Wissenswertes

Webb blickt hinter die Fassade der Katzenpfote – und was das für uns bedeutet

Beitrag: Thorsten Werner

Vor drei Jahren begann das James-Webb-Weltraumteleskop seine unglaubliche Reise. Seitdem hat es uns mit atemberaubenden Bildern und bahnbrechenden Entdeckungen immer wieder aufs Neue fasziniert. Jetzt, zum dritten Geburtstag, hat Webb einen weiteren Blick in die Tiefen des Universums geworfen – genauer gesagt, in den Katzenpfoten-Nebel.

Credits: Image: NASA, ESA, CSA, STScI

Was ist der Katzenpfoten-Nebel überhaupt?

Der Katzenpfoten-Nebel, offiziell NGC 6334 genannt, ist eine gigantische Region im Weltraum, in der unzählige neue Sterne geboren werden. Er befindet sich etwa 5.500 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Skorpion. Seinen Namen verdankt er den drei „Polstern“ aus leuchtendem Gas und Staub, die an die Pfote einer Katze erinnern.

Warum ist der Blick von Webb so besonders?

Das Webb-Teleskop ist dafür ausgelegt, Infrarotlicht zu sehen. Das ist der Schlüssel! Sterne entstehen in dichten Wolken aus Gas und Staub. Für unsere Augen – und auch für Teleskope, die sichtbares Licht einfangen – sind diese Wolken undurchdringlich. Es ist, als würde man versuchen, durch eine dicke Nebelwand zu schauen.

Aber Infrarotlicht kann diese Wolken durchdringen! Webb kann also tief in den Katzenpfoten-Nebel blicken und uns die verborgenen Geburtsstätten neuer Sterne zeigen, die wir sonst nie sehen könnten. Wir sehen nicht nur, dass Sterne entstehen, sondern auch wie sie in diesen nebligen Regionen heranwachsen. Das ist so, als würde man zum ersten Mal einen Blick ins Innere einer Baumschule werfen, anstatt nur die Bäume von außen zu sehen.

Was lernen wir daraus?

Die Beobachtungen des Katzenpfoten-Nebels sind von unschätzbarem Wert für die Astronomie. Sie helfen uns zu verstehen:

  • Wie Sterne geboren werden: Wir können die verschiedenen Phasen der Sternentstehung beobachten, von den ersten Ansammlungen von Gas und Staub bis hin zu den jungen, strahlenden Sternen.
  • Wie sich unser Universum entwickelt: Sterne sind die Bausteine von Galaxien. Wenn wir verstehen, wie Sterne entstehen, verstehen wir auch besser, wie sich Galaxien entwickeln und wie unser Universum zu dem wurde, was es heute ist.
  • Die Vielfalt der chemischen Elemente: In diesen Sternen werden die chemischen Elemente geschmiedet, aus denen Planeten, und letztendlich auch wir selbst, bestehen. Webb kann uns Hinweise darauf geben, welche Elemente in diesen Sternen entstehen und wie sie ins All geschleudert werden.

Neugierig auf mehr?

Der Blick des Webb-Teleskops in den Katzenpfoten-Nebel ist nur ein weiteres Beispiel dafür, wie dieses unglaubliche Instrument unsere Sicht auf das Universum revolutioniert. Jedes neue Bild, jede neue Datenmenge, die Webb uns liefert, ist ein Fenster zu einer Welt voller Wunder, die wir gerade erst beginnen zu verstehen.

Das Universum ist riesig, geheimnisvoll und steckt voller Entdeckungen. Die Arbeit des Webb-Teleskops macht uns nur noch neugieriger auf das, was da draußen noch alles auf uns wartet. Wer weiß, welche Geheimnisse das Universum als Nächstes lüften wird?

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