicht aus dem schwedischen Möbelhaus stammen. Tja.

Aber gehen wir mal weiter. Unsere Begeisterung lässt nicht nach. Wer hat so viel Phantasie? Ja, und wenn sie oder er sie hat, es muss umgesetzt werden. Wie verwirklicht man so etwas? Wir schauen, gucken von oben, von der Seite. Versuchen es nachzuvollziehen. Wie kommen Drähte, Schnipsel – sind es welche? – ins Glas. Staunen, staunen. Manchmal, nein was sag´ ich, oft  kommt über unsere Lippen ein bewunderndes „Oh“. Selbst, wenn kein Titel unter einem der Kunstwerke geschrieben steht, ist unsere Phantasie gefragt. Es fällt uns auch dazu etwas ein. So ist es ja nun nicht.

Ach, beschreiben ist so eine Sache. Sehen, sehen muss man es in Natura.

Und, wer jetzt immer noch nicht neugierig geworden ist:

 https://achilles-stiftung.de/

Fotos: Privat

Ein Gedanke zu „Besuch im Glasmuseum“

  1. Liebe Edith!
    Hamburgs neuestes Museum der Glaskunst in Barmbek hat gerade eröffnet und Du bist schon da und kannst uns einen Eindruck von der ausgestellten Glaskunst geben. An der Sammelleidenschaft der Edith Achilles und ihrer Tochtet, die beide leider schon tot sind, kann man sich sicher erfreuen.
    Gruss von Deiner Elke.

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